Das hier ist einfach so treffend, dass man es deutschlandweit jedem katholischen Verantwortlichen einzeln zuschicken sollte, insbesondere solchen, die statt dessen gewissen Unternehmensberatern lauschen:
"Wer fragt, wie die Kirche attraktiver gemacht werden kann, hat den Weg verloren und sich schon mit der Frage verirrt."
Papst Benedikt XVI, Pressekonferenz auf dem Flug nach Edinburgh, Sept. 2010
Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.
Dominus conservet eum et vivificet eum
et beatum faciat eum in terra et
non tradat eum in animam inimicorum eius.
Freitag, 22. Oktober 2010
Bischof Hinder: 2 Millionen Katholiken in Saudiarabien
Zwei Millionen katholische Christen (verschiedener Riten) gibt es in Saudiarabien, sagt der Apostolische Vikar dort, Bischof Paul Hinder, (DT vom 21.10.2010). Das macht bei einer Bevölkerungszahl von ca. 28 Millionen beachtliche 7 %. Natürlich sind es nur Arbeiter auf Zeit, keine vollberechtigten Staatsbürger. Manche verbringen dort allerdings Jahre. Selbst den Diplomaten sind nicht-muslimische Gottesdienste verboten. Irgendwelche christlichen Schriften, inklusive der Bibel darf man nicht besitzen. Selbst zu zweit oder dritt beten, ist nicht erlaubt. Wer doch bei etwas derartigem erwischt wird, wird verhaftet, die Ausländer meist abgeschoben. Für Einheimische sieht es da noch schlimmer aus.
Trotz der drakonischen Strafen, die Religionspolizei findet immer wieder Anlass einzugreifen. Letzthin wurde wieder ein französischer Priester verhaftet, der in einem Privathaus im kleinen Kreis, die Messe feierte.
Und in Antalya (Türkei), s. voriger Post, dürfte man all das, und es wird nicht getan.
Manches kann man einfach nicht verstehen.
Trotz der drakonischen Strafen, die Religionspolizei findet immer wieder Anlass einzugreifen. Letzthin wurde wieder ein französischer Priester verhaftet, der in einem Privathaus im kleinen Kreis, die Messe feierte.
Und in Antalya (Türkei), s. voriger Post, dürfte man all das, und es wird nicht getan.
Manches kann man einfach nicht verstehen.
Mittwoch, 20. Oktober 2010
... und der Laie wundert sich bzw. – von wegen „eucharistisches Fasten“ in Antalya
Heute habe ich den Artikel der DT vom Dienstag über die deutsche Gemeinde im türkischen Antalya gelesen. Zweimal. Um sicherzugehen, dass ich das wirklich lese. Da hat ein von der DBK unterstützter Prälat mit den türkischen Behörden Bemerkenswertes ausgehandelt: Der Zutritt zur Kirche steht jedermann frei, er darf religiöse Schriften führen, eigene publizieren, Deutschsprachige in Krankenhäusern und Gefängnissen besuchen und jeden Sonntag Gottesdienst halten. Dafür kann man ihn und die türkischen Behörden nur loben. Wenn er mal nicht da sein kann, sorgt er dafür, dass möglichst zur Aushilfe der evangelische Pfarrer aus Teheran anreist, um einen Wortgottesdienst zu halten. Denn das Angebot des Sonntagsgottesdienstes in Antalya ist nicht konfessionsgebunden, d.h. es findet auch wenn der Herr Prälat da ist, nur eine Wortgottesfeier statt, ohne Kommunionausteilung, denn einen Tabernakel gibt es nicht. Hört sich alles in allem ganz passabel an.
Aber dann komme ich irgendwie nicht ganz mit. Der Mann ist katholischer Priester und verbringt Wochen und Monate in Antalya, ohne auch nur den Wunsch zu verspüren, die Messe zu feiern? Denn wenn er sie, z.B. an einem Sonntag, was sich ja anbieten würde, z.B. früh vor dem Haupt-Wortgottesdienst feiern würde, dann müsste es doch möglich sein, dass Touristen vor Ort da dazu kommen, oder? Aber offenbar nicht. Denn bis auf wenige Ausnahmen sei „eucharistisches Fasten“ angesagt.
Gut, dass Text nicht wirklich ein Ansteigen der Lautstärke wiedergeben kann. Denn an dieser Stelle möchte ich doch einmal fragen: WER IN ALLER WELT HAT JEMALS DIESEN HIRNVERBRANNTEN IN SICH WIDERSPRÜCHLICHEN BEGRIFF GEPRÄGT?
Schauen wir uns doch einmal diese zwei Elemente an:
a) Fasten: Ich enthalte mich bewusst und freiwillig von Dingen, die mir nicht lebensnotwendig sind, sondern die einen gewissen Luxus darstellen oder sogar für einen begrenzten Zeitraum von Dingen, die mir eigentlich notwendig sind, und ich tue das nicht einfach so, sondern letztendlich um von dem freier zu werden, das mir hilft Gott nahe zu sein. – Das also ist Fasten.
b) Eucharistie: heißt bekanntlich Danksagung. Hier handelt es sich um einen Gott geschuldeten Akt der Anbetung und des Dankes in Gehorsam zu seinem Wort.
Wie kann es also „eucharistisches Fasten“ in dem Sinn geben, dass die Eucharistie nicht stattfindet?
Denn derart definiertes„eucharistisches Fasten“, das hieße doch folgerichtig: um Gott näher zu kommen, unterlasse ich es bewusst und freiwillig, seinem Wort zu gehorchen und Ihm in angemessener von Ihm festgesetzter Form Anbetung und Verehrung entgegenzubringen.
Wie niedrig muss der IQ denn sein, um nicht zu erkennen, dass das ein wirklich unvereinbarer Widerspruch ist? Wie lange lassen wir es noch durchgehen, dass jemand den Begriff Fasten so missbraucht?
Oder lassen uns durch die Pseudofrömmigkeit einschüchtern, die hier von uns verlangt wird.
Klar gibt es eucharistisches Fasten, aber das hieße, dass ich auf alles (Mögliche) verzichte außer der Eucharistie, so wie gewisse Heilige.
Dienstag, 19. Oktober 2010
Besser als viele Worte
Annuntiator (annuntiator.blogspot.com) hat in seinem Blog von heute (19.10.) am Ende ein Video stehen, das eine absolut großartige Ergänzung zu meiner kleinen Reihe zum Thema "ewiges Leben und wie komme ich dahin" oder "Himmel und Fegefeuer versus Hölle" ist, vielleicht sogar viel vielsagender als die vielen Worte
Nicht vom Titel abschrecken lassen, der heißt "Pönitent des Beichtstuhls verwiesen". Außerdem war es gar kein Pönitent.
Nicht vom Titel abschrecken lassen, der heißt "Pönitent des Beichtstuhls verwiesen". Außerdem war es gar kein Pönitent.
Montag, 18. Oktober 2010
Gemeindeleben Wurstelheim: Richtigstellung zur Berichterstattung von gestern
Richtigstellung:
Es trifft in keiner Weise zu, dass Hochwürden Schlau während der Herbstferien Urlaub nahm. Das würde er natürlich nicht tun.
Wie wir nun in Erfahrung brachten, pflegt Hochwürden Schlau seinen Urlaub nach der Bildungsreise (oder war es Wallfahrt?) der Gemeinde zu nehmen. Die Herbstferien begannen erst danach. Gottesdienstreduktionen während dieser sind schlicht dem Umstand zu verdanken, dass dies Ferien sind.
Des weiteren müssen wir nachtragen, dass die Pfarrgemeinde Wurstelheim nun schon seit zwei Jahren Pfarrgruppe Wurstelheim-Krängelheim heißt. Unsere Informationen durch einige Wurstelheimer waren leider unrichtig gewesen. Wir bitten Sie, alle bisherigen Aussagen auch auf Krängelheim anzuwenden.
weitere Richtigstellung:
Kurz bevor wir dies in den Druck geben konnten, erreichte uns eine weitere Mitteilung aus Krängelheim. Wir geben sie hiermit wieder: "Krängelheim erklärt hiermit ausdrücklich, dass Krängelheim bis auf weiteres in allen pfarrlichen Angelegenheiten autonom bleibt und von Wurstelheimer Entscheidungen nicht betroffen ist."
Wie dem nun sei, in der nächsten Wochenendausgabe finden Sie einen Bericht, der den innovativen Geist der Wurstelheimer neu bestätigt: "Das Requiem zum Sonntag".
Es trifft in keiner Weise zu, dass Hochwürden Schlau während der Herbstferien Urlaub nahm. Das würde er natürlich nicht tun.
Wie wir nun in Erfahrung brachten, pflegt Hochwürden Schlau seinen Urlaub nach der Bildungsreise (oder war es Wallfahrt?) der Gemeinde zu nehmen. Die Herbstferien begannen erst danach. Gottesdienstreduktionen während dieser sind schlicht dem Umstand zu verdanken, dass dies Ferien sind.
Des weiteren müssen wir nachtragen, dass die Pfarrgemeinde Wurstelheim nun schon seit zwei Jahren Pfarrgruppe Wurstelheim-Krängelheim heißt. Unsere Informationen durch einige Wurstelheimer waren leider unrichtig gewesen. Wir bitten Sie, alle bisherigen Aussagen auch auf Krängelheim anzuwenden.
weitere Richtigstellung:
Kurz bevor wir dies in den Druck geben konnten, erreichte uns eine weitere Mitteilung aus Krängelheim. Wir geben sie hiermit wieder: "Krängelheim erklärt hiermit ausdrücklich, dass Krängelheim bis auf weiteres in allen pfarrlichen Angelegenheiten autonom bleibt und von Wurstelheimer Entscheidungen nicht betroffen ist."
Wie dem nun sei, in der nächsten Wochenendausgabe finden Sie einen Bericht, der den innovativen Geist der Wurstelheimer neu bestätigt: "Das Requiem zum Sonntag".
Sonntag, 17. Oktober 2010
Gemeindeleben Wurstelheim: Wie man Menschen in Krisensituationen anspricht am Beispiel einer Regelung zu Trauerfeiern
Heute beginnen wir also mit Episoden aus einer Gemeinde der Blogözese. Wir wollen sie Wurstelheim nennen, gelegen im Dekanat Weinland-Mitte unseres deutschlandumfassenden Internetbistums. Wir begeben uns mitten hinein in die Ereignisse, die natürlich schon eine längere Vorgeschichte haben, aber irgendwo muss der Anfang schließlich gesetzt werden.
Die Wurstelheimer Katholiken sind völlig normale Menschen, falls sich also irgendwann eine Gemeinde anderen Namens in einigen Details wiederzuerkennen glaubt, sei darauf verwiesen, dass solche Zusammentreffen ganz unvermeidbar sind in der weiten Blogözese. Denn auch wenn die Wurstelheimer in manchen Angelegenheiten ein besonderes Geschick beweisen, an Angelegenheiten heranzugehen, sie sind ganz sicher nicht die einzigen, die über so viel Kreativität und Einfallsreichtum verfügen und können daher nicht einfach Anspruch auf diese denkerischen und anderen Leistungen erheben.
Den Pfarrgemeinderat (PGR) von Wurstelheim und auch dessen Pfarrer, den hochwürdigen Herrn Peter Schlau, beschäftigt seit einigen Monaten ein Problem: der Gottesdienstbesuch in Wurstelheim liegt noch deutlich unter dem Durchschnitt des Dekanats Weinland-Mitte und scheint stetig im Sinken begriffen zu sein. Diese alarmierende Situation hatte schon zu einschneidenden Maßnahmen geführt. Seit Ostern stand fest, dass es für die erschreckende Entwicklung nur eine Erklärung geben konnte, nämlich, dass etwas nicht stimmt an der Sonntagsliturgie der Gemeinde. Wenn es gelänge, genau zu ermitteln, was es ist, könnte man die dringend nötigen Änderungen vornehmen und würde endlich wieder steigende Besucherzahlen erreichen. Aus diesem Grund rief Hochwürden Peter Schlau zu einer Liturgiewerkstatt auf, in der die nötigen Änderungen andiskutiert werden sollten.
Nun sind Pfarrgemeinden oft etwas träge Gebilde und so kam es in den nächsten Wochen erst einmal zu keinen Wortmeldungen der so freundlich in Predigten und Pfarrbriefen zu mehr Elan ermutigten Gemeindemitglieder. Ihrer großen Verantwortung bewusst, ließen sich die Verantwortlichen dadurch aber nicht beirren. Da jedes Managementseminar, wie es heutzutage jeder kirchlich Interessierte wenigstens einmal besucht haben sollte, darauf hinweist, dass man Dinge konkret werden lassen muss, wurden zwei feste Termine für die Werkstatt angesetzt, jeweils im Anschluss an einen der Familiengottesdienste der Gemeinde. Denn es war ganz klar, die engagiertesten Gemeindemitglieder und insbesondere die Zukunft der Gemeinde besucht ja ausschließlich solche Gottesdienste, denen übrigens die unflexibleren Mitglieder weitgehend fernbleiben.
Allerdings konnte den Wurstelheimern wirklich kein Vorwurf gemacht werden, andere Gruppen ausgeschlossen zu haben. Jeder hatte und hat noch immer die Möglichkeit, Zettel mit Meinungsäußerungen den in Gruppenarbeit erstellten Sammlungen von Vorschläge hinzuzufügen. Die Wurstelheimer sind nette Leute. Ungünstig ist nur, dass so allmählich eine Sammlung von Meinungen zusammenkommt, die nicht zu vereinbare Dinge verlangt.
Während also die Meinungen noch gesammelt und sortiert werden, hat sich die Wurstelheimer Gemeindeleitung anderen Konfliktpunkten zugewandt, deren Bereinigung sicherlich zu einem gesunden Gemeindewachstum beitragen wird. Einer der absoluten Brennpunkte in letzter Zeit war der Themenkomplex: Beerdigung und Requiem.
Wurstelheim ist trotz allem immer noch eine recht große Gemeinde, auch wenn die Kirche gewöhnlich sehr leer ist, und es begab sich, dass in den vergangenen Wochen je mehrere Gemeindemitglieder pro Woche verstarben. Unglücklicherweise war Hochwürden Schlau in dieser Zeit mehrfach verhindert vor Ort zu sein. Die Gemeindereise, die von ihm organisiert und begleitet wurde, und die Herbstferien folgten etwas unglücklich aufeinander.
Das war nicht weiter schlimm, es gibt ja vor Ort einen Diakon, der auch die Beerdigungen halten kann. Außerdem bot er Wort-Gottes-Feiern an. Nur, wie das eben so ist, die Angehörigen der Verstorbenen bestanden wider alle Vernunft auf Requiemmessen. Eine Familie war sogar so uneinsichtig, einen Pfarrer von außerhalb kommen zu lassen, der einer Beerdigung vorstand und dann – ein echter Schlag ins Gesicht – das Requiem in dessen Pfarrkirche halten zu lassen, da vor Ort bei so viel Unverstand keine Erlaubnis dazu erteilt werden konnte.
Das erforderte ein entschiedenes Durchgreifen. Daher wurden an diesem Sonntag die Regelungen zur Bestattung Angehöriger in Abwesenheit des Pfarrers offiziell erlassen. Unmissverständlich wurde darauf hingewiesen, dass der Diakon Bestattungen, Trauerfeiern und Wort-Gottes-Feiern abhält. Das Dokument schloss mit dem Satz: „Einen auswärtigen Priester zur Feier des Requiems am Beerdigungstag zu bitten ist nicht erwünscht.“
Wir können alle zuversichtlich sein, dass diese klaren Worte alle Gemeindemitglieder zu Begeisterungsstürmen hinreißen werden. Hoffentlich ist für die nächsten Sonntage eine Kirchenbesucherzählung angesetzt. Denn solche liebevollen Worte können doch nicht anders, als Menschen, die bisher zögerten zu kommen, in die betreffende Gemeinde zu ziehen. Wo sonst findet man Gemeinschaftssinn und Eingehen auf die Bedürfnisse Trauernder so wunderbar vereinigt? Es steht zu erwarten, dass auch andere Gemeinden dieses Modell, dessen Genialität uns sprachlos lässt, bald aufgreifen werden.
Bis zum nächsten Bericht aus Wurstelheim!
Die Wurstelheimer Katholiken sind völlig normale Menschen, falls sich also irgendwann eine Gemeinde anderen Namens in einigen Details wiederzuerkennen glaubt, sei darauf verwiesen, dass solche Zusammentreffen ganz unvermeidbar sind in der weiten Blogözese. Denn auch wenn die Wurstelheimer in manchen Angelegenheiten ein besonderes Geschick beweisen, an Angelegenheiten heranzugehen, sie sind ganz sicher nicht die einzigen, die über so viel Kreativität und Einfallsreichtum verfügen und können daher nicht einfach Anspruch auf diese denkerischen und anderen Leistungen erheben.
Den Pfarrgemeinderat (PGR) von Wurstelheim und auch dessen Pfarrer, den hochwürdigen Herrn Peter Schlau, beschäftigt seit einigen Monaten ein Problem: der Gottesdienstbesuch in Wurstelheim liegt noch deutlich unter dem Durchschnitt des Dekanats Weinland-Mitte und scheint stetig im Sinken begriffen zu sein. Diese alarmierende Situation hatte schon zu einschneidenden Maßnahmen geführt. Seit Ostern stand fest, dass es für die erschreckende Entwicklung nur eine Erklärung geben konnte, nämlich, dass etwas nicht stimmt an der Sonntagsliturgie der Gemeinde. Wenn es gelänge, genau zu ermitteln, was es ist, könnte man die dringend nötigen Änderungen vornehmen und würde endlich wieder steigende Besucherzahlen erreichen. Aus diesem Grund rief Hochwürden Peter Schlau zu einer Liturgiewerkstatt auf, in der die nötigen Änderungen andiskutiert werden sollten.
