Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.

Dominus conservet eum et vivificet eum

et beatum faciat eum in terra et

non tradat eum in animam inimicorum eius.

Samstag, 21. Mai 2011

Ist es vorstellbar?


In einem deutschen Bistum gibt es eine – 20-30 Jahre zurückliegende - Serie von Missbräuche durch einen Geistlichen. Schon vor vielen Jahren hatte sich ein Nachfolger jenes Pfarrers an das entsprechende Ordinariat gewandt, als die ersten Betroffenen sich bei ihm meldeten. Ergebnislos. Mittlerweile haben sich viele der Opfer zusammengefunden. Der Täter ist zwar vor kurzem verstorben, man erhofft jedoch endlich eine Reaktion des Bistums, die das Leiden der Opfer wenigstens anerkennt und diesen etwas von der geraubten Würde zurückgibt. Auf einem Treffen mit der Gruppe der Opfer erscheint der Justitiar des Bistums und weist auf die vielen Unannehmlichkeiten hin, die ein weiteres Vorgehen in diesem Sinne mit sich bringen werde.

Die Opfergruppe wendet sich an mehrere regionale und überregionale Zeitungen – und etwas Merkwürdiges geschieht. Alle verweigern eine Berichterstattung in jedweger Form. Ausnahme, eine kleine Lokalzeitung, die mit einem Artikel vorprescht, aber dann auch verstummt.

Spekulation? Wilde Thesen? Aber nein doch. Reine Wirklichkeit in einem Bistum, dessen Leitung sich besonders guter Medienkontakte rühmt.

Nun kann man sich freuen, dass die Medien wenigsten in einem Fall nicht die Gelegenheit zu allgemeiner Kirchenhetze nutzen. Dennoch gibt der Fall auch zu denken.  Großzügig wird in diesem einen Fall auf Massen von Schlagzeilen verzichtet, die zum Teil recht spektakulär sein könnten. Besonders wenn man bedenkt, welche Kleinigkeiten und unfundierten Behauptungen bisher manchmal zu einer „Story“ aufgeblasen wurden. Und für die die Widerrufe dann nie erschienen, wenn die wahren Dimensionen herauskamen. Man denke an die Versuche, den Bruder des Papstes oder diesen selbst zu diffamieren.

Interessant auch, wie selektiv die überaus guten Beziehungen zu Politik, Medien und Staatsanwaltschaft eingesetzt werden können, wenn es um die Interessen der Leitung eines Bistums geht und dass diese guten Beziehungen völlig versagen, wenn zum Teil völlig unsachliche und auf – wie es scheint – schlechter Recherche oder Fehlinformationen beruhende Anschuldigungen gegen den Papst und den Vatikan in deutschen Zeitungen erscheinen.

Ja, diese offensichtlichen falschen Informationen, von denen manche Journalisten felsenfest  überzeugt zu sein scheinen. Sind die denn dann nur aus dem luftleeren Raum gegriffen oder haben nicht doch etwa „Insider“ zumindest tendenziös missverständliche Erläuterungen an ihre Pressekontakte weitergegeben? Vielleicht unbedacht, vielleicht mit der ach so menschlichen Regung dadurch jemandem, der ungeliebt ist, einen Schlag auszuteilen. Sehr zu hoffen ist, dass wenigstens nicht in der Intention, soviel Dinge ins Wanken zu bringen, dass diverse „Reformen“ unbemerkt durchgezogen werden können.  Je tiefer man sich in die Betrachtung der Ereignisse versenkt, desto mehr Fragen erheben sich, warum das eine oder andere so abgelaufen ist, wie es das tat.

Montag, 16. Mai 2011

75. Geburtstag von Kardinal Lehmann


Heute feiert der in Politik und Medien einflussreichste Kardinal Deutschlands seinen 75. Geburtstag.
Die Sonderbeilage der Kirchenzeitung dazu kann hier heruntergeladen, unter anderem findet sich dort ein mehrseitiges Interview mit dem Jubilar.

