Hier passend nicht nur zur Fastenzeit der Link zu einer pdf-Datei, verfasst von Josef Läufer, Pfarrer im Ruhestand aus dem Bistum Freiburg: http://www.heiliges-antlitz.de/Dokumente/VoltoJesusReliquien.pdf.
Dort listet er mit Fotos und Erläuterungen Reliquien auf, die möglicherweise aus der Zeit Jesu stammen und mit seiner Person verbunden sind. Viele davon sind im deutschsprachigen Raum zu finden.
Ich stieß auf die Datei, da jemand über die Google-Suche nach der Jesus-Tunika von Argenteuil wohl auf meinen Blog verwiesen worden war und möchte sie auch meinem kleinen Leserkreis so bekannt machen. Die Auflistung ist wohl nicht ganz vollständig aber sicherlich eine gute Übersicht.
Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.
Dominus conservet eum et vivificet eum
et beatum faciat eum in terra et
non tradat eum in animam inimicorum eius.
Freitag, 26. Februar 2016
Donnerstag, 25. Februar 2016
Ach ja, schön wär es
Für die Fastenzeit ist auf facebook die Seite "Bistum Gnadensuhl" gestartet. Ich verlinke nicht, da nicht jeder sie dort einsehen kann. Wer Interesse hat, kann sie von seinem Account mit diesem Stichwort aufrufen. Dort findet sich ein Interview des dortigen fiktiven Bischofs. Einen Augenblick hatte ich ja die - sehr illusorische - Hoffnung ein tatsächlicher Bischof deutscher Sprache habe einmal so gut geantwortet. Lesen Sie selbst den kleinen Ausschnitt:
Presse: Herr Bischof, halten Sie es für denkbar, dass…
Bischof Oesterhagen: Ja!
Presse: Entschuldigung? Äh.. halten Sie es für denkbar…
Bischof Oesterhagen: Ich sagte doch: Ja. Auf jeden Fall.
Presse: Aber Sie kennen die Frage doch noch nicht.
Bischof Oesterhagen: Muss ich das? Können Sie sich eine Frage ausdenken, die nicht denkbar ist? „Denkbar“ ist alles, und entsprechend wird in der Presse auch alles daraus gemacht, wenn man etwas für „denkbar“ hält. „Bischof Oesterhagen hält es für denkbar, dass…“ – nein, danke. Ich vermute allerdings, Sie wollen mich nach einer Zustimmung oder Einschätzung fragen.
Hmmm, vielleicht könnte jemand das dem Heiligen Vater als Vorlage für seine Flugzeug-Pressekonferenzen schicken? ;)
Presse: Herr Bischof, halten Sie es für denkbar, dass…
Bischof Oesterhagen: Ja!
Presse: Entschuldigung? Äh.. halten Sie es für denkbar…
Bischof Oesterhagen: Ich sagte doch: Ja. Auf jeden Fall.
Presse: Aber Sie kennen die Frage doch noch nicht.
Bischof Oesterhagen: Muss ich das? Können Sie sich eine Frage ausdenken, die nicht denkbar ist? „Denkbar“ ist alles, und entsprechend wird in der Presse auch alles daraus gemacht, wenn man etwas für „denkbar“ hält. „Bischof Oesterhagen hält es für denkbar, dass…“ – nein, danke. Ich vermute allerdings, Sie wollen mich nach einer Zustimmung oder Einschätzung fragen.
Hmmm, vielleicht könnte jemand das dem Heiligen Vater als Vorlage für seine Flugzeug-Pressekonferenzen schicken? ;)
Samstag, 13. Februar 2016
Vom all(sonn)täglichen kirchlichen Hindernisparcours
Als ich noch problemlos laufen konnte, fiel mir das alles ja gar nicht wirklich auf. Ich habe zwar mal eine Lanze gebrochen für die Gehbehinderten aber war da noch völlig ahnungslos, dass es mich auch erwischen könnte. Und wie sogar, die meisten wackligen alten Leute können schneller trippeln als ich mit meinem Stock gehen, ganz zu steigen von den Rollatornutzern, die es fast auf Eilzugtempo bringen. Und gar an den Treppen, gegen mich können das alle wie die Bergziegen. Das liegt an meiner besonderen Erkrankung, der rheumatischen Polymyositis als Teil eines Sjögrensyndroms, die die Muskulatur in Rumpf, Oberschenkel und Armen besonders schwächt.
Wenn ich früher einmal woanders in die Messe musste, war das vielleicht ein kleiner Fahraufwand aber kein Thema. Ich parkte irgendwo und bei meinem schnellen Schritt war auch ein knapper Kilometer kein Thema. Steile Berge und Treppen nur Gelegenheit etwas zu trainiieren.
Ja, selbst mit der Muskelschwäche war ich noch recht unverdrossen. Im September 2014 war ich noch bergwandern, musste zwar den eigentlichen Steigen fern bleiben aber schaffte, wenn auch langsamer, so einiges an Höhenmetern. - Und dann hat die Gedankenlosigkeit der Verantwortlichen in meiner Heimatpfarrei mich schleichend aber insgesamt rapide auf ein recht klägliches Niveau reduziert. In bester Wurstelheimer Manier hat man Holzwurmbekämpfung machen lassen und dann dafür gesorgt, dass das Gas sich in der Kirche massiv anreicherte. Die ganz Gesunden merken keine große Beeinträchtigung. Bei mir aber ist der Stoffwechsel durch die bestehende massive Muskelentzündung ohnehin stark belastet und die Muskelkraft und nervale Muskelkontrolle ist ohnehin stark reduziert. Ich konnte das manchmal mehrfach wöchentlich eingeatmete Gift nur unvollständig ausscheiden und es akkumulierte sich in gewissen Gewebepartien. Nur hatte ich keine Ahnung, was da geschah, da ja in keiner Weise über die bestehende Gefahr informiert wurde.
Von Woche zu Woche nahmen die Lähmungen zu. Ich konnte mich z.B. nicht einmal mehr an steilere Straßen wagen, weil ich Gefahr lief bei steilem bergab unkontrollierbar nach hinten umzukippen (durch die Lähmung bestimmter Anteile der Oberschenkelmuskulatur). Dadurch kam es zu einigen Stürzen, zwei davon mit Kopfverletzung, die mich völlig verunsicherten und zum Teil bei lediglich optischem (keine Schwelle) Wechsel des Straßenbelages schon für Angstanfälle sorgten. An Nikolaus 2015 kam es zum zweiten dieser schweren Stürze und zwar in der Kirche. Völlig frustriert machte ich für den Januar eine Diagnosewoche in einer Klinik aus, allmählich besorgt, ob noch eine weitere systemische Krankheit vorliegt, die zu Aussetzern im Bewusstsein führt.
Zwei Tage später stieß ich auf die Sache mit dem Insektizid Permethrin. Ich will nicht darlegen durch wen und wie. In meiner Pfarrei wehrt man sich weiter gegen die Einsicht, wie unverantwortlich da gehandelt worden ist und möchte alles als Einbildung abtun. Ich habe mir sofort eine andere Kirche gesucht - und siehe da, es fing an bergauf zu gehen statt bergab.Von Woche zu Woche werde ich wieder gangsicherer. Die etwas rätselhafte Blasenschwäche, die seit dem Winter 2014/15 auftrat, verschwand zunächst einmal ganz. (Das Permethrin wird durch die Niere ausgeschieden und lähmt dabei, da es Kontaktgift ist.)
Ins Krankenhaus ging ich dennoch vorsichtshalber, aber dort stürzte man sich nur auf meine Grunderkrankung. Ich hatte bisher - aus wohlüberlegten Gründen - auch eine Behandlung des Rheumas mit dem Zytostatikum MTX abgelehnt. Dieses Mal habe ich mich dazu entschlossen. Ich habe es als Wink des Himmels genommen, dass ich diesmal bei etwas freundlicheren Ärzten war, ja dass ich überhaupt da war. Das Permethrin hatte meine Ausgangslage auch extrem verschlechtert, so dass mir gerade ein Mittel, das die allgemeine Entzündung effektiv stoppen konnte, sehr gelegen kam. Das Mittel tut auch, was es soll, die Nebenwirkungen halten sich bisher in Grenzen, die Entzündungen gehen zurück und durch die damit einhergehende Belastung werden jetzt die Permethrin-Depots in meinem Gewebe aufgelöst. Ich hatte einen Muskelbereich, je eine Handbreit hoch über den Knien, der völlig gelähmt war. Die Lähmung löste sich jetzt in den vergangenen Wochen und wanderte langsam aufwärts. Damit einher ging einmal wieder eine teilweise Blasenschließmuskellähmung als Massen an dem Muskel- und Nervengift endlich ausgeschieden wurden. Allmählich beruhigt sich das jetzt wieder. Die monatelang teils völlig gelähmten Muskelanteile, in denen das Gift wohl gespeichert war, sind natürlich noch sehr schwach.
Aber zurück zum normalen Hindernisparcours: die Anhänger von Kirchenstühlen statt -bänken und Abschaffer von Kommunionbänken haben gar keine Vorstellung, was sie damit Leuten mit motorischen Behinderungen zum Teil antun. Ich war einmal in einem Gottesdienst mit nur Bestuhlung und glattem Boden. Da konnte ich es nicht einmal wagen, mich zu setzen, weil ich einfach keine Chance habe bei wegrutschendem Stuhl und auf dem Boden rutschenden Schuhen aus so einem Stuhl wieder hochzukommen. Wenn es noch eine Kommunionbank gäbe, zu der man ruhig hintreten könnte, während man dann wartet, bräuchte ich keinen Stock für den Kommuniongang. Einem Gesunden fällt es nicht so auf. Aber die sich leicht ruckend nach vorn bewegende Reihe verlangt einige leicht aus der Balance bringende motorische Manöver. Ich verstehe jetzt, warum viele ältere Leute, die sogar etwas besser laufen können als ich, lieber in ihrer Bank bleiben und dort warten. Die Sturzgefahr ist deutlich erhöht. - Von Löchern in Steinfliesen und anderen Hindernissen rede ich erst gar nicht und die Treppenstufen in den Chorraum hinauf, in den der Pfarrer so gern einlädt, sind für mich momentan noch halbwegs unüberwindlich.
Auf ein weiteres Hindernis, an einem Gottesdienst teilzunehmen, stieß ich dann allerdings an meinem Entlassungstag aus der Klinik, dem Sonntag Taufe des Herrn. Ich hatte es geschafft, bis 10 Uhr nach Hause zu kommen und schaltete hoffnungsfroh den Fernseher an, um so noch an eine Sonntagsmesse zu kommen. Dummerweise hatten sich an jenem Sonntag KTV und EWTN beide entschlossen, aus dem Vatikan zu übertragen, und zwar EWTN anders als angekündigt. Und dort begann die Messe wohl 9:30 oder früher, weil mitten im Gottesdienst Dutzende Babies in der Sixtinischen Kapelle getauft wurden. Von 10 Uhr bis etwa 10 Uhr 40 gab es also nur Übertragungsrauschen, Babygeschrei, viel Unruhe und gelegentlich relativ schlecht verständliche Teile des Taufritus. Die Kamera irrte so irgendwo umher und ich fragte mich, was das jetzt soll und ob irgendjemand noch an Pechvögel wie mich denkt, für die das jetzt die einzige mögliche Sonntagsmesse gewesen wäre. Weil ich an dem Tag wirklich keine andere Option hatte, saß ich das optische und akustische Chaos lesend und auf meinem Handy spielend ab, bis dann noch die Eucharistiefeier fast im Eilverfahren abgehandelt wurde. - Der Vatikan ist eben auch nicht mehr, was er einmal war.
So ganz erschließt sich mir auch nicht der Zusammenhang von Massenbabytaufen mit dem Beginn des öffentlichen Auftretens Christi. Und warum 40 Minuten lang mitten in einem vermutlich anderthalbstündigen Gottesdienst? Vielleicht war es ja ganz toll für die Eltern der Täuflinge. Vielleicht.
Wenn ich früher einmal woanders in die Messe musste, war das vielleicht ein kleiner Fahraufwand aber kein Thema. Ich parkte irgendwo und bei meinem schnellen Schritt war auch ein knapper Kilometer kein Thema. Steile Berge und Treppen nur Gelegenheit etwas zu trainiieren.
Ja, selbst mit der Muskelschwäche war ich noch recht unverdrossen. Im September 2014 war ich noch bergwandern, musste zwar den eigentlichen Steigen fern bleiben aber schaffte, wenn auch langsamer, so einiges an Höhenmetern. - Und dann hat die Gedankenlosigkeit der Verantwortlichen in meiner Heimatpfarrei mich schleichend aber insgesamt rapide auf ein recht klägliches Niveau reduziert. In bester Wurstelheimer Manier hat man Holzwurmbekämpfung machen lassen und dann dafür gesorgt, dass das Gas sich in der Kirche massiv anreicherte. Die ganz Gesunden merken keine große Beeinträchtigung. Bei mir aber ist der Stoffwechsel durch die bestehende massive Muskelentzündung ohnehin stark belastet und die Muskelkraft und nervale Muskelkontrolle ist ohnehin stark reduziert. Ich konnte das manchmal mehrfach wöchentlich eingeatmete Gift nur unvollständig ausscheiden und es akkumulierte sich in gewissen Gewebepartien. Nur hatte ich keine Ahnung, was da geschah, da ja in keiner Weise über die bestehende Gefahr informiert wurde.
Von Woche zu Woche nahmen die Lähmungen zu. Ich konnte mich z.B. nicht einmal mehr an steilere Straßen wagen, weil ich Gefahr lief bei steilem bergab unkontrollierbar nach hinten umzukippen (durch die Lähmung bestimmter Anteile der Oberschenkelmuskulatur). Dadurch kam es zu einigen Stürzen, zwei davon mit Kopfverletzung, die mich völlig verunsicherten und zum Teil bei lediglich optischem (keine Schwelle) Wechsel des Straßenbelages schon für Angstanfälle sorgten. An Nikolaus 2015 kam es zum zweiten dieser schweren Stürze und zwar in der Kirche. Völlig frustriert machte ich für den Januar eine Diagnosewoche in einer Klinik aus, allmählich besorgt, ob noch eine weitere systemische Krankheit vorliegt, die zu Aussetzern im Bewusstsein führt.
Zwei Tage später stieß ich auf die Sache mit dem Insektizid Permethrin. Ich will nicht darlegen durch wen und wie. In meiner Pfarrei wehrt man sich weiter gegen die Einsicht, wie unverantwortlich da gehandelt worden ist und möchte alles als Einbildung abtun. Ich habe mir sofort eine andere Kirche gesucht - und siehe da, es fing an bergauf zu gehen statt bergab.Von Woche zu Woche werde ich wieder gangsicherer. Die etwas rätselhafte Blasenschwäche, die seit dem Winter 2014/15 auftrat, verschwand zunächst einmal ganz. (Das Permethrin wird durch die Niere ausgeschieden und lähmt dabei, da es Kontaktgift ist.)
Ins Krankenhaus ging ich dennoch vorsichtshalber, aber dort stürzte man sich nur auf meine Grunderkrankung. Ich hatte bisher - aus wohlüberlegten Gründen - auch eine Behandlung des Rheumas mit dem Zytostatikum MTX abgelehnt. Dieses Mal habe ich mich dazu entschlossen. Ich habe es als Wink des Himmels genommen, dass ich diesmal bei etwas freundlicheren Ärzten war, ja dass ich überhaupt da war. Das Permethrin hatte meine Ausgangslage auch extrem verschlechtert, so dass mir gerade ein Mittel, das die allgemeine Entzündung effektiv stoppen konnte, sehr gelegen kam. Das Mittel tut auch, was es soll, die Nebenwirkungen halten sich bisher in Grenzen, die Entzündungen gehen zurück und durch die damit einhergehende Belastung werden jetzt die Permethrin-Depots in meinem Gewebe aufgelöst. Ich hatte einen Muskelbereich, je eine Handbreit hoch über den Knien, der völlig gelähmt war. Die Lähmung löste sich jetzt in den vergangenen Wochen und wanderte langsam aufwärts. Damit einher ging einmal wieder eine teilweise Blasenschließmuskellähmung als Massen an dem Muskel- und Nervengift endlich ausgeschieden wurden. Allmählich beruhigt sich das jetzt wieder. Die monatelang teils völlig gelähmten Muskelanteile, in denen das Gift wohl gespeichert war, sind natürlich noch sehr schwach.