Nun sind Pfarrgemeinden oft etwas träge Gebilde und so kam es in den nächsten Wochen erst einmal zu keinen Wortmeldungen der so freundlich in Predigten und Pfarrbriefen zu mehr Elan ermutigten Gemeindemitglieder. Ihrer großen Verantwortung bewusst, ließen sich die Verantwortlichen dadurch aber nicht beirren. Da jedes Managementseminar, wie es heutzutage jeder kirchlich Interessierte wenigstens einmal besucht haben sollte, darauf hinweist, dass man Dinge konkret werden lassen muss, wurden zwei feste Termine für die Werkstatt angesetzt, jeweils im Anschluss an einen der Familiengottesdienste der Gemeinde. Denn es war ganz klar, die engagiertesten Gemeindemitglieder und insbesondere die Zukunft der Gemeinde besucht ja ausschließlich solche Gottesdienste, denen übrigens die unflexibleren Mitglieder weitgehend fernbleiben.
Allerdings konnte den Wurstelheimern wirklich kein Vorwurf gemacht werden, andere Gruppen ausgeschlossen zu haben. Jeder hatte und hat noch immer die Möglichkeit, Zettel mit Meinungsäußerungen den in Gruppenarbeit erstellten Sammlungen von Vorschläge hinzuzufügen. Die Wurstelheimer sind nette Leute. Ungünstig ist nur, dass so allmählich eine Sammlung von Meinungen zusammenkommt, die nicht zu vereinbare Dinge verlangt.
Während also die Meinungen noch gesammelt und sortiert werden, hat sich die Wurstelheimer Gemeindeleitung anderen Konfliktpunkten zugewandt, deren Bereinigung sicherlich zu einem gesunden Gemeindewachstum beitragen wird. Einer der absoluten Brennpunkte in letzter Zeit war der Themenkomplex: Beerdigung und Requiem.
Wurstelheim ist trotz allem immer noch eine recht große Gemeinde, auch wenn die Kirche gewöhnlich sehr leer ist, und es begab sich, dass in den vergangenen Wochen je mehrere Gemeindemitglieder pro Woche verstarben. Unglücklicherweise war Hochwürden Schlau in dieser Zeit mehrfach verhindert vor Ort zu sein. Die Gemeindereise, die von ihm organisiert und begleitet wurde, und die Herbstferien folgten etwas unglücklich aufeinander.
Das war nicht weiter schlimm, es gibt ja vor Ort einen Diakon, der auch die Beerdigungen halten kann. Außerdem bot er Wort-Gottes-Feiern an. Nur, wie das eben so ist, die Angehörigen der Verstorbenen bestanden wider alle Vernunft auf Requiemmessen. Eine Familie war sogar so uneinsichtig, einen Pfarrer von außerhalb kommen zu lassen, der einer Beerdigung vorstand und dann – ein echter Schlag ins Gesicht – das Requiem in dessen Pfarrkirche halten zu lassen, da vor Ort bei so viel Unverstand keine Erlaubnis dazu erteilt werden konnte.
Das erforderte ein entschiedenes Durchgreifen. Daher wurden an diesem Sonntag die Regelungen zur Bestattung Angehöriger in Abwesenheit des Pfarrers offiziell erlassen. Unmissverständlich wurde darauf hingewiesen, dass der Diakon Bestattungen, Trauerfeiern und Wort-Gottes-Feiern abhält. Das Dokument schloss mit dem Satz: „Einen auswärtigen Priester zur Feier des Requiems am Beerdigungstag zu bitten ist nicht erwünscht.“
Wir können alle zuversichtlich sein, dass diese klaren Worte alle Gemeindemitglieder zu Begeisterungsstürmen hinreißen werden. Hoffentlich ist für die nächsten Sonntage eine Kirchenbesucherzählung angesetzt. Denn solche liebevollen Worte können doch nicht anders, als Menschen, die bisher zögerten zu kommen, in die betreffende Gemeinde zu ziehen. Wo sonst findet man Gemeinschaftssinn und Eingehen auf die Bedürfnisse Trauernder so wunderbar vereinigt? Es steht zu erwarten, dass auch andere Gemeinden dieses Modell, dessen Genialität uns sprachlos lässt, bald aufgreifen werden.
Bis zum nächsten Bericht aus Wurstelheim!
Samstag, 16. Oktober 2010
Über Himmel und Fegefeuer versus Hölle: Teil 1 Es gibt nur zwei Möglichkeiten
Mit diesem Post löse ich endlich ein Versprechen gegenüber der Teilnehmerin eines Jugendwochenendes 2008 ein, noch einmal eine Zusammenfassung des obigen Themas zur Verfügung zu stellen. Es wird etwas länger, darum poste ich das in Abschnitten.
Zur Vorbereitung auf das Wochenende hatte das Team Ulrich Fillers „Himmel, Hölle, Fegefeuer“ gelesen, aber mein Hauptreferenztext war und ist C.S. Lewis‘ „Die große Scheidung“. Das beantwortet als Erzählung so einige Fragen, die in dem Zusammenhang auftauchen und ich kann es nur angelegentlich empfehlen. Ich setze hier auch ein paar Grundlagen voraus, d.h. z. B. ich werde nicht diskutieren, ob es Sünde gibt und was eine ebensolche ist; dazu gibt es ein Werk namens Katechismus der Katholischen Kirche, das dazu relativ detailliert Stellung nimmt. Wer es nicht kaufen will, findet es auf etlichen Webseiten kostenlos zur Verfügung gestellt.
Nur zwei Möglichkeiten
Bei Himmel und Fegefeuer oder Hölle, handelt es sich um zwei Möglichkeiten, die vor uns liegen, wenn wir das Ende unseres zeitlichen Lebens (meist Tod genannt) erreichen. Genau zwei, nicht drei. Wobei es wie eben immer Ausnahmen von der Regel gibt. Zum Beispiel geht die katholische Kirche davon aus, dass die Jungfrau Maria direkt in den Himmel aufgenommen wurde, das wäre dann Möglichkeit Nr. 3. Alle anderen können davon ausgehen (für mögliche seltene Ausnahmen siehe die Kommentare), dass sie dieses Ziel nur via Möglichkeit Nr. 1, nämlich das Fegefeuer (eigentlich Purgatorium = Ort der Reinigung), erreichen werden, falls sie sich nicht unglücklicherweise für Möglichkeit Nr. 2, Hölle, entschieden haben.
An dieser Stelle kommt oft der Einwand, dass sich doch niemand freiwillig für die Hölle entscheiden würde. Kein Mensch bei klarem Verstand und so weiter. Ja, der klare Verstand. Der ist gar nicht so einfach zu wahren. Deshalb betet die Kirche in ihrer Liturgie in dem kurzen Text zwischen dem Vaterunser und dem „Denn dein ist das Reich“ einen Text, in dem die Stelle vorkommt „bewahre uns vor Verwirrung und Sünde“. Aus bisher nicht zu klärenden Gründen sind leider manche Pfarrer ganz beflissen darin, diesen Text völlig zu streichen, damit das Vaterunser „in einem Fluss gebetet wird“ oder so ähnlich. Das Resultat können wir ja sehen. Verwirrung allüberall. Okay, es gibt sie auch, wo das noch gebetet wird, aber es wäre ein Punkt zum Nachdenken. Doch darauf kommen wir in einem der folgenden Posts zurück.
Für diesen Post gilt es festzuhalten, wer den Weg Fegefeuer/Himmel einschlägt kann anfangen glücklich zu sein. Wer sich für den Weg Hölle entscheidet, wird nie mehr glücklich sein.
Das hat Lewis in „Die große Scheidung“ übrigens schön formuliert: Wer den Himmel erreicht, wird feststellen, dass sein ganzer Lebensweg schon aus Stationen dorthin bestand. Wer die Hölle wählt, wird feststellen, dass sein ganzes Leben schon Teil der Hölle war.
Die Ewigkeit wirkt in die Zeit hinein.
Wobei es hier wichtig ist, nicht etwa Leid mit Hölle gleich zu setzen. Leid kann genauso gut Läuterung (sprich Fegefeuer) bedeuten und uns damit dem Himmel schnell näher bringen. Es kann aber eben auch schon Teil der Hölle, die wir haben wollen (kann man nicht genug wiederholen: jeder wählt Himmel oder Hölle und wird nicht dazu verurteilt), gewesen sein.
Zur Vorbereitung auf das Wochenende hatte das Team Ulrich Fillers „Himmel, Hölle, Fegefeuer“ gelesen, aber mein Hauptreferenztext war und ist C.S. Lewis‘ „Die große Scheidung“. Das beantwortet als Erzählung so einige Fragen, die in dem Zusammenhang auftauchen und ich kann es nur angelegentlich empfehlen. Ich setze hier auch ein paar Grundlagen voraus, d.h. z. B. ich werde nicht diskutieren, ob es Sünde gibt und was eine ebensolche ist; dazu gibt es ein Werk namens Katechismus der Katholischen Kirche, das dazu relativ detailliert Stellung nimmt. Wer es nicht kaufen will, findet es auf etlichen Webseiten kostenlos zur Verfügung gestellt.
Nur zwei Möglichkeiten
Bei Himmel und Fegefeuer oder Hölle, handelt es sich um zwei Möglichkeiten, die vor uns liegen, wenn wir das Ende unseres zeitlichen Lebens (meist Tod genannt) erreichen. Genau zwei, nicht drei. Wobei es wie eben immer Ausnahmen von der Regel gibt. Zum Beispiel geht die katholische Kirche davon aus, dass die Jungfrau Maria direkt in den Himmel aufgenommen wurde, das wäre dann Möglichkeit Nr. 3. Alle anderen können davon ausgehen (für mögliche seltene Ausnahmen siehe die Kommentare), dass sie dieses Ziel nur via Möglichkeit Nr. 1, nämlich das Fegefeuer (eigentlich Purgatorium = Ort der Reinigung), erreichen werden, falls sie sich nicht unglücklicherweise für Möglichkeit Nr. 2, Hölle, entschieden haben.
An dieser Stelle kommt oft der Einwand, dass sich doch niemand freiwillig für die Hölle entscheiden würde. Kein Mensch bei klarem Verstand und so weiter. Ja, der klare Verstand. Der ist gar nicht so einfach zu wahren. Deshalb betet die Kirche in ihrer Liturgie in dem kurzen Text zwischen dem Vaterunser und dem „Denn dein ist das Reich“ einen Text, in dem die Stelle vorkommt „bewahre uns vor Verwirrung und Sünde“. Aus bisher nicht zu klärenden Gründen sind leider manche Pfarrer ganz beflissen darin, diesen Text völlig zu streichen, damit das Vaterunser „in einem Fluss gebetet wird“ oder so ähnlich. Das Resultat können wir ja sehen. Verwirrung allüberall. Okay, es gibt sie auch, wo das noch gebetet wird, aber es wäre ein Punkt zum Nachdenken. Doch darauf kommen wir in einem der folgenden Posts zurück.
Für diesen Post gilt es festzuhalten, wer den Weg Fegefeuer/Himmel einschlägt kann anfangen glücklich zu sein. Wer sich für den Weg Hölle entscheidet, wird nie mehr glücklich sein.
Das hat Lewis in „Die große Scheidung“ übrigens schön formuliert: Wer den Himmel erreicht, wird feststellen, dass sein ganzer Lebensweg schon aus Stationen dorthin bestand. Wer die Hölle wählt, wird feststellen, dass sein ganzes Leben schon Teil der Hölle war.
Die Ewigkeit wirkt in die Zeit hinein.
Wobei es hier wichtig ist, nicht etwa Leid mit Hölle gleich zu setzen. Leid kann genauso gut Läuterung (sprich Fegefeuer) bedeuten und uns damit dem Himmel schnell näher bringen. Es kann aber eben auch schon Teil der Hölle, die wir haben wollen (kann man nicht genug wiederholen: jeder wählt Himmel oder Hölle und wird nicht dazu verurteilt), gewesen sein.
Freitag, 15. Oktober 2010
Kirchenträume zum Fest der „kleinen“ großen Teresa
Ich war heute in der hl. Messe, Fest der Teresa von Avila. Sie fand statt. Nichts, worauf man zählen kann. Requiems, Familiengedenkfeiern und anderen Aktionen irgendwann am Nachmittag mussten schon selbst Hochfeste weichen. Es spielte keine Orgel. Das ist, weil fast niemand mehr ein Amt bestellt, da man das Geld für die Orgel bezahlt, aber dann findet die Seelenmesse, für die man es gestiftet hat, gar nicht statt, weil es ja ein Requiem gab, zum Beispiel. Das Geld hat es auch noch nie zurückgegeben. Soweit ich weiß, wollte noch niemand direkt fragen und wenn niemand fragt … Also keine Orgel aber auch nirgends ein echtes Problem. Es wurde annähernd rite und recte gefeiert. Nun gut, die große Teresa wurde uns in der Statio als kleine Therese vorgestellt, aber man ist ja nicht kleinlich …
Die Mikroanlage war an, die Teilnehmerzahl lag etwa bei fünfzehn. Da ja kein Organist da war, hielt der Pfarrer den Einzug mit einem kleinen Kasten (ca. 15x15x8) in der Hand, den er in der Folge vor der Mikroanlage öfters betätigte (Stille – krk – krrrk- krrrr – tock – krk- usw. , nach etwa 30 Sekunden erscheinen drei Leuchtziffern auf der Liedanzeige). Die Lieder waren gemischt aus alt und neu, das Kinderlied „Gott liebt diese Welt“ zur Gabenbereitung muss ja niemand mitsingen. Also, keine besonderen Vorkommnisse.
Ich kam nur ins Sinnieren, als ich an Teresa von Avila dachte, die beim Chorgebet manchmal so ins Gebet vertieft war, dass sie anfing zu schweben, an Caterina von Siena und andere, die sich so ins Gebet versenkten, dass sie in Trance waren und dachte so für mich, dass sie das heute viel schwieriger fänden. Dauernd wird man aufgeschreckt, weil man „tätig teilnehmen“ soll. Manchmal sogar durch einen Stoß in die Rippen von jemand, der denkt, dass man an der Stelle doch gar nicht beten soll, weil anderes dran ist.
Nicht dass jemand denkt, ich singe nicht gern. Ich singe manche der Lieder sehr gerne und empfinde es schon als eine Art seelische Grausamkeit, wenn der Organist bei bestimmten Festen genau das Lied, das nur an diesem Tag gesungen wird, ausgerechnet beim Kommuniongang anstimmt. Aber im Grunde, dachte ich heute, geht es mir auch an anderen Stellen öfters so.
Und heute verfiel ich auf die Idee, man darf ja mal träumen, die heilige Messe würde nach strikter Anordnung ohne alle Ausschmückungen gehalten, vielleicht so wie die nach dem außerordentlichen Ritus, bei der der Chor normalerweise nicht in Gefahr kommt, Gebete zu unterbrechen, sondern eher einen Hintergrund dazu bildet, oder eben einfach still. Am Ende würden auch noch alle kurz still beten (so wie das gewesen sein soll, als man noch das Schlussevangelium still las). Und dann könnten die, die an den Liedern Freude haben noch bleiben und ein paar von denen singen, die gerade zum Kirchenjahr und den Festen passen.
Utopie? Bei ein paar Gelegenheiten funktioniert das sogar sehr gut, und zwar bei den Messen mit Blasorchester. Bei uns z.B. an Fronleichnam, am Großen Gebet und an Weihnachten. Nachdem der Hauptgottesdienst abgeschlossen ist, bleiben fast alle da, denn sie wissen, dass das Orchester jetzt ein paar Zulagen zum Mitsingen gibt, und da es gewöhnlich sehr beliebte Kirchenlieder sind, wollen sich das die meisten nicht entgehen lassen.
Man müsste echt mal drüber nachdenken, ob das nicht vielleicht ein mögliches Modell wäre.
Die Mikroanlage war an, die Teilnehmerzahl lag etwa bei fünfzehn. Da ja kein Organist da war, hielt der Pfarrer den Einzug mit einem kleinen Kasten (ca. 15x15x8) in der Hand, den er in der Folge vor der Mikroanlage öfters betätigte (Stille – krk – krrrk- krrrr – tock – krk- usw. , nach etwa 30 Sekunden erscheinen drei Leuchtziffern auf der Liedanzeige). Die Lieder waren gemischt aus alt und neu, das Kinderlied „Gott liebt diese Welt“ zur Gabenbereitung muss ja niemand mitsingen. Also, keine besonderen Vorkommnisse.
Ich kam nur ins Sinnieren, als ich an Teresa von Avila dachte, die beim Chorgebet manchmal so ins Gebet vertieft war, dass sie anfing zu schweben, an Caterina von Siena und andere, die sich so ins Gebet versenkten, dass sie in Trance waren und dachte so für mich, dass sie das heute viel schwieriger fänden. Dauernd wird man aufgeschreckt, weil man „tätig teilnehmen“ soll. Manchmal sogar durch einen Stoß in die Rippen von jemand, der denkt, dass man an der Stelle doch gar nicht beten soll, weil anderes dran ist.
Nicht dass jemand denkt, ich singe nicht gern. Ich singe manche der Lieder sehr gerne und empfinde es schon als eine Art seelische Grausamkeit, wenn der Organist bei bestimmten Festen genau das Lied, das nur an diesem Tag gesungen wird, ausgerechnet beim Kommuniongang anstimmt. Aber im Grunde, dachte ich heute, geht es mir auch an anderen Stellen öfters so.
Und heute verfiel ich auf die Idee, man darf ja mal träumen, die heilige Messe würde nach strikter Anordnung ohne alle Ausschmückungen gehalten, vielleicht so wie die nach dem außerordentlichen Ritus, bei der der Chor normalerweise nicht in Gefahr kommt, Gebete zu unterbrechen, sondern eher einen Hintergrund dazu bildet, oder eben einfach still. Am Ende würden auch noch alle kurz still beten (so wie das gewesen sein soll, als man noch das Schlussevangelium still las). Und dann könnten die, die an den Liedern Freude haben noch bleiben und ein paar von denen singen, die gerade zum Kirchenjahr und den Festen passen.