Samstag, 14. Mai 2011

und noch ein Neupriester!

Außer Alipius haben wir noch eine Priesterweihe in der Blogözese:
P. Ulrich Diehl in Admont.

Diskriminierung live in Germany

Einem Link folgend habe ich mir die Sendung von Markus Lanz (ZDF) angesehen, bei der Matthias Matussek zu Gast war (hier). Der Moderator hat es gut gemacht, und Matthias Matussek hat sich exzellent geschlagen in der Runde. 
Nur hat dann einer der anderen Gäste unter teilweiser Zustimmung geäußert, die katholische Kirche sei eine kriminelle Vereinigung. Man stelle sich vor, er hätte das über irgendeine beliebige andere in Deutschland registrierte religiöse Gemeinschaft gesagt. Ich stelle mir die Schlagzeilen vor: "Zentralrat der ... empört! Verhetzende Äußerungen. Unglaublicher Skandal!" Aber nö, es ging ja nur um die katholische Kirche. Für die gelten da Sonderregelungen. Wie dann noch jemand anderes feststellte. Der Wortwechsel ging ungefähr so:
"Über sexuellen Missbrauch macht man keine Witze!"
"Nein, wirklich nicht!"
"Außer man erwähnt dabei die katholische Kirche."
"Dann natürlich schon."

Merken die denn alle nicht mehr, was sie da tun?

Was ist denn nun Prägung?

Als ich einer 70-jährigen meine Kritik an der Auslegung von Kardinal Lehmann zu diesem Begriff vortrug, ergriff sie erst einmal seine Partei. Natürlich sei ich nicht durch das Konzil geprägt, ich habe ja nicht erlebt, was für herrliche Jahre des Aufbruchs das waren, mit welchen Hoffnungen das verbunden war und wieviel Befreiendes während des Konzils erlebt wurde. 

Schön und gut meinte ich. Aber das Konzil hat Fakten geschaffen und all das geprägt, in dem ich aufgewachsen bin. Ich kenne keine vorkonziliare Welt, also bin ich doch der/die Geprägte. Während sie zwar noch die Erinnerung an etwas Begeisterndes hat (wobei die Begeisterung auch so etwa fünf Jahre nach Ende des Konzils wegdiffundiert zu sein scheint – vielleicht sollte so etwas ja mal zu denken geben), aber ich mit den Fakten aufgewachsen bin, die dieses Ziel geschaffen hat und mit einer Weltsicht, die von seinen Konstitutionen definiert ist.

Sie gab dann zu, das sei wohl schon eine Prägung.

Ich wollte es genauer wissen, also habe ich mal wieder Google bemüht.  Und siehe da, es findet sich das Folgende:

Zum Beispiel steht hier:
„ In der Psychologie bezeichnet Prägung die Tatsache, daß sich bestimmt Einflüsse auf den Menschen, wie auch allgemein auf Organismen nachhaltig - gestaltend oder umgestaltend - auswirken (soziokulturelle Prägung: z. B. durch einen bestimmten Beruf, Lebensstandard oder durch eine bestimmte Erziehung).
In der Verhaltensforschung ist eine Prägung ein obligatorischer Lernvorgang, der in einigen Merkmalen von der Konditionierung abweicht. Charakteristisch für sie ist,
  • daß sie sich auf eine einzige Bewegung oder auf eine bestimmte Gruppe von Verhaltensweisen bezieht,
  • daß sie in der Ontogenese nur einmal, in einer sensiblen Phase, stattfinden kann und
  • daß ein nachträgliches Umlernen unmöglich ist.
Man unterscheidet unter einer Objektprägung, bei der die auslösenden Reize für eine bestimmte Reaktion festgelegt werden, und der motorischen Prägung, bei der ein Bewegungsmuster erworben wird.“
Es gibt also eine Definition aus der Psychologie und eine aus der Biologie/Verhaltensforschung. Die psychologische Definition ist die diffusere, sie nennt Prägung alles, was „nachhaltig“ beeinflusst.