Aber zurück zum normalen Hindernisparcours: die Anhänger von Kirchenstühlen statt -bänken und Abschaffer von Kommunionbänken haben gar keine Vorstellung, was sie damit Leuten mit motorischen Behinderungen zum Teil antun. Ich war einmal in einem Gottesdienst mit nur Bestuhlung und glattem Boden. Da konnte ich es nicht einmal wagen, mich zu setzen, weil ich einfach keine Chance habe bei wegrutschendem Stuhl und auf dem Boden rutschenden Schuhen aus so einem Stuhl wieder hochzukommen. Wenn es noch eine Kommunionbank gäbe, zu der man ruhig hintreten könnte, während man dann wartet, bräuchte ich keinen Stock für den Kommuniongang. Einem Gesunden fällt es nicht so auf. Aber die sich leicht ruckend nach vorn bewegende Reihe verlangt einige leicht aus der Balance bringende motorische Manöver. Ich verstehe jetzt, warum viele ältere Leute, die sogar etwas besser laufen können als ich, lieber in ihrer Bank bleiben und dort warten. Die Sturzgefahr ist deutlich erhöht. - Von Löchern in Steinfliesen und anderen Hindernissen rede ich erst gar nicht und die Treppenstufen in den Chorraum hinauf, in den der Pfarrer so gern einlädt, sind für mich momentan noch halbwegs unüberwindlich.
Auf ein weiteres Hindernis, an einem Gottesdienst teilzunehmen, stieß ich dann allerdings an meinem Entlassungstag aus der Klinik, dem Sonntag Taufe des Herrn. Ich hatte es geschafft, bis 10 Uhr nach Hause zu kommen und schaltete hoffnungsfroh den Fernseher an, um so noch an eine Sonntagsmesse zu kommen. Dummerweise hatten sich an jenem Sonntag KTV und EWTN beide entschlossen, aus dem Vatikan zu übertragen, und zwar EWTN anders als angekündigt. Und dort begann die Messe wohl 9:30 oder früher, weil mitten im Gottesdienst Dutzende Babies in der Sixtinischen Kapelle getauft wurden. Von 10 Uhr bis etwa 10 Uhr 40 gab es also nur Übertragungsrauschen, Babygeschrei, viel Unruhe und gelegentlich relativ schlecht verständliche Teile des Taufritus. Die Kamera irrte so irgendwo umher und ich fragte mich, was das jetzt soll und ob irgendjemand noch an Pechvögel wie mich denkt, für die das jetzt die einzige mögliche Sonntagsmesse gewesen wäre. Weil ich an dem Tag wirklich keine andere Option hatte, saß ich das optische und akustische Chaos lesend und auf meinem Handy spielend ab, bis dann noch die Eucharistiefeier fast im Eilverfahren abgehandelt wurde. - Der Vatikan ist eben auch nicht mehr, was er einmal war.
So ganz erschließt sich mir auch nicht der Zusammenhang von Massenbabytaufen mit dem Beginn des öffentlichen Auftretens Christi. Und warum 40 Minuten lang mitten in einem vermutlich anderthalbstündigen Gottesdienst? Vielleicht war es ja ganz toll für die Eltern der Täuflinge. Vielleicht.
Freitag, 12. Februar 2016
Gelegenheitskirchgänger erkennt man so (brandaktuelles Beispiel)
Es war zwei Sonntage vor der Fastenzeit. Da ja leider meine Pfarrkirche für mich Sperrgebiet geworden ist (nach der Holzwurmbekämpfung ohne anschließende Versiegelung), fahre ich in die Nachbargemeinde, wo es eine für Gehbehinderte geeignete Frühmesse gibt (kein steiler Berg, keine Stufen, Parkplätze verfügbar). Im Rheintal haben die meisten Kirchen leider die Eigenschaft hoch oben zu liegen und zusätzlich von Stufen umgeben zu sein. In jener Gemeinde hat man ein durchdacht konzipiertes Pfarrzentrum zu dem auch eine Kapelle gehört, in der bis zu 100 Leute Platz finden können. Es gibt ein paar Parkplätze im Hof aber die überlasse ich möglichst den wirklich schwer Gehbehinderten und halte auf dem sonntags völlig freien Parkplatz der Bank 200 m weiter.
An jenem Sonntag früh war ich gerade auf dem Weg vom Parkplatz zur Kapelle als hinter mir etwas fast wie Hufgestampfe ertönte. Ich blieb vorsichtig an der Häuserwand stehen (bin halt doch etwas wacklig) und sah einen Pulk Leute im Eilschritt heran- und an mir vorüberziehen. Die wehenden Mäntel und Jacken rochen stark nach Rauch und Alkohol. Ob die wohl jetzt noch von einer Sitzung kamen oder in die Bäckerei wollten, die sonntags früh offen hat - oder gar in die Frühmesse?
Es stellte sich heraus, dass es um einen Gedenkgottesdienst dieser Familie ging, den diese löblicherweise so zahlreich besuchten. Offenbar hatte die Familie gehört, dass jene Messe doch recht gut besetzt sei und sich daher entschieden, sich rechtzeitig Plätze zu sichern. Und wo tat man das? Natürlich in den vordersten Bänken. Es musste ja gezeigt werden, wie gut man seine Pflicht für die eigenen Verstorbenen erfüllt. Was diese Leute klar nicht wussten, war, wie viele richtig kranke und kaum gehfähige Menschen gerade in diese Frühmesse gehen, weil es sonst kaum eine Alternative gibt und dass es für diese schwer Kranken, die sich ohne Rollator oder 2 Stöcke gar nicht und damit nur mühsam bewegen können, wichtig ist, in die erste Bank zu gehen, von der aus sie nicht extra zur Kommunion gehen müssen. Auch Küsterin und Lektor finden dort normal ihren Platz. Diese mussten sich nun über den ganzen Raum in die verbleibenden Ecken verteilen. Zum Glück ist der Pfarrer dort auf Zack und als es zur Kommunionausteilung ging, suchte er die versprengten Kranken zuerst auf.
Nein, nicht schlimm, dass die Gottesdienstbesucher des Tages sich kaum in allem auskannten; sie guckten sich immer wieder um und korrigierten sich dann. (Wäre einfacher gewesen, hätte man nicht die ersten Bänke belegt.) Oder dass sie die Reihenfolge beim Kommuniongang nicht begriffen; der Mittelgang ist eng, es kommt erst die linke Seite von vorn nach hinten dran und dann die rechte von hinten nach vorn.
Es zeigt nur, wen oder was man hier leicht glossieren könnte. Nicht nämlich die regulären Gottesdienstbesucher, die sich - vielleicht aufgrund der vielen Kranken - durch besondere Rücksicht und Anteilnahme auszeichnen, wie ich sie auch aus der Heimatgemeinde gar nicht gewohnt war.
An jenem Sonntag früh war ich gerade auf dem Weg vom Parkplatz zur Kapelle als hinter mir etwas fast wie Hufgestampfe ertönte. Ich blieb vorsichtig an der Häuserwand stehen (bin halt doch etwas wacklig) und sah einen Pulk Leute im Eilschritt heran- und an mir vorüberziehen. Die wehenden Mäntel und Jacken rochen stark nach Rauch und Alkohol. Ob die wohl jetzt noch von einer Sitzung kamen oder in die Bäckerei wollten, die sonntags früh offen hat - oder gar in die Frühmesse?
Es stellte sich heraus, dass es um einen Gedenkgottesdienst dieser Familie ging, den diese löblicherweise so zahlreich besuchten. Offenbar hatte die Familie gehört, dass jene Messe doch recht gut besetzt sei und sich daher entschieden, sich rechtzeitig Plätze zu sichern. Und wo tat man das? Natürlich in den vordersten Bänken. Es musste ja gezeigt werden, wie gut man seine Pflicht für die eigenen Verstorbenen erfüllt. Was diese Leute klar nicht wussten, war, wie viele richtig kranke und kaum gehfähige Menschen gerade in diese Frühmesse gehen, weil es sonst kaum eine Alternative gibt und dass es für diese schwer Kranken, die sich ohne Rollator oder 2 Stöcke gar nicht und damit nur mühsam bewegen können, wichtig ist, in die erste Bank zu gehen, von der aus sie nicht extra zur Kommunion gehen müssen. Auch Küsterin und Lektor finden dort normal ihren Platz. Diese mussten sich nun über den ganzen Raum in die verbleibenden Ecken verteilen. Zum Glück ist der Pfarrer dort auf Zack und als es zur Kommunionausteilung ging, suchte er die versprengten Kranken zuerst auf.
Nein, nicht schlimm, dass die Gottesdienstbesucher des Tages sich kaum in allem auskannten; sie guckten sich immer wieder um und korrigierten sich dann. (Wäre einfacher gewesen, hätte man nicht die ersten Bänke belegt.) Oder dass sie die Reihenfolge beim Kommuniongang nicht begriffen; der Mittelgang ist eng, es kommt erst die linke Seite von vorn nach hinten dran und dann die rechte von hinten nach vorn.
Es zeigt nur, wen oder was man hier leicht glossieren könnte. Nicht nämlich die regulären Gottesdienstbesucher, die sich - vielleicht aufgrund der vielen Kranken - durch besondere Rücksicht und Anteilnahme auszeichnen, wie ich sie auch aus der Heimatgemeinde gar nicht gewohnt war.
Donnerstag, 11. Februar 2016
Meine Gedanken bei Herrn Odendahls versuchter Glosse
In die anderen Blogs habe ich ja auch jetzt monatelang (zerknirscht) nicht gesehen. Schade. Es ist doch immer wieder interessant, was sich im Netz tut. So stieß ich gestern auf die Schlussbemerkungen zu diesem Beitrag . Jemand hatte sich zu Fasching mit einer Glosse zu Kirchgängern versucht, auf katholisch.de.
Okay, ich gehe fast jeden Sonntag in die Kirche. Manchmal werde ich durch Havarien und gesundheitlichen Problemen oder unüberwindbaren Widrigkeiten abgehalten. Jedenfalls kann ich schon mitreden, was für Leute es so im Gottesdienst gibt und irgendwie scheinen in unserer Gegend ganz andere Sitten zu herrschen als bei dem Verfasser der Glosse - oder hat er gar keine eigene Erfahrung und nur auf schon Jahrzehnte überholte Klischees zurückgegriffen?
Also, wenn hier jemand zu spät kommt, sind es meist Leute, die gute Gründe haben: die Mitfahrgelegenheit, auf die man angewiesen war, war verspätet oder der Pflegedienst für ein Elternteil oder es gab andere häusliche Krisen. Wer morgens nicht so ganz raus kommt, das betrifft eher die Frühmessen, trudelt gewöhnlich spätestens während des Eingangsliedes ein. Worauf manche absichtlich etwas später kommen, um dem Einüben neuer Lieder bis genau zum Einzug zu entgehen.
Besondere Sonntagskleidung kenne ich gar nicht. Jeder erscheint in etwas so, wie er auch unter der Woche zum einkaufen oder zum Arzttermin geht: normal gepflegt. Einzige Ausnahme, die ich kenne, ist unser Gemeindereferent, der gelegentlich (ich vermute als eine Art kirchenpolitisches Statement) in ausgeleierten T- oder Sweat-Shirts nicht ganz definierter Farbe erscheint. Uneingeweihte denken dann wohl ein Not-Baustellen-Arbeiter hat sich die Zeit abgeknappst, Eingeweihte wissen, er ist halt so. (Achselzucken)
Regelmäßige Kirchgänger nehmen ihr Gotteslob nur bei Festgottesdiensten mit, wenn mit hohem Bedarf zu rechnen ist. Ansonsten reicht der Bestand hinten in der Kirche locker für die Anwesenden aus. Man teilt die aber gerne mit anderen Sangeswilligen - auch die eigenen - wenn einmal Knappheit ist. Genau für diese Notfälle hat man sich ja ein Buch angeschafft. Die meisten Lieder kann man ohnehin auswendig aber ab und zu braucht ein Besucher da ja Hilfe.
Kinder? Ach, die gibt es eigentlich so gut wie nie um 8 Uhr 30. Aus dem Konzept bringen die bei späteren Gottesdiensten höchstens den Pfarrer, der den Faden bei der Predigt verliert und wenn tatsächlich mal ein Kind einen Tob- oder Schreianfall hinlegt (eher selten) gehen die Eltern eben raus mit ihm, bis es sich beruhigt. Wer natürlich einen Familiengottesdienst besucht, rechnet ohnehin mit Lärm, Gerenne und Chaos verschiedenster Art und wollte das entweder oder denkt reuevoll, es wäre schlauer gewesen, die Gottesdienstordnung anzusehen bei der Wahl des Gottesdienstes.
Kommunionhelfer sind so selbstverständlich, das braucht keinen Kommentar mehr. Reihenwechsel gibt es eigentlich nur, wenn einer der haupt- oder ehrenamtlichen Austeiler gar zu langsam macht und sich die Schlange vor ihm staut.
Mundkommunion traut man sich ja kaum. Man wird gleich aller möglichen Dinge verdächigt. Dabei wäre es manchmal so hilfreich, weil die Anreise zum Gottesdienst doch öfters etwas länger ist und es irgendwie unangemessen ist mit Händen, die man sich zuhause erst einmal waschen würde, bevor man isst oder sich auch nur hinsetzt, dann ausgerechnet den Leib Christi zu empfangen. Aber das Problem ist bei mir gelöst. Ich brauche derzeit einen Stock, um garantiert ohne Sturz zur Kommunion und zurück zu kommen. Besonders der side-step zum Kommunionausteiler nach der kurzen Beschleunigung um die Lücke des Kommunikanten vornedran schnell auszufüllen und die dann folgende 180-Grad-Drehung sind einfach tricky und Handkommunion mit Stock in der Hand ist noch viel trickier. Wohin fuchteln damit? Also empfange ich jetzt schon aus rein praktischen Gründen die Mundkommunion. :)
Wozu man kniet? Also nicht, um gesehen zu werden. Sonst würde man das ja am Bahnhof tun oder sonstwo, wo es richtig viel Leute gibt. Wieso Quälerei??? Ich glaube da kennt jemand nicht viele Kirchenbänke, die brutaler für den verlängerten Rücken sind als die Kniebank für die Knie. :D Und - uh - wohl noch nie ein näheres Encounter mit dem Herrn gehabt, oder? Der ist einfach so, dass man manchmal nicht gelangweilt rumsitzen oder stehenbleiben kann. Nennt sich Anbetung, was da das Herz überwältigt und Ausdruck sucht. (Man bete hier für die Armen, die davon keine Ahnung haben. Das gibt ein besseres Gefühl als es sich so viele andere mit erlaubten und unerlaubten Drogen aller Art holen - und ohne schädliche Nebeneffekte!) Nein, ich fühle das auch nicht immer aber auch wenn ich grad ziemlich abgelenkt bin, habe ich immer noch den Wunsch dem, den ich liebe, meine prinzipielle Verehrung auszudrücken und dazu eignet sich knien ganz gut. Es macht auch den Kopf aufmerksam, ein paar Nebensächlichkeiten einmal zur Seite zu legen.
Vaterunser? Kann ich wahrscheinlich noch im Koma, wahlweise in verschiedenen Sprachen. Ich meine, das ist das eine Gebet, von dem Jesus gesagt hat, man solle es kennen, als er danach gefragt wurde. Er hat sich wohl etwas dabei gedacht. Und die liturgischen Antworten: na ja, wenn man so 20 Gottesdienste hinter sich hat, muss man schon an akut schlechtem Gedächtnis leiden, um die paar kurzen Sätzchen nicht zu kennen ...
Jemand fragt, warum man nicht im Gottesdienst war? Wo? Also bei mir hat noch nie jemand nachgefragt. Die Leute sind doch dauernd auf Urlaub, Veranstaltungen, Reisen und in wechselnden Kirchen, um überhaupt in einen der immer rarer werdenden Gottesdienste kommen zu können. - Wenn jemand nach mir fragt, freue ich mich, weil da tatsächlich Anteilnahme ist ...