Utopie? Bei ein paar Gelegenheiten funktioniert das sogar sehr gut, und zwar bei den Messen mit Blasorchester. Bei uns z.B. an Fronleichnam, am Großen Gebet und an Weihnachten. Nachdem der Hauptgottesdienst abgeschlossen ist, bleiben fast alle da, denn sie wissen, dass das Orchester jetzt ein paar Zulagen zum Mitsingen gibt, und da es gewöhnlich sehr beliebte Kirchenlieder sind, wollen sich das die meisten nicht entgehen lassen.
Man müsste echt mal drüber nachdenken, ob das nicht vielleicht ein mögliches Modell wäre.
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Hinweis auf meinen „Nebenblog“
Aus aktuellem Anlass möchte ich noch einen kleinen Zusatzblog eröffnen. Das Thema dort ist medizinisch, nicht katholisch, gehört also nicht auf diesen Blog. Es geht um eine Entdeckung des Virologen Luc Montagnier, die Relevanz für die Diskussion um die Homöopathie haben könnte. Da nun die Homöopathie ein Thema ist, das auch christliche Gemüter manchmal erregt, verweise ich dennoch hiermit darauf.
Die Info ist zu finden unter: anmedinf.blogspot.com
Die Info ist zu finden unter: anmedinf.blogspot.com
Dienstag, 12. Oktober 2010
Alle Texte der Kirchenväter und mehr für ca. 30 Euro auf Englisch
heute nur ein kurzer Infopost
Vor ein paar Jahren suchte ich eine deutsche Übersetzung von De civitate Dei (Augustinus)zu erschwinglichem Preis; war schon drauf und dran notfalls auch die lateinische Fassung zu nehmen; nur war die auch nicht aufzutreiben. Und dann fand ich dieses Angebot bei www.newadvent.org: damals war es noch billiger. Für jeden, der gut Englisch kann, ist es sicher eine sehr interessante Sammlung. Die Enzyklopädie ist beeindruckend, zu den Kirchenvätertexten kommt noch Thomas von Aquin, Texte der alten Synoden und Konzile, s. u. die Liste, was auf der Webseite dort steht. Ich lese mich seitdem stetig durch Augustinus, was ich hoch interessant finde.
NEW ADVENT CD-ROM
Item#: cd
Regular price: $37.33
Sale price: $29.99
Product Information
NOW ON SALE FOR ONLY $29.99
This is the newly-released Second Edition of the New Advent CD-ROM, featuring:
The Catholic Encyclopedia. Originally published in 1914, this incredible reference work contains 11,600 articles on every Catholic topic imaginable. Revived on the Internet in the 1990s, it is still widely considered to be the best Catholic reference work in the English language.
The Church Fathers. The ancient Christians come alive in this classic 38-volume collection.
The Summa Theologica. St. Thomas Aquinas answers 4,000 questions about God and the universe.
The Holy Bible in Douay-Rheims (English) and Vulgate (Latin) versions.
And much more . . . including papal encyclicals and other resources.
Vor ein paar Jahren suchte ich eine deutsche Übersetzung von De civitate Dei (Augustinus)zu erschwinglichem Preis; war schon drauf und dran notfalls auch die lateinische Fassung zu nehmen; nur war die auch nicht aufzutreiben. Und dann fand ich dieses Angebot bei www.newadvent.org: damals war es noch billiger. Für jeden, der gut Englisch kann, ist es sicher eine sehr interessante Sammlung. Die Enzyklopädie ist beeindruckend, zu den Kirchenvätertexten kommt noch Thomas von Aquin, Texte der alten Synoden und Konzile, s. u. die Liste, was auf der Webseite dort steht. Ich lese mich seitdem stetig durch Augustinus, was ich hoch interessant finde.
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The Church Fathers. The ancient Christians come alive in this classic 38-volume collection.
The Summa Theologica. St. Thomas Aquinas answers 4,000 questions about God and the universe.
The Holy Bible in Douay-Rheims (English) and Vulgate (Latin) versions.
And much more . . . including papal encyclicals and other resources.
Sonntag, 10. Oktober 2010
Wissenschaftliches Denken schließt die Ewigkeit nicht aus
Nur gut, dass ich die letzten zwei Wochen nicht viel Zeit hatte und dass mir die Posts über Maria von Guadalupe wichtiger waren, sonst hätte ich mich möglicherweise zu temperamentvollen öffentlichen Kommentaren hinreißen lassen. Anlass war das Interview eines bekannten Bischofs zum Ende der Bischofskonferenz. Aber wie ich dann feststellte, erübrigen sich Kommentare. Auch Nichtkirchenbesucher meinten dazu nämlich kopfschüttelnd, dass es nur geringfügiger Änderungen bedürfe, um aus diesem Interview einen Fastnachtsvortrag zu machen, für den man gleich eine ganze Reihe von Lachsalven ernten würde. Also – völlig umsonst aufgeregt.
Ich frage mich nur, in welcher Wirklichkeit manche Bischöfe leben. Möglicherweise denken sie, es sei eine sehr rational und intellektuell bestimmte, die die einzige sei. Merkwürdig. Ich als Naturwissenschaftler habe keine Mühe zu sehen, dass es neben der von Gott geschaffenen Welt, die sich an die Regeln hält, die er ihr gegeben hat (wenn wir mal von den ebenfalls geschaffenen Ebenbildern Gottes absehen, die ihre Kapazität diese Regeln zu brechen, oft nach Kräften ausschöpfen), also, dass es neben dieser geschaffenen Welt eine darüberstehende Wirklichkeit gibt, die nicht an die Zeit gebunden ist, die so genannte Ewigkeit. Und dass die Berührungspunkte der Zeit mit dieser Ewigkeit Momente sind, in denen Zusammenhänge sichtbar (offenbar) werden, die außerhalb der Ewigkeit bzw. ohne die Berührungspunkte mit ihr nicht möglich oder auch nur vorstellbar wären.
Mir scheint es, dass diese Interventionen aus der Ewigkeit, die ja der Zeit klar überlegen ist, ungeheuer faszinierend für jeden wahren Intellekt sind. Eher unsinnig erscheint es mir, dass manche, wenn sie damit konfrontiert werden, mit großer Aggressivität reagieren und versuchen diese höhere und nur so selten fassbare Wirklichkeit zu leugnen und ihre Spuren zu vernichten. Das ist nun wirklich in keiner Weise wissenschaftlich gedacht.
Völlig abstrus wird es jedoch, wenn ausgerechnet verantwortliche Leiter eines Glaubens, der 100 % auf der Offenbarung Gottes aus der Ewigkeit in die Zeit basiert, meinen, sie müssten alles auf das beschränkte Niveau des wissenschaftlichen Standes ihrer Zeit reduzieren und Offenbarungen auf menschliche Erkenntnishorizonte beschränken.
Die Menschwerdung ist nun einmal nicht wissenschaftlich erklärbar. Der Augenblick der Schöpfung vermutlich auch nicht. Genausowenig das Wirken des Heiligen Geistes in denen, die durch die Taufe zu einem Teil Jesu geworden sind. Und das sind nur die TOP3 der Liste. Weil die Liste aber lang und der Glaubensabfall bei klarer Leugnung der Hauptpunkte eindeutig ist, versucht man sich gewöhnlich mit Punkten von nicht ganz so hohem Rang.
Was anscheinend nicht erkannt wird, ist die klare Inkonsequenz darin. Es ist z.B. rein menschlich argumentiert, wenn immer wieder behauptet wird, nur wenigen Asketen sei es möglich in Keuschheit zu leben. Rein menschlich und zeitlich ist diese Aussage tatsächlich richtig. Aber wir sind nicht mehr rein zeitlich, wenn wir durch die Taufe Leib Christi geworden sind. Mit der Taufe stehen wir am Anfang eines Prozesses, durch den wir immer mehr Teil der Ewigkeit werden können. Dafür steht uns unser Leben zur Verfügung.
Die Lösung z.B. für die Probleme vieler im Umgang mit der Sexualität liegt daher nicht vorrangig in immer wässrigeren Kompromissen, die das Triebhafte zur wahren Gottheit erheben, sondern in einer Förderung der Christusähnlichkeit in jedem Getauften. Aber mal ehrlich, welche praktischen Anleitungen und Hilfen bekommt ein Normalchrist denn hier von seiner Kirche? Das geistliche Leben wurde doch in den letzten Jahrzehnten oft lächerlich gemacht und wird immer noch oft als Frömmelei abgetan. Ermuntert wird meist zu allen Arten von weltlich orientiertem Handeln, oft durchaus positiven Einsätzen, die dem Wohl anderer dienen, aber die den Einzelnen fordern und überfordern, statt ihm zu helfen, sich immer mehr dem Willen Gottes zu überlassen.
Besonders beliebt ist auch die Argumentation, d.h. eigentlich das Totschlagen einer Argumentation durch das Aufzeigen des extremen Gegenteils der gegenwärtigen Situation: also Frömmigkeit auf Kosten der Mitmenschlichkeit, Askese auf Kosten der Caritas. Es ist, als wären vier Dinge nicht mehr bekannt, die einmal die Kardinaltugenden genannt wurden und die den Rahmen aufspannen, in dem geistliches Wachstum möglich ist.
Eine davon heißt nämlich Mäßigung.
Ich frage mich nur, in welcher Wirklichkeit manche Bischöfe leben. Möglicherweise denken sie, es sei eine sehr rational und intellektuell bestimmte, die die einzige sei. Merkwürdig. Ich als Naturwissenschaftler habe keine Mühe zu sehen, dass es neben der von Gott geschaffenen Welt, die sich an die Regeln hält, die er ihr gegeben hat (wenn wir mal von den ebenfalls geschaffenen Ebenbildern Gottes absehen, die ihre Kapazität diese Regeln zu brechen, oft nach Kräften ausschöpfen), also, dass es neben dieser geschaffenen Welt eine darüberstehende Wirklichkeit gibt, die nicht an die Zeit gebunden ist, die so genannte Ewigkeit. Und dass die Berührungspunkte der Zeit mit dieser Ewigkeit Momente sind, in denen Zusammenhänge sichtbar (offenbar) werden, die außerhalb der Ewigkeit bzw. ohne die Berührungspunkte mit ihr nicht möglich oder auch nur vorstellbar wären.
Mir scheint es, dass diese Interventionen aus der Ewigkeit, die ja der Zeit klar überlegen ist, ungeheuer faszinierend für jeden wahren Intellekt sind. Eher unsinnig erscheint es mir, dass manche, wenn sie damit konfrontiert werden, mit großer Aggressivität reagieren und versuchen diese höhere und nur so selten fassbare Wirklichkeit zu leugnen und ihre Spuren zu vernichten. Das ist nun wirklich in keiner Weise wissenschaftlich gedacht.
Völlig abstrus wird es jedoch, wenn ausgerechnet verantwortliche Leiter eines Glaubens, der 100 % auf der Offenbarung Gottes aus der Ewigkeit in die Zeit basiert, meinen, sie müssten alles auf das beschränkte Niveau des wissenschaftlichen Standes ihrer Zeit reduzieren und Offenbarungen auf menschliche Erkenntnishorizonte beschränken.
Die Menschwerdung ist nun einmal nicht wissenschaftlich erklärbar. Der Augenblick der Schöpfung vermutlich auch nicht. Genausowenig das Wirken des Heiligen Geistes in denen, die durch die Taufe zu einem Teil Jesu geworden sind. Und das sind nur die TOP3 der Liste. Weil die Liste aber lang und der Glaubensabfall bei klarer Leugnung der Hauptpunkte eindeutig ist, versucht man sich gewöhnlich mit Punkten von nicht ganz so hohem Rang.
Was anscheinend nicht erkannt wird, ist die klare Inkonsequenz darin. Es ist z.B. rein menschlich argumentiert, wenn immer wieder behauptet wird, nur wenigen Asketen sei es möglich in Keuschheit zu leben. Rein menschlich und zeitlich ist diese Aussage tatsächlich richtig. Aber wir sind nicht mehr rein zeitlich, wenn wir durch die Taufe Leib Christi geworden sind. Mit der Taufe stehen wir am Anfang eines Prozesses, durch den wir immer mehr Teil der Ewigkeit werden können. Dafür steht uns unser Leben zur Verfügung.
Die Lösung z.B. für die Probleme vieler im Umgang mit der Sexualität liegt daher nicht vorrangig in immer wässrigeren Kompromissen, die das Triebhafte zur wahren Gottheit erheben, sondern in einer Förderung der Christusähnlichkeit in jedem Getauften. Aber mal ehrlich, welche praktischen Anleitungen und Hilfen bekommt ein Normalchrist denn hier von seiner Kirche? Das geistliche Leben wurde doch in den letzten Jahrzehnten oft lächerlich gemacht und wird immer noch oft als Frömmelei abgetan. Ermuntert wird meist zu allen Arten von weltlich orientiertem Handeln, oft durchaus positiven Einsätzen, die dem Wohl anderer dienen, aber die den Einzelnen fordern und überfordern, statt ihm zu helfen, sich immer mehr dem Willen Gottes zu überlassen.
Besonders beliebt ist auch die Argumentation, d.h. eigentlich das Totschlagen einer Argumentation durch das Aufzeigen des extremen Gegenteils der gegenwärtigen Situation: also Frömmigkeit auf Kosten der Mitmenschlichkeit, Askese auf Kosten der Caritas. Es ist, als wären vier Dinge nicht mehr bekannt, die einmal die Kardinaltugenden genannt wurden und die den Rahmen aufspannen, in dem geistliches Wachstum möglich ist.
Eine davon heißt nämlich Mäßigung.
Samstag, 9. Oktober 2010
Nachtrag zum 29. September: der Erzengel Michael und die Vision Leo XIII
Update:
Mittlerweile haben sich ein paar Daten in diesem Post als inkorrekt gezeigt, zur Anzeige des vollständigen Hintergrunds der Michaelsgebete, ruft einfach den Label "Michael" auf, dann wird alles angezeigt.
Eigentlich war jetzt ein anderer Post geplant, aber dann bekam ich heute abend den Eindruck, erst einmal sei dies hier dran. Einige werden es kennen; es ist ein Gebet mit einer bemerkenswerten Geschichte. Am 25.7.1888 hatte Papst Leo XIII am Ende einer hl. Messe eine Audition (wie Vision, nur gehört, nicht gesehen), in der der Teufel behauptete, er könne die Kirche innerhalb von 75 Jahren zerstören, wenn er die Erlaubnis bekäme. Der sehr erschrockene Leo XIII ordnete daher an, am Ende der hl. Messe stets in dieser Angelegenheit wie folgt zu beten. Zunächst kommt weiter unten, die seit 1934 verwendete Kurzfassung. Nach Ablauf der 75 Jahre wurde das Gebet dann wieder abgeschafft, das war dann wohl 1963. Vielleicht wurde es auch noch ein paar Jahre weiter gebetet – ich bin zu jung, um das zu wissen. Aber ob das so eine gute Idee war, es war nämlich nie gesagt, dass diese 75 Jahre nun gleich 1888 anfangen. Ich persönlich bete daher die Kurzfassung gern am Ende jeder hl. Messe (in Englisch, weil ich es so zuerst gelernt habe und mir dieses Gebet gefiel).
Hier also für alle, die es interessiert:
Sancte Michael Archangele, defende nos in proelio;
contra nequitiam et insidias diaboli esto praesidium.
Imperat illi Deus; supplices deprecamur:
tuque, Princeps militia coelestis Satanam aliosque spiritus malignos
qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo
divina virtute in infernum detrude. Amen.
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe
gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz;
ihm befehle Gott, so bitten wir flehentlich;
Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,stürze den Satan
und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen
in der Welt umherschleichen, mit göttlicher Kraft hinab in den Abgrund.
Amen.
Das ursprüngliche Gebet war ausführlicher, wurde aber wie oben schon erwähnt 1934 gekürzt:
Oh ruhmreicher Erzengel, heiliger Michael, Prinz der himmlischen Heerscharen, sei unser Verteidiger in diesem schrecklichen Krieg, den wir gegen die Fürstentümer und Mächte, gegen die Herrschenden dieser Welt des Dunkels und gegen die bösen Geister führen. Komme dem Menschen zu Hilfe, den Gott nach Seinem Abbild unsterblich erschaffen hat, und zu einem sehr hohen Preis von der Tyrannei des Bösen erlöst hat.
Kämpfe heute wieder zusammen mit den heiligen Engeln diesen Kampf des Herrn, so wie du ihn schon gegen den Führer der stolzen Engel, Luzifer mit samt seinen abtrünnigen Scharen, gekämpft hast. Sie hatten weder Kraft, Dir zu widerstehen, noch gab es länger Platz für sie im Himmel.
Jene grausame Urschlange, die auch Teufel oder Satan genannt wird, und die ganze Welt verführt, wurde samt Anhang in den Abgrund gestoßen.
Siehe, dieser Urfeind und Menschenmörder von Anbeginn hat wieder Mut gefasst,
Verwandelt in einen Lichtengel wandert er mit einer Vielzahl von bösen Geistern, die Erde überfallend, herum, um den Namen Gottes und seines Christus auszumerzen, und von den für die Krone des ewigen Ruhmes bestimmten Seelen Besitz zu ergreifen, sie zu töten und in die ewige Verdammnis zu stoßen. Wie das schmutzigste Abwasser, gießt dieser böse Drache, das Gift seiner Boshaftigkeit, nämlich den Geist des Bösen, der Unfrömmigkeit, der Gotteslästerung, den stinkenden Hauch von Unzucht und jegliche Art von Lastern und Gemeinheiten auf Menschen verdorbenen Geistes und Herzens aus.
Diese gerissensten Feinde haben die Kirche, die unbefleckte Braut des Lammes , mit Galle und Bitterkeit erfüllt und getränkt, und haben ihre frevlerischen Hände auf Ihre heiligsten Schätze gelegt. Selbst am Heiligen Ort, wo der Sitz des heiligsten Peter und der Thron der Wahrheit zur Erleuchtung der Welt, errichtet wurde, haben sie ihren Thron des grauenvollen Frevels aufgestellt, mit der heimtückischen Absicht, dass, wenn der Hirte einmal geschlagen ist, sich die Schafe in alle Richtungen zerstreuen werden.
