Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.

Dominus conservet eum et vivificet eum

et beatum faciat eum in terra et

non tradat eum in animam inimicorum eius.

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Samstag, 28. März 2015

Wem nützt es? Fortsetzung in Limburg

«Wir haben ein Gutachten eines Kirchenrechtlers mit dem Ergebnis, dass der Bischof als Letztverantwortlicher in der Verwaltung und der Vermögensverwaltung Entscheidungen getroffen hat, die zu Vermögensschäden geführt haben», sagte der Apostolische Administrator für das Bistum Limburg, Weihbischof Manfred Grothe, der «Frankfurter Rundschau» (Donnerstag).

Limburg will jetzt vor das römische Kirchengericht und scheint einen Prozess gegen seinen ehemaligen Bischof zu erhoffen Wundervoll in die Presse lanciert genau vor Palmsonntag, um durch die verschiedenen Empörten so richtig toll von der Karwoche und Ostern abzulenken, könnte man fast meinen. - Eine andere wirklich bittere Meldung hat das so schmackhafte Skandälchen aber von den Titelseiten verdrängt und konfrontiert uns alle mit dem grausamen Tod Unschuldiger.

Dennoch frage ich mich, was man in Limburg mit der angestrebten kirchlichen Verurteilung noch erreichen will. Befriedigung irgendwelcher Rachegelüste? Ich meine, der Bischof ist ja nicht mehr Bischof von Limburg sondern hat jetzt eine recht unbedeutende Stelle an der römischen Kurie inne.
Ein grausiges Spießrutenlaufen und öffentliche Diffamierungen (zum Teil auch ganz ungerechtfertigte) musste der Bischof auch schon über sich ergehen lassen.
Mit was möchte man ihn denn noch strafen? Welchen Sinn können weitere Verurteilungen eigentlich noch haben? Soll er jetzt mit dem, was er an Privatvermögen hat, haftbar gemacht werden? Von seinem derzeitigen Gehalt kann er bestimmt keine riesigen Bußbeträge erstatten - es ist wohl auch nicht zu erwarten, dass er eben dazu von der Rota verurteilt wird.

Er mag ja unkluge Entscheidungen bei den Limburger Baumaßnahmen getroffen haben, die zu mindestens 3-4 Millionen höheren Kosten geführt haben. Und tatsächlich, auch wenn gut 20 Leute, die das hätten verhindern müssen und sollen und können das nicht getan haben, er hat als Bischof letztendlich die Verantwortung, andererseits, er hat sich ja nicht persönlich daran bereichert.und man kann wohl auch nicht behaupten, der Bischöfliche Stuhl sei durch all dies finanziell ruiniert worden.
Dann ist es auch schon sehr befremdlich, dass alle die Nicht-Letztverantwortlichen sich bequem herausreden, sie hätten das aus Respekt vor dem Bischofsamt getan bzw. ja nicht getan, was sie hätten tun müssen. Das aus dem Mund von Personen, die kein Problem hatten, den Bischof gegenüber Presseleuten geisteskrank und anderes zu nennen. - Klar doch, sehr respektvoll.

Was also will man noch erreichen? 
Jedem ist klar, dass so ein Prozess, wenn er überhaupt ernsthaft eine Grundlage haben sollte, dafür sorgen wird, dass das Ansehen der katholischen Kirche weiter geschädigt wird. Denn jenseits aller reell verhandelten Dinge, wird es wieder zu vielen Beschuldigungen kommen. Schlimmer noch, das Ganze macht auf den, der es von außen mitverfolgt einen Eindruck von Hass und Unversöhnlichkeit. - Durch das erste wird wieder einmal massiv von der Beschäftigung mit dem Evangelium abgelenkt, durch das letztere wird die christliche Botschaft in den Augen der Öffentlichkeit in ihr Gegenteil pervertiert.

Wem nützt das Ganze also? Was soll noch erreicht werden?