Den KKK, lol, da hat jemand keine Ahnung. Ich habe da eine ganze Sammlung bekommen mit der Zeit, inklusive Youcat und dem Trienter Catechismus Romanus. Ich lese da tatsächlich gelegentlich drin. Manche Dinge sind komplex und es ist nicht einfach, eine wirklich gute Entscheidung zu treffen und da drin findet man recht nützliche Unterscheidungs- und Entscheidungshilfen. Aber Lieblingsbuch? Ich vermute, den Topplatz von am meisten gelesen hält immer noch Der Herr der Ringe. :D
Und zum Schluss konstatiere ich noch einen Widerspruch: Anfangs behauptete Herr Odendahl, er vergleiche einen Normal-Gottesdienstbesucher mit einer Art Musterexemplar, aber dann kam nur die Kontrastierung von jemand, der sich alle paar Monate einmal in eine Kirche verirrt mit jemanden, wie es ihn wohl schon lange kaum noch gibt. Ja, ich kenne Gerüchte über solche Leute aber keine Exemplare in echt. Wie auch immer, Glosse sollte sich doch an tatsächlich Vorhandenem orientieren? Oder irre ich mich da.
Okay, ich gehe fast jeden Sonntag in die Kirche. Manchmal werde ich durch Havarien und gesundheitlichen Problemen oder unüberwindbaren Widrigkeiten abgehalten. Jedenfalls kann ich schon mitreden, was für Leute es so im Gottesdienst gibt und irgendwie scheinen in unserer Gegend ganz andere Sitten zu herrschen als bei dem Verfasser der Glosse - oder hat er gar keine eigene Erfahrung und nur auf schon Jahrzehnte überholte Klischees zurückgegriffen?
Also, wenn hier jemand zu spät kommt, sind es meist Leute, die gute Gründe haben: die Mitfahrgelegenheit, auf die man angewiesen war, war verspätet oder der Pflegedienst für ein Elternteil oder es gab andere häusliche Krisen. Wer morgens nicht so ganz raus kommt, das betrifft eher die Frühmessen, trudelt gewöhnlich spätestens während des Eingangsliedes ein. Worauf manche absichtlich etwas später kommen, um dem Einüben neuer Lieder bis genau zum Einzug zu entgehen.
Besondere Sonntagskleidung kenne ich gar nicht. Jeder erscheint in etwas so, wie er auch unter der Woche zum einkaufen oder zum Arzttermin geht: normal gepflegt. Einzige Ausnahme, die ich kenne, ist unser Gemeindereferent, der gelegentlich (ich vermute als eine Art kirchenpolitisches Statement) in ausgeleierten T- oder Sweat-Shirts nicht ganz definierter Farbe erscheint. Uneingeweihte denken dann wohl ein Not-Baustellen-Arbeiter hat sich die Zeit abgeknappst, Eingeweihte wissen, er ist halt so. (Achselzucken)
Regelmäßige Kirchgänger nehmen ihr Gotteslob nur bei Festgottesdiensten mit, wenn mit hohem Bedarf zu rechnen ist. Ansonsten reicht der Bestand hinten in der Kirche locker für die Anwesenden aus. Man teilt die aber gerne mit anderen Sangeswilligen - auch die eigenen - wenn einmal Knappheit ist. Genau für diese Notfälle hat man sich ja ein Buch angeschafft. Die meisten Lieder kann man ohnehin auswendig aber ab und zu braucht ein Besucher da ja Hilfe.
Kinder? Ach, die gibt es eigentlich so gut wie nie um 8 Uhr 30. Aus dem Konzept bringen die bei späteren Gottesdiensten höchstens den Pfarrer, der den Faden bei der Predigt verliert und wenn tatsächlich mal ein Kind einen Tob- oder Schreianfall hinlegt (eher selten) gehen die Eltern eben raus mit ihm, bis es sich beruhigt. Wer natürlich einen Familiengottesdienst besucht, rechnet ohnehin mit Lärm, Gerenne und Chaos verschiedenster Art und wollte das entweder oder denkt reuevoll, es wäre schlauer gewesen, die Gottesdienstordnung anzusehen bei der Wahl des Gottesdienstes.
Kommunionhelfer sind so selbstverständlich, das braucht keinen Kommentar mehr. Reihenwechsel gibt es eigentlich nur, wenn einer der haupt- oder ehrenamtlichen Austeiler gar zu langsam macht und sich die Schlange vor ihm staut.
Mundkommunion traut man sich ja kaum. Man wird gleich aller möglichen Dinge verdächigt. Dabei wäre es manchmal so hilfreich, weil die Anreise zum Gottesdienst doch öfters etwas länger ist und es irgendwie unangemessen ist mit Händen, die man sich zuhause erst einmal waschen würde, bevor man isst oder sich auch nur hinsetzt, dann ausgerechnet den Leib Christi zu empfangen. Aber das Problem ist bei mir gelöst. Ich brauche derzeit einen Stock, um garantiert ohne Sturz zur Kommunion und zurück zu kommen. Besonders der side-step zum Kommunionausteiler nach der kurzen Beschleunigung um die Lücke des Kommunikanten vornedran schnell auszufüllen und die dann folgende 180-Grad-Drehung sind einfach tricky und Handkommunion mit Stock in der Hand ist noch viel trickier. Wohin fuchteln damit? Also empfange ich jetzt schon aus rein praktischen Gründen die Mundkommunion. :)
Wozu man kniet? Also nicht, um gesehen zu werden. Sonst würde man das ja am Bahnhof tun oder sonstwo, wo es richtig viel Leute gibt. Wieso Quälerei??? Ich glaube da kennt jemand nicht viele Kirchenbänke, die brutaler für den verlängerten Rücken sind als die Kniebank für die Knie. :D Und - uh - wohl noch nie ein näheres Encounter mit dem Herrn gehabt, oder? Der ist einfach so, dass man manchmal nicht gelangweilt rumsitzen oder stehenbleiben kann. Nennt sich Anbetung, was da das Herz überwältigt und Ausdruck sucht. (Man bete hier für die Armen, die davon keine Ahnung haben. Das gibt ein besseres Gefühl als es sich so viele andere mit erlaubten und unerlaubten Drogen aller Art holen - und ohne schädliche Nebeneffekte!) Nein, ich fühle das auch nicht immer aber auch wenn ich grad ziemlich abgelenkt bin, habe ich immer noch den Wunsch dem, den ich liebe, meine prinzipielle Verehrung auszudrücken und dazu eignet sich knien ganz gut. Es macht auch den Kopf aufmerksam, ein paar Nebensächlichkeiten einmal zur Seite zu legen.
Vaterunser? Kann ich wahrscheinlich noch im Koma, wahlweise in verschiedenen Sprachen. Ich meine, das ist das eine Gebet, von dem Jesus gesagt hat, man solle es kennen, als er danach gefragt wurde. Er hat sich wohl etwas dabei gedacht. Und die liturgischen Antworten: na ja, wenn man so 20 Gottesdienste hinter sich hat, muss man schon an akut schlechtem Gedächtnis leiden, um die paar kurzen Sätzchen nicht zu kennen ...
Jemand fragt, warum man nicht im Gottesdienst war? Wo? Also bei mir hat noch nie jemand nachgefragt. Die Leute sind doch dauernd auf Urlaub, Veranstaltungen, Reisen und in wechselnden Kirchen, um überhaupt in einen der immer rarer werdenden Gottesdienste kommen zu können. - Wenn jemand nach mir fragt, freue ich mich, weil da tatsächlich Anteilnahme ist ...
Den KKK, lol, da hat jemand keine Ahnung. Ich habe da eine ganze Sammlung bekommen mit der Zeit, inklusive Youcat und dem Trienter Catechismus Romanus. Ich lese da tatsächlich gelegentlich drin. Manche Dinge sind komplex und es ist nicht einfach, eine wirklich gute Entscheidung zu treffen und da drin findet man recht nützliche Unterscheidungs- und Entscheidungshilfen. Aber Lieblingsbuch? Ich vermute, den Topplatz von am meisten gelesen hält immer noch Der Herr der Ringe. :D
Und zum Schluss konstatiere ich noch einen Widerspruch: Anfangs behauptete Herr Odendahl, er vergleiche einen Normal-Gottesdienstbesucher mit einer Art Musterexemplar, aber dann kam nur die Kontrastierung von jemand, der sich alle paar Monate einmal in eine Kirche verirrt mit jemanden, wie es ihn wohl schon lange kaum noch gibt. Ja, ich kenne Gerüchte über solche Leute aber keine Exemplare in echt. Wie auch immer, Glosse sollte sich doch an tatsächlich Vorhandenem orientieren? Oder irre ich mich da.
Mittwoch, 10. Februar 2016
Die Sache mit dem Nervengas - Berichtaus Wurstelheim
Es begab sich, dass in der Wurstelheimer Kirche die aus Holz bestehenden Einrichtungsteile vom Holzwurm befallen wurden. Uneingeweihten fiel es nicht so auf, aber Experten hatten es festgestellt. Betroffen waren unter anderem die Bodendielen des Podestes auf dem die Kirchenbänke standen.
Nun gibt es ein probates Mittel zur Holzwurmbekämpfung: das Muskel- und Nervengas Permethrin, das zur Gruppe der Pyrethroide gehört. Dieses gilt weithin als unbedenklich, da es zwar auch bei Nicht-Holzwürmern Nerven- und Muskellähmungen hervorrufen kann, jedoch mit einem Zusatzstoff versetzt wird, der nur den Metabolismus von Kerbtieren daran hindert, das Gift wieder abzubauen, jedoch nicht den von Säugetieren aller Art, d.h. auch Menschen atmen es ein und können bei höherer Dosierung von den Wirkungen betroffen werden aber sie scheiden es nach einer Weile wieder aus, wie schnell ist u.a. abhängig von der individuellen Leistung von Bauchspeicheldrüse, Leber und Niere, so dass es bei höherer Konzentration und wiederholter längerer Exposition auch im Körper angereichert wird und als Kontaktgift, das es ist, zu diversen Beschwerden führen kann, je nachdem wo die Muskulatur gelähmt wird (Lunge beim Einatmen, Muskulatur allgemein, Lymphwege beim Abtransport zur Leber, Leber bei der Verarbeitung und Nieren- und Blasenmuskulatur beim Ausscheiden).
Die Wurstelheimer Pfarrkirche wurde also für einen Monat in den Sommerferien gesperrt und eine Firma führte die nötige Behandlung durch. Nur war von der Auschreibung her vorgesehen, dass die Dielen nach erfolgter Behandlung versiegelt werden, denn das Gift gast aus diesen bis zu zehn Jahre lang aus. Die Versiegelung hätte aber mehr Geld gekostet, so hatte der Wurstelheimer Pfarrer den klugen Gedanken, man könne sich das ja auch sparen. Darauf meldete ein Mitglied des Verwaltungsrates, das einmal im holzverarbeitenden Gewerbe tätig war, Bedenken an und schlug vor, dann eben für eine aktive Beseitigung des Gases durch einen Ventilator zu sorgen, der im Fensterbereich zu installieren gewesen wäre, um die Luft ständig abzusaugen, insbesondere während der kühleren Jahreszeit, wenn die Türen nicht offen stehen können.
Auch dieser Vorschlag wurde abgewiesen. Vielleicht erinnert sich jemand noch an das Problem der Wurstelheimer Heizkosten? Das hätte die ja noch in die Höhe getrieben! Und so kommt es, dass in Wurstelheim von September bis Mai die Türen fest geschlossen bleiben und das Nervengas sich in Ruhe anreichern kann. Natürlich wurde über die Problematik niemand informiert, das hätte ja nur Unsicherheit hervorgerufen.
Glück hatten die Wurstelheimer Kirchenbesucher, deren Lungen angeschlagen sind. Deren eingeschränkte Lungenfunktion reagierte schnell auf das Permethrin, so dass ihnen schnell schwindlig und übel wurde und sie den Besuch dieser Kirche aufgaben. Das waren natürlich nur Hypochonder. Zwar häuften sich die Fälle von Blasenschwächen bei älteren Leuten und die Anzahl der Gehbeschwerden bei schon anderweitig Angeschlagenen, aber niemand dachte sich jemals etwas dabei, denn das Gas ist geruchlos. Und was nicht riecht, kann auch nicht schaden, meint man in Wurstelheim. Sollte jemand etwas anderes behaupten, kann es nur ein Unruhestifter sein.
Kommen Sie ruhig nach Wurstelheim! Sie werden nichts riechen. Und sollte Ihnen nach einem längeren Gottesdienst leicht übel sein, liegt es allenfalls am Weihrauch. Den kann man riechen.
Nun gibt es ein probates Mittel zur Holzwurmbekämpfung: das Muskel- und Nervengas Permethrin, das zur Gruppe der Pyrethroide gehört. Dieses gilt weithin als unbedenklich, da es zwar auch bei Nicht-Holzwürmern Nerven- und Muskellähmungen hervorrufen kann, jedoch mit einem Zusatzstoff versetzt wird, der nur den Metabolismus von Kerbtieren daran hindert, das Gift wieder abzubauen, jedoch nicht den von Säugetieren aller Art, d.h. auch Menschen atmen es ein und können bei höherer Dosierung von den Wirkungen betroffen werden aber sie scheiden es nach einer Weile wieder aus, wie schnell ist u.a. abhängig von der individuellen Leistung von Bauchspeicheldrüse, Leber und Niere, so dass es bei höherer Konzentration und wiederholter längerer Exposition auch im Körper angereichert wird und als Kontaktgift, das es ist, zu diversen Beschwerden führen kann, je nachdem wo die Muskulatur gelähmt wird (Lunge beim Einatmen, Muskulatur allgemein, Lymphwege beim Abtransport zur Leber, Leber bei der Verarbeitung und Nieren- und Blasenmuskulatur beim Ausscheiden).
Die Wurstelheimer Pfarrkirche wurde also für einen Monat in den Sommerferien gesperrt und eine Firma führte die nötige Behandlung durch. Nur war von der Auschreibung her vorgesehen, dass die Dielen nach erfolgter Behandlung versiegelt werden, denn das Gift gast aus diesen bis zu zehn Jahre lang aus. Die Versiegelung hätte aber mehr Geld gekostet, so hatte der Wurstelheimer Pfarrer den klugen Gedanken, man könne sich das ja auch sparen. Darauf meldete ein Mitglied des Verwaltungsrates, das einmal im holzverarbeitenden Gewerbe tätig war, Bedenken an und schlug vor, dann eben für eine aktive Beseitigung des Gases durch einen Ventilator zu sorgen, der im Fensterbereich zu installieren gewesen wäre, um die Luft ständig abzusaugen, insbesondere während der kühleren Jahreszeit, wenn die Türen nicht offen stehen können.
Auch dieser Vorschlag wurde abgewiesen. Vielleicht erinnert sich jemand noch an das Problem der Wurstelheimer Heizkosten? Das hätte die ja noch in die Höhe getrieben! Und so kommt es, dass in Wurstelheim von September bis Mai die Türen fest geschlossen bleiben und das Nervengas sich in Ruhe anreichern kann. Natürlich wurde über die Problematik niemand informiert, das hätte ja nur Unsicherheit hervorgerufen.
Glück hatten die Wurstelheimer Kirchenbesucher, deren Lungen angeschlagen sind. Deren eingeschränkte Lungenfunktion reagierte schnell auf das Permethrin, so dass ihnen schnell schwindlig und übel wurde und sie den Besuch dieser Kirche aufgaben. Das waren natürlich nur Hypochonder. Zwar häuften sich die Fälle von Blasenschwächen bei älteren Leuten und die Anzahl der Gehbeschwerden bei schon anderweitig Angeschlagenen, aber niemand dachte sich jemals etwas dabei, denn das Gas ist geruchlos. Und was nicht riecht, kann auch nicht schaden, meint man in Wurstelheim. Sollte jemand etwas anderes behaupten, kann es nur ein Unruhestifter sein.
Kommen Sie ruhig nach Wurstelheim! Sie werden nichts riechen. Und sollte Ihnen nach einem längeren Gottesdienst leicht übel sein, liegt es allenfalls am Weihrauch. Den kann man riechen.