Danach sind der Kardinal und meine Bekannte geprägt durch das sich immerhin über mehrere Jahre hinziehende Konzil und die mit ihm einhergehende Stimmung. Und ich bin geprägt durch die auf das Konzil zurückgehende Stimmung der Jahre seitdem. In beiden Fällen wirkt das Konzil prägend, im ersten in Bezug auf hochfliegende Erwartungen, im zweiten in Bezug auf die ernüchternde Realität der Umsetzung so manches daraus Resultierenden.

Nach der Definition der Verhaltensforschung kann überhaupt nur ich durch das Konzil geprägt sein, weil nur ich von den drei in Frage stehenden Personen jung genug war, um in diesem Sinne geprägt zu werden. Denn Prägung in diesem Sinne gibt es nur für Kinder/Jungtiere und nicht für Erwachsene. Wobei beim Menschen selbst diese Art Prägung durchbrochen werden kann, bei Tieren nach etlichen Versuchen zu schließen, wohl nicht. – Da ich nun einmal aus der Naturwissenschaft komme, war mir das auch die vertrautere Definition.

Wobei wir hier auch auf ein interessantes Phänomen stoßen:
Menschen halten wohl gerne an Erfahrungen fest, die sie als positiv empfunden haben, verklären die Vergangenheit und sind nicht oder nur zögernd bereit, sich der Wirklichkeit zu stellen, wenn es sich zeigt, dass manche ihrer Erwartungen auf unrichtigen, unvollständigen oder gar unrealistischen Annahmen basierten, die durch die Erfahrungen und Beobachtungen der folgende Jahre oder Jahrzehnte zum Teil sogar offensichtlich widerlegt wurden.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Wie kommt es zu Berufung?


„Deprimierende Zahlen von Berufungen gab es schon früher. Ich halte die Entwicklung nicht für unumkehrbar. Natürlich spielt der Zölibat eine Rolle. Ich vermag nicht zu sagen, ob wir auf die Dauer noch genug Menschen mit dem Charisma der Ehelosigkeit finden.
Und auch ich frage mich: Warum sagen wir zu wenig, dass wir in unserer Kirche – nämlich in den katholischen Ostkirchen – auch verheiratete Priester haben? Es gibt neue Fragen und bewährte Einrichtungen. Wir brauchen beides.
Es gibt eine Unbeweglichkeit in der Kirche, aber auch einen Anpassungsdruck. Wir müssen unterscheiden lernen.“

Karl Kardinal Lehmann im Interview mit der Mainzer AZ vom 11. Mai 2011

Dass Berufungen von Gott abhängig sind und erbeten/t werden können, wird hier, wie es scheint, nicht berücksichtigt. Es wird auch nicht erwähnt, dass die Ratio von Priestern zu praktizierenden Gläubigen sogar überverhältnismäßig hoch ist.
Den Inhalt des Memorandums der Theologieprofessoren findet der Kardinal in manchem „schwammig. Was zum Beispiel heißt Zulassung von Frauen zum kirchlichen Amt: Diakonat oder Priestertum?“

Nun, das ist interessant. Keine Aussage, dass beides wegen der notwendigen Weihe gleichermaßen indiskutabel ist, kein Nachfragen, ob damit nur die Berücksichtigung bei auch Laien zugänglichen Ämtern gemeint war sondern nur auf die zitierte Alternative zugespitzt.