Erhebe dich denn, Oh unbesiegbarer Prinz, bringe dem Volk Gottes Hilfe gegen die Angriffe der verlorenen Geister, und gib ihm den Sieg. Es verehrt Dich als seinen Beschützer und Schutzpatron; du bringst der heiligen Kirche den Ruhm, in dem Du sie gegen die bösen Mächte der Hölle verteidigst; Dir hat Gott die Seelen von Menschen anvertraut, die in die ewige Freude eingehen werden. Oh, bete zum Gott des Friedens, Er möge Satan unter unsere Füße legen, damit er derart besiegt sein möge, dass er nicht mehr länger Menschen in seiner Gefangenschaft halte, und der Kirche schade.
Bringe unsere Gebete im Angesicht des Allerhöchsten dar, damit diese zur Aussöhnung mit den Gnaden Unseres Herrn dienen mögen, und damit der Drache, die Urschlange, die nichts weiter als der Teufel und der Satan ist, erschlagen werde und wieder in der Hölle gefangen gehalten werde, damit er die Völker nicht länger verführe. Amen
Siehe das Kreuz des Herrn, seid zerschmettert, ihr feindlichen Mächte.
Der Löwe aus dem Stamme Juda hat erobert, die Wurzel Davids.
Lasse uns deine Gnaden zufließen, O Herr.
Die wir auf Dich hoffen.
Oh Herr, höre mein Gebet,
und lasse meinen Ruf zu Dir hinaufsteigen
Oh Gott, Vater Unseres Herrn Jesus Christus, wir rufen Deinen Heiligsten Namen an, und bittend erflehen wir deine Sanftmut, dass durch die Fürbitte Mariens, der immerwährenden Jungfrau und unserer Mutter, und des ruhmreichen Erzengels Michael, Du uns deine Hilfe gegen Satan und alle anderen unreinen Geister, die zum Schaden der menschlichen Rasse und zum Ruin der Seelen herumwandern, gewährest. Amen
Mittlerweile haben sich ein paar Daten in diesem Post als inkorrekt gezeigt, zur Anzeige des vollständigen Hintergrunds der Michaelsgebete, ruft einfach den Label "Michael" auf, dann wird alles angezeigt.
Eigentlich war jetzt ein anderer Post geplant, aber dann bekam ich heute abend den Eindruck, erst einmal sei dies hier dran. Einige werden es kennen; es ist ein Gebet mit einer bemerkenswerten Geschichte. Am 25.7.1888 hatte Papst Leo XIII am Ende einer hl. Messe eine Audition (wie Vision, nur gehört, nicht gesehen), in der der Teufel behauptete, er könne die Kirche innerhalb von 75 Jahren zerstören, wenn er die Erlaubnis bekäme. Der sehr erschrockene Leo XIII ordnete daher an, am Ende der hl. Messe stets in dieser Angelegenheit wie folgt zu beten. Zunächst kommt weiter unten, die seit 1934 verwendete Kurzfassung. Nach Ablauf der 75 Jahre wurde das Gebet dann wieder abgeschafft, das war dann wohl 1963. Vielleicht wurde es auch noch ein paar Jahre weiter gebetet – ich bin zu jung, um das zu wissen. Aber ob das so eine gute Idee war, es war nämlich nie gesagt, dass diese 75 Jahre nun gleich 1888 anfangen. Ich persönlich bete daher die Kurzfassung gern am Ende jeder hl. Messe (in Englisch, weil ich es so zuerst gelernt habe und mir dieses Gebet gefiel).
Hier also für alle, die es interessiert:
Sancte Michael Archangele, defende nos in proelio;
contra nequitiam et insidias diaboli esto praesidium.
Imperat illi Deus; supplices deprecamur:
tuque, Princeps militia coelestis Satanam aliosque spiritus malignos
qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo
divina virtute in infernum detrude. Amen.
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe
gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz;
ihm befehle Gott, so bitten wir flehentlich;
Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,stürze den Satan
und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen
in der Welt umherschleichen, mit göttlicher Kraft hinab in den Abgrund.
Amen.
Das ursprüngliche Gebet war ausführlicher, wurde aber wie oben schon erwähnt 1934 gekürzt:
Oh ruhmreicher Erzengel, heiliger Michael, Prinz der himmlischen Heerscharen, sei unser Verteidiger in diesem schrecklichen Krieg, den wir gegen die Fürstentümer und Mächte, gegen die Herrschenden dieser Welt des Dunkels und gegen die bösen Geister führen. Komme dem Menschen zu Hilfe, den Gott nach Seinem Abbild unsterblich erschaffen hat, und zu einem sehr hohen Preis von der Tyrannei des Bösen erlöst hat.
Kämpfe heute wieder zusammen mit den heiligen Engeln diesen Kampf des Herrn, so wie du ihn schon gegen den Führer der stolzen Engel, Luzifer mit samt seinen abtrünnigen Scharen, gekämpft hast. Sie hatten weder Kraft, Dir zu widerstehen, noch gab es länger Platz für sie im Himmel.
Jene grausame Urschlange, die auch Teufel oder Satan genannt wird, und die ganze Welt verführt, wurde samt Anhang in den Abgrund gestoßen.
Siehe, dieser Urfeind und Menschenmörder von Anbeginn hat wieder Mut gefasst,
Verwandelt in einen Lichtengel wandert er mit einer Vielzahl von bösen Geistern, die Erde überfallend, herum, um den Namen Gottes und seines Christus auszumerzen, und von den für die Krone des ewigen Ruhmes bestimmten Seelen Besitz zu ergreifen, sie zu töten und in die ewige Verdammnis zu stoßen. Wie das schmutzigste Abwasser, gießt dieser böse Drache, das Gift seiner Boshaftigkeit, nämlich den Geist des Bösen, der Unfrömmigkeit, der Gotteslästerung, den stinkenden Hauch von Unzucht und jegliche Art von Lastern und Gemeinheiten auf Menschen verdorbenen Geistes und Herzens aus.
Diese gerissensten Feinde haben die Kirche, die unbefleckte Braut des Lammes , mit Galle und Bitterkeit erfüllt und getränkt, und haben ihre frevlerischen Hände auf Ihre heiligsten Schätze gelegt. Selbst am Heiligen Ort, wo der Sitz des heiligsten Peter und der Thron der Wahrheit zur Erleuchtung der Welt, errichtet wurde, haben sie ihren Thron des grauenvollen Frevels aufgestellt, mit der heimtückischen Absicht, dass, wenn der Hirte einmal geschlagen ist, sich die Schafe in alle Richtungen zerstreuen werden.
Erhebe dich denn, Oh unbesiegbarer Prinz, bringe dem Volk Gottes Hilfe gegen die Angriffe der verlorenen Geister, und gib ihm den Sieg. Es verehrt Dich als seinen Beschützer und Schutzpatron; du bringst der heiligen Kirche den Ruhm, in dem Du sie gegen die bösen Mächte der Hölle verteidigst; Dir hat Gott die Seelen von Menschen anvertraut, die in die ewige Freude eingehen werden. Oh, bete zum Gott des Friedens, Er möge Satan unter unsere Füße legen, damit er derart besiegt sein möge, dass er nicht mehr länger Menschen in seiner Gefangenschaft halte, und der Kirche schade.
Bringe unsere Gebete im Angesicht des Allerhöchsten dar, damit diese zur Aussöhnung mit den Gnaden Unseres Herrn dienen mögen, und damit der Drache, die Urschlange, die nichts weiter als der Teufel und der Satan ist, erschlagen werde und wieder in der Hölle gefangen gehalten werde, damit er die Völker nicht länger verführe. Amen
Siehe das Kreuz des Herrn, seid zerschmettert, ihr feindlichen Mächte.
Der Löwe aus dem Stamme Juda hat erobert, die Wurzel Davids.
Lasse uns deine Gnaden zufließen, O Herr.
Die wir auf Dich hoffen.
Oh Herr, höre mein Gebet,
und lasse meinen Ruf zu Dir hinaufsteigen
Oh Gott, Vater Unseres Herrn Jesus Christus, wir rufen Deinen Heiligsten Namen an, und bittend erflehen wir deine Sanftmut, dass durch die Fürbitte Mariens, der immerwährenden Jungfrau und unserer Mutter, und des ruhmreichen Erzengels Michael, Du uns deine Hilfe gegen Satan und alle anderen unreinen Geister, die zum Schaden der menschlichen Rasse und zum Ruin der Seelen herumwandern, gewährest. Amen
Mittwoch, 29. September 2010
Vom Grund der christlichen Freude - Causa nostrae laetitae: eine Beobachtung, was uns das mexikanische Marienbild sagt
Wir Christen sind oft ganz schön ernsthaft, oft sogar richtig verbissen, wenn es um das eine oder andere geht. Und dann verlieren wir noch vor lauter Eifer für die Wahrheit und den Herrn gelegentlich so ziemlich alles aus dem Auge, was Er uns angelegentlich aufgetragen hat. Ganz besonders das mit der Liebe, das Johannes in seinem Evangelium im Kapitel 15 ausführlich darlegt. Und so war das auch, als die Spanier unter Cortez nach Südamerika kamen. Klar, es lockten Gold und Reichtum, aber Cortez war es auch ein ehrliches Anliegen, die aztekischen Völker zum Christentum zu bekehren.
Die Azteken konnten aber mit dem Gekreuzigten gar nichts anfangen. Menschenopfer kannten sie, die gab es täglich in großen Zahlen. Das war normal, dass Menschen grausam starben. Nicht schön, aber normal. Ein Elend, aber, so dachten sie, ohne das Blut der zahllosen Opfer würde die Sonne am nächsten Tag nicht mehr aufgehen können, also war es nicht ganz sinnlos. Und es war zum einen nicht einsichtig, warum sie nun irgendein Opfer verehren sollten statt Göttern, die zwar grausam aber immerhin mächtig waren. Und dann: Die Spanier behaupteten zwar, ihr Gott wolle Frieden und Liebe, aber was taten sie? Sie brachten dauernd die Indios um und manchmal auch sich gegenseitig. Das war wirklich nicht glaubwürdig. Wozu sollten sie die eine Art von Elend und Grausamkeit durch eine neue Variante ersetzen, die möglicherweise sogar noch schlechter war (und eventuell das Ende der Welt bedeutete, weil die Sonne ohne rituelle Menschenopfer ja nicht mehr aufgehen würde)?
Und da passiert diese völlig unwahrscheinliche kleine Episode. Ein schon angejahrter Indio, Unterschicht, keiner der adligen Führerschaft, der sich – aus welchen Gründen auch immer – doch hat taufen lassen, will zur Kirche seiner Pfarrei gehen und unterwegs begegnet ihm eine junge Frau (den Interpreten des drei Tage später auf rätselhafte Weise entstehenden Bildes nach ca. 14 Jahre alt). Um sie herum Vogelgezwitscher und Blütenduft auf einem eigentlich recht kahlen dornigen Hügel in der kalten Jahreszeit. Sie stellt sich schließlich als Maria vor und dann ein aztekisches Wort über das Uneinigkeit besteht, das aber möglicherweise „Besiegerin der Schlange“ hieß und von den Spaniern später als „Guadalupe“ verstanden wurde. Sie schickt den Indio Juan zum Bischof, weil sie hier eine Kapelle gebaut haben möchte. Der Bischof will einen Beweis. Sie lässt Juan Rosen pflücken, die er in seinem Umhang aus Agavefasern zum Bischof bringt. Durchaus ein Beweis, denn solche Rosen hätte er dort und besonders in dieser Jahreszeit nicht pflücken können. Die große Überraschung kommt dann, als er die Rosen ausleert, auf dem Umhang ist ein ziemlich erstaunliches Bild zu sehen: die junge Frau mit einem Gewand mit goldenem Blütendekor und einem Sternenmantel , vor der Sonne stehend, eine Mondsichel unter den Füßen.
Einmal abgesehen von allen ungewöhnlichen Eigenschaften, die dieses Bild hat und die ich hier nicht ausbreiten will, was hat die Indios an diesem Bild so angesprochen, dass sie plötzlich in Scharen zum Christentum übertraten?
Es gibt drei zentrale Punkte des Handelns Gottes, in denen das Heil, das allen Menschen offen steht, gewirkt wird und die so untrennbar miteinander verbunden sind wie die Offenbarung, dass da nur ein Gott ist und dennoch in drei Personen. Verstehen kann man es nicht, nur staunend betrachten. Von diesen drei zentralen Punkten, die nur eine Wirklichkeit sind, gibt es je ein Bild (das eigentlich kein Bild ist, da es keine wirklichen Farben enthält) auf drei verschiedenen Stoffen, das auf bisher sehr rätselhafte Weise entstanden ist. Es gibt das Grabtuch von Turin (mit dem Ganzkörperabdruck des gekreuzigten und gestorbenen Jesus). Es gibt das Muschelseidentuch in Manoppello (mit dem Gesichtsabdruck des lebenden (auferstandenen) Jesus). Es gibt das Marienbild von Mexiko (mit dem Beginn der Menschwerdung). Also Inkarnation (Menschwerdung), Tod am Kreuz (Erlösung) und Auferstehung.
Hier ist besonders interessant, dass dieses Bild am 12. Dezember entstand, bzw. Anfang Dezember generell. Es gibt etliche Hinweise, dass der Geburtstag Jesu in Wirklichkeit ein Tag Anfang September war. Eine Überlegung, die besonders berücksichtigt, was wohl die drei Weisen, die kurz nach der Geburt anreisten, beobachtet haben könnten, das sie veranlasste, dort hinzureisen, gibt eine gute Argumentation, warum die Sternenkonstellation vom 1. September im Jahr 2 v.Chr., 4 Uhr 30 sehr wahrscheinlich ist. Anfang Dezember ist neun Monate vorher, also um den jahreszeitlichen Zeitpunkt der Beginn der Schwangerschaft Marias.
Denn auf diesem Bild ist Maria als schwanger dargestellt. Nach Paul Badde ist auf ihrem Kleid unter dem Gürtel eine Jasminblüte zu sehen, die sich gerade öffnet und in der man bei starker Vergrößerung Teile eines winzigen Gesichtchens erkennen kann.
Das ist nämlich der ganz entscheidende Punkt in aller Symbolik. Maria bringt Jesus, auf ihn weist sie hin. Sie tritt vor die Sonne und steht über dem Mond (zwei miteinander streitende mächtige Aztekengötter) in dem Moment, indem sie selbst Mutter wird. An die Stelle des permanenten Tötens und Sterbens wird der Neubeginn der Schöpfung in der Menschwerdung Jesu gesetzt. Blumen und singende Vögel verdeutlichen den Frieden des Paradieses. Und so viel mehr, man kann sich lange darin vertiefen.
Zwar liegt in jedem Moment des Heilsgeschehens eine Mischung von Freude und Schmerz vor. Das Kreuz ist von Anfang an gegenwärtig, aber auch selbst im Kreuz die Auferstehung. Doch die Gewichtung der Elemente verschiebt sich bei der Betrachtung der einzelnen Aspekte. Sie alle können heilend und heilsam sein. Die Passion wie die Hoffnung der Auferstehung. Das Wissen, das Gott unser Leid ganz verstehen kann, genauso wie das Vertrauen, dass das Leid nur der Durchgang zu Freude ist. In dem dargestellten Moment der Menschwerdung aber überwiegt die stille, leise Freude, das Wunder, dass die Ewigkeit die Zeit berührt, der Himmel die Erde. In einem Bild, das jeder verstehen kann, dem einer jungen werdenden Mutter.
Hier konnten die Indios die frohe Botschaft sehen und in den dokumentierten Worten des liebevollen Gesprächs zwischen Juan und der jungen Frau hören und es hat sie im Herzen erreicht und selbst das so Befremdliche des Kreuzes und so Unvorstellbare der Auferstehung begreifen lassen.
Auch ich selbst habe einiges von dieser Freude gefühlt, als ich die Beschreibungen darüber las und als ich versuchte es in Worte zu fassen, was Maria in diesem Bild für uns ist, fand ich „Grund unserer Freude“ , um festzustellen, dass das auch eine Anrufung der Lauretanischen Litanei ist. Und es schien mir, dass uns die Freude so oft fehlt, weil wir verlernt haben, genau dieses Bild (ob nun so wie das mexikanische, das uns geschenkt ist oder wie wir es uns sonst vorstellen können) zu betrachten, dass es da diesen Berührungsmoment von Zeit und Ewigkeit gibt, in dem eine bis dahin unbekannte große Freude in unsere Welt gekommen ist.
Die Azteken konnten aber mit dem Gekreuzigten gar nichts anfangen. Menschenopfer kannten sie, die gab es täglich in großen Zahlen. Das war normal, dass Menschen grausam starben. Nicht schön, aber normal. Ein Elend, aber, so dachten sie, ohne das Blut der zahllosen Opfer würde die Sonne am nächsten Tag nicht mehr aufgehen können, also war es nicht ganz sinnlos. Und es war zum einen nicht einsichtig, warum sie nun irgendein Opfer verehren sollten statt Göttern, die zwar grausam aber immerhin mächtig waren. Und dann: Die Spanier behaupteten zwar, ihr Gott wolle Frieden und Liebe, aber was taten sie? Sie brachten dauernd die Indios um und manchmal auch sich gegenseitig. Das war wirklich nicht glaubwürdig. Wozu sollten sie die eine Art von Elend und Grausamkeit durch eine neue Variante ersetzen, die möglicherweise sogar noch schlechter war (und eventuell das Ende der Welt bedeutete, weil die Sonne ohne rituelle Menschenopfer ja nicht mehr aufgehen würde)?