Aschermittwöchlicher Neuanfang
Ursprünglich habe ich mich auf diesem Blog eher mit thematischen Beiträgen, wenn auch aus persönlicher Sicht, gemeldet. Leider hat dann meine Erkrankung so an den Kräften gezehrt, dass einfach nicht die Energie für einigermaßen kompetente Texte übrig blieb.
Eigentlich fing es ja letzten Sommer an, bergauf zu gehen. Nur leider kam dann eine Schädigung von außen dazu, die einen Platz in den Wurstelheimer Annalen verdient, aber nicht heute.
Ein Defizit, über das ich noch gestern nachgedacht hatte, ist, dass ich niemanden habe, mit dem ich es teilen kann, wenn ich in meinem Glaubensleben auf etwas stoße, das mich froh macht und das auch andere froh machen könnte. So wie die Antiphonen des letzten Sonntags, aus denen als Inhalt der Lesungen und des Evangeliums die ganze Leidenschaft der Beziehung Einzelner zu Gott herausleuchtet vom "hier bin ich" des Jesaia über das "auf dein Wort hin" des Petrus und die Aussage, dass da welche alles zurückließen und Jesus folgten. Zum Kontrapunkt der zweiten Lesung mit der Frage, ob denn jemand den Glauben unüberlegt angenommen habe, weil ihm andere Dinge soviel wichtiger sind als Gott zu gehorchen und Jesus zu folgen.
Sicherlich gibt es Menschen, die davon genauso bewegt sind, aber in meiner Umgebung überwiegen die, die vollkommen verständnislos blicken, wenn ich auch nur erwähne, dass diese Texte mehr als zig-mal gehörte Worte sind. Damit meine ich den kleinen Kreis derer, die sich als aktive Christen sehen. Meinen nicht-gläubigen Freunden entzieht sich so etwas verständlicherweise.
Ich hatte einmal gedacht, ich habe einen vertrauten Freund, mit dem mich die Freude an dem, was Gott immer wieder tut, vereint. Aber das hat sich als Irrtum erwiesen. Es scheint, es hat nie etwas gegeben, das uns zu echten Freunden gemacht hätte, weil wir die Liebe dazu teilten.
Während ich also heute Vormittag vor dem Aschermittwochsgottesdienst über all das nachdachte und wie ich diese Fastenzeit sinnvoll halten kann - Diätexperimente verbieten sich eher, da ich ohnehin fast nur esse, was ich auch wirklich brauche und mangelhafte Ernährung meiner schon sehr angeschlagenen Gesundheit nicht zugute käme - verfiel ich darauf, doch den einen oder anderen persönlichen Gedanken hier auf dem Blog zu veröffentlichen, wo ihn vielleicht der eine oder andere findet, dem er auch etwas bedeutet. Persönliche Eindrücke können auch freier geschrieben werden als eher sachliche Texte.
Ich bin selbst gespannt, inwieweit es gelingt, mehr bei positiven Eindrücken zu bleiben, da es ja täglich eine größere Menge von Dingen gibt, die mehr befremden, verärgern oder andere negative Gefühle wachrufen wollen.
Eigentlich fing es ja letzten Sommer an, bergauf zu gehen. Nur leider kam dann eine Schädigung von außen dazu, die einen Platz in den Wurstelheimer Annalen verdient, aber nicht heute.
Ein Defizit, über das ich noch gestern nachgedacht hatte, ist, dass ich niemanden habe, mit dem ich es teilen kann, wenn ich in meinem Glaubensleben auf etwas stoße, das mich froh macht und das auch andere froh machen könnte. So wie die Antiphonen des letzten Sonntags, aus denen als Inhalt der Lesungen und des Evangeliums die ganze Leidenschaft der Beziehung Einzelner zu Gott herausleuchtet vom "hier bin ich" des Jesaia über das "auf dein Wort hin" des Petrus und die Aussage, dass da welche alles zurückließen und Jesus folgten. Zum Kontrapunkt der zweiten Lesung mit der Frage, ob denn jemand den Glauben unüberlegt angenommen habe, weil ihm andere Dinge soviel wichtiger sind als Gott zu gehorchen und Jesus zu folgen.
Sicherlich gibt es Menschen, die davon genauso bewegt sind, aber in meiner Umgebung überwiegen die, die vollkommen verständnislos blicken, wenn ich auch nur erwähne, dass diese Texte mehr als zig-mal gehörte Worte sind. Damit meine ich den kleinen Kreis derer, die sich als aktive Christen sehen. Meinen nicht-gläubigen Freunden entzieht sich so etwas verständlicherweise.
Ich hatte einmal gedacht, ich habe einen vertrauten Freund, mit dem mich die Freude an dem, was Gott immer wieder tut, vereint. Aber das hat sich als Irrtum erwiesen. Es scheint, es hat nie etwas gegeben, das uns zu echten Freunden gemacht hätte, weil wir die Liebe dazu teilten.
Während ich also heute Vormittag vor dem Aschermittwochsgottesdienst über all das nachdachte und wie ich diese Fastenzeit sinnvoll halten kann - Diätexperimente verbieten sich eher, da ich ohnehin fast nur esse, was ich auch wirklich brauche und mangelhafte Ernährung meiner schon sehr angeschlagenen Gesundheit nicht zugute käme - verfiel ich darauf, doch den einen oder anderen persönlichen Gedanken hier auf dem Blog zu veröffentlichen, wo ihn vielleicht der eine oder andere findet, dem er auch etwas bedeutet. Persönliche Eindrücke können auch freier geschrieben werden als eher sachliche Texte.
Ich bin selbst gespannt, inwieweit es gelingt, mehr bei positiven Eindrücken zu bleiben, da es ja täglich eine größere Menge von Dingen gibt, die mehr befremden, verärgern oder andere negative Gefühle wachrufen wollen.
Mittwoch, 7. Oktober 2015
neue Broschüre der CE zu Gebetshäusern und Gebetsinitiativen
Unter diesem Link findet man eine pdf-Version der neuesten Broschüre des Theologischen Ausschusses der CE Deutschland "Ein Haus des Gebetes".
Es wird zunächst über die jahrhundertealte Tradition des ständigen Gebetes informiert, verschiedene, insbesonders neuere Initiativen werden genannt, weiterhin gibt es Hinweise und Anregungen zu katholischen Gebetshäusern, gefolgt von einem Exkurs zu dem evangelikal geprägten IHOP Kansas, das nicht nur Vorreiter in der neuen Gebetsbewegung ist, sondern auch sehr von Endzeittheorien geprägt ist, die auf in erster Linie protestantischen Konzepten des Milleniarismus und Dispensationalismus basieren und die seitens der römisch-katholischen Kirche nicht akzeptiert sind.
Es wird zunächst über die jahrhundertealte Tradition des ständigen Gebetes informiert, verschiedene, insbesonders neuere Initiativen werden genannt, weiterhin gibt es Hinweise und Anregungen zu katholischen Gebetshäusern, gefolgt von einem Exkurs zu dem evangelikal geprägten IHOP Kansas, das nicht nur Vorreiter in der neuen Gebetsbewegung ist, sondern auch sehr von Endzeittheorien geprägt ist, die auf in erster Linie protestantischen Konzepten des Milleniarismus und Dispensationalismus basieren und die seitens der römisch-katholischen Kirche nicht akzeptiert sind.
Samstag, 4. Juli 2015
Moderne Glaubenssätze
Dies sind eindeutig Glaubenssätze einer neuen noch recht im
Bewusstsein aller ausformulierten Religion, die allerdings ihre Beachtung
mithilfe der Gesetzgebung immer stärker anderen auferlegt. Es sind
Glaubenssätze, weil ihre Inhalte sich mit Logik nicht erschließen und erklären
lassen. Dennoch wird der Eindruck vermittelt (z.B. in Umfrage-Ergebnissen),
dass die Mehrheit der Menschen diesem neuen noch unbenannten Glauben anhängt.
1
1.
Die Sexualität eines jeden Menschen ist
unabhängig vom biologischen Geschlecht und jederzeit frei individuell neu
formulierbar. Hiervon gibt es nur eine Ausnahme: rein heterosexuelles Verhalten
und Akzeptanz des eigenen biologischen Geschlechts beruht stets auf
Manipulation und ist mit allen Mitteln zu bekämpfen und zu untergraben. Nur so
kommen auch diese Fehlgeleiteten in den Genuss der Freiheit.
2.
Emotionale Zuneigung ist das höchste Gut und der
oberste Maßstab. Sie wiegt weit mehr als eingegangene Verpflichtungen, die
unter Umständen dreist verlangen, man solle auf seine volle emotionale
Befriedigung verzichten und Verantwortung gegenüber der eigenen Familie. Wenn
diese die emotionalen Bedürfnisse und derzeitigen sexuellen Interessen des
Individuums nicht höher schätzt als ihre eigenen, dann haben sie kein Recht auf
Berücksichtigung. Dies gilt allerdings nur, wenn es sich bei den sexuellen
Interessen um nicht heterosexuelle und der Treue zu einem gegebenen Versprechen
verpflichtete handelt.
3
3.
Es gibt nicht Bewundernswerteres, als wenn
jemand Partner und Kinder verlässt um sich selbst zu verwirklichen und
möglichst darüber noch die Presse informiert. Wehe über den, der hier nicht in
Jubel ausbricht und applaudiert.
4.
Heterosexualität, insbesondere wenn sie weder
promiskuitiv, noch SM noch fetischisch ist, ist ein Produkt politischer
Indoktrinierung und kann nicht natürlich sein. Leute daraus zu befreien, ist
das oberste Ziel. Wohingegen die bunte Vielfalt aller anderen Formen von
Sexualität ausnahmslos angeboren und natürlich ist. Darum ist jeder Versuch
jemanden auch nur zu beraten, der sich davon entfernen möchte um der
unnatürlichen Heterosexualität zuzuneigen, mit allen gesetzlichen Mitteln zu
kriminalisieren und zu verhindern.
5.
Es ist völlig unerheblich, dass sich auf
gesellschaftlichen Leitungsfunktionen überproportional zu dem, was die noch in
ihrer Indoktrination befangene Bevölkerung lebt, Menschen befinden, die dem
Leitbild Promiskuität und Nicht-Heterosexualität entsprechen und die sogar oft
von den immer noch im Irrtum Befangenen angesichts vermuteter politischer und
anderer Fähigkeiten auf diese Positionen gewählt worden sind. Solange die
Nicht-Heterosexualität nicht als Idealbild anerkannt ist, ist diese als
diskriminiert und unterdrückt zu betrachten und nach allen Kräften zu
privilegisieren, um diese Ungerechtigkeit aufzuheben.
6.
Kinder sind vor sexueller Belästigung zu
schützen. Dazu gehört Pornographie aller Art. Ihnen solche zu zeigen ist eine
Straftat. Es sei denn, es handelt sich bei den sexuellen Bildern und Akten, die
sie möglichst auch selbst experimentell probieren sollten darum, dass sie dadurch
an promiskuitives nicht-heterosexuelles Verhalten gewöhnt und damit befreit werden. Dies ist möglichst
schon in den Kindergärten zu fördern.
7.
Kinder sind ungeheuer wertvoll, d.h. erwünschte
Kinder. Sie werden schon im Mutterleib in die Familie integriert, die ganze
Familie lebt mit ihnen die vollen 9 Monate bis zu ihrer Geburt und jedes Kind
weiß, dass das Brüderchen und Schwesterchen natürlich schon lange vor der
Geburt gelebt hat. – Völlig anders ist die Lage, wenn das Kind nicht erwünscht
ist, dann ist es bis zur Geburt nur eine Art Tumor, der jederzeit beseitigt
werden darf. Darunter fallen selbstverständlich und über jeden Zweifel erhaben
auch die Kinder im embryonalen Stadium, die gentechnisch ohnehin nur als
Reserve oder Materiallager produziert wurden. Da sie nicht erwünscht sind, sind
sie keine Menschen und können auch für Forschungszwecke als Material verwendet
werden.
8.
Aus den bisherigen Glaubenssätzen, die klar
definieren, dass Menschen nur dann Menschen oder zu respektierende Menschen
sind, wenn sie von den Verfassern dieser Glaubenssätze den Status „erwünscht“
erhalten, ergibt sich, dass auch zu zweckdienlichen Maßnahmen zu greifen ist,
wenn jemandem der „Erwünschtstatus“ nicht (mehr) erteilt werden kann. Diese
Menschen sollten eigentlich kein Verlangen haben, als der Gesellschaft mit
ihren unverhältnismäßigen Forderungen nicht mehr zur Last zu fallen.
Infolgedessen ist die Gesetzgebung zum leichteren Zugang für diese nicht (mehr)
Erwünschten zu Mitteln und Hilfspersonen zu erleichtern, die ihr schleuniges
Ableben garantieren. Nur Menschen, die dem nachkommen, sind wahrhaft frei in
ihrer Entscheidung.
DIES SIND NICHT MEINE GLAUBENSSÄTZE. ABER ES SCHEINEN DIE
GLAUBENSSÄTZE VIELER POLITIKER UND DER MEDIEN ZU SEIN.
Ich wende mich dagegen.
Samstag, 23. Mai 2015
Wenn ein Mädchen ein Junge sein will (und umgekehrt) -
- dann heißt das noch lange nicht, dass dieses Kind nun transsexuell oder was auch immer ist. Es heißt nur, dass es in Lebensumständen ist, die es ihm wünschenswert erscheinen lassen, nicht das eigene Geschlecht zu haben. In den letzten Tagen haben die Medien ja fleißig solche Geschichtchen ohne irgendeine Beweiskraft geschrieben. Es werden allerhand äußerliche und kulturelle Dinge genannt, die so gut wie nichts über die Geschlechtszuhörigkeit aussagen. "A mochte nie mit Puppen spielen", B wollte lieber Kleider trage usw.
Wenn man mich mit 13 gefragt hat, habe ich ausdauerndst erklärt, dass ich lieber ein Junge wäre, und das hatte rein gar nichts mit Sexualität zu tun oder mit biologischem Geschlecht sondern allein damit, dass man mir genauso ausdauernd klarzumachen versucht hatte, dass ich so ziemlich alles, was ich tun wollte, nicht tun könne, weil ich ein Mädchen sei. Viele der Einschränkungen waren zu meinem Schutz gedacht, aber es waren Einschränkungen.
Wenn ich sagte, ich wäre lieber ein Junge, meinte ich, dass ich die Welt bereisen können wollte, ohne befürchten zu müssen in einigen Ländern als minderwertig behandelt zu werden, weil ich ein Mädchen bin. Ich wollte nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein, vergewaltigt zu werden, wie das alleinreisenden Mädchen leider doch öfter zu geschehen schien. Ich wollte einfach eine Form haben, in der ich ich selbst sein kann und nicht auffalle und mit Extrarisiken rechnen muss, und es schien, dass das einfacher wäre, wenn ich kein Mädchen wäre.
Das waren soziale, gesellschaftliche, kulturelle Probleme - aber keine des biologischen Geschlechts per se.
Puppen fand ich eben totlangweilig. Das teile ich mit vielen anderen Mädchen.
In rosa hat mich ab dem Alter von 5 Jahren nicht mehr gesehen (und vorher selten).
Röcke und Kleider fand ich zu unpraktisch zum rennen und klettern.
Ich wollte gerne ein Reisender werden wie Old Shatterhand / Kara ben Nemsi, dafür habe ich geübt mit 13 - und war recht ungehalten über Hindernisse, die mir da in den Weg gelegt wurden, inklusive die der körperlichen Entwicklung.
Ja, ich hatte lange Zeit Probleme anzunehmen, dass ich weiblich bin, aber nur wegen dem, was andere damit verbunden haben und mir aufzwingen wollten
Und offenbar haben etliche Jungen vergleichbare Probleme. Einfach weil sie ein paar andere Interessen haben als die Mehrheit der Jungen. Oft weil sie den Eindruck haben, dass Mädchen ständig bevorteilt werden und es überhaupt viel einfacher haben.
Mir ist die Absurdität dieses Missverständnisses erst klargeworden, als mir ein Mann von mir wissen wollte, ob das nicht viel schöner und leichter als Frau sei. Da konnte ich ihm ein ganz klares Nein geben.