Donnerstag, 20. März 2014

Mainzer Zeitung setzt ihre Causa Tebartz mit fröhlichem Jagen auf Kardinal Müller fort

Dabei sah es erst ganz harmlos aus. So harmlos, dass ich sofort misstrauisch wurde, weil die Montagsausgabe sich in freundlicher Berichterstattung gegenüber Kardinal Müller erging, der seine Heimat in Mainz-Finthen anlässlich des 70. Geburtstags seines Bruders  besucht und dort einen Gottesdienst gefeiert hatte.
Die Mainzer AZ tut sich ja schon länger in Kirchenpolitik hervor, d.h. sie versucht es sich hervorzutun. Da das Merkmal des Blattes aber generell Artikel sind, die man nur verstehen kann, wenn man die Fernsehnachrichten des Abends oder andere - exaktere - Druckmedien verfolgt, weil gerne auf eine Darlegung des im Folgenden oft recht polemisch Diskutierten gern verzichtet wird, so dass der uneingeweihte Leser öfters verwirrt Rat im Internetz und bei Bekannten suchen muss, um was es denn nun überhaupt geht. Da dies also so ist, kann man sich die Qualität der kirchenpolitischen Beiträge vorstellen. Unter dem Label Limburg findet man Beispiele für einige dieser Werke, so die Referierung der Artikel eines kleinauflagigen Satiremagazins oder über die Wortäußerungen diverser Touristen, die Limburg besuchten, alles halbseitig und wortreiche Meldungen (Titelseite) die zum besten geben, dass man nichts zu berichten habe.
Seit man dann den vermeintlichen Coup landete mit dem Redaktionsgespräch mit Bischof Ackermann, bei dem dieser sich darstellte als hinge er nicht mehr dem christlichen Glauben an sondern einem promiskuitätsfördernden Fruchtbarkeitskult (alles ist gut und wertzuschätzen laut diesem - das Wort sträubt sich - Bischof: ob wechselnde Partnerschaften, außereheliche Beziehungen der meisten Art, nein nicht aller, wobei er allerdings nicht aufzeigte welche denn nicht - jedenfalls nach diesem Wasserschlag der Mainzer AZ, wollte man wohl gerne etwas draufsetzen und führte ein Interview mit Kardinal Müller.
Ausschnitte davon sind als Video hier zu finden.

Er habe an seiner Schule gelernt, dem Willigis-Gymnasium in Mainz, sagte der Kardinal unter anderem, wenn alle auf einen einschlügen auf dem Schulhof, solle man sich auf dessen Seite stellen. Es sei erschreckend wie man in Deutschland in den letzten Jahren nicht nur mit kirchlichen Personen umginge, gleich ob sie nun Fehler gemacht hätten oder nicht. (Schnitt im Video) Wie auch Bischof TvE in der Mainzer und Düsseldorfer Fastnacht behandelt worden sei, sei menschenunwürdig und das habe es leider auch schon in anderen Epochen gegeben, dass bestimmte Gruppen in Kabaretts und öffentlichen Veranstaltungen menschenunwürdig behandelt worden seien. Das habe nichts mehr mit Humor zu tun sondern sei Missbrauch der Fastnacht.

Leider nicht im Video, aber wohltuend fand ich den Satz, die Herren Zollitsch und Ackermann möchten doch einmal über die Bedeutung der Begriffe Kollegialität und Mitbrüderlichkeit nachdenken. (Leider kann ich den genauen Wortlaut nicht referieren, denn mein fußballbegeisterter Bruder ist leider vor mir an die Montagsausgabe der Zeitung gekommen ...)