Und da passiert diese völlig unwahrscheinliche kleine Episode. Ein schon angejahrter Indio, Unterschicht, keiner der adligen Führerschaft, der sich – aus welchen Gründen auch immer – doch hat taufen lassen, will zur Kirche seiner Pfarrei gehen und unterwegs begegnet ihm eine junge Frau (den Interpreten des drei Tage später auf rätselhafte Weise entstehenden Bildes nach ca. 14 Jahre alt). Um sie herum Vogelgezwitscher und Blütenduft auf einem eigentlich recht kahlen dornigen Hügel in der kalten Jahreszeit. Sie stellt sich schließlich als Maria vor und dann ein aztekisches Wort über das Uneinigkeit besteht, das aber möglicherweise „Besiegerin der Schlange“ hieß und von den Spaniern später als „Guadalupe“ verstanden wurde. Sie schickt den Indio Juan zum Bischof, weil sie hier eine Kapelle gebaut haben möchte. Der Bischof will einen Beweis. Sie lässt Juan Rosen pflücken, die er in seinem Umhang aus Agavefasern zum Bischof bringt. Durchaus ein Beweis, denn solche Rosen hätte er dort und besonders in dieser Jahreszeit nicht pflücken können. Die große Überraschung kommt dann, als er die Rosen ausleert, auf dem Umhang ist ein ziemlich erstaunliches Bild zu sehen: die junge Frau mit einem Gewand mit goldenem Blütendekor und einem Sternenmantel , vor der Sonne stehend, eine Mondsichel unter den Füßen.
Einmal abgesehen von allen ungewöhnlichen Eigenschaften, die dieses Bild hat und die ich hier nicht ausbreiten will, was hat die Indios an diesem Bild so angesprochen, dass sie plötzlich in Scharen zum Christentum übertraten?
Es gibt drei zentrale Punkte des Handelns Gottes, in denen das Heil, das allen Menschen offen steht, gewirkt wird und die so untrennbar miteinander verbunden sind wie die Offenbarung, dass da nur ein Gott ist und dennoch in drei Personen. Verstehen kann man es nicht, nur staunend betrachten. Von diesen drei zentralen Punkten, die nur eine Wirklichkeit sind, gibt es je ein Bild (das eigentlich kein Bild ist, da es keine wirklichen Farben enthält) auf drei verschiedenen Stoffen, das auf bisher sehr rätselhafte Weise entstanden ist. Es gibt das Grabtuch von Turin (mit dem Ganzkörperabdruck des gekreuzigten und gestorbenen Jesus). Es gibt das Muschelseidentuch in Manoppello (mit dem Gesichtsabdruck des lebenden (auferstandenen) Jesus). Es gibt das Marienbild von Mexiko (mit dem Beginn der Menschwerdung). Also Inkarnation (Menschwerdung), Tod am Kreuz (Erlösung) und Auferstehung.
Hier ist besonders interessant, dass dieses Bild am 12. Dezember entstand, bzw. Anfang Dezember generell. Es gibt etliche Hinweise, dass der Geburtstag Jesu in Wirklichkeit ein Tag Anfang September war. Eine Überlegung, die besonders berücksichtigt, was wohl die drei Weisen, die kurz nach der Geburt anreisten, beobachtet haben könnten, das sie veranlasste, dort hinzureisen, gibt eine gute Argumentation, warum die Sternenkonstellation vom 1. September im Jahr 2 v.Chr., 4 Uhr 30 sehr wahrscheinlich ist. Anfang Dezember ist neun Monate vorher, also um den jahreszeitlichen Zeitpunkt der Beginn der Schwangerschaft Marias.
Denn auf diesem Bild ist Maria als schwanger dargestellt. Nach Paul Badde ist auf ihrem Kleid unter dem Gürtel eine Jasminblüte zu sehen, die sich gerade öffnet und in der man bei starker Vergrößerung Teile eines winzigen Gesichtchens erkennen kann.
Das ist nämlich der ganz entscheidende Punkt in aller Symbolik. Maria bringt Jesus, auf ihn weist sie hin. Sie tritt vor die Sonne und steht über dem Mond (zwei miteinander streitende mächtige Aztekengötter) in dem Moment, indem sie selbst Mutter wird. An die Stelle des permanenten Tötens und Sterbens wird der Neubeginn der Schöpfung in der Menschwerdung Jesu gesetzt. Blumen und singende Vögel verdeutlichen den Frieden des Paradieses. Und so viel mehr, man kann sich lange darin vertiefen.
Zwar liegt in jedem Moment des Heilsgeschehens eine Mischung von Freude und Schmerz vor. Das Kreuz ist von Anfang an gegenwärtig, aber auch selbst im Kreuz die Auferstehung. Doch die Gewichtung der Elemente verschiebt sich bei der Betrachtung der einzelnen Aspekte. Sie alle können heilend und heilsam sein. Die Passion wie die Hoffnung der Auferstehung. Das Wissen, das Gott unser Leid ganz verstehen kann, genauso wie das Vertrauen, dass das Leid nur der Durchgang zu Freude ist. In dem dargestellten Moment der Menschwerdung aber überwiegt die stille, leise Freude, das Wunder, dass die Ewigkeit die Zeit berührt, der Himmel die Erde. In einem Bild, das jeder verstehen kann, dem einer jungen werdenden Mutter.
Hier konnten die Indios die frohe Botschaft sehen und in den dokumentierten Worten des liebevollen Gesprächs zwischen Juan und der jungen Frau hören und es hat sie im Herzen erreicht und selbst das so Befremdliche des Kreuzes und so Unvorstellbare der Auferstehung begreifen lassen.
Auch ich selbst habe einiges von dieser Freude gefühlt, als ich die Beschreibungen darüber las und als ich versuchte es in Worte zu fassen, was Maria in diesem Bild für uns ist, fand ich „Grund unserer Freude“ , um festzustellen, dass das auch eine Anrufung der Lauretanischen Litanei ist. Und es schien mir, dass uns die Freude so oft fehlt, weil wir verlernt haben, genau dieses Bild (ob nun so wie das mexikanische, das uns geschenkt ist oder wie wir es uns sonst vorstellen können) zu betrachten, dass es da diesen Berührungsmoment von Zeit und Ewigkeit gibt, in dem eine bis dahin unbekannte große Freude in unsere Welt gekommen ist.
Samstag, 25. September 2010
Die Seeschlacht von Lepanto und Maria von Guadalupe
Am 7. Oktober wird das Rosenkranzfest begangen, in Erinnerung an die Seeschlacht von Lepanto, die überraschend doch noch von den Verteidigern gegen die angreifenden Osmanen gewonnen wurde. Damals (1571) hatte Papst Pius V die ganze christliche Welt zum Rosenkranzgebet aufgerufen. Die Lage war so verzweifelt, dass sogar einige sonst verfeindete europäische Staaten Allianzen geschlossen hatten. Aber vielleicht ist es interessant, auch ein weiteres Detail über diese Schlacht zu kennen:
Die Schlacht vor Lepanto war schon so gut wie verloren, die Flotte war direkt in eine Falle gesegelt, sie war klar unterlegen und der Wind stand auch noch gegen sie; das Flaggschiff des Oberkommandos war bereits geentert. Da "stürzte Andrea Doria" (der Kommandant der genuesischen Streitkräfte) "unter Deck und warf sich vor einem neuen Gnadenbild Marias nieder. Nur die Königin des Himmels könne ihm jetzt noch helfen, flehte er, wenn nicht alles verloren sein sollte. Wenn ihr die Christenheit noch irgendwie lieb und teuer war. Unter Tränen rief der junge Kondottiere die fremde Jungfrau mit dem Kreuzmedaillon an.
Es war die erste Kopie der Morenita in Europa, es war Maria von Guadalupe. Alonso Montúfar, Mexikos neuer Erzbischof, hatte das Bild ein Jahr zuvor anfertigen und als Geschenk an Spaniens König verschiffen lassen. Philipp II hatte das Bild an Juan de Austria weitergegeben. Der hatte die Madonna auf dem Halbmond dem gleichaltrigen Admiral Andrea Doria als Glück verheißendes "Pallium" anvertraut, als Schutzmantel für den entscheidenden Waffengang.
Als Andrea Doria wieder an Deck kam, hatte sich der Wind gedreht. Ein Sturm war ausgebrochen und fegte die türkischen Formationen auseinander. Plötzlich konnten die Europäer ihre Feuerkraft ausspielen. Spanier enterten das Flaggschiff Ali Paschas und enthaupteten den Eliteadmiral Selims noch an Bord. Furcht ergriff die Türken, Panik machte ihr Manövrieren unmöglich ..." (zitiert aus Paul Badde: Maria von Guadalupe. Wie das Erscheinen der Jungfrau Weltgeschichte schrieb).
Hier geschah etwas sehr Signifikantes. Durch das Erscheinen dieses Bildes (anders kann man es nicht nennen, da es neben dem Volto Santo von Manopello und dem Turiner Grabtuch eines der drei nicht von Menschenhand geschaffenen Bilder ist, von deren Existenz wir wissen) wurde ganz Mittel- und Südamerika christlich. Nicht etwa durch den Zwang der Eroberer, der hatte nur Widerstand geweckt. Mit dem gekreuzigten Jesus hatten die Indios nichts anfangen können; Menschenopfer waren für sie zu alltäglich. Tod und Blut waren so sehr Alltag, dass sie da nichts erschüttern konnte. Erst die Symbolik jenes Bildes erschloss ihnen die Heilsbotschaft. Und dann kommt die erste Kopie gerade rechtzeitig nach Europa und an Bord eines Schiffes eines der Befehlshaber bei der Seeschlacht von Lepanto.
Es ist faszinierend, und nicht der einzige Mosaikstein faszinierender Zusammenhänge, den Badde in seinen Büchern über das Muschelseidentuch und das mexikanische Marienbild aufschließt.
Die Schlacht vor Lepanto war schon so gut wie verloren, die Flotte war direkt in eine Falle gesegelt, sie war klar unterlegen und der Wind stand auch noch gegen sie; das Flaggschiff des Oberkommandos war bereits geentert. Da "stürzte Andrea Doria" (der Kommandant der genuesischen Streitkräfte) "unter Deck und warf sich vor einem neuen Gnadenbild Marias nieder. Nur die Königin des Himmels könne ihm jetzt noch helfen, flehte er, wenn nicht alles verloren sein sollte. Wenn ihr die Christenheit noch irgendwie lieb und teuer war. Unter Tränen rief der junge Kondottiere die fremde Jungfrau mit dem Kreuzmedaillon an.
Es war die erste Kopie der Morenita in Europa, es war Maria von Guadalupe. Alonso Montúfar, Mexikos neuer Erzbischof, hatte das Bild ein Jahr zuvor anfertigen und als Geschenk an Spaniens König verschiffen lassen. Philipp II hatte das Bild an Juan de Austria weitergegeben. Der hatte die Madonna auf dem Halbmond dem gleichaltrigen Admiral Andrea Doria als Glück verheißendes "Pallium" anvertraut, als Schutzmantel für den entscheidenden Waffengang.
Als Andrea Doria wieder an Deck kam, hatte sich der Wind gedreht. Ein Sturm war ausgebrochen und fegte die türkischen Formationen auseinander. Plötzlich konnten die Europäer ihre Feuerkraft ausspielen. Spanier enterten das Flaggschiff Ali Paschas und enthaupteten den Eliteadmiral Selims noch an Bord. Furcht ergriff die Türken, Panik machte ihr Manövrieren unmöglich ..." (zitiert aus Paul Badde: Maria von Guadalupe. Wie das Erscheinen der Jungfrau Weltgeschichte schrieb).
Hier geschah etwas sehr Signifikantes. Durch das Erscheinen dieses Bildes (anders kann man es nicht nennen, da es neben dem Volto Santo von Manopello und dem Turiner Grabtuch eines der drei nicht von Menschenhand geschaffenen Bilder ist, von deren Existenz wir wissen) wurde ganz Mittel- und Südamerika christlich. Nicht etwa durch den Zwang der Eroberer, der hatte nur Widerstand geweckt. Mit dem gekreuzigten Jesus hatten die Indios nichts anfangen können; Menschenopfer waren für sie zu alltäglich. Tod und Blut waren so sehr Alltag, dass sie da nichts erschüttern konnte. Erst die Symbolik jenes Bildes erschloss ihnen die Heilsbotschaft. Und dann kommt die erste Kopie gerade rechtzeitig nach Europa und an Bord eines Schiffes eines der Befehlshaber bei der Seeschlacht von Lepanto.
Es ist faszinierend, und nicht der einzige Mosaikstein faszinierender Zusammenhänge, den Badde in seinen Büchern über das Muschelseidentuch und das mexikanische Marienbild aufschließt.
Sonntag, 19. September 2010
Seligsprechung Kardinal Newman
Anlässlich dieses Ereignisses möchte ich auf kein anderes Thema eingehen. Auf Kardinal Newman bin ich gestoßen, als ich versuchen wollte, herauszufinden, was es mit dem Christsein wirklich auf sich hat. Gar nicht so einfach, Literatur zu finden, wenn man nicht weiß, wen man ansprechen soll. Das muss etwa 1987 gewesen sein. Nun gab es damals in der Stadt noch eine winzige Buchhandlung, die tatsächlich ein Regal mit katholischer Literatur hatte. Nicht etwa die Dombuchhandlung, da gab es so ziemlich alles, nur nicht das was ich brauchte. Nun im Regal jener kleinen Buchhandlung stieß ich unter anderem auf ein Buch über Newman und fand seine Biographie und die Auswahl seiner Texte einfach ansprechend. Mit jemandem, der selbst wohl überlegt hatte, was den Glauben ausmachte, konnte ich mich gut identifizieren.
Vielleicht, aber das war mir damals sicher nicht bewusst, mochte ich auch die Konsequenz, mit der er seinen Weg ging. Etwas als wahr zu erkennen und dafür Ansehen und überhaupt erst einmal alles aufzugeben, das ihm vorher wichtig war, das ist schon sehr beeindruckend. Durchdacht habe ich das damals nicht. Newman war mir nur einfach sympathisch.
Später hörte ich dann, wie er so hervorgehoben wurde, dass er sich zu einer Zeit als das sehr unüblich war, sich für die Verantwortung und stärkere Rolle der Laien in der Kirche eingesetzt habe – und das war mir eher suspekt. Ich lebte ja gerade in einer Zeit, in der sich gerade die gerne als „mündige Laien“, die mehr Verantwortung wollen, bezeichneten, die dann vieles, was mir doch sehr wesentlich am Glauben schien, einfach über Bord werfen wollten. Ich konnte so etwas nicht auf Deckungsgleichheit mit Newman bringen, dessen Glaube ich doch gerade beeindruckt hatte, ging aber deswegen auf vorsichtige Distanz.
Erst jetzt, da es vor der Seligsprechung einige Berichte über Newman gab, verstehe ich, auf was sich obige Aussagen beziehen und das es mit jenen anderen Leuten wirklich rein gar nichts zu tun hat. Für mich ist die Seligsprechung daher Anlass, gewissermaßen eine Freundschaft wieder aufzunehmen, die ich auf Distanz gehalten hatte, also ein guter Tag.
Am beeindruckendsten an der Feier der Seligsprechung und der heiligen Messe, die heute vom Fernsehen übertragen wurde, fand ich, dass der Papst an zwei Stellen eine Stille einhalten ließ: nach den Lesungen und der Predigt, um das Wort Gottes zu bedenken und nach der Kommunion, damit auch diese Begegnung mit Jesus nicht in Aktivitäten untergeht. Das hätte ich mir schon sehr oft bei Gottesdiensten gewünscht. Natürlich ist es meistens möglich, die Geschäftigkeit ringsum zu ignorieren. Aber diese gemeinsame Stille war selbst am Fernsehen ein wunderbares Erlebnis.
Vielleicht, aber das war mir damals sicher nicht bewusst, mochte ich auch die Konsequenz, mit der er seinen Weg ging. Etwas als wahr zu erkennen und dafür Ansehen und überhaupt erst einmal alles aufzugeben, das ihm vorher wichtig war, das ist schon sehr beeindruckend. Durchdacht habe ich das damals nicht. Newman war mir nur einfach sympathisch.
Später hörte ich dann, wie er so hervorgehoben wurde, dass er sich zu einer Zeit als das sehr unüblich war, sich für die Verantwortung und stärkere Rolle der Laien in der Kirche eingesetzt habe – und das war mir eher suspekt. Ich lebte ja gerade in einer Zeit, in der sich gerade die gerne als „mündige Laien“, die mehr Verantwortung wollen, bezeichneten, die dann vieles, was mir doch sehr wesentlich am Glauben schien, einfach über Bord werfen wollten. Ich konnte so etwas nicht auf Deckungsgleichheit mit Newman bringen, dessen Glaube ich doch gerade beeindruckt hatte, ging aber deswegen auf vorsichtige Distanz.
Erst jetzt, da es vor der Seligsprechung einige Berichte über Newman gab, verstehe ich, auf was sich obige Aussagen beziehen und das es mit jenen anderen Leuten wirklich rein gar nichts zu tun hat. Für mich ist die Seligsprechung daher Anlass, gewissermaßen eine Freundschaft wieder aufzunehmen, die ich auf Distanz gehalten hatte, also ein guter Tag.
Am beeindruckendsten an der Feier der Seligsprechung und der heiligen Messe, die heute vom Fernsehen übertragen wurde, fand ich, dass der Papst an zwei Stellen eine Stille einhalten ließ: nach den Lesungen und der Predigt, um das Wort Gottes zu bedenken und nach der Kommunion, damit auch diese Begegnung mit Jesus nicht in Aktivitäten untergeht. Das hätte ich mir schon sehr oft bei Gottesdiensten gewünscht. Natürlich ist es meistens möglich, die Geschäftigkeit ringsum zu ignorieren. Aber diese gemeinsame Stille war selbst am Fernsehen ein wunderbares Erlebnis.
Sonntag, 12. September 2010
Der bemitleidenswerte Täter – Zynismus, der sich als Barmherzigkeit tarnt
Die Auswahl für Themen war diese Woche sehr reichhaltig, aber jetzt gebe ich dem den Zuschlag, das in der letzten Woche zuerst in einem Gespräch aufkam. Es setzt auch die Thematik des vorigen Posts fort.