Was mich die meiste Zeit gekostet hat, war den "Mädchen-Mädchen", die mit Begeisterung alle Klischees über Frauen erfüllen nicht konstant mit tiefster Verachtung zu strafen, weil ihre Schminksucht und ihr ganzes Getue mir als ebenfalls Mädchen quasi den Ruf ruiniert.
Wenn ein Junge Röcke tragen möchte, heißt das keineswegs, dass er sexuelle Identitätsprobleme hat, aber es heißt, dass er festgestellt hat, dass um niedliche Röcke tragende Kinder manche Erwachsenen viel mehr Getue machen. Er möchte, dass man von ihm entzückt ist und wenn man das durch einen Rock bekommt, dann her mit dem Rock! Ich vermute stark in einem Land wie Sudan dürfte kaum ein Junge das Verlangen haben, in einen blauen Sack mit Gitter vor den Augen gesteckt zu werden - das bringt ja keine Vorteile. Wenn ein Mädchen keinen Rock tragen mag, heißt das oft: Jetzt nimm mich mal ernst mit meinen Fähigkeiten, mir stinkt das Getue und ach-wie-hübsch, mit dem ich eingesperrt werde, jetzt vergiss den äußerlichen Schrott und sieh mich als Person!
Diese Botschaften wären ernst zu nehmen: dass viele kleine Jungen sich nicht um ihrer selbst willen geliebt fühlen und mehr Aufmerksamkeit wollen und dass viele kleine Mädchen in ihren Fähigkeiten mehr anerkannt werden wollen. Die Aussage ist meistens ganz simpel: "Ich möchte so gut behandelt werden, wie ein Mann/eine Frau." Und was jemand als "gut" empfindet, variiert eben.
Das verheerendste ist, statt auf diese Signale zu hören und zu geben, was so ein Mensch braucht und tatsächlich sucht, dann gleich mit OP und den entsprechenden Verstümmelungen und massiver Hormontherapie eine Hilfe zu bringen, die gar keine ist und das eigentliche Problem belässt.
Es ist die gleiche Verirrung, wie auf die Aussage "ich möchte sterben" mit der freundlichen Beseitigung der Person zu reagieren, obwohl diese doch nur Angst vor drohenden und bestehenden Umständen hat, denen sie sich nicht gewachsen fühlt. Als ob sich nicht fast jeder von uns schon einmal den Weltuntergang bitte in den nächsten 24 Stunden gewünscht hätte, um einen anderen unangenehmen Verhängnis zu entgehen.
Wenn man mich mit 13 gefragt hat, habe ich ausdauerndst erklärt, dass ich lieber ein Junge wäre, und das hatte rein gar nichts mit Sexualität zu tun oder mit biologischem Geschlecht sondern allein damit, dass man mir genauso ausdauernd klarzumachen versucht hatte, dass ich so ziemlich alles, was ich tun wollte, nicht tun könne, weil ich ein Mädchen sei. Viele der Einschränkungen waren zu meinem Schutz gedacht, aber es waren Einschränkungen.
Wenn ich sagte, ich wäre lieber ein Junge, meinte ich, dass ich die Welt bereisen können wollte, ohne befürchten zu müssen in einigen Ländern als minderwertig behandelt zu werden, weil ich ein Mädchen bin. Ich wollte nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein, vergewaltigt zu werden, wie das alleinreisenden Mädchen leider doch öfter zu geschehen schien. Ich wollte einfach eine Form haben, in der ich ich selbst sein kann und nicht auffalle und mit Extrarisiken rechnen muss, und es schien, dass das einfacher wäre, wenn ich kein Mädchen wäre.
Das waren soziale, gesellschaftliche, kulturelle Probleme - aber keine des biologischen Geschlechts per se.
Puppen fand ich eben totlangweilig. Das teile ich mit vielen anderen Mädchen.
In rosa hat mich ab dem Alter von 5 Jahren nicht mehr gesehen (und vorher selten).
Röcke und Kleider fand ich zu unpraktisch zum rennen und klettern.
Ich wollte gerne ein Reisender werden wie Old Shatterhand / Kara ben Nemsi, dafür habe ich geübt mit 13 - und war recht ungehalten über Hindernisse, die mir da in den Weg gelegt wurden, inklusive die der körperlichen Entwicklung.
Ja, ich hatte lange Zeit Probleme anzunehmen, dass ich weiblich bin, aber nur wegen dem, was andere damit verbunden haben und mir aufzwingen wollten
Und offenbar haben etliche Jungen vergleichbare Probleme. Einfach weil sie ein paar andere Interessen haben als die Mehrheit der Jungen. Oft weil sie den Eindruck haben, dass Mädchen ständig bevorteilt werden und es überhaupt viel einfacher haben.
Mir ist die Absurdität dieses Missverständnisses erst klargeworden, als mir ein Mann von mir wissen wollte, ob das nicht viel schöner und leichter als Frau sei. Da konnte ich ihm ein ganz klares Nein geben.
Was mich die meiste Zeit gekostet hat, war den "Mädchen-Mädchen", die mit Begeisterung alle Klischees über Frauen erfüllen nicht konstant mit tiefster Verachtung zu strafen, weil ihre Schminksucht und ihr ganzes Getue mir als ebenfalls Mädchen quasi den Ruf ruiniert.
Wenn ein Junge Röcke tragen möchte, heißt das keineswegs, dass er sexuelle Identitätsprobleme hat, aber es heißt, dass er festgestellt hat, dass um niedliche Röcke tragende Kinder manche Erwachsenen viel mehr Getue machen. Er möchte, dass man von ihm entzückt ist und wenn man das durch einen Rock bekommt, dann her mit dem Rock! Ich vermute stark in einem Land wie Sudan dürfte kaum ein Junge das Verlangen haben, in einen blauen Sack mit Gitter vor den Augen gesteckt zu werden - das bringt ja keine Vorteile. Wenn ein Mädchen keinen Rock tragen mag, heißt das oft: Jetzt nimm mich mal ernst mit meinen Fähigkeiten, mir stinkt das Getue und ach-wie-hübsch, mit dem ich eingesperrt werde, jetzt vergiss den äußerlichen Schrott und sieh mich als Person!
Diese Botschaften wären ernst zu nehmen: dass viele kleine Jungen sich nicht um ihrer selbst willen geliebt fühlen und mehr Aufmerksamkeit wollen und dass viele kleine Mädchen in ihren Fähigkeiten mehr anerkannt werden wollen. Die Aussage ist meistens ganz simpel: "Ich möchte so gut behandelt werden, wie ein Mann/eine Frau." Und was jemand als "gut" empfindet, variiert eben.
Das verheerendste ist, statt auf diese Signale zu hören und zu geben, was so ein Mensch braucht und tatsächlich sucht, dann gleich mit OP und den entsprechenden Verstümmelungen und massiver Hormontherapie eine Hilfe zu bringen, die gar keine ist und das eigentliche Problem belässt.
Es ist die gleiche Verirrung, wie auf die Aussage "ich möchte sterben" mit der freundlichen Beseitigung der Person zu reagieren, obwohl diese doch nur Angst vor drohenden und bestehenden Umständen hat, denen sie sich nicht gewachsen fühlt. Als ob sich nicht fast jeder von uns schon einmal den Weltuntergang bitte in den nächsten 24 Stunden gewünscht hätte, um einen anderen unangenehmen Verhängnis zu entgehen.
Samstag, 16. Mai 2015
Meine Begegnung mit "Wiedersehen mit Brideshead"
In der letzten Zeit sind mir gleich Besprechungen des Buches/Films "Wiedersehen mit Brideshead" von Evelyn Waugh begegnet, und weil diese Filmserie tatsächlich etwas war, das mich mehr berührte als andere Filme, möchte ich das hier auch einmal festhalten.
Ich stieß´vor gut 20 Jahren am Samstagabend mit meinen Eltern bei der Suche nach irgendeinem brauchbaren Fernsehprogramm auf die erste Folge der Serie und irgendwie blieben wir daran hängen. Was meinen Eltern daran gefiel, kann ich nicht sagen. Ich mochte die beteiligten Charaktere und ich denke, ich mochte das Gefühl einer einer Welt, die mitten in der alltäglichen existiert und die vom Katholischsein durchdrungen ist. Keiner der Charaktere ist ganz heil und außer Cordelia gelingt es, glaube ich, niemanden, seine Glaubensüberzeugungen mit dem Gelebten ganz in Einklang zu bringen und trotzdem ist da etwas spürbar, das größer ist, das tragen kann und auffängt, wenn man den Halt verliert. In allem Scheitern scheint immer noch eine Hoffnung da zu sein, und der zentrale Raum, in dem sie fühlbar ist, ist die Hauskapelle, die Charles zu Anfang der Geschichte betritt.
Ich denke, es war dieser Film aus dem in mir die innere Gewissheit reifte, dass gleich welche Stürme toben, gleich wieviele sich vom Glauben abwenden und zum Spielball auf den Wellen des Zeitgeistes werden, es ein unzerstörbares Herz des katholischen Glaubens gibt, weil irgendwo jemand in einer abgelegenen dunklen Kapelle oder Kirche den Berührungspunkt mit der Unendlichkeit gefunden hat und betet.
Ein Danke dem Autor und der wohl sehr guten Verfilmung. Ich bezweifle eher, dass die neuere Filmversion von 2008 Ähnliches vermittelt.
Ich stieß´vor gut 20 Jahren am Samstagabend mit meinen Eltern bei der Suche nach irgendeinem brauchbaren Fernsehprogramm auf die erste Folge der Serie und irgendwie blieben wir daran hängen. Was meinen Eltern daran gefiel, kann ich nicht sagen. Ich mochte die beteiligten Charaktere und ich denke, ich mochte das Gefühl einer einer Welt, die mitten in der alltäglichen existiert und die vom Katholischsein durchdrungen ist. Keiner der Charaktere ist ganz heil und außer Cordelia gelingt es, glaube ich, niemanden, seine Glaubensüberzeugungen mit dem Gelebten ganz in Einklang zu bringen und trotzdem ist da etwas spürbar, das größer ist, das tragen kann und auffängt, wenn man den Halt verliert. In allem Scheitern scheint immer noch eine Hoffnung da zu sein, und der zentrale Raum, in dem sie fühlbar ist, ist die Hauskapelle, die Charles zu Anfang der Geschichte betritt.
Ich denke, es war dieser Film aus dem in mir die innere Gewissheit reifte, dass gleich welche Stürme toben, gleich wieviele sich vom Glauben abwenden und zum Spielball auf den Wellen des Zeitgeistes werden, es ein unzerstörbares Herz des katholischen Glaubens gibt, weil irgendwo jemand in einer abgelegenen dunklen Kapelle oder Kirche den Berührungspunkt mit der Unendlichkeit gefunden hat und betet.
Ein Danke dem Autor und der wohl sehr guten Verfilmung. Ich bezweifle eher, dass die neuere Filmversion von 2008 Ähnliches vermittelt.
Samstag, 28. März 2015
Wem nützt es? Fortsetzung in Limburg
«Wir haben ein Gutachten eines Kirchenrechtlers mit dem Ergebnis, dass der Bischof als Letztverantwortlicher in der Verwaltung und der Vermögensverwaltung Entscheidungen getroffen hat, die zu Vermögensschäden geführt haben», sagte der Apostolische Administrator für das Bistum Limburg, Weihbischof Manfred Grothe, der «Frankfurter Rundschau» (Donnerstag).
Limburg will jetzt vor das römische Kirchengericht und scheint einen Prozess gegen seinen ehemaligen Bischof zu erhoffen Wundervoll in die Presse lanciert genau vor Palmsonntag, um durch die verschiedenen Empörten so richtig toll von der Karwoche und Ostern abzulenken, könnte man fast meinen. - Eine andere wirklich bittere Meldung hat das so schmackhafte Skandälchen aber von den Titelseiten verdrängt und konfrontiert uns alle mit dem grausamen Tod Unschuldiger.
Dennoch frage ich mich, was man in Limburg mit der angestrebten kirchlichen Verurteilung noch erreichen will. Befriedigung irgendwelcher Rachegelüste? Ich meine, der Bischof ist ja nicht mehr Bischof von Limburg sondern hat jetzt eine recht unbedeutende Stelle an der römischen Kurie inne.
Ein grausiges Spießrutenlaufen und öffentliche Diffamierungen (zum Teil auch ganz ungerechtfertigte) musste der Bischof auch schon über sich ergehen lassen.
Mit was möchte man ihn denn noch strafen? Welchen Sinn können weitere Verurteilungen eigentlich noch haben? Soll er jetzt mit dem, was er an Privatvermögen hat, haftbar gemacht werden? Von seinem derzeitigen Gehalt kann er bestimmt keine riesigen Bußbeträge erstatten - es ist wohl auch nicht zu erwarten, dass er eben dazu von der Rota verurteilt wird.
Er mag ja unkluge Entscheidungen bei den Limburger Baumaßnahmen getroffen haben, die zu mindestens 3-4 Millionen höheren Kosten geführt haben. Und tatsächlich, auch wenn gut 20 Leute, die das hätten verhindern müssen und sollen und können das nicht getan haben, er hat als Bischof letztendlich die Verantwortung, andererseits, er hat sich ja nicht persönlich daran bereichert.und man kann wohl auch nicht behaupten, der Bischöfliche Stuhl sei durch all dies finanziell ruiniert worden.
Dann ist es auch schon sehr befremdlich, dass alle die Nicht-Letztverantwortlichen sich bequem herausreden, sie hätten das aus Respekt vor dem Bischofsamt getan bzw. ja nicht getan, was sie hätten tun müssen. Das aus dem Mund von Personen, die kein Problem hatten, den Bischof gegenüber Presseleuten geisteskrank und anderes zu nennen. - Klar doch, sehr respektvoll.
Was also will man noch erreichen?
Jedem ist klar, dass so ein Prozess, wenn er überhaupt ernsthaft eine Grundlage haben sollte, dafür sorgen wird, dass das Ansehen der katholischen Kirche weiter geschädigt wird. Denn jenseits aller reell verhandelten Dinge, wird es wieder zu vielen Beschuldigungen kommen. Schlimmer noch, das Ganze macht auf den, der es von außen mitverfolgt einen Eindruck von Hass und Unversöhnlichkeit. - Durch das erste wird wieder einmal massiv von der Beschäftigung mit dem Evangelium abgelenkt, durch das letztere wird die christliche Botschaft in den Augen der Öffentlichkeit in ihr Gegenteil pervertiert.
Wem nützt das Ganze also? Was soll noch erreicht werden?
Samstag, 31. Januar 2015
Kommen Tiere in den "Himmel"?
Da der Begriff "Himmel" zu missverständlich ist, sollte es besser heißen: Wird es in der Ewigkeit auch Tiere geben, insbesondere welche, die wir gern hatten?
Es gibt darauf eine Antwort, die sowohl theologisch akzeptabel sein dürfte UND trauernden Tierfreunden eine Hoffnung gibt UND noch gut für das geistliche Leben der betroffenen Menschen ist.
Die Antwort, die man von theologisch Gebildeten meistens hört, ist:
Tiere haben keine unsterbliche Seele, daher gibt es für sie kein ewiges Leben. Christus ist gestorben, damit für den zum Ebenbild Gottes geschaffenen Menschen der Weg in die Ewigkeit geöffnet ist.
Das ist vollkommen richtig so. Ohne Jesus Christus, wäre der Himmel auch für alle Menschen verschlossen und wir bräuchten nicht über ewiges Leben zu spekulieren.
Tiere stehen auf einer anderen Stufe der Schöpfungsordnung. Sie haben zwar Gefühle und Intelligenz, das eine mehr, das andere weniger; sie haben sogar eine gewisse Ethik innerhalb ihrer eigenen Gruppe, aber die Beziehung zu Gott (Religion) ist für sie irrelevant. In dem Sinne begehen sie auch keine Sünden. Sie verhalten sich auch manchmal bewusst moralisch ungut (ihrer eigenen Tier-Ethik entsprechend, unsere menschliche zählt nicht für sie), aber das hat eine andere Relation. Wie die ganze Schöpfung brauchen auch sie Erlösung - Paulus erwähnt den Fakt einmal -aber diese Erlösung steht wie der erlösungsbedürftige Zustand in Abhängigkeit vom Menschen.