Aha, das erklärt vielleicht das mit dem Volksbischof …


„Trotzdem dürfen wir das Selbstverständnis, Volkskirche zu sein, nicht aufgeben, auch wenn wir zahlenmäßig weniger sind. Wir müssen fähig sein, unseren Beitrag zu leisten für die Gestaltung von Politik und Gesellschaft. Und deshalb müssen wir wissen, wie die Leute leben. Wenn man nur noch bestimmte Schichten erreicht, wird man zu einem Klub von Gleichgesinnten. Das ist zu wenig, das darf nicht sein. Auch ein Bischof muss außerhalb von Kirche gehen: Die geistige Präsenz der Kirche in der gesamten Gesellschaft ist lebenswichtig. Wir laden alle in unsere Gemeinschaft ein.“

Karl Kardinal Lehmann im Interview mit der Mainzer AZ vom 11. Mai 2011

Ich würde eigentlich meinen, entweder ist es nun eine Volkskirche oder eben nicht. Meine tägliche Erfahrung spricht für das nicht. – Was mir hier auffällt, ist dass das Verständnis von etwas wichtiger sein soll als eine Tatsache. Und dann die Andeutung der Umdeutung des Begriffes von „Volkskirche“. Nicht ein Glaube, der dem Volk selbstverständlich ist und zu dessen Alltag gehört sondern eher eine Kirche, die sich von sich selbst entfernt, um überall im Volk präsent zu sein und alles Volk in sich aufnehmen zu können.  Also nicht eine klare Definition dessen, was sie ist, die eine Entscheidung für oder gegen sie erfordert, sondern etwas, das sich ins Allgemeine ausgießt, um dieses dadurch irgendwie (denn wie wird nicht benannt, ist wohl auch nicht benennbar) zu verändern
Zumindest ist dieser Interviewtext sehr missverständlich ausgedrückt.

War da nicht mal was mit dem „Ewigen Leben“ und der Auferstehung?


„Der Tod gehört zum Leben. Als Theologe und Bischof hat man immer mit Tod und Sterben zu tun, zunächst mit dem Tod anderer Menschen, aber das kann nicht dazu führen, dass man sich selbst ausnimmt. Man braucht eine entsprechende Einstellung zum Leben, muss das einüben, was der Tod uns dann endgültig lehrt. Das ist die Abschiedlichkeit unseres Lebens. Wir müssen uns darauf einrichten, Abschied zu nehmen, von Menschen und von dem, was wir tun. Das heißt auch, dass man loslassen kann, dass man sich nicht verkrallt in irdischen Besitz oder Ansehen, Prestige und Macht. Dazu gehört eine Art von Gelassenheit, die wir heutzutage nicht mehr haben. Es braucht eine neue Kunst und Kultur des guten Lebens und dann auch des guten Sterbens.“

Karl Kardinal Lehmann im Interview mit der Mainzer AZ vom 11. Mai 2011-05-11
 
(Kann natürlich sein, dass die Zeitung etwas unterschlagen hat, was gesagt wurde. Denn das ist alles, was der Kardinal zu diesem Thema zu sagen zu haben scheint.)

Wie? Was? Schon wieder Fastnachtsbeiträge?

"Meine Generation war geprägt vom Zweiten Vatikanischen Konzil, das ist heute nicht mehr so der Fall."

Karl Kardinal Lehmann im Interview mit der Mainzer AZ heute am 11. Mai 2011

Nach Überwindung des ungläubigen Staunens frage ich mich, von was denn meine Generation dann geprägt sein soll und die vorige und die nächste? Ich bin nach diesem Konzil aufgewachsen. Ich habe ständig von diesem Konzil gehört und dass es noch nicht richtig umgesetzt sei. Ich habe diese Texte mit 20 (!!) durchgelesen, um die rätselhaften Hinweise darauf verstehen zu können.

Das ist doch nun ein ziemlicher Unsinn zu behaupten, dass meine Generation, die über und unter mir nicht von diesem Konzil geprägt wären. Es hat alles bestimmt, was wir über die katholische Kirche und den Glauben hörten. Und zwar so stark, dass ich oft völlig verwundert bin, wenn Leute, ca 20 Jahre älter als ich, Dinge an der Kirche monieren, die ich zu meinen Lebzeiten nie erlebt habe.