Und um Missverständnissen vorzubeugen: Auch Täter verdienen Barmherzigkeit, unbedingt. Sie brauchen Gebet und Hilfe für einen Neuanfang. Aber eben keine Barmherzigkeit auf Kosten der Opfer.
Also, Anfang dieser Woche sagte ein ernstzunehmend frommer Mensch zu mir mit anderen Worten Folgendes: „Lügen ist gerechtfertigt und wird geradezu provoziert, wenn jemand nur auf diese Weise etwas bekommen kann, was ihm wichtig ist.“ Dieses Zitat ist natürlich nicht wortwörtlich, besagte Person würde so etwas bei klarem Nachdenken auch nie äußern. Aber alle, die jetzt den Kopf schütteln, mögen einmal ihre Reaktion betrachten, wenn sie den Sachverhalt hören, der zugrunde lag:
Es gibt eine katholische Gemeinschaft, ein Säkularinstitut (nein, nicht Opus Dei, für die, die bei Säkularinstitut nur darauf geeicht sind, es gibt wirklich viele Säkularinstitute), die viele Ebenen der Einbindung hat, für Familien, Alleinstehende, Weltpriester, Ordenspriester, Ordensschwestern, Jugendliche, kurzum es gibt für jeden eine Nische dort, aber für zwei dieser Untergruppierungen gibt es eine Zugehörigkeitsbedingung: die beitretende Person muss noch immer jungfräulich sein und zwar nicht nur irgendwie symbolisch und übertragen sondern ganz explizit in dem Sinne, dass sie noch nie einem anderen Menschen Geschlechtsverkehr hatte. – In Ordnung sollte man eigentlich denken, ganz schön strikt, aber wenn es Leute gibt, denen das so wichtig ist, warum nicht. Soweit also bleibt den meisten noch die Logik erhalten. Obwohl einige sich schon hier empören werden, denn allein die Tatsache, dass Keuschheit manchen als sehr hoher Wert gilt, ist für viele andere bereits ein Ärgernis.
Stellen wir uns vor, wir werden mit der obigen Lage der Dinge konfrontiert, wenn es um eine Person geht, die wir kennen oder mit der wir uns auch nur identifizieren können. Da wurde einer jungen Frau oder einem jungen Mann die Mitgliedschaft (in der spezifischen Gruppe, nicht in der Gemeinschaft als solche) verweigert, nur weil die Jungfräulichkeit schon verloren gegangen ist, und die junge Frau bricht in Tränen aus oder der junge Mann ist wie am Boden zerstört, weil er oder sie gerade zu der allerverbindlichsten Gruppe gehören wollte. Unsere erste Reaktion wird, so wie wir nun einmal heutzutage und hierzulande konditioniert sind, sein, uns gegen die Unbarmherzigkeit zu empören. Da hat jemand einen Fehler gemacht, den er bereut und damit soll ihm diese Möglichkeit verschlossen bleiben. Wie grausam!, wollen wir aufschreien.
Wenn wir uns aber der Wahrheit stellen ist das nicht grausam. Es ist schmerzhaft, es ist sehr strikt und ein echter Stolperstein für uns alle, aber es ist weder grausam, gemein noch unfair.
Wenn Gott unsere Aufmerksamkeit gewinnen will, muss Er in vielen Fällen Schmerz zulassen. Er wird es nur als letztes Mittel zulassen, um uns vor größerem Unheil zu bewahren, aber er wird es zulassen. Erinnern wir uns an die Bergpredigt? Besser ein Auge verlieren, als mit zweien ins ewige Verderben geraten (Matthäus 5,29ff). Wir wollen es nicht hören, dass wir mit etwas sehr Wertvollem – der Fähigkeit mit Sexualität Beziehungen zu stärken – umgehen wie mit Ramschware. Dass diese Fähigkeit im Grunde für die eine Beziehung gedacht ist, die wir nach gründlicher Prüfung eingehen und an der wir für den Rest des Lebens festzuhalten bereit sind, ob es nun das Gelöbnis an Gott oder einen anderen Menschen ist.
Wir wollen lieber alles ausprobieren können und dazu noch die Garantie haben, das völlig ohne Folgen und bleibende Schmerzen tun zu können. Und wenn das nicht geht, und es geht nicht, dann ist ein anderer schuld. Nicht wir. Wir wollten doch nur alles ohne dafür etwas zu geben.
Aber wir sind noch nicht bei dem letzten Auslöser für die Aussage am Anfang angelangt: Jene Gemeinschaft legt großen Wert auf Freiheit und Vertrauen und statt ihre Mitglieder zu kontrollieren bittet sie sie um Selbstkontrolle. Das heißt z.B. bei der Bitte um Aufnahme in eine Untergruppe, gibt man ehrlich und vollständig Auskunft über sein Leben und tut das auch weiterhin in der sehr privaten Form einer geistlichen Begleitung (ein geistlicher Begleiter bewahrt das ihm Anvertraute wie ein Beichtvater, d.h. niemand sonst erfährt etwas).
Über die Jahrzehnte haben viele das ehrlich und oft (wenn das zur Ablehnung ihres Ersuchens führte) unter Schmerzen getan und haben sich im ungünstigsten Fall mit ihrer Treue zur Wahrheit getröstet. Nur mindestens einer hat massiv gelogen und betrogen, über seine Vergangenheit, sein Leben zu dem Zeitpunkt, in seinem Lebensbericht, gegenüber seinem geistlichen Begleiter. Er hat es u.a. getan, weil ihm eine recht glänzende Karriere bevorstand. Jahrelang hat er weiter gelogen und betrogen und getäuscht – und dann kam es heraus. Zunächst intern. Er hat sich tatsächlich gebessert und das ist Grund zur Freude – aber es kam für noch mehr Menschen sichtbar ans Licht, was geschehen ist.
Der Schaden, der dadurch entstanden ist kaum in Worte zu fassen. Insbesondere die Zerstörung von Vertrauen. Das Vertrauen anderer in seine Integrität. Das Vertrauen an die freiwillige Selbstverpflichtung zur Ehrlichkeit. Das Vertrauen in andere, denn wenn hinter dieser glänzenden Fassade soviel Lüge war, wem soll man dann noch vertrauen. Das Vertrauen der Ehrlichen in ihre Gemeinschaft, die bisher nicht anerkannt hat, was offensichtlich ist: Wer einen Vertrag unter Vorspiegelung falscher Tatsachen schließt, hat keinen gültigen Vertrag.
Ganz ehrlich, hatte dieser Mensch denn wirklich das Recht zu lügen, nur weil er dann nicht bekommen hätte, was er aus verschiedenen Gründen wollte? Ist es richtig, die Gemeinschaft aller von ihm Betrogenen zu beschuldigen, sie sei letztendlich schuld daran, weil sie so eine Regel hat?
Ist das etwa Barmherzigkeit, Caritas, Wahrheit? Können wir Mitgefühl und Verständnis denn nur noch zeigen, indem wir andere, oft Unschuldige und Leidtragende, anklagen müssen.
Es erscheint mir fast wie die in manchen Ländern der Welt leider immer noch üblichen Beschuldigungen gegenüber vergewaltigten Frauen: Das Opfer sei immer selbst schuld, denn auf irgendeine Weise müsse es den Täter doch zu der Tat provoziert haben. Daher sei das Opfer zu bestrafen.
Können wir den Zynismus in einem solchen Verhalten noch erkennen, wenn das Opfer die Kirche oder eine kirchliche Gemeinschaft ist?
Und um Missverständnissen vorzubeugen: Auch Täter verdienen Barmherzigkeit, unbedingt. Sie brauchen Gebet und Hilfe für einen Neuanfang. Aber eben keine Barmherzigkeit auf Kosten der Opfer.
Also, Anfang dieser Woche sagte ein ernstzunehmend frommer Mensch zu mir mit anderen Worten Folgendes: „Lügen ist gerechtfertigt und wird geradezu provoziert, wenn jemand nur auf diese Weise etwas bekommen kann, was ihm wichtig ist.“ Dieses Zitat ist natürlich nicht wortwörtlich, besagte Person würde so etwas bei klarem Nachdenken auch nie äußern. Aber alle, die jetzt den Kopf schütteln, mögen einmal ihre Reaktion betrachten, wenn sie den Sachverhalt hören, der zugrunde lag:
Es gibt eine katholische Gemeinschaft, ein Säkularinstitut (nein, nicht Opus Dei, für die, die bei Säkularinstitut nur darauf geeicht sind, es gibt wirklich viele Säkularinstitute), die viele Ebenen der Einbindung hat, für Familien, Alleinstehende, Weltpriester, Ordenspriester, Ordensschwestern, Jugendliche, kurzum es gibt für jeden eine Nische dort, aber für zwei dieser Untergruppierungen gibt es eine Zugehörigkeitsbedingung: die beitretende Person muss noch immer jungfräulich sein und zwar nicht nur irgendwie symbolisch und übertragen sondern ganz explizit in dem Sinne, dass sie noch nie einem anderen Menschen Geschlechtsverkehr hatte. – In Ordnung sollte man eigentlich denken, ganz schön strikt, aber wenn es Leute gibt, denen das so wichtig ist, warum nicht. Soweit also bleibt den meisten noch die Logik erhalten. Obwohl einige sich schon hier empören werden, denn allein die Tatsache, dass Keuschheit manchen als sehr hoher Wert gilt, ist für viele andere bereits ein Ärgernis.
Stellen wir uns vor, wir werden mit der obigen Lage der Dinge konfrontiert, wenn es um eine Person geht, die wir kennen oder mit der wir uns auch nur identifizieren können. Da wurde einer jungen Frau oder einem jungen Mann die Mitgliedschaft (in der spezifischen Gruppe, nicht in der Gemeinschaft als solche) verweigert, nur weil die Jungfräulichkeit schon verloren gegangen ist, und die junge Frau bricht in Tränen aus oder der junge Mann ist wie am Boden zerstört, weil er oder sie gerade zu der allerverbindlichsten Gruppe gehören wollte. Unsere erste Reaktion wird, so wie wir nun einmal heutzutage und hierzulande konditioniert sind, sein, uns gegen die Unbarmherzigkeit zu empören. Da hat jemand einen Fehler gemacht, den er bereut und damit soll ihm diese Möglichkeit verschlossen bleiben. Wie grausam!, wollen wir aufschreien.
Wenn wir uns aber der Wahrheit stellen ist das nicht grausam. Es ist schmerzhaft, es ist sehr strikt und ein echter Stolperstein für uns alle, aber es ist weder grausam, gemein noch unfair.
Wenn Gott unsere Aufmerksamkeit gewinnen will, muss Er in vielen Fällen Schmerz zulassen. Er wird es nur als letztes Mittel zulassen, um uns vor größerem Unheil zu bewahren, aber er wird es zulassen. Erinnern wir uns an die Bergpredigt? Besser ein Auge verlieren, als mit zweien ins ewige Verderben geraten (Matthäus 5,29ff). Wir wollen es nicht hören, dass wir mit etwas sehr Wertvollem – der Fähigkeit mit Sexualität Beziehungen zu stärken – umgehen wie mit Ramschware. Dass diese Fähigkeit im Grunde für die eine Beziehung gedacht ist, die wir nach gründlicher Prüfung eingehen und an der wir für den Rest des Lebens festzuhalten bereit sind, ob es nun das Gelöbnis an Gott oder einen anderen Menschen ist.
Wir wollen lieber alles ausprobieren können und dazu noch die Garantie haben, das völlig ohne Folgen und bleibende Schmerzen tun zu können. Und wenn das nicht geht, und es geht nicht, dann ist ein anderer schuld. Nicht wir. Wir wollten doch nur alles ohne dafür etwas zu geben.
Aber wir sind noch nicht bei dem letzten Auslöser für die Aussage am Anfang angelangt: Jene Gemeinschaft legt großen Wert auf Freiheit und Vertrauen und statt ihre Mitglieder zu kontrollieren bittet sie sie um Selbstkontrolle. Das heißt z.B. bei der Bitte um Aufnahme in eine Untergruppe, gibt man ehrlich und vollständig Auskunft über sein Leben und tut das auch weiterhin in der sehr privaten Form einer geistlichen Begleitung (ein geistlicher Begleiter bewahrt das ihm Anvertraute wie ein Beichtvater, d.h. niemand sonst erfährt etwas).
Über die Jahrzehnte haben viele das ehrlich und oft (wenn das zur Ablehnung ihres Ersuchens führte) unter Schmerzen getan und haben sich im ungünstigsten Fall mit ihrer Treue zur Wahrheit getröstet. Nur mindestens einer hat massiv gelogen und betrogen, über seine Vergangenheit, sein Leben zu dem Zeitpunkt, in seinem Lebensbericht, gegenüber seinem geistlichen Begleiter. Er hat es u.a. getan, weil ihm eine recht glänzende Karriere bevorstand. Jahrelang hat er weiter gelogen und betrogen und getäuscht – und dann kam es heraus. Zunächst intern. Er hat sich tatsächlich gebessert und das ist Grund zur Freude – aber es kam für noch mehr Menschen sichtbar ans Licht, was geschehen ist.
Der Schaden, der dadurch entstanden ist kaum in Worte zu fassen. Insbesondere die Zerstörung von Vertrauen. Das Vertrauen anderer in seine Integrität. Das Vertrauen an die freiwillige Selbstverpflichtung zur Ehrlichkeit. Das Vertrauen in andere, denn wenn hinter dieser glänzenden Fassade soviel Lüge war, wem soll man dann noch vertrauen. Das Vertrauen der Ehrlichen in ihre Gemeinschaft, die bisher nicht anerkannt hat, was offensichtlich ist: Wer einen Vertrag unter Vorspiegelung falscher Tatsachen schließt, hat keinen gültigen Vertrag.
Ganz ehrlich, hatte dieser Mensch denn wirklich das Recht zu lügen, nur weil er dann nicht bekommen hätte, was er aus verschiedenen Gründen wollte? Ist es richtig, die Gemeinschaft aller von ihm Betrogenen zu beschuldigen, sie sei letztendlich schuld daran, weil sie so eine Regel hat?
Ist das etwa Barmherzigkeit, Caritas, Wahrheit? Können wir Mitgefühl und Verständnis denn nur noch zeigen, indem wir andere, oft Unschuldige und Leidtragende, anklagen müssen.
Es erscheint mir fast wie die in manchen Ländern der Welt leider immer noch üblichen Beschuldigungen gegenüber vergewaltigten Frauen: Das Opfer sei immer selbst schuld, denn auf irgendeine Weise müsse es den Täter doch zu der Tat provoziert haben. Daher sei das Opfer zu bestrafen.
Können wir den Zynismus in einem solchen Verhalten noch erkennen, wenn das Opfer die Kirche oder eine kirchliche Gemeinschaft ist?
Sonntag, 5. September 2010
Ist Gott zurechnungsfähig?
Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass jeder, der nicht nur an irgendeinen Gott sondern an den Einen Gott glaubt (mit Attributen wie allmächtig, allgütig, allwissend und dergleichen mehr) wohl mit einem klaren Ja antwortet.
Tja, und wenn man dann etwas weiter denkt, kommt man schnell an den Punkt, wo fast jeder von uns das bei irgendetwas in Frage stellt. Meistens dann, wenn etwas ganz anders ist, als wir es gern hätten oder für richtig halten. Manchmal sind es ganz existentielle Bedrohungen (schwere Krankheiten, Verlust Nahestehender, kurz von etwas oder jemandem, der oder das uns lieb und wert ist). Manchmal sind es auch nur Dinge, auf die man sich aus irgendeinem Grund versteift.
Dann beginnen die Brüche mit dem logischen und konsequenten Denken. Eigentlich wissen wir, dass wir in jeder Lage Gott vertrauen sollten, fühlen uns aber mehr nach Misstrauen und Empörung, weil wir das Gefühl haben, wenn Gott das zulässt, sei er grausam oder gemein. Dann aber wäre er nicht der Gott, an den wir glauben und oft glauben wollen. Wir versuchen fromm zu sein und da wir – aus welchem Grund auch immer – uns nicht der Herausforderung stellen, Gott auch in der Schwierigkeit ganz zu vertrauen, brechen wir an einer Stelle mit der Klarheit und Wahrheit.
Das ist sehr gefährlich für unseren Glauben, denn zumindest im Unterbewusstsein wissen wir, dass wir uns für etwas Unwahres entschieden haben. Manchmal ruft es nach einiger Zeit eine große Abneigung gegen die Lüge hervor. Dummerweise halten wir dann oft den Glauben für eine Lüge, statt zu erkennen, dass wir sie in die Welt gesetzt haben.
Da das alles sehr abstrakt ist, nun also ein Beispiel hierzu. Ich nehme dazu ein Beispiel, das nur für Menschen interessant ist, denen Glauben durchaus wichtig ist, aber das auch gut zeigt, wie abstrus unser Denken manchmal verläuft, nämlich: Warum gibt es in der römisch-katholischen Kirche keine Frauen als Priester? Das Thema interessiert nur einige wenige wirklich, wird aber gerne genutzt, um Diskussionen um Zölibat und dergleichen noch einmal richtig gut anzuheizen. Da hier gerne Unterdrückung und Benachteiligung von Frauen impliziert wird, hofft der Nenner des Reizthemas meist damit Sympathiepunkte zu verbuchen, weil er (oder sie) sich ja damit gegen Unterdrückung und Diskriminierung wendet und damit natürlich Sympathie verdient.
Dann ist für viele dabei die Frage nach der Macht ein Thema. Aber all das will ich jetzt außen vorlassen. Nehmen wir an, ein Mensch, in dem Fall ein weiblicher, sähe die derzeitige Situation der Kirche und die Not, die das zunehmende Schwinden der Gemeinden und das Fehlen an Priestern (sowie die leider auch zahlreichen Verfehlungen von Priestern, und hier sei an Abweichungen von der katholischen Lehre und verschiedene andere Dinge wie man in schwerer Sünde leben kann gedacht, nicht nur das letzthin so heiß diskutierte Thema). Und angesichts der Not und obwohl das Dasein eines Pfarrers nun nicht gerade so attraktiv erscheint, entstünde der Gedanke: „Ich möchte mein Leben hier einsetzen. Ich möchte dieses Zeugnis leben. Ich halte den Zölibat für mich möglich. Ich möchte mein restliches Leben Gott in so einem Dienst schenken, um der Not abzuhelfen.“
An so einem Wunsch ist nichts auszusetzen, im Gegenteil. Nur, er ist nicht verwirklichbar.