Um zu verstehen, wie es für Tiere möglich sein könnte, Eingang in die Ewigkeit zu finden, muss man zuerst begreifen, was die Position des Menschen in dieser Frage ist:
Der Mensch gelangt nur in die Ewigkeit, wenn er den Tausch vollzieht, der seinen Ausdruck im Ritus der Taufe findet. Die Taufe hat viele Aspekte, auf die ich hier nicht eingehen will. Aber eines, das Wichtigste und die Grundlage für alles andere, ist, dass mit dem Bundesschluss der Taufe, der Getaufte nicht mehr einfach er selbst ist sondern Teil der Person Christi Getaufte leben nicht mehr ihr eigenes Leben, das unweigerlich zum Tod führt - das haben sie Jesus übereignet -, sie haben dafür einen Anteil am Leben Jesu erhalten. (Wie sie damit umgehen, ist leider oft ein langes trauriges Kapitel.)
Die Aufgabe des Getauften ist es, in Verwirklichung des geschlossenen Bundes, in der Gottesebenbildlichkeit zu wachsen. Das "Erbe" das damit geschenkt ist, ist der vollkommene Anteil an der göttlichen Macht, den göttlichen Fähigkeiten und der Einheit des göttlichen Willens.
Gott ist es, der Leben gibt. Wenn er will, dass etwas lebt, lebt es und der Tod kann es nicht zurückhalten. Logisch folgt daraus, dass wenn wir in dem erwachsen werden, was uns in der Taufe geschenkt ist, wir wohl auch - ganz in Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters, alles andere ist dann undenkbar - die Macht haben, dem, was uns untergeordnet ist (und nach Genesis ist das die Tier- und Pflanzenwelt) Leben zu verleihen.
Über die Ewigkeit können wir nur spekulieren, aber immer in Anbetracht unserer Unkenntnis über die Details der Ewigkeit können wir wohl davon ausgehen, dass wir durch den Anteil an der Gottheit Christi, den wir erhalten, auch den Tieren und Pflanzen, denen ein Teil unserer Liebe gehört, Leben verleihen können. Warum nicht? Gott sah, dass alles, was er geschaffen hatte, gut war, heißt es in Genesis. Für die Tier- und Pflanzenwelt ist das keine Willens- und Entscheidensfrage in Bezug auf Gott, sie können unsere Freunde sein, die einfach Freude am Dasein haben.
Leider haben wir allerdings keine Macht und Autorität, das gleiche anderen Menschen zu geben; hier stoßen wir auf die Schranken von deren Willensfreiheit und deren Beziehung oder Nichtbeziehung zu Gott.
Woraus folgt: sich für das Seelenheil anderer Menschen einzusetzen, ist eine große Herausforderung, denn alles hängt einmal von deren eigener Entscheidung ab - während das potentielle Dasein und Wohlsein geliebter tierischer Wesen in der Ewigkeit von unserer eigenen Entscheidung in Bezug auf Gott abhängt. Wenn wir in der Liebesbeziehung der Dreieinigkeit sind, kann vieles daraus Leben erhalten.
Mittwoch, 19. November 2014
HINTERGRÜNDE UND ÜBERLEGUNGEN ZUM BEFREIUNGSDIENST (EXORZISMUS) Teil 3: Wer braucht nun einen Exorzismus?
Diese Frage ist gar nicht so
einfach zu beantworten.
Nach der Erfahrung vieler
Exorzisten sind es oft gar nicht die Menschen, die meinen, sie bräuchten Hilfe
auf diesem Gebiet. D.h. oft liegen
Symptome vor, die auf eine außergewöhnliche diabolische Belästigung hindeuten
könnten, aber bei genauerer Diagnostik stellt sich dann heraus, dass es sich
stattdessen um psychische Probleme handelt. Diese Betroffenen sind darüber oft
schwer enttäuscht, da ihr Leidensweg nun doch nicht relativ schnell und
effektiv beendet werden kann; Exorzismen können sich zwar über Monate
hinziehen, psychische Problem aber über Jahrzehnte hinweg oder lebenslang
bestehen.
Viel häufiger sind die Fälle, die
sich ihres Problems gar nicht bewusst sind. So berichtet ein US-amerikanischer
Priester, dass bisher keiner der Fälle, die ihm durch das Bistum zugeschickt
wurden, ein authentischer Fall war. Dennoch hat er reichlich zu tun. Er lädt
nämlich Menschen, die ihm – ob nun in Gesprächen, auf Treffen oder bei der
Beichte - begegnen und die Probleme
erwähnen, die durchaus auch ihre Ursache im dämonischen Bereich haben können,
ein, doch einen Termin zu einer speziellen Segnung zu vereinbaren. Viele nehmen das Angebot an. Er empfiehlt
vorher, bei einem anderen Priester zu beichten, damit der Boden auch
entsprechend bereitet ist. Im Verlauf des Termins, der auch durch eine
Helfergruppe von Gebet begleitet wird, unterhält man sich zunächst entspannt,
bis es nach einer Reihe vorbereitender Gebete auch der kleine Exorzismus von Leo XIII gesprochen wird, bei dem es dann
für viele sehr überraschend zu Manifestationen kommt.
Dabei muss es sich durchaus nicht
immer gleich um spektakulärere Formen handeln, die mit einer deutlichen Persönlichkeitsveränderung
einhergehen. Manchmal zeigt sich die Belastung nur darin, dass der Betroffene,
der aufgefordert ist, still für sich eine kurze Andacht zur Muttergottes zu
halten, wobei er/sie sich das Marienbild
aussucht, dem er/sie persönlich am meisten verbunden ist, ihm selbst unerklärlich
völlig außerstande ist, sich auf diese Andacht zu konzentrieren.
Hat sich der Verdacht bestätigt,
dass es sich hier um außergewöhnliche diabolische Belästigungen handeln könnte,
werden nach diesem ersten diagnostischen Termin weitere – gewissermaßen
therapeutische vergeben. Bis zu diesen erhält die betroffene Person allerdings
Hausaufgaben. Es gilt dem unerwünschten Eindringling den Aufenthalt möglichst
unangenehm zu machen und dazu gehört eine entschieden christliche
Lebensführung. Es wird dringend angeraten
-
wöchentlich besser täglich an der heiligen Messe
teilzunehmen
-
monatlich besser wöchentlich zu beichten
-
täglich persönlich und wenn möglich mit der Familie zu
beten: Bibellesung, inneres Gebet, Rosenkranz, Litanei zum kostbaren Blut
-
alles zu meiden, was der katholischen Lehre
widerspricht, insbesondere esoterische und spiritistische Praktiken aller Art
(diesen wird auch bei den folgenden Exorzismen explizit widersagt) und auch
jede Form illegitimer sexueller Beziehungen (den Wesen um die es hier geht, ist
es völlig gleichgültig, was der eine oder andere Theologe für barmherzigen
Umgang hält, sie kennen die geistlichen Konsequenzen allen Handelns und nutzen
sie rücksichtslos aus)
Außer diesen diagnostisch schwierigen Fällen gibt es dann noch die relativ eindeutigen Fälle, die bisher in Europa eher in dessen Süden bekannt sind, bei denen es zu schlichtweg unerklärlichen Vorkommnissen kommt, die dann gewöhnlich auch von der ganzen Familie bestätigt werden können.
Montag, 3. November 2014
Hintergründe und Überlegungen zum Befreiungsdienst (Exorzismus) - Teil 2: Diagnostik
Wie bei allen Leiden, deren Ursachen Parasiten aller Art sind, ob nun Viren, Bakterien, Würmer oder deren psychischen und geistigen Äquivalente, ist es in vielen Fällen so, dass bevor etwas behandelt werden kann, zunächst einmal ermittelt werden muss, was zu behandeln ist.
Zum einen wäre die Grundabgrenzung zu treffen, ob es sich nun um eine körperliche Erkrankung (-> Arzt), eine psychische Erkrankung (-> Psychiater/Psychologe) oder ein geistig-geistlichen Parasitenbefall (-> Exorzist) handelt. Schon diese Abgrenzung ist nicht einfach, denn manche Symptome können ihren Ursprung in allen drei Bereichen haben. Ist zum Beispiel die Ursache psychisch, aber das Symptom körperlich, spricht man von psychosomatischen Erscheinungen, was bedeutet, dass die körperlichen Symptome nicht geheilt werden können, solange die psychischen Probleme nicht angegangen werden.
Innerhalb eines jeden Bereiches braucht es dann eine zusätzliche Differentialdiagnostik. Als Beispiele:
Wird das Kopfweh durch Nackenverspannung, Gallenprobleme, Nierenprobleme, Sehstörungen, Vergiftungen, Tumore oder noch anderes hervorgerufen?
Hat die depressive Verstimmung ihren Ursprung in einem akuten Verlust oder gestörten biochemischen Prozessen oder besteht infolge eines Traumas usw?
Ist die außergewöhnliche diabolische Belästigung die Folge von Beschäftigung mit Okkultem oder einer Verwünschung; ist es überhaupt eine Besessenheit, eine Umsessenheit, eine Oppression oder eine Belästigung geringerer Art?
Wie geht man also vor? Zunächst sucht man den Spezialisten auf, der nach allgemeiner Erfahrung für eine Problem zuständig ist.
Läuft die Nase und steigt das Fieber ist der Arzt die vermutlich richtige Anlaufstelle. Leidet man schon immer oder nach einem Unfall/Trauma an einengenden Phobien (Ängsten) könnte der Psychiater die erste Adresse sein. Gibt es ziemlich unerklärliche Vorkommnisse (oft fällt es nur den Familienmitgliedern auf, manchmal den Betroffenen selbst), die sich so gar nicht einordnen lassen in Medizin und Psychologie, könnte ein Exorzist gefragt sein.
Jeder der drei Bereiche hat auch diagnostische Verfahren. Beim Arzt lässt man Blutbilder machen oder röntgen. Psychologen haben auch Testverfahren, ob z.B. der Rorschachtest noch aktuell ist, weiß ich nicht, ich kenne mich auf diesem Gebiet nicht hundertprozentig aus. Der Exorzist hat den formalen Exorzismus, der sich, was viele nicht wissen, auch zur Diagnostik eignet. Allen gemeinsam ist die Anamnese: sie lassen sich vom Leidenden schildern, was ihn denn alles bedrängt, um sich ein vorläufiges Bild machen zu können und geeignete fortführende Diagnostik zu betreiben.
Und allen gemeinsam ist wohl auch das Erstgespräch, bei dem festgestellt wird, ob der Leidende auch den richtigen Adressat gewählt hat. Exorzisten gibt es nicht viele und ihre Zeit ist kostbar, darum übernehmen für diese gewöhnlich Helfer mit medizinischen und psychologischen Grundkenntnisse die Vorgespräche, so dass möglichst nur die authentischen Fälle oder die, die es sein könnten, einen Termin bekommen.
Zum einen wäre die Grundabgrenzung zu treffen, ob es sich nun um eine körperliche Erkrankung (-> Arzt), eine psychische Erkrankung (-> Psychiater/Psychologe) oder ein geistig-geistlichen Parasitenbefall (-> Exorzist) handelt. Schon diese Abgrenzung ist nicht einfach, denn manche Symptome können ihren Ursprung in allen drei Bereichen haben. Ist zum Beispiel die Ursache psychisch, aber das Symptom körperlich, spricht man von psychosomatischen Erscheinungen, was bedeutet, dass die körperlichen Symptome nicht geheilt werden können, solange die psychischen Probleme nicht angegangen werden.
Innerhalb eines jeden Bereiches braucht es dann eine zusätzliche Differentialdiagnostik. Als Beispiele:
Wird das Kopfweh durch Nackenverspannung, Gallenprobleme, Nierenprobleme, Sehstörungen, Vergiftungen, Tumore oder noch anderes hervorgerufen?
Hat die depressive Verstimmung ihren Ursprung in einem akuten Verlust oder gestörten biochemischen Prozessen oder besteht infolge eines Traumas usw?
Ist die außergewöhnliche diabolische Belästigung die Folge von Beschäftigung mit Okkultem oder einer Verwünschung; ist es überhaupt eine Besessenheit, eine Umsessenheit, eine Oppression oder eine Belästigung geringerer Art?
Wie geht man also vor? Zunächst sucht man den Spezialisten auf, der nach allgemeiner Erfahrung für eine Problem zuständig ist.
Läuft die Nase und steigt das Fieber ist der Arzt die vermutlich richtige Anlaufstelle. Leidet man schon immer oder nach einem Unfall/Trauma an einengenden Phobien (Ängsten) könnte der Psychiater die erste Adresse sein. Gibt es ziemlich unerklärliche Vorkommnisse (oft fällt es nur den Familienmitgliedern auf, manchmal den Betroffenen selbst), die sich so gar nicht einordnen lassen in Medizin und Psychologie, könnte ein Exorzist gefragt sein.
Jeder der drei Bereiche hat auch diagnostische Verfahren. Beim Arzt lässt man Blutbilder machen oder röntgen. Psychologen haben auch Testverfahren, ob z.B. der Rorschachtest noch aktuell ist, weiß ich nicht, ich kenne mich auf diesem Gebiet nicht hundertprozentig aus. Der Exorzist hat den formalen Exorzismus, der sich, was viele nicht wissen, auch zur Diagnostik eignet. Allen gemeinsam ist die Anamnese: sie lassen sich vom Leidenden schildern, was ihn denn alles bedrängt, um sich ein vorläufiges Bild machen zu können und geeignete fortführende Diagnostik zu betreiben.
Und allen gemeinsam ist wohl auch das Erstgespräch, bei dem festgestellt wird, ob der Leidende auch den richtigen Adressat gewählt hat. Exorzisten gibt es nicht viele und ihre Zeit ist kostbar, darum übernehmen für diese gewöhnlich Helfer mit medizinischen und psychologischen Grundkenntnisse die Vorgespräche, so dass möglichst nur die authentischen Fälle oder die, die es sein könnten, einen Termin bekommen.
Mittwoch, 29. Oktober 2014
Hintergründe und Überlegungen zum Befreiungsdienst (Exorzismus) - Teil 1: Nicht Magie, nicht Aberglaube sondern Gebet
Das erste große Missverständnis, dem man im Internet gewöhnlich begegnet, wenn man Informationen zum Exorzismus sucht und dabei oft nicht etwa auf katholischen Webseiten sondern auf denen von Leuten landet, die sich mit diversen spiritistischen oder schamanischen Praktiken beschäftigen, ist dass, das es sich um irgendwie magische Worte großer Macht handelt, eine Art magische Formel mit besonderer Effizienz.
Das mag mit daher rühren, dass die Originalfassung des Exorzismus wie bis vor nicht allzu langer Zeit alle grundlegenden Texte im Bereich der katholischen Kirche (in der aber mittlerweile auch Bischöfe und Kardinäle kaum noch des Lateinischen in fließender Form oder manchmal auch nicht so fließender mächtig sind) im Original in Latein geschrieben ist und bis zur Liturgiereform nach dem Vaticanum II auch wohl nur in dieser Sprache verwendet wurde. Latein wird aber auch bei denen, die sich in Magie versuchen, doch recht gerne verwendet.
Nun kann man besonders im Blick auf die doch sehr vereinfachenden Übersetzungen vieler liturgischer Texte in das Deutsche (in anderen Sprachen mag es ähnlich sein), in denen bewusst auf eine möglichst große Ähnlichkeit mit dem Original verzichtet wurde, durchaus zu der Auffassung kommen, dass die deutsche Sprache nun doch deutlich weniger ausdruckskräftig als die lateinsiche ist. Aber das ist ein Irrtum, nur auf einzelne Ausdrücke mag es zutreffen, aber das ist bei jeder Übertragung von einer Sprache in die andere der Fall. Da der Exorzismus in den letzten Jahrzehnten im deutschen Sprachraum offiziell sowieso eher selten genutzt wurde und viele schon dachten, dieses Überbleibsel vergangener Zeiten sei völlig irrelevant, weicht auch die Übersetzung ins Deutsche vom Latein nicht elementar ab. Man hielt es nicht für nötig, sie vereinfachen (unter Überbordwerfen so manchen Inhalts oder eigenwilliger Neuformulierung von Inhalten wie bei anderen Texten).