Die AZ enthielt sich am Montag so gut wie aller Kommentare und das konnte nichts Gutes heißen. Wie schon geradezu erwartet, kam dann die große Abrechnung mit der Dienstagsausgabe:
"Müllers NS-Vergleich ist unerträglich".
Soweit ich weiß, ist das böse N-Wort in dem Interview ja gar nicht gefallen, es war allerdings von mehreren Epochen die Rede, in denen Menschen verunglimpft wurden. Sicherlich dürfte auch die NS-Zeit dazu zählen, aber man wird zahlreiche Beispiele finden, die auch einige hundert Jahre weiter zurückgehen. Natürlich meldet sich Wisiki zu Wort (das heißt nichts, dort hat man leider schon öfter dokumentiert, dass Textanalyse nicht zu den Stärken der paar hundert Mitglieder zählt). Der Mainzer Oberbürgermeister meine, der NS-Vergleich sei nicht statthaft - na ja, der Mann hatte wohl auch keine Zeit den Originaltext zu lesen. Johannes Gerster ereifert sich gar schröcklich, die Aussage sei nicht hinnehmbar - das Original kannte er wohl auch nicht, als er sich erregte (so sind sie leider die Politiker, schön öffetnlichkeitswirksam drauhauen, ist doch egal, ob es stimmt oder nicht).
Und dann haben wir noch Herrn Andreas Schmitt, Sitzungspräsident der Mainzer Fastnacht, der gerne als Ordinariatsmitarbeiter geannnt wird (er ist in der EDV), es sei "unfassbar den Urgedanken der Fastnacht mit Mesnchenjagd in der Nazizeit gleichzusetzen". - Also Herr Schmitt hat sich auch nicht die Mühe gemacht genau hinzulesen oder hinzuhören, denn genau das sagte doch der Kardinal, dass so etwas dem Urgedanken der Fastnacht widerspräche!! Somit ein Missbrauch desselben. Herr Schmitt sagt er habe es dreimal gelesen. Hmmm. Es soll ja Erkrankungen geben, bei denen man die Wörter zwar wahrnimmt aber den Inhalt nicht mehr erfasst. Hmmm. Andererseits wer hätte dann seine Fastnachtsvorträge geschrieben? Hmmm, hmmm, hmmm. Fromm fügte er hinzu, er bete für Fehlgeleitete, auch für Kardinal Müller.
Lesen zu können, scheint immerhin Kabarettist Lars Reichow, er formuliert vorsichtiger, was man tatsächlich aus den Worten des Kardinals herauslesen kann, allerdings - bitte - kann ihm jemand ein Buch über den katholischen Widerstand  im Dritten Reich schicken? Es muss doch sowas geben. Er meinte, der sei von vielen Menschen vermisst worden, der Widerstand. Von den Hunderten in KZs ermordeten Priestern und Ordensleuten und den Tausenden ebendort ermordeten Ehrenamtlichen scheint er nie etwas gehört zu haben. Nichts von P. Naab und dem Versuch mit Hilfe eines mutigen Verlegers ein kleines Gegengewicht zur Desinformation zu schaffen, wofür jener mutige Zeitungsmann, der gar nicht lange vorher zum katholischen Glauben konvertiert war, ermordet wurde. Ach, die Liste ist lang. Herr Reichow weiß nichts davon.
Herr Jürgen Dietz ist der Auffassung der Kardinal habe versucht, ihm einen Maulkorb anzulegen, dabei ist er nicht einmal erwähnt worden und es ist die Frage, ob er überhaupt kritisiert wurde.

Und seitdem überschlagen sich die Leserbriefschreiber über den "weltfremden" Kardinal, der die Mainzer Fastnacht nicht verstehe. Dabei hat er sie verstanden, aber leider scheinen deren Funktionäre vergessen zu haben, was sie einmal war: eine Möglichkeit, den Mächtigen einen Spiegel vorzuhalten? Wer ist denn mächtig? Ein Bischof, neu ernannt, der von manchen seiner Mitarbeiter unklug beraten von andern willentlich hintergangen und verleumdet wurde, der sein Amt derzeit nicht ausübt, über den landauf landab Lügen verbreitet wurden? Ja, es hätte da interessante Themen für die Mainzer Fastnacht gegeben: wie die Presseleute eine gewisse Badewannenfalschmeldung von einander abschrieben ohne einmal nachzuprüfen, ob sie stimmt. Wie die Auflage über die Wahrheit ging. Wie dem eigenen Machtrausch alles willkommen war, selbst Morddrohungen gegen die völlig unbeteiligte Familie des Bischofs. Wie viele öffentlich äußerten, ihnen sei völlig egal, ob der Bischof in Wirklichkeit völlig unschuldig sei, er müsse weg, dafür sei jedes Mittel recht? Eine Fundgrube für Fastnachtsvorträge, die Eigennutz, Selbstgerechtigkeit, Gier nach Ruhm und Auflage entlarven. - Aber was blieb: die x-te Auflage von der unwahren Badewannengeschichte. Kläglich!!!!