Ich habe bis vor wenigen Jahren noch nicht einmal gewusst, welcher Umbruch durch die Liturgiereform geschehen ist und wie weitreichend diese war. Ich bin damit aufgewachsen, dass Israel das erwählte Volk ist und alle die von den Heidenchristen abstammen (also ich auch) eher zweitrangig, da nachträglich dazuadoptiert und bin deswegen verstimmt, wenn schon wieder jemand Gegenteiliges behauptet. Ich habe "aggiornamento" gehört, bevor ich auch nur eine Silbe Italienisch verstand. Ach, was soll ich die ganze lange Liste aufzählen!

Das Konzil hat mich 100% geprägt und seine Missdeutungen und deren Folgen wohl auch.

Montag, 9. Mai 2011

Frühwarnsystem Internet

"Ich höre, dass aufmerksames Verfolgen der im Internet zugänglichen Nachrichten es ermöglicht hätte, rechtzeitig von dem Problem Kenntnis zu erhalten. Ich lerne daraus, dass wir beim Heiligen Stuhl auf diese Nachrichtenquelle in Zukunft aufmerksamer achten müssen."

Papst Benedikt XVI im März 2009 nach der Krise um den Fall Williamson

Sonntag, 8. Mai 2011

Das Beispiel eines guten Hirten

"Der Papst  ... nimmt  ... die Verantwortung seiner Mitarbeiter auf sich. So wird zum ersten mal eine bedeutsame Veränderung in der Haltung des Heiligen Stuhls im Vergleich zu früheren Jahren augenscheinlich. Es war immer üblich, dass sich die Mitarbeiter opferten, um den Papst zu schützen, indem sie die Verantwortung auf sich nahmen. Von diesem Moment an - und das wird auch in der Folge wieder passieren - nimmt der Papst die Verantwortung der Mitarbeiter auf sich, um sie zu schützen. Es sind nicht mehr die Mitarbeiter, die sich wie ein schützender Schild vor den Papst stellen. Der Papst stellt sich als schützender Schild vor sie."
Der Papst im Gegenwind S. 133/134 (ich habe den kleinen Übersetzungsfehler "das Schild" statt "der Schild" im Text korrigiert).  Im fraglichen Teil ging es um die Affäre Williamson

Wir können alle nur hoffen, dass dieses Beispiel auch bei den anderen Hirten Schule macht. Viel zu oft schon wurden in deutschen Bistümern (und sicher auch in anderen) Mitarbeiter der Bischöfe als "Bauernopfer" gebracht, um den "Fürsten" zu schützen. Manchmal wurde ihnen das sogar knallhart so gesagt. Politisch eine irgendwie verständliche Einstellung. Aber vom christlichen Standpunkt aus kaum verantwortbar und tragbar.

In der Osterzeit wird ja auch Jesus als der Gute Hirte betrachtet und gerade die Verantwortlichen der Kirche sollten ihm auch in dieser Beziehung nacheifern.
Die derzeitige Lage ist wohl eher die aus Ezechiel 34, 4-6: "Die schwachen Tiere stärkt ihr nicht, die kranken heilt ihr nicht, die verletzten verbindet ihr nicht, die verscheuchten holt ihr nicht zurück, die verirrten sucht ihr nicht, und die starken misshandelt ihr. Und weil sie keinen Hirten hatten, zerstreuten sich meine Schafe und wurden eine Beute der wilden Tiere. Meine Herde irrte auf allen Bergen und Höhen umher und war über das Land verstreut. Doch keiner kümmerte sich um sie; niemand suchte sie."

Wir sehen das Phänomen leider auf allen Ebenen. Darum bin ich dem Heiligen Vater sehr dankbar, dass er hier ein klares Gegenbeispiel gesetzt hat.

Samstag, 7. Mai 2011

Die Richtigstellung wurde fast zu lange versäumt

Auch ich lese zur Zeit "Der Papst im Gegenwind" von Rodari/Tornielli. Das Buch ist recht umfassend, was die Benennung von erläuternden und erhellenden Hintergrundinformationen zu verschiedenen "Krisen" der letzten Jahre angeht.