De facto ist es letztendlich gleichgültig, in welcher Sprache der Exorzismus gebetet wird. Es ist ein Gebet, keine magische Formel. Die Worte, die darin verwendet werden, sind das Resultat von Erfahrungen und darauf basierenden Überlegungen, wie das Gemeinte möglichst genau ausgedrückt werden kann. Und natürlich, in der katholischen Kirche gilt die Regel, sich bitte an die Vorgabe zu halten, weil die auch für den Beter die größte Sicherheit bietet. Andererseits gibt es ja auch außerhalb der katholischen Kirche Menschen, die gelegentlich Exorzismen beten, anders formulieren und auch helfen können.
Es reicht auch nicht aus, einfach die Worte zu kennen und zu sprechen. Der Exorzist kann sich für sein Gebet auf die Ermächtigung durch seinen Bischof berufen und so die Autorität der ganzen Kirche in Anspruch nehmen, deren Sprecher er ist, wenn er es betet. Dennoch ist es auch für ihn angeraten, sich besonders um ein intensives Gebetsleben, ein Leben mit Sakramenten und den Tugenden und eine integere Lebensführung in allen Aspekten zu bemühen. In der Taufe sind wir Teil Christi geworden, in seiner Autorität wird dort gehandelt, darum sollten die Ausübenden ihm auch aufs engste verbunden sein. Es zählt mehr, wer jemand in Christus ist denn welche Worte er spricht.
Viele halten generell die Überzeugung, dass es geistliche Mächte (Engel, Dämonen) gibt für Aberglauben. Das ist allerdings eine starke Pauschalisierung und Ausweitung dessen, was Aberglaube eigentlich meint. Gibt es nämlich einerseits einen Mangel an religiöser Praxis, der auf Mangel an Glauben basiert, so gibt es auch ein Zuviel religiöser Praxis, das zum Glauben noch dazu erfindet. Dieses Zuviel ist der Aberglaube.
Zum Beispiel: Beim Betreten der Kirche bekreuzigen wir uns mit Weihwasser, um uns daran zu erinnern, dass wir uns durch die Taufe gestorben sind und Jesus in uns lebt, ein Akt des Erinnerns und der Kontemplation. Ein Mangel dabei könnte sein, dass man das Weihwasser nicht beachtet oder gedankenlos das Kreuz schlägt. Aberglaube wäre es, wenn das Bekreuzigen mit dem Weihwasser zur magischen Handlung wird, dessen Unterlassung oder falsche Ausführung sofort dramatische Konsequenzen hat.
Ob es Engel und Dämonen gibt, ist eine Glaubensfrage (keine absolut grundlegende wie die Dreifaltigkeit Gottes und die Erlösung durch Jesus Christus, aber dennoch eine Glaubensfrage). Der Mangel an Glauben sagt da nein. Der Aberglaube hält sie oft für mächtiger als Gott selbst und nimmt Zuflucht zu magischen Ritualen, mit denen er sich vor ihnen zu schützen versucht.
Der Exorzismus per se also ist ein Gebet. Keine Magie, keine abergläubische Schutzformel sondern ein Gebet. Allerdings in seiner Vollform ein Gebet, das nur den dazu explizit ermächtigten Personen vorbehalten ist, da es in dieser Form den Geistwesen einen Befehl erteilt, und das ist eine Konfrontation, der man als nur für sich stehende Person gewöhnlich nicht gewachsen ist; die Beschränkung auf einen kleinen Personenkreis ist darum als Schutz für alle gedacht.
KLEINE REIHE MIT HINTERGRÜNDEN UND ÜBERLEGUNGEN ZUM BEFREIUNGSDIENST (EXORZISMUS)
EINLEITUNG
Im Zusammenhang mit der nun
beendeten außerordentlichen Synode zur
Situation der Familie soll unter anderem geäußert worden sein, die einen
hätten sich mehr an der Lehre orientiert, die andern mehr am Leben. Damit wurde
implizit der Eindruck erweckt, dass das, was sich aus der Lehre und was sich
aus dem Leben ergibt, im Widerspruch zueinander stünden. Quasi, da sei eine
Lehre, die auf abstrakten Überlegungen aufbaue und da sei die Wirklichkeit, aus
der sich unausweichliche Entscheidungen ergäben, die anders sind als die
Konsequenzen der Lehre.
Dem ist bereits widersprochen
worden.
Dem muss auch weiterhin klar und
entschieden widersprochen werden.
Nun gibt es ein sehr aus dem
öffentlichen Bewusstsein verdrängtes Feld, das gerade sehr klar bestätigt, wie
lebenswirklich die Lehre tatsächlich ist.
Allerdings ist dies ein Bereich
des Lebens, dessen Existenz in der Tat von einer sehr großen Anzahl von
Menschen, die sich dabei gewöhnlich den Errungenschaften der Aufklärung
verpflichtet sehen, in der Theorie geleugnet wird: Es handelt sich hier um die
Grundfrage, ob zu Gottes Schöpfung auch die Geistwesen gehören, die man
gewöhnlich als Engel und - näher die Engel spezifizierend, die im Widerspruch
zur Schöpfungsordnung leben – Dämonen bezeichnet, und weiterhin, ob diese
Einflüsse ausüben können, die direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen
haben.
Tatsächlich gibt es sogar einen Abzweig der Theologie und Philosophie, der sich „Angelologie und Dämonologie“
nennt. Die Erwägungen, die dort gemacht werden, sind in erster Linie
philosophischer Natur und befassen sich unter anderem mit dem Wesen des Bösen.
Die ausführlichste sehr alte philosophische Abhandlung, die mir zu diesem Thema
bekannt ist, ist von Anselm von Canterbury. Aus welchem Grund auch immer werden
aber als Ausgangsquellen der Argumentation meist nur die Aussagen des hl.
Augustinus (nicht so konsequent durchargumentiert und eher als Erläuterung
gedacht zum philosophischen Hintergrund Platons und seiner Schüler im Vergleich
zu den christlichen Auffassungen) und
des hl. Thomas von Aquin (sehr viel jünger) benannt.
Das Praxisfeld, in dem man
allerdings sehr „lebenswirkliche“ Erfahrungen sammelt, ist der Dienst der
Befreiung (von den außergewöhnlichen Folgen der Begegnung mit den so oft
geleugneten Mächten) der in der römisch-katholischen Kirche der Dienst des
Exorzisten ist.
Nun gibt es eine Reihe von
Büchern, die sich für jeden zugänglich mit der Materie befassen. Relativ weit
verbreitet ist zum Beispiel „Ein Exorzist erzählt“ von Don Gabriele Amorth.
Dennoch gibt es im Zusammenhang
mit diesem Dienst einige Fragen, die auch durch solche Lektüre nicht unbedingt
beantwortet werden und die wichtig sind, um zu die Vorgänge besser zu
verstehen. Andere wiederum haben nicht die Zeit oder Laune, deswegen ein ganzes
Buch zu lesen, hätten aber gerne doch ein paar Verständnisfragen schnell
geklärt. Ich hoffe dem mit dieser kleine Reihe entgegenzukommen.
Was ich nicht tun werde, ist
explizit auf die Details des Exorzismus einzugehen. Das ist nur relevant für
die, die mit diesem Dienst beauftragt sind und denen eine gründliche
theoretische (Schulung) und praktische (Assistenz bei erfahrenen Exorzisten)
Ausbildung ohnehin dringend anzuraten ist.
Dienstag, 28. Oktober 2014
Versuchungen
Das Original steht hier.
In der Ansprache zum Abschluss der III Generalversammlung der Außerordentlichen Bischofssynode äußerte sich Papst Franziskus wie folgt zu Versuchungen, die für die bestehen, die auf der und um die Synode herum fleißig über Verschiedenes diskutierten:
"- Die Versuchung der feindlichen Erstarrung: Das ist der Wunsch, sich im Geschriebenen einzuschließen und sich nicht von Gott überraschen lassen wollen, vom Gott der Überraschungen, dem Geist. Im Gesetz einschließen, in der Sicherheit dessen, was wir wissen und nicht dessen, was wir noch lernen und erreichen müssen. Das ist die Versuchung der Eifrigen, der Skrupulösen, der sogenannten "Traditionalisten" und auch der Intellektualisten.
- Die Versuchung des zerstörerischen Gutmenschentums, das im Namen einer falschen Barmherzigkeit die Wunden verbindet, ohne sie zuvor zu behandeln; dabei handelt es sich um ein Symptom, nicht um Gründe oder Wurzeln. Es ist die Versuchung der "Gutmenschen, der Ängstlichen und auch der so genannten "Progessiven und Liberalen".
- Die Versuchung, Steine in Brot zu verwandeln um ein langes, schweres und schmerzhaftes Fasten zu beenden (Lk 4:1-4).Eine weitere Versuchung: Brot in Steine zu verwandeln und sie auf die Sünder zu werfen, die Schwachen und die Kranken (Joh 8:7) und ihnen so unerträgliche Lasten aufzubinden (Lk 11:46).
- Die Versuchung, vom Kreuz herunter zu steigen, um den Menschen zu gefallen, und nicht dort zu bleiben um den Willen des Vaters zu erfüllen; sich vor dem Geist der Weltlichkeit zu verbeugen anstatt sich zu reinigen und vor dem Geist Gottes zu verneigen.
- Die Versuchung, das "depositum fidei" zu vernachlässigen und sich selber nicht als Hüter, sondern als Besitzer und Herren zu verstehen oder andererseits die Versuchung, die Realität zu vernachlässigen und eine einengende Sprache zu benutzen und so zu sprechen, dass man viel redet und nichts sagt!"
Vielleicht ein wenig unglücklich gewählt, dass es mit einer Kritik, der zu sehr im Legalismus und Buchstabendenken Verhafteten beginnt, da leider auch oft die, die zur Begründung ihrer Position sich auf bestehnde Regeln beziehen, ungerechterweise so eingestuft werden und inzwischen hoch empfindlich auf jede mögliche derartige Unterstellung reagieren.
Doch zur Balance wird auch gleich das nächste Extrem benannt, das Barmherzigkeit völlig falsch versteht und darum nicht in der Lage ist zu heilen sondern eiternde lebensgefährliche Wunden produziert durch seinen fehlgeleiteten Therapieansatz.
Ganz so extrem wie in beiden Fällen benannt ist wohl niemand.
Der Inhalt wird dann jeweils in drei bzw. zwei Beispielen noch einmal vertieft, wobei sich auch die Reihenfolge der beidgenannten Extreme verändert.
Insgesamt also einfach eine Benennung dessen, was man nun wirklich vermeiden sollte und nichts das in seiner - für Papst Franziskus üblichen - Balanciertheit geeignet wäre, um es nun dem "feindlichen Lager" um die Ohren zu hauen.
Vielleicht in der Hoffnung, alle Beteiligten zu einem christlicheren Umgang miteinander zu bewegen?
In der Ansprache zum Abschluss der III Generalversammlung der Außerordentlichen Bischofssynode äußerte sich Papst Franziskus wie folgt zu Versuchungen, die für die bestehen, die auf der und um die Synode herum fleißig über Verschiedenes diskutierten:
"- Die Versuchung der feindlichen Erstarrung: Das ist der Wunsch, sich im Geschriebenen einzuschließen und sich nicht von Gott überraschen lassen wollen, vom Gott der Überraschungen, dem Geist. Im Gesetz einschließen, in der Sicherheit dessen, was wir wissen und nicht dessen, was wir noch lernen und erreichen müssen. Das ist die Versuchung der Eifrigen, der Skrupulösen, der sogenannten "Traditionalisten" und auch der Intellektualisten.
- Die Versuchung des zerstörerischen Gutmenschentums, das im Namen einer falschen Barmherzigkeit die Wunden verbindet, ohne sie zuvor zu behandeln; dabei handelt es sich um ein Symptom, nicht um Gründe oder Wurzeln. Es ist die Versuchung der "Gutmenschen, der Ängstlichen und auch der so genannten "Progessiven und Liberalen".
- Die Versuchung, Steine in Brot zu verwandeln um ein langes, schweres und schmerzhaftes Fasten zu beenden (Lk 4:1-4).Eine weitere Versuchung: Brot in Steine zu verwandeln und sie auf die Sünder zu werfen, die Schwachen und die Kranken (Joh 8:7) und ihnen so unerträgliche Lasten aufzubinden (Lk 11:46).
- Die Versuchung, vom Kreuz herunter zu steigen, um den Menschen zu gefallen, und nicht dort zu bleiben um den Willen des Vaters zu erfüllen; sich vor dem Geist der Weltlichkeit zu verbeugen anstatt sich zu reinigen und vor dem Geist Gottes zu verneigen.
- Die Versuchung, das "depositum fidei" zu vernachlässigen und sich selber nicht als Hüter, sondern als Besitzer und Herren zu verstehen oder andererseits die Versuchung, die Realität zu vernachlässigen und eine einengende Sprache zu benutzen und so zu sprechen, dass man viel redet und nichts sagt!"
Vielleicht ein wenig unglücklich gewählt, dass es mit einer Kritik, der zu sehr im Legalismus und Buchstabendenken Verhafteten beginnt, da leider auch oft die, die zur Begründung ihrer Position sich auf bestehnde Regeln beziehen, ungerechterweise so eingestuft werden und inzwischen hoch empfindlich auf jede mögliche derartige Unterstellung reagieren.
Doch zur Balance wird auch gleich das nächste Extrem benannt, das Barmherzigkeit völlig falsch versteht und darum nicht in der Lage ist zu heilen sondern eiternde lebensgefährliche Wunden produziert durch seinen fehlgeleiteten Therapieansatz.
Ganz so extrem wie in beiden Fällen benannt ist wohl niemand.
Der Inhalt wird dann jeweils in drei bzw. zwei Beispielen noch einmal vertieft, wobei sich auch die Reihenfolge der beidgenannten Extreme verändert.
Insgesamt also einfach eine Benennung dessen, was man nun wirklich vermeiden sollte und nichts das in seiner - für Papst Franziskus üblichen - Balanciertheit geeignet wäre, um es nun dem "feindlichen Lager" um die Ohren zu hauen.
Vielleicht in der Hoffnung, alle Beteiligten zu einem christlicheren Umgang miteinander zu bewegen?
Montag, 27. Oktober 2014
Wo sind sie hin, die Kardinaltugenden?
Während hier so allgemein die Diskussion über die Synode zur Familie durch Presse und Internet tobte, war ich in der vergangenen Woche in Rom, um einmal wieder bei einer Konferenz in Rom, auf der alle so voll beschäftigt waren, dass keiner auch nur von den Vorgängen um die Synode redete.
Völlig unabhängig davon kamen durchaus Themen zur Sprache, die einen gewissen Beitrag zur laufenden Diskussion leisten könnten - so aus ganz praktisch-pastoraler Sicht. Es ging nämlich um den Dienst, der von denen in Anspruch genommen wird, die unter "außergewöhnlichen diabolischen Belästigungen" leiden. Verschiedene Priester schilderten ihre Praxiserfahrungen und mehrere erwähnten, dass man es bei den Personen, die in irregulären Beziehungen leben und daran nichts ändern wollen, es auch gleich lassen kann, ihnen helfen zu wollen: die Verursacher oben genannter Belästigungen lassen sich nun einmal nicht entfernen, wenn das Leben der Opfer nicht eine - wie sie ca. 2000 Jahre betrachtet wurde, bis das seit kurzem als überholt gelten soll - sehr überzeugende christliche Lebensführung annehmen.
Ob sich das als Argument anführen lässt? Schwierig die meisten glauben ja, dass es diese Dinge auch nicht gibt.
Jedenfalls ging es auf der Konferenz auch um den laufenden Seligsprechungsprozess von P. Amantini, der demnächst zum Abschluss kommen wird. Der Vortragende setzte auseinander, was dabei geprüft wird und es wurden sehr explizit die theologischen Tugenden - Glaube, Hoffnung, Liebe - als auch ein Leben genannt, indem die Kardinaltugenden sichtbar werden: iustitia, temperantia, prudentia und fortitudo.