Dienstag, 19. November 2013

"Ablasshandel?" ?? - Limburg in Emanzipation von Rom?

Die von mir (*hust*) so geschätzte Mainzer AZ lässt einen Herrn Cuntz kommentieren, der meint,die Entscheidung des Hamburger Gerichts in Bezug auf den Bischof von Limburg sei ein Ablasshandel. Wozu die Limburger Katholiken (er meint wohl die Mehrheit der Gremientätigen und kirchlichen Mitarbeiter, keineswegs das gewöhnliche Volk nicht-be-amt-eter Laien) nicht bereit seien: keine Absolution nach Beichte und schon gar kein Ablass. (Schließlich ist man schon weit im Prozess der Protestantisierung - das sagt der Kommentator nicht).Klar sei es, dass der Bischof nicht zurückkann. Denn im Bistum habe man sich klar positioniert und schreibe Kirchengeschichte. (!!!) Man habe Rom die Entscheidung aus der Hand genommen und sich so als mündig erwiesen. Denn Glaube habe nichts mit Gehorsam zu tun sondern mit den eigenen Überzeugungen zu denen man stehe.

(In der Hoffnung dass der Wortlaut des Kommentars, Mainzer AZ vom 19.11.2013, S.2 links oben auch nach Rom gelange und man sieht, was hier los ist)

Samstag, 16. November 2013

Dokumentation der Berichterstattung der AZ Mainz im Fall Limburg (25. Oktober - 13. November)

Eigentlich gibt es ja nicht viel zu berichten. Der Generalvikar führt die Geschäfte. Das Gericht hat die eine Anklage noch nicht angenommen. Die Prüfungskommission der Bischofskonferenz prüft. Größere Zeitungen sind etwas nüchterner geworden, aber die Mainzer AZ lässt das Thema nicht vom Tisch. Man beachte die Öffentlichkeitsrelevanz der verschiedenen Mitteilungen auf der Titelseite.


25. Oktober 2013
Titelseite: Weihbischof Grothe von Paderborn sei "Chefermittler" in Sachen Baukosten - Ja, das musste natürlich auf die Titelseite.

28. Oktober 2013
Titelseite: Pfarrer Otto meint, man solle das "Symbol der Verschwendung" für Obdachlosenarbeit nutzen. - Auch das musste natürlich dringendst auf die Titelseite.
S. 6 "Der Fall des Bischofs und die Schuldfrage" - Vorbeugend zitiert man nochmals die Verleumdungen "krank" und "Betrüger" des Vermögensverwaltungsrates Riebel, der von seinem Nachfolger für seine Äußerungen kritisiert worden sei, aber der sei selber nicht lupenrein. Ein Fachanwalt für Strafrecht lässt durchblicken, vermutlich habe es keine Veruntreuungen von Geldern gegeben. Das hört die Zeitung gar nicht gern, wie es scheint und hofft, man könne wenigstens völlig überflüssige nutzlose Investitionen finden, die auch als Veruntreuung gelten könnten.

30. Oktober 2013
Titelseite: „Justiz uneins im Bischofsverfahren“ – Dissens zwischen Hamburger Staatsanwaltschaft und Gericht. Kardinal Lehmann meint, „vieles beschämt mich jetzt schon tief.“ (Hoffen kann man ja, dass er das unwürdige Benehmen vieler Limburger Kleriker und Mitarbeiter und einiger bischöflicher Mitbrüder ihn selbst eingeschlossen meint.) Aber man dürfe keinesfalls von