Heißt das aber, dass man deswegen anfangen darf zu rebellieren und zu schimpfen, weil „diese Kirche“ die Umsetzung der guten Absichten verhindert? Ganz sicher nicht. Denn dann müsste „diese Kirche“ mal wieder herhalten als Ersatzsündenbock für Gott selbst.
Denn- und eigentlich sollte das klar sein – für Berufungen ist nun einmal der Herr selbst verantwortlich. Und wenn Er den Fehler machen würde (was Er sicher nicht tut), jemandem eine Berufung zu geben, der dieser gar nicht nachkommen kann, wäre das grausam. Wenn Er sich geirrt hätte bei der Person wäre es auch seltsam und jedenfalls nicht ganz zurechnungsfähig.
Wenn wir wirklich logisch vorgingen, müssten wir in einer solchen Situation also in etwa so argumentieren: „Gott weiß genau, was Er tut. Wenn er mich diese Not sehen lässt, mir die Bereitschaft gibt dienen und helfen zu wollen und mich dabei als Frau erschaffen hat, dann wollte Er, dass ich nicht das scheinbar Offensichtliche tue, nämlich Priester zu werden, sondern dass ich dazu zu etwas anderem angespornt werde, das wirklich Seinem Willen entspricht.“ Was dieses Andere ist, muss jeder für sich herausfinden.
Die Argumentation jedoch lässt sich auf jede beliebige andere Situation übertragen. Wenn Gott weiß, was Er tut und zulässt, dann können wir davon ausgehen, dass sich dahinter ein sinnvoller Auftrag an uns verbirgt und dass Er uns helfen wird, diesen zu verwirklichen. Die Herausforderung an uns ist nur, Ihm zu vertrauen.
Tja, und wenn man dann etwas weiter denkt, kommt man schnell an den Punkt, wo fast jeder von uns das bei irgendetwas in Frage stellt. Meistens dann, wenn etwas ganz anders ist, als wir es gern hätten oder für richtig halten. Manchmal sind es ganz existentielle Bedrohungen (schwere Krankheiten, Verlust Nahestehender, kurz von etwas oder jemandem, der oder das uns lieb und wert ist). Manchmal sind es auch nur Dinge, auf die man sich aus irgendeinem Grund versteift.
Dann beginnen die Brüche mit dem logischen und konsequenten Denken. Eigentlich wissen wir, dass wir in jeder Lage Gott vertrauen sollten, fühlen uns aber mehr nach Misstrauen und Empörung, weil wir das Gefühl haben, wenn Gott das zulässt, sei er grausam oder gemein. Dann aber wäre er nicht der Gott, an den wir glauben und oft glauben wollen. Wir versuchen fromm zu sein und da wir – aus welchem Grund auch immer – uns nicht der Herausforderung stellen, Gott auch in der Schwierigkeit ganz zu vertrauen, brechen wir an einer Stelle mit der Klarheit und Wahrheit.
Das ist sehr gefährlich für unseren Glauben, denn zumindest im Unterbewusstsein wissen wir, dass wir uns für etwas Unwahres entschieden haben. Manchmal ruft es nach einiger Zeit eine große Abneigung gegen die Lüge hervor. Dummerweise halten wir dann oft den Glauben für eine Lüge, statt zu erkennen, dass wir sie in die Welt gesetzt haben.
Da das alles sehr abstrakt ist, nun also ein Beispiel hierzu. Ich nehme dazu ein Beispiel, das nur für Menschen interessant ist, denen Glauben durchaus wichtig ist, aber das auch gut zeigt, wie abstrus unser Denken manchmal verläuft, nämlich: Warum gibt es in der römisch-katholischen Kirche keine Frauen als Priester? Das Thema interessiert nur einige wenige wirklich, wird aber gerne genutzt, um Diskussionen um Zölibat und dergleichen noch einmal richtig gut anzuheizen. Da hier gerne Unterdrückung und Benachteiligung von Frauen impliziert wird, hofft der Nenner des Reizthemas meist damit Sympathiepunkte zu verbuchen, weil er (oder sie) sich ja damit gegen Unterdrückung und Diskriminierung wendet und damit natürlich Sympathie verdient.
Dann ist für viele dabei die Frage nach der Macht ein Thema. Aber all das will ich jetzt außen vorlassen. Nehmen wir an, ein Mensch, in dem Fall ein weiblicher, sähe die derzeitige Situation der Kirche und die Not, die das zunehmende Schwinden der Gemeinden und das Fehlen an Priestern (sowie die leider auch zahlreichen Verfehlungen von Priestern, und hier sei an Abweichungen von der katholischen Lehre und verschiedene andere Dinge wie man in schwerer Sünde leben kann gedacht, nicht nur das letzthin so heiß diskutierte Thema). Und angesichts der Not und obwohl das Dasein eines Pfarrers nun nicht gerade so attraktiv erscheint, entstünde der Gedanke: „Ich möchte mein Leben hier einsetzen. Ich möchte dieses Zeugnis leben. Ich halte den Zölibat für mich möglich. Ich möchte mein restliches Leben Gott in so einem Dienst schenken, um der Not abzuhelfen.“
An so einem Wunsch ist nichts auszusetzen, im Gegenteil. Nur, er ist nicht verwirklichbar.
Heißt das aber, dass man deswegen anfangen darf zu rebellieren und zu schimpfen, weil „diese Kirche“ die Umsetzung der guten Absichten verhindert? Ganz sicher nicht. Denn dann müsste „diese Kirche“ mal wieder herhalten als Ersatzsündenbock für Gott selbst.
Denn- und eigentlich sollte das klar sein – für Berufungen ist nun einmal der Herr selbst verantwortlich. Und wenn Er den Fehler machen würde (was Er sicher nicht tut), jemandem eine Berufung zu geben, der dieser gar nicht nachkommen kann, wäre das grausam. Wenn Er sich geirrt hätte bei der Person wäre es auch seltsam und jedenfalls nicht ganz zurechnungsfähig.
Wenn wir wirklich logisch vorgingen, müssten wir in einer solchen Situation also in etwa so argumentieren: „Gott weiß genau, was Er tut. Wenn er mich diese Not sehen lässt, mir die Bereitschaft gibt dienen und helfen zu wollen und mich dabei als Frau erschaffen hat, dann wollte Er, dass ich nicht das scheinbar Offensichtliche tue, nämlich Priester zu werden, sondern dass ich dazu zu etwas anderem angespornt werde, das wirklich Seinem Willen entspricht.“ Was dieses Andere ist, muss jeder für sich herausfinden.
Die Argumentation jedoch lässt sich auf jede beliebige andere Situation übertragen. Wenn Gott weiß, was Er tut und zulässt, dann können wir davon ausgehen, dass sich dahinter ein sinnvoller Auftrag an uns verbirgt und dass Er uns helfen wird, diesen zu verwirklichen. Die Herausforderung an uns ist nur, Ihm zu vertrauen.
Sonntag, 29. August 2010
Wort-Gottes-Feier und Eucharistie
Die Wort-Gottes-Feier ist ein Notfallprogramm. Denn sie ist nicht einfach irgendeine Andacht, von denen es hunderte Formen und Varianten gibt und geben kann, darf und soll. Die Wort-Gottes-Feier ist für einen bestimmten Fall kreiert worden: eine katholische Gemeinde trifft sich zum sonntäglichen Gottesdienst, aber es ist kein Priester da, der eine heilige Messe feiern könnte, und in der katholischen Kirche ist es nun einmal so (seit inzwischen fast 2000 Jahren), dass die Verwandlung von simplem Brot (wenn auch in möglichst nicht-krümelnder Form) und Wein in das Fleisch und Blut des Herrn Jesus (auch wenn es immer noch wie Brot und Wein aussieht und schmeckt) nur durch bestimmte dazu autorisierte Personen (nämlich die Priester) geschehen darf.
Jetzt ist es aber so, dass das Wort Gottes (d.h. Jesus) in der heiligen Messe nicht nur durch diese Wandlung ganz Gegenwart in der versammelten Gemeinde wird, sondern auch als Wort selbst, nämlich im gemeinsamen Betrachten und Bedenken von ausgewählten Texten aus dem Alten und Neuen Testament. Die Textauswahl ist für jeden Tag im Jahr in 2- bzw. 3-Jahresplänen vorgegeben. Und diese Texte können den Versammelten durchaus auch von Laien vorgetragen werden. Damit das nicht zu beliebig wird, ist es auch plausibel, dafür eine bestimmte Form zu finden. So wird nichts Wichtiges vergessen, es hat etwas Feierliches und ist durch die Übereinstimmung auch einigend für verschiedene solche Gemeinden. Bei dieser Feier können die Gläubigen auch Leib und Blut Jesu empfangen, falls dieses während einer früheren Messe gewandelt und danach – gewöhnlich im Tabernakel – für diesen Zweck und z.B. für die Krankenkommunion aufbewahrt wurde.
Stopp, werden einige sagen. Das gab es schon lange, hieß aber früher anders. Stimmt. Früher gab es so genannte Kommunionfeiern. Die liefen ab wie eine Eucharistiefeier, nur dass der Teil namens Hochgebet fehlte, in dem die Gaben Brot und Wein gewandelt wurden. Früher (soll heißen, vor ca. etwa 30 Jahren) war noch allen klar, dass hier ein elementarer Unterschied zu einer Eucharistiefeier besteht. Irgendwie fehlte dabei, was man eigentlich als das Herz und das Wichtigste der Feier kannte und deswegen vermisste. Aber irgendwie haben das dann in den folgenden Jahrzehnten viele Leute nicht mehr erklärt bekommen und wissen gar nicht so recht, was es mit dem Teil der Messe auf sich hat, zu dem sich die meisten hinknie(t)en und meinten eigentlich ist das ohne genauso gut und auch ein bisschen bequemer (ohne das Knien).
Vermutlich weil es zu mühselig ist, den Leuten von klein auf und immer wieder den Unterschied deutlich zu erklären (wenn man den Aussagen einiger Theologen folgt vielleicht auch deswegen, weil als Teil einer Antidiskriminierungspolitik und Quotenregelung durch eine Verknappung der Bedeutung der Wandlung eine Aufwertung der Wertschätzung des Wortes Gottes zu erreichen ist, so zumindest folgert man aus ihren Erklärungen) und in der Annahme, dass sowieso niemand zuhören wird aber weil man doch nicht ganz vergessen lassen wollte, dass es einen Unterschied gibt, hat man einfach die Reihenfolge von Lesungen, Fürbitten und allen anderen Teilen der Eucharistiefeier (abzüglich des Hochgebetes) gründlich gemischt und in neuer Reihenfolge als Wort-Gottes-Feier präsentiert. – Seltsam nur, man trifft weiterhin Leute, die meinen, die Wort-Gottes-Feier sei zeitgemäßer, weil die auch von Frauen geleitet werden könne und überhaupt moderner und mindestens gleichwertig wie eine Eucharistiefeier wenn nicht besser. Vielleicht hätten ein paar gründliche Erklärungen für die Masse der Getauften doch nicht geschadet?
Wie dem auch sei, es gibt Orte und Umstände, wo eine Wort-Gottes-Feier sehr zu befürworten ist, z.B. in Ländern, in denen die Pfarreien in etwa so groß sind wie Hessen oder Bayern und in Diasporagebieten, in denen es zum nächsten Gottesdienst schon mal 100 km Landstraße sind oder eine Tagesanreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Da ist es sehr sinnvoll, dass sich die wenigen Gläubigen statt ganz auf einen gemeinsamen Gottesdienst zu verzichten, treffen, um wenigstens das Wort Gottes in den Lesungen und im gemeinsamen Gebet miteinander zu teilen, anstatt den Sonntag ganz untergehen zu lassen.
Fragwürdiger wird das ganze nun in der deutschen Situation. Auch wenn die Pfarreienzahl zur Zeit auf ein Drittel bis ein Zwanzigstel des bisherigen Bestandes reduziert wird, denn es gibt zunehmend weniger Priester. In den meisten Fällen ist es doch so, dass die nächste Eucharistiefeier in drei bis zehn Kilometern Entfernung stattfindet, dass sich durchaus Fahrgemeinschaften bilden ließen, um diese heiligen Messen zu erreichen, und dass man so vielleicht tatsächlich erstaunlich volle Kirchen sehen könnte. Aber das ist gewöhnlich nicht erwünscht. Zum einen sehen viele Getaufte keine Notwendigkeit, eine Eucharistiefeier zu besuchen (s.o.), weil die Wort-Gottes-Feier doch eigentlich netter und bequemer ist. Dann wird auch immer gerne das Argument angeführt, die Gemeinschaft der Gemeinde vor Ort werde besser gestärkt durch das Verbleiben in der konstanten Gruppe und dass man schließlich lernen müsse autarker und nicht so abhängig von Priestern zu sein, das sei das Zeichen einer mündigen Gemeinde.
Aus vermutlich derselben Gruppe kommen auch Aussagen wie, dass es keinen Notstand bei den Priesterberufungen gebe, das alles sei eine gute und gesunde Entwicklung, dass die Gemeinden sich selbst versorgten und der Glaube werde darunter in keiner Weise leiden. Mag sein - was nicht mehr da ist, kann auch nicht mehr leiden.
Eine zweite Situation, in der sich Wort-Gottes-Feiern relativer Beliebtheit erfreuen, sind Gottesdienste kleiner Gruppen, die sich für Wochenenden oder Seminare treffen. Da man bei „normalen“ Gemeindegottesdiensten nicht so recht weiß, auf was man treffen wird – abenteuerliche Veranstaltungen für Kinder und Familien, die möglicherweise auch Elemente einer Eucharistiefeier beinhalten; Taufen in der Sonntagsmesse, die den Zeitplan mal um eine halbe Stunde verschieben; Pfarrer, die die Sonntagsarbeit als Zumutung betrachten und sich in Abschreckungspolitik zwecks angezielter Exterminierung versuchen; experimentierfreudige Gemeinden, die eigene Liturgien entwickeln (das gibt es offiziell nicht – sehr witzig); oder nur schlicht eine relativ anonyme Atmosphäre, die nicht so recht zum herzlichen Gruppengefühl passen will. Also, da man nicht weiß, in was man hineingeraten wird und es mit ziemlicher Sicherheit nicht ganz so vertraut sein wird wie in der Gruppe, die hier zusammen ist, zieht man etwas vor, das sich gruppendynamisch sicherlich besser auswirken wird.
Nach Durchleiden so etlicher Misshandlungen und Missbräuche an der Liturgie bin ich durchaus gelegentlich in der Versuchung, mich dem anzuschließen. Es gibt wundervolle Gottesdienste, in denen die Versammelten alles daran setzen, Gott zu ehren und sich gegenseitig Zeugnis geben (einander erzählen), was dieser Großes in ihrem Leben getan hat, ja wo man herausgefordert wird, sein Leben stärker an Jesus zu orientieren und engagierter als Christ zu leben. Ehrlich, es gibt eine ganze Reihe von Gründen, einen solchen Gottesdienst dem vorzuziehen, was leider aus der Liturgie einer Eucharistiefeier oft gemacht wird. Wenn da nicht eines wäre: Jesus hat nicht gesagt „Tut was Ihr zu recht oder unrecht meint, was Euch gut tut“ sondern „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.
Es geht hier um einen Gehorsam gegenüber einem der Dinge, die Jesus seinen Jüngern kurz vor seinem Tod aufgetragen hat. So ein Gehorsam ist nicht immer angenehm. Vielleicht kommt er uns manches Mal selbst wie ein Kreuz vor. Aber wie der Herr es sagte: „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es der mich liebt.“ (Joh 14 und 15)
Das klingt nun, als sei es eine trockene Angelegenheit, an der Eucharistiefeier teilzunehmen. Nein, das ist es ganz und gar nicht. Mir persönlich ist es ein großer Reichtum, ein Geschenk und ich will nicht darauf verzichten. Aber manchmal ist auch eben viel Kreuz dabei, durch die Umstände und alles, was so aus menschlicher Gemeinschaft erwachsen kann. Und manchmal ist es ein Mitleiden an dem, wie mit Jesus umgegangen wird, gerade da, wo er sich uns so völlig ausliefert und sich für uns hingibt. Aber gerade das, sollte und will ich tun. Donec venias.
Jetzt ist es aber so, dass das Wort Gottes (d.h. Jesus) in der heiligen Messe nicht nur durch diese Wandlung ganz Gegenwart in der versammelten Gemeinde wird, sondern auch als Wort selbst, nämlich im gemeinsamen Betrachten und Bedenken von ausgewählten Texten aus dem Alten und Neuen Testament. Die Textauswahl ist für jeden Tag im Jahr in 2- bzw. 3-Jahresplänen vorgegeben. Und diese Texte können den Versammelten durchaus auch von Laien vorgetragen werden. Damit das nicht zu beliebig wird, ist es auch plausibel, dafür eine bestimmte Form zu finden. So wird nichts Wichtiges vergessen, es hat etwas Feierliches und ist durch die Übereinstimmung auch einigend für verschiedene solche Gemeinden. Bei dieser Feier können die Gläubigen auch Leib und Blut Jesu empfangen, falls dieses während einer früheren Messe gewandelt und danach – gewöhnlich im Tabernakel – für diesen Zweck und z.B. für die Krankenkommunion aufbewahrt wurde.