Wenn das die 4 Angelpunkte sind, an denen sich alles Tun (und Schreiben) messen lassen sollte, sieht es in weiten Teilen ja nicht so gut aus.
Wie ich ja weiter oben im Text schon angedeutet habe, halte ich aufgrund zahlreicher praktischer Erfahrungen, die viele schon gemacht haben, ganz und gar nichts davon, Dinge die in sich schwere Sünden sind und die Ausübenden in sehr ernste Schwierigkeiten bringen können, plötzlich als lobenswert und positiv erachten zu sollen. Aber zu denen, die gerade das vorantreiben wollen, sage ich heute nichts.
Und ich habe durchaus Verständnis, dass alle, die man gewöhnlich "konservativ" nennt, allmählich sehr besorgt sind, was den derzeitigen Papst und die künftige Wahrung der katholischen Lehre angeht. Damit mache ich ganz explizit keine Aussage darüber, was der Papst nun wirklich denken mag, denn ich stehe da auch vor einem Rätsel. Vielmehr erinnert es mich ein wenig an die Situation, als mein Bruder (10 Jahre) mir (12 Jahre) mitteilte, Mama habe ihn überhaupt und sowieso viel lieber als mich, das habe sie ihm gesagt. Und so teilen uns ja gewisse Leute seit Monaten schon mit, unser "Papa" liebe alle, die endlich die Moral der Kirche völlig über den Haufen werfen wollen, weil das barmherzig sei und werde es denen, die begründen wollen, warum die in Frage stehenden moralischen Überzeugungen, noch so richtig eintränken, dass sie nur legalistisch und herzlos seien.
Damals hatte ich tatsächlich den Eindruck, dass die Indizien für die Behauptung meines Bruders sprächen, und habe erstmal auf meinem Zimmer geweint. Aber dann kamen mir Zweifel, weil mein Bruder es doch nicht immer so genau mit der Wahrheit nahm. Also habe ich meine Mutter gefragt - und sie hatte ihm nie so etwas gesagt.
Es ist erschreckend, wenn die Presse sich jetzt auf Meldungen stürzen kann, dass gewisse "konservative Kreise" (vorerst in Italien, aber ich kenne ja die Pappenheimer hier, da ziehen irgendwann welche nach) sich in apokalyptischen Szenarien ergehen, dass der jetzige Papst die Kirche ins Verderben ziehen werden.
Leute, ich glaube, alle die sich da sorgen, sollten einfach auch einmal den "Papa" ganz vertraulich (per Brief geht das ja) fragen, ob er sie wirklich nicht leiden kann. Es scheint ja so zu sein, dass ihm alle möglichen Leute herzzerreißende Briefe schicken, wie grausam sie von legalistischen Priestern und "Konservativen" behandelt werden - und sein mitleidiges Herz will den Unterdrückten helfen. Wie wäre es denn, ihm keine Lehrabhandlung, was er alles falsch macht, zu schicken, sondern auch ganz persönlich zu schildern, wie es einem das Herz zerreißt, wenn man als jemand, der die Kirche und die Gebote Jesu liebt, ständig von vielen Priestern, manchen Bischöfen und jetzt anscheinend auch noch vom Papst selbst als dumm und herzlos hingestellt wird, wenn jemand, der sich um das Seelenheil anderer sorgt, ständig als unbarmherzig dargestellt wird und einfach darzulegen, dass die ungerecht so Titulierten gerne auch einmal von ihrem "Papa" beschützt würden und sehen würden, dass der zu ihnen steht? Wenn es sich dann erweisen würde, dass Mitgefühl nur zu haben ist, wenn man sich von den bisherigen Lehrmeinungen der Kirche abwendet, dann wäre öffentlicheres Handeln gefragt.
Doch zornige Angriffe und mehr oder weniger verzweifelte Attacken und Beleidigungen werden die bestehenden und ständig wiederholten Vorurteile und Vorverurteilungen sicher nicht zum Besseren wenden.
Klugheit, Mäßigung, Mut und Fairness sind die Angelpunkte nach denen beurteilt werden wird, wie sehr der Glauben wirklich gelebt und geliebt wird.
Völlig unabhängig davon kamen durchaus Themen zur Sprache, die einen gewissen Beitrag zur laufenden Diskussion leisten könnten - so aus ganz praktisch-pastoraler Sicht. Es ging nämlich um den Dienst, der von denen in Anspruch genommen wird, die unter "außergewöhnlichen diabolischen Belästigungen" leiden. Verschiedene Priester schilderten ihre Praxiserfahrungen und mehrere erwähnten, dass man es bei den Personen, die in irregulären Beziehungen leben und daran nichts ändern wollen, es auch gleich lassen kann, ihnen helfen zu wollen: die Verursacher oben genannter Belästigungen lassen sich nun einmal nicht entfernen, wenn das Leben der Opfer nicht eine - wie sie ca. 2000 Jahre betrachtet wurde, bis das seit kurzem als überholt gelten soll - sehr überzeugende christliche Lebensführung annehmen.
Ob sich das als Argument anführen lässt? Schwierig die meisten glauben ja, dass es diese Dinge auch nicht gibt.
Jedenfalls ging es auf der Konferenz auch um den laufenden Seligsprechungsprozess von P. Amantini, der demnächst zum Abschluss kommen wird. Der Vortragende setzte auseinander, was dabei geprüft wird und es wurden sehr explizit die theologischen Tugenden - Glaube, Hoffnung, Liebe - als auch ein Leben genannt, indem die Kardinaltugenden sichtbar werden: iustitia, temperantia, prudentia und fortitudo.
Wenn das die 4 Angelpunkte sind, an denen sich alles Tun (und Schreiben) messen lassen sollte, sieht es in weiten Teilen ja nicht so gut aus.
Wie ich ja weiter oben im Text schon angedeutet habe, halte ich aufgrund zahlreicher praktischer Erfahrungen, die viele schon gemacht haben, ganz und gar nichts davon, Dinge die in sich schwere Sünden sind und die Ausübenden in sehr ernste Schwierigkeiten bringen können, plötzlich als lobenswert und positiv erachten zu sollen. Aber zu denen, die gerade das vorantreiben wollen, sage ich heute nichts.
Und ich habe durchaus Verständnis, dass alle, die man gewöhnlich "konservativ" nennt, allmählich sehr besorgt sind, was den derzeitigen Papst und die künftige Wahrung der katholischen Lehre angeht. Damit mache ich ganz explizit keine Aussage darüber, was der Papst nun wirklich denken mag, denn ich stehe da auch vor einem Rätsel. Vielmehr erinnert es mich ein wenig an die Situation, als mein Bruder (10 Jahre) mir (12 Jahre) mitteilte, Mama habe ihn überhaupt und sowieso viel lieber als mich, das habe sie ihm gesagt. Und so teilen uns ja gewisse Leute seit Monaten schon mit, unser "Papa" liebe alle, die endlich die Moral der Kirche völlig über den Haufen werfen wollen, weil das barmherzig sei und werde es denen, die begründen wollen, warum die in Frage stehenden moralischen Überzeugungen, noch so richtig eintränken, dass sie nur legalistisch und herzlos seien.
Damals hatte ich tatsächlich den Eindruck, dass die Indizien für die Behauptung meines Bruders sprächen, und habe erstmal auf meinem Zimmer geweint. Aber dann kamen mir Zweifel, weil mein Bruder es doch nicht immer so genau mit der Wahrheit nahm. Also habe ich meine Mutter gefragt - und sie hatte ihm nie so etwas gesagt.
Es ist erschreckend, wenn die Presse sich jetzt auf Meldungen stürzen kann, dass gewisse "konservative Kreise" (vorerst in Italien, aber ich kenne ja die Pappenheimer hier, da ziehen irgendwann welche nach) sich in apokalyptischen Szenarien ergehen, dass der jetzige Papst die Kirche ins Verderben ziehen werden.
Leute, ich glaube, alle die sich da sorgen, sollten einfach auch einmal den "Papa" ganz vertraulich (per Brief geht das ja) fragen, ob er sie wirklich nicht leiden kann. Es scheint ja so zu sein, dass ihm alle möglichen Leute herzzerreißende Briefe schicken, wie grausam sie von legalistischen Priestern und "Konservativen" behandelt werden - und sein mitleidiges Herz will den Unterdrückten helfen. Wie wäre es denn, ihm keine Lehrabhandlung, was er alles falsch macht, zu schicken, sondern auch ganz persönlich zu schildern, wie es einem das Herz zerreißt, wenn man als jemand, der die Kirche und die Gebote Jesu liebt, ständig von vielen Priestern, manchen Bischöfen und jetzt anscheinend auch noch vom Papst selbst als dumm und herzlos hingestellt wird, wenn jemand, der sich um das Seelenheil anderer sorgt, ständig als unbarmherzig dargestellt wird und einfach darzulegen, dass die ungerecht so Titulierten gerne auch einmal von ihrem "Papa" beschützt würden und sehen würden, dass der zu ihnen steht? Wenn es sich dann erweisen würde, dass Mitgefühl nur zu haben ist, wenn man sich von den bisherigen Lehrmeinungen der Kirche abwendet, dann wäre öffentlicheres Handeln gefragt.
Doch zornige Angriffe und mehr oder weniger verzweifelte Attacken und Beleidigungen werden die bestehenden und ständig wiederholten Vorurteile und Vorverurteilungen sicher nicht zum Besseren wenden.
Klugheit, Mäßigung, Mut und Fairness sind die Angelpunkte nach denen beurteilt werden wird, wie sehr der Glauben wirklich gelebt und geliebt wird.
Sonntag, 5. Oktober 2014
Auditur et altera pars
Bevor ich sonst etwas dazu äußere, wollte ich das offizielle Gebet für die Familiensynode hier einstellen, was nun getan ist. Vielleicht wäre es eine gute Idee, es immer zuerst zu beten, bevor noch irgendetwas zu der nun begonnenen Synode gesagt wird. In all den Diskussionen und Argumentationen, den wild aufgebauten Erwartungen und haarsträubenden Befürchtungen sollten wir nie vergessen, dass der Herr seine Kirche immer noch selbst leitet, dass er in den Getauften (und sogar in Nicht-Getauften) wirken kann und dass unser Gebet die wichtigste Mitwirkung ist, die wir leisten können, wenn es um kirchliche Neuausrichtung und Selbstbesinnung geht. Insbesondere brauchen die unser Gebet, die in so einer Synode anwesend sind, damit sie die Gnade bekommen, gut auf den Heiligen Geist zu hören, und wir sollten nie unterschätzen, dass der Heilige Geist sehr wohl in der Lage ist sich denen mitzuteilen, denen er sich mitteilen möchte. Auch wenn sie sich in eine Position verrannt haben sollten, die dem Willen Gottes zuwiderläuft.
Dann möchte ich ganz kurz (und paraphrasiert) auf das hinweisen, was Papst Franziskus in Evangelii Gaudium dargelegt hat, worauf man bei der Wahrheits- und Richtungsfindung in der Kirche achten sollte, wobei die vier Punkte NUR in ihrer Gesamtheit wirksam werden:
1) Es ist wichtig zu bewahren und es ist wichtig neue Wege zu finden. Wenn beides gegeneinander steht, ist das zu bevorzugen, das nicht in eine Sackgasse führt.
2) Es ist wichtig die Einheit zu wahren und es ist wichtig, Konflikte zuzulassen. Die Konflikte dürfen aber nicht die Einheit zerstören.
3) Es ist wichtig, sich den Realitäten zu stellen und es ist wichtig, neue Ideen zuzulassen und auzutesten. Letztendlich aber kann ein Ideengebilde nicht der Wirklichkeit aufgesetzt werden, wenn es ihr nicht gerecht wird.
4) Das Ganze ist wichtig und die Teile sind wichtig. Jeder ist zu würdigen, aber die Würdigung des Einzelnen darf nicht auf Kosten des Ganzen geschehen.
Diese vier Punkte sind in ihrer Kombination ein sehr gutes gutes Instrument zur Entscheidunsfindung und wir dürfen wohl vertrauen, dass jemand der sie ausformuliert, sich auch an Ihnen orientiert.
Und zuletzt: Wenn eine Diskussion gut geführt werden soll, müssen die Beteiligten ihre Meinung auch vollständig und mit den besten Begründungen, die sie finden können, vortragen können. Auch wenn klar zu sein scheint, gilt, dem andern sorgfältig zuzuhören: Auditur et altera pars.
Man siehe auch auf das Prozedere von Heiligsprechungen, bei denen jemand der Part des Advocatus Diaboli übertragen wird, um auch wirklich alle widersprechenden Argumente vorzutragen.
Ja, mir graust es auch, wenn jemand impliziert, dass es schon so gut wie entschieden sei, aus pastoralen Gründen Dinge zu entscheiden, die rein logisch betrachtet, Ehe und Eucharistie in Frage stellen und die allen Aussagen widersprechen, die wir in Texten prophetisch begabter Heiliger wie z.B. Hildegard von Bingen in ihren Visionen finden, weil Visionen heute nicht ernst genommen werden, die Konstrukte moderner Theologie dagegen sehr.
Aber ich vertraue auch, dass der Heilige Geist in der Kirche das letzte Wort hat, dass Papst Franziskus trotz aller Pastoralität und Einfachheit ein kluger Kopf und ein frommer Mensch ist und dass hier nach altehrwürdigen katholischen Prinzipien die Wahrheit gesucht und gefunden werden wird.
Beten wir alle dafür, wie es auch unsere Pflicht ist!
Dann möchte ich ganz kurz (und paraphrasiert) auf das hinweisen, was Papst Franziskus in Evangelii Gaudium dargelegt hat, worauf man bei der Wahrheits- und Richtungsfindung in der Kirche achten sollte, wobei die vier Punkte NUR in ihrer Gesamtheit wirksam werden:
1) Es ist wichtig zu bewahren und es ist wichtig neue Wege zu finden. Wenn beides gegeneinander steht, ist das zu bevorzugen, das nicht in eine Sackgasse führt.
2) Es ist wichtig die Einheit zu wahren und es ist wichtig, Konflikte zuzulassen. Die Konflikte dürfen aber nicht die Einheit zerstören.
3) Es ist wichtig, sich den Realitäten zu stellen und es ist wichtig, neue Ideen zuzulassen und auzutesten. Letztendlich aber kann ein Ideengebilde nicht der Wirklichkeit aufgesetzt werden, wenn es ihr nicht gerecht wird.
4) Das Ganze ist wichtig und die Teile sind wichtig. Jeder ist zu würdigen, aber die Würdigung des Einzelnen darf nicht auf Kosten des Ganzen geschehen.
Diese vier Punkte sind in ihrer Kombination ein sehr gutes gutes Instrument zur Entscheidunsfindung und wir dürfen wohl vertrauen, dass jemand der sie ausformuliert, sich auch an Ihnen orientiert.
Und zuletzt: Wenn eine Diskussion gut geführt werden soll, müssen die Beteiligten ihre Meinung auch vollständig und mit den besten Begründungen, die sie finden können, vortragen können. Auch wenn klar zu sein scheint, gilt, dem andern sorgfältig zuzuhören: Auditur et altera pars.
Man siehe auch auf das Prozedere von Heiligsprechungen, bei denen jemand der Part des Advocatus Diaboli übertragen wird, um auch wirklich alle widersprechenden Argumente vorzutragen.
Ja, mir graust es auch, wenn jemand impliziert, dass es schon so gut wie entschieden sei, aus pastoralen Gründen Dinge zu entscheiden, die rein logisch betrachtet, Ehe und Eucharistie in Frage stellen und die allen Aussagen widersprechen, die wir in Texten prophetisch begabter Heiliger wie z.B. Hildegard von Bingen in ihren Visionen finden, weil Visionen heute nicht ernst genommen werden, die Konstrukte moderner Theologie dagegen sehr.
Aber ich vertraue auch, dass der Heilige Geist in der Kirche das letzte Wort hat, dass Papst Franziskus trotz aller Pastoralität und Einfachheit ein kluger Kopf und ein frommer Mensch ist und dass hier nach altehrwürdigen katholischen Prinzipien die Wahrheit gesucht und gefunden werden wird.
Beten wir alle dafür, wie es auch unsere Pflicht ist!
Abonnieren
Posts (Atom)