Sehr informativ ist zum Beispiel, was der Theologe Pietro Cantoni aus Piacenza 2007 in der Zeitschrift Cristianità zum Streit um das Motu proprio "Summorum pontificium" geschrieben hat: Es "bedeutet weder die Verleugnung des Zweiten Vatikanischen Konzils noch die Verleugnung der darauf folgenden Liturgiereform. Das ist so offensichtlich, dass eine Wiederholung dieser Feststellung sogar überflüssig erscheinen könnte, wenn nicht so hartnäckig auf eine solche Gefahr hingewiesen würde. Wie immer müssen wir angesichts so hartnäckiger Reaktionen und so häufig wiederholter Behauptungen die Klugheit besitzen, in alldem einen Kern von Wahrheit zu erkennen. Wenn so viel Lärm gemacht wird, muss es doch wohl irgendwo eine Ursache geben. Und etwas wird tatsächlich verleugnet: nichts jedoch, was das Konzil, sondern was die Interpretation des Konzils im Zeichen des Bruchs betrifft." (Hervorhebung durch den Autor dieses Blogs.)

Und hier erhebt sich ernsthaft die Frage: Warum ist dieser gänzlich falschen und durch die Konzilstexte in keiner Weise belegbaren Interpretation nicht schon früher klar und deutlich widersprochen worden?

Warum wurden wieder und wieder von Theologen, die mit großer Sicherheit die Konzilstexte kannten, Dinge behauptet, die in keiner Weise durch ebendiese Texte ausgesagt wurden, die aber unter Verweis auf ebendiese Texte behauptet wurden?
Ich habe das ja selbst erlebt. Unter Hinweis auf die dogmatische Verbindlichkeit der Konzilstexte, zu denen im Widerspruch zu stehen damit Häresie bedeutet hätte, wurde so allerlei verlangt, was mich eher beunruhigt. Woraufhin ich mir den Vorgrimler mit den Texten besorgte, um verwundert festzustellen, dass sich die Herren Gemeindereferenten, Diakone usw. wohl im Irrtum befanden.

Wie Cantoni schreibt, war all das schon immer offensichtlich. Vielleicht hielt es deswegen niemand für notwendig, klar zu widersprechen.? Weil die Sachlage doch offensichtlich war.
Nur haben viele sich mit der Zeit wohl gar nicht mehr die Mühe gemacht, die Originialtexte nachzulesen und den unwidersprochenen Behauptungen geglaubt. So dass die Wahrheit zugunsten eines Mythos aufgegeben wurde. Eines vielen lieb gewordenen Mythos, dem einige noch immer in tiefem Glauben anhängen.

Was wider einmal zeigt, dass man mit einer Richtigstellung in wichtigen Dingen fast gar nicht schnell genug reagieren kann.

Es brauchte da einen "cooperator veritatis", um der Wahrheit endlich wieder zum Durchbruch zu verhelfen bei soviel Illusionen. Auch wenn sich noch viele Widerstände gegen die Wahrheit regen.

Wurstelheimer Predigten


Wir möchten unseren geneigten Lesern in dieser und der nächsten Ausgabe das neu veröffentlichte Werk von Hochwürden Schlau, Pfarrer von Wurstelheim vorstellen.  Der Titel des  im Verlag Trivialia veröffentlichten Buches ist „Wurstelheimer Predigten. Ein Lehrbuch mit praktischen Beispielen.“
Als besonders gelungenes Werk präsentieren wir Ihnen heute Auszüge aus einem der Anschauungsbeispiele, der Predigt zum Gründonnerstag 2009.

„Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder, liebe Gläubige, liebe Kinder und Jugendliche, liebe Gäste!“
Beachten Sie hier die exemplarisch inklusive Ansprache, die es vermeidet Anwesende auf irgendeine Weise auszugrenzen. Dies ist eine der wichtigsten Grundregeln, die Hochwürden Schlau in seinem Buch darlegt und die jeder Prediger verinnerlichen sollte: Es muss sichergestellt werden, dass jeder sich erwähnt und angesprochen fühlt.
„Vor einigen Jahren bereiste ich Frankreich und besuchte dort auch einmal eine kleine Kirche, in der eine Wandskulptur die Szene darstellte, die uns gerade im Evangelium beschrieben wurde: das letzte Abendmahl. Als ich diese Skulptur näher betrachtete, fiel mir sofort die Darstellung des Petrus ins Auge. Er spreizt ein Bein in ungewöhnlichem Winkel weit von sich weg, während er mit einer Hand auf seinen Kopf weist. Was wollte der Künstler wohl damit ausdrücken?
Um das zu begreifen, müssen wir wissen, dass Petrus ein sehr streng gläubiger Jude war, der stets darauf achtete, dass alle Gesetzesvorschriften genau eingehalten wurde. Daher war er an diesem Abend ganz besonders entsetzt, als Jesus auf die Idee verfiel, den Jüngern die Füße zu waschen. Er wollte mit so einer Tat nichts zu tun haben und sein Abscheu zeigt sich in dem Wegspreizen des Beines.
Ja, seine Empörung ging so tief, dass er als Folge dieser Tabuverletzung noch in dieser Nacht Jesus dreimal verleugnete.
Und hier finden wir auch die Deutung für das Zeigen mit der Hand auf den Kopf. Petrus zeigt hier dem Herrn den Vogel. Das wollte uns dieser schon lange verstorbene Künstler in jener romanischen Kirche zeigen.“

Sie sehen, geehrte Leser, Hochwürden Schlau aus Wurstelheim befindet sich auf dem neuesten Stand der kritischen Exegese. Leider wollte er uns nicht verraten, auf welche Quelle er sich mit dieser Auslegung des Gründonnerstagsevangeliums beruft und wir haben sie bei unseren Recherchen noch nicht ausfindig machen können.
Mit seinem Predigtbuch jedenfalls macht er diese Erkenntnisse nun der Allgemeinheit zugänglich und wird sicherlich auf großes Interesse stoßen.

Freitag, 6. Mai 2011

Warum der Barmherzigkeitssonntag so heißt

Die folgende Erläuterung bekam ich vergangenen Sonntag von - nenen wir ihn der Einfachheit halber - Hochwürden Schlau in "Wurstelheim" zu hören:

"Der heutige Sonntag heißt auch Barmherzigkeitssonntag. Das liegt am Evangelium vom ungläubigen Thomas. Denn Gott ist auch mit unserem Unglauben barmherzig. Darum hat Papst Johannes Paul II diesen Sonntag zum Barmherzigkeitssonntag bestimmt."

Vielleicht könnte ja auch Hochwürden erst mal Leute fragen, die Bescheid wissen, bevor er so etwas aus Wissensfragmenten konstruiert ...

PETRA ist wieder da!

Sicher, es gibt bedeutendere Nachrichten. Aber Petra ist meine Lieblings-Rockband.
Als ich das erste Mal etwas von der Gruppe hörte, war es der Hard Rock Sampler "Petra means Rock" - und es hörte sich erstmal für mich nur wie eine Menge Schlagzeug und Krach an. Aber irgendwie lieh ich es aus und beim zweiten oder dritten Anhören blieb ich am Auferstehungslied hängen:
He came, He saw, He conquered death and hell.

Das wurde jetzt nicht auf der Comeback-CD gespielt, aber wegen der Osterzeit hier eine Aufnahme vom Farewell-Konzert vor einiger Zeit. Ab ca. 1 min kommt das Lied:



Und weil diese Aufnahme nicht so besonders ist, noch eine besser von "It is finished!"



und mein absoluter Favorit: "This means war!"