Stopp, werden einige sagen. Das gab es schon lange, hieß aber früher anders. Stimmt. Früher gab es so genannte Kommunionfeiern. Die liefen ab wie eine Eucharistiefeier, nur dass der Teil namens Hochgebet fehlte, in dem die Gaben Brot und Wein gewandelt wurden. Früher (soll heißen, vor ca. etwa 30 Jahren) war noch allen klar, dass hier ein elementarer Unterschied zu einer Eucharistiefeier besteht. Irgendwie fehlte dabei, was man eigentlich als das Herz und das Wichtigste der Feier kannte und deswegen vermisste. Aber irgendwie haben das dann in den folgenden Jahrzehnten viele Leute nicht mehr erklärt bekommen und wissen gar nicht so recht, was es mit dem Teil der Messe auf sich hat, zu dem sich die meisten hinknie(t)en und meinten eigentlich ist das ohne genauso gut und auch ein bisschen bequemer (ohne das Knien).
Vermutlich weil es zu mühselig ist, den Leuten von klein auf und immer wieder den Unterschied deutlich zu erklären (wenn man den Aussagen einiger Theologen folgt vielleicht auch deswegen, weil als Teil einer Antidiskriminierungspolitik und Quotenregelung durch eine Verknappung der Bedeutung der Wandlung eine Aufwertung der Wertschätzung des Wortes Gottes zu erreichen ist, so zumindest folgert man aus ihren Erklärungen) und in der Annahme, dass sowieso niemand zuhören wird aber weil man doch nicht ganz vergessen lassen wollte, dass es einen Unterschied gibt, hat man einfach die Reihenfolge von Lesungen, Fürbitten und allen anderen Teilen der Eucharistiefeier (abzüglich des Hochgebetes) gründlich gemischt und in neuer Reihenfolge als Wort-Gottes-Feier präsentiert. – Seltsam nur, man trifft weiterhin Leute, die meinen, die Wort-Gottes-Feier sei zeitgemäßer, weil die auch von Frauen geleitet werden könne und überhaupt moderner und mindestens gleichwertig wie eine Eucharistiefeier wenn nicht besser. Vielleicht hätten ein paar gründliche Erklärungen für die Masse der Getauften doch nicht geschadet?
Wie dem auch sei, es gibt Orte und Umstände, wo eine Wort-Gottes-Feier sehr zu befürworten ist, z.B. in Ländern, in denen die Pfarreien in etwa so groß sind wie Hessen oder Bayern und in Diasporagebieten, in denen es zum nächsten Gottesdienst schon mal 100 km Landstraße sind oder eine Tagesanreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Da ist es sehr sinnvoll, dass sich die wenigen Gläubigen statt ganz auf einen gemeinsamen Gottesdienst zu verzichten, treffen, um wenigstens das Wort Gottes in den Lesungen und im gemeinsamen Gebet miteinander zu teilen, anstatt den Sonntag ganz untergehen zu lassen.
Fragwürdiger wird das ganze nun in der deutschen Situation. Auch wenn die Pfarreienzahl zur Zeit auf ein Drittel bis ein Zwanzigstel des bisherigen Bestandes reduziert wird, denn es gibt zunehmend weniger Priester. In den meisten Fällen ist es doch so, dass die nächste Eucharistiefeier in drei bis zehn Kilometern Entfernung stattfindet, dass sich durchaus Fahrgemeinschaften bilden ließen, um diese heiligen Messen zu erreichen, und dass man so vielleicht tatsächlich erstaunlich volle Kirchen sehen könnte. Aber das ist gewöhnlich nicht erwünscht. Zum einen sehen viele Getaufte keine Notwendigkeit, eine Eucharistiefeier zu besuchen (s.o.), weil die Wort-Gottes-Feier doch eigentlich netter und bequemer ist. Dann wird auch immer gerne das Argument angeführt, die Gemeinschaft der Gemeinde vor Ort werde besser gestärkt durch das Verbleiben in der konstanten Gruppe und dass man schließlich lernen müsse autarker und nicht so abhängig von Priestern zu sein, das sei das Zeichen einer mündigen Gemeinde.
Aus vermutlich derselben Gruppe kommen auch Aussagen wie, dass es keinen Notstand bei den Priesterberufungen gebe, das alles sei eine gute und gesunde Entwicklung, dass die Gemeinden sich selbst versorgten und der Glaube werde darunter in keiner Weise leiden. Mag sein - was nicht mehr da ist, kann auch nicht mehr leiden.
Eine zweite Situation, in der sich Wort-Gottes-Feiern relativer Beliebtheit erfreuen, sind Gottesdienste kleiner Gruppen, die sich für Wochenenden oder Seminare treffen. Da man bei „normalen“ Gemeindegottesdiensten nicht so recht weiß, auf was man treffen wird – abenteuerliche Veranstaltungen für Kinder und Familien, die möglicherweise auch Elemente einer Eucharistiefeier beinhalten; Taufen in der Sonntagsmesse, die den Zeitplan mal um eine halbe Stunde verschieben; Pfarrer, die die Sonntagsarbeit als Zumutung betrachten und sich in Abschreckungspolitik zwecks angezielter Exterminierung versuchen; experimentierfreudige Gemeinden, die eigene Liturgien entwickeln (das gibt es offiziell nicht – sehr witzig); oder nur schlicht eine relativ anonyme Atmosphäre, die nicht so recht zum herzlichen Gruppengefühl passen will. Also, da man nicht weiß, in was man hineingeraten wird und es mit ziemlicher Sicherheit nicht ganz so vertraut sein wird wie in der Gruppe, die hier zusammen ist, zieht man etwas vor, das sich gruppendynamisch sicherlich besser auswirken wird.
Nach Durchleiden so etlicher Misshandlungen und Missbräuche an der Liturgie bin ich durchaus gelegentlich in der Versuchung, mich dem anzuschließen. Es gibt wundervolle Gottesdienste, in denen die Versammelten alles daran setzen, Gott zu ehren und sich gegenseitig Zeugnis geben (einander erzählen), was dieser Großes in ihrem Leben getan hat, ja wo man herausgefordert wird, sein Leben stärker an Jesus zu orientieren und engagierter als Christ zu leben. Ehrlich, es gibt eine ganze Reihe von Gründen, einen solchen Gottesdienst dem vorzuziehen, was leider aus der Liturgie einer Eucharistiefeier oft gemacht wird. Wenn da nicht eines wäre: Jesus hat nicht gesagt „Tut was Ihr zu recht oder unrecht meint, was Euch gut tut“ sondern „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.
Es geht hier um einen Gehorsam gegenüber einem der Dinge, die Jesus seinen Jüngern kurz vor seinem Tod aufgetragen hat. So ein Gehorsam ist nicht immer angenehm. Vielleicht kommt er uns manches Mal selbst wie ein Kreuz vor. Aber wie der Herr es sagte: „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es der mich liebt.“ (Joh 14 und 15)
Das klingt nun, als sei es eine trockene Angelegenheit, an der Eucharistiefeier teilzunehmen. Nein, das ist es ganz und gar nicht. Mir persönlich ist es ein großer Reichtum, ein Geschenk und ich will nicht darauf verzichten. Aber manchmal ist auch eben viel Kreuz dabei, durch die Umstände und alles, was so aus menschlicher Gemeinschaft erwachsen kann. Und manchmal ist es ein Mitleiden an dem, wie mit Jesus umgegangen wird, gerade da, wo er sich uns so völlig ausliefert und sich für uns hingibt. Aber gerade das, sollte und will ich tun. Donec venias.
Mittwoch, 25. August 2010
Warum heißt dieser Blog "Donec venias"?
Ein Blog sollte, soweit ich es verstehe, regelmäßig zu einem gewissen Anliegen oder Thema Position beziehen. Sein Titel sollte dazu eine Aussage machen.
„Donec venias“ heißt „bis du kommst“. Es stammt aus der Liturgie der römisch-katholischen Kirche, nämlich der Akklamation: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Das mit der Herrlichkeit haben die deutschen Übersetzer angefügt, ursprünglich heißt es schlicht „bis du kommst“.
Dass nun der erste Post mit Ergänzung sich mit einem Film über die Artussagen befasst, hat sich so ergeben. Allerdings hätte ich auch mit viel Überlegen kaum etwas stilistisch Geeigneteres finden können: Nach dem Artusmythos (der sich in ähnlicher Form auch bei anderen Sagen findet), wird die Rückkehr des Pendragons König Arthur erhofft, der für sein Land ein goldenes Zeitalter bringen soll. Auch ein „bis du kommst“. Mehr als andere wurde der Artusmythos mit christlichen Hintergründen verwoben und ist nicht nur Spiegelung der apokalyptischen Erwartung des Herrn Jesus Christus zum „1000-jährigen Reich“, sondern wurde auch als Element darin inkorporiert.
Das „donec venias“ gilt allerdings in erster Linie seinem Adressaten in der Liturgie, nicht dem Spiegel in den Sagen. Ich hatte schon länger nach einem Leitwort gesucht, das dem entspricht, was mir am wichtigsten ist. Zwar werde ich nie in die Verlegenheit kommen, Bischof zu werden, denn diese wählen solche Leitwörter. Das des derzeitigen Heiligen Vaters, Benedikt XVI z.B. ist „cooperatores veritatis“ (Mitarbeiter der Wahrheit). Dennoch fand ich es sinnvoll, so etwas mit zwei, drei Worten zum Ausdruck zu bringen. Meine ersten Ansätze waren einfach nicht das Richtige. Ich wollte dass darin eine Loyalitätserklärung zum Herrn Jesus zum Ausdruck kommt. Von daher zog ich das „Cristo Ré“ der mexikanischen Märtyrer in Betracht. Aber nichts hat mich je so getroffen, wie das erste Lesen der Worte „donec venias“.
Die zwei Worte erinnern mich, dass das Leben hier und jetzt nur ein Durchgang zu einem ganz anderen Ziel ist, dass irgendwann der Herr und König, den ich liebe, sein Reich errichten wird und dass ich das mir Mögliche für dieses Reich einsetzen will. Bei seinem Banner will ich stehen und warten und kämpfen, leben und sterben, bis Er wiederkommt. Und Er wird wiederkommen.
Wirklich verstehen kann das nur, wer selbst schon dem Herrn Jesus begegnet ist. Für alle anderen ist schon die Idee so abstrus, wie nächstens König Arthur von Camelot gegenüberzustehen. Aber wenn man Ihm (Jesus, nicht Arthur) begegnet, ist alles andere sekundär; Vor- oder Nachteile, Gewinne, Verluste, das verliert jede Bedeutung im Blick auf Ihn. – Das ist ein Teil der Wirklichkeit. Der andere, augenfälligere ist der Alltag. Kein Banner zu sehen, kein König, statt dessen jede Menge Komplikationen und Schwierigkeiten, die volle Aufmerksamkeit erfordern. Die Herausforderung ist zu lernen, das alles auf das wirklich Wichtige hinzuordnen.
„Donec venias“ fordert mich auf, innezuhalten und zu überdenken, was ich wirklich will. Zu überlegen, ob das, was ich tue, noch mit meinem eigentlichen Ziel übereinstimmt. Und es erinnert mich, dass ich eine Hoffnung habe, für die zu leben sich lohnt
„Donec venias“ heißt „bis du kommst“. Es stammt aus der Liturgie der römisch-katholischen Kirche, nämlich der Akklamation: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Das mit der Herrlichkeit haben die deutschen Übersetzer angefügt, ursprünglich heißt es schlicht „bis du kommst“.
Dass nun der erste Post mit Ergänzung sich mit einem Film über die Artussagen befasst, hat sich so ergeben. Allerdings hätte ich auch mit viel Überlegen kaum etwas stilistisch Geeigneteres finden können: Nach dem Artusmythos (der sich in ähnlicher Form auch bei anderen Sagen findet), wird die Rückkehr des Pendragons König Arthur erhofft, der für sein Land ein goldenes Zeitalter bringen soll. Auch ein „bis du kommst“. Mehr als andere wurde der Artusmythos mit christlichen Hintergründen verwoben und ist nicht nur Spiegelung der apokalyptischen Erwartung des Herrn Jesus Christus zum „1000-jährigen Reich“, sondern wurde auch als Element darin inkorporiert.
Das „donec venias“ gilt allerdings in erster Linie seinem Adressaten in der Liturgie, nicht dem Spiegel in den Sagen. Ich hatte schon länger nach einem Leitwort gesucht, das dem entspricht, was mir am wichtigsten ist. Zwar werde ich nie in die Verlegenheit kommen, Bischof zu werden, denn diese wählen solche Leitwörter. Das des derzeitigen Heiligen Vaters, Benedikt XVI z.B. ist „cooperatores veritatis“ (Mitarbeiter der Wahrheit). Dennoch fand ich es sinnvoll, so etwas mit zwei, drei Worten zum Ausdruck zu bringen. Meine ersten Ansätze waren einfach nicht das Richtige. Ich wollte dass darin eine Loyalitätserklärung zum Herrn Jesus zum Ausdruck kommt. Von daher zog ich das „Cristo Ré“ der mexikanischen Märtyrer in Betracht. Aber nichts hat mich je so getroffen, wie das erste Lesen der Worte „donec venias“.
Die zwei Worte erinnern mich, dass das Leben hier und jetzt nur ein Durchgang zu einem ganz anderen Ziel ist, dass irgendwann der Herr und König, den ich liebe, sein Reich errichten wird und dass ich das mir Mögliche für dieses Reich einsetzen will. Bei seinem Banner will ich stehen und warten und kämpfen, leben und sterben, bis Er wiederkommt. Und Er wird wiederkommen.
Wirklich verstehen kann das nur, wer selbst schon dem Herrn Jesus begegnet ist. Für alle anderen ist schon die Idee so abstrus, wie nächstens König Arthur von Camelot gegenüberzustehen. Aber wenn man Ihm (Jesus, nicht Arthur) begegnet, ist alles andere sekundär; Vor- oder Nachteile, Gewinne, Verluste, das verliert jede Bedeutung im Blick auf Ihn. – Das ist ein Teil der Wirklichkeit. Der andere, augenfälligere ist der Alltag. Kein Banner zu sehen, kein König, statt dessen jede Menge Komplikationen und Schwierigkeiten, die volle Aufmerksamkeit erfordern. Die Herausforderung ist zu lernen, das alles auf das wirklich Wichtige hinzuordnen.
„Donec venias“ fordert mich auf, innezuhalten und zu überdenken, was ich wirklich will. Zu überlegen, ob das, was ich tue, noch mit meinem eigentlichen Ziel übereinstimmt. Und es erinnert mich, dass ich eine Hoffnung habe, für die zu leben sich lohnt
Dienstag, 24. August 2010
Nachtrag zu Augustinus und Pelagius und den Zeitdaten im King Arthur - Film
Bei meinem Beitrag vom Sonntag hatte ich den genauen Zeitrahmen nicht mehr überprüft. Ich wusste, dass der heilige Augustinus sehr beschäftigt war, logisch und ausführlich darzulegen, warum die Lehren von Pelagius und Caelestius falsch waren. Bischof Augustinus führte viel Korrespondenz und viele Fragesteller wandten sich an ihn, wenn sie mit etwas selbst nicht weiter kamen.
Nun starb Augustinus schon 430 AD und von Pelagius hörte man schon seit 418 AD keine Neuigkeiten mehr. Bis etwa 411 AD war er in Rom gewesen, danach reiste er im Mittelmeerraum herum, von einer Ermordung kann - anders als im King Arthur-Film behauptet keine Rede sein.
Da die Filmhandlung angeblich 1 Jahr nach dem Tod des Pelagius stattfindet, müsste sie also 419 AD stattfinden, nicht 460 AD, wie dort im Begleittext behauptet.
Das römische Heer hatte sich laut Wikipedia seit 410 AD vom Hadrianswall zurückgezogen, Nachkommen von Legionären sollen aber die Festungen zum Teil noch weitere 100 Jahre bewohnt haben. Es wird vermutet, dass ab ca. 410 AD sächsische Hilfstruppen angeworben wurden. Zu einer größeren sächsischen Invasion kam es allerdings erst um 440/441 AD. Die Sachsen und Angeln ließen sich zur Besiedlung des Landes nieder. Die Regierungssituation war insgesamt chaotisch. Der römische Kaiser erhob noch bis ca. 540 AD Ansprüche auf Britannien, die Angelsachsen herrschten seit 440 AD im Westen, im Rest des Landes dominierten römisches oder keltisches Erbe.
Kurzum, der Film, der Anlass dieser zwei Posts war, verbiegt die tatsächlichen Gegebenheiten vollkommen. Das wäre für reine Fiktion akzeptabel, aber eben nicht für etwas, das behauptet "echter" zu sein als die anderen Sagen und Legenden.
Nun starb Augustinus schon 430 AD und von Pelagius hörte man schon seit 418 AD keine Neuigkeiten mehr. Bis etwa 411 AD war er in Rom gewesen, danach reiste er im Mittelmeerraum herum, von einer Ermordung kann - anders als im King Arthur-Film behauptet keine Rede sein.
Da die Filmhandlung angeblich 1 Jahr nach dem Tod des Pelagius stattfindet, müsste sie also 419 AD stattfinden, nicht 460 AD, wie dort im Begleittext behauptet.
Das römische Heer hatte sich laut Wikipedia seit 410 AD vom Hadrianswall zurückgezogen, Nachkommen von Legionären sollen aber die Festungen zum Teil noch weitere 100 Jahre bewohnt haben. Es wird vermutet, dass ab ca. 410 AD sächsische Hilfstruppen angeworben wurden. Zu einer größeren sächsischen Invasion kam es allerdings erst um 440/441 AD. Die Sachsen und Angeln ließen sich zur Besiedlung des Landes nieder. Die Regierungssituation war insgesamt chaotisch. Der römische Kaiser erhob noch bis ca. 540 AD Ansprüche auf Britannien, die Angelsachsen herrschten seit 440 AD im Westen, im Rest des Landes dominierten römisches oder keltisches Erbe.
Kurzum, der Film, der Anlass dieser zwei Posts war, verbiegt die tatsächlichen Gegebenheiten vollkommen. Das wäre für reine Fiktion akzeptabel, aber eben nicht für etwas, das behauptet "echter" zu sein als die anderen Sagen und Legenden.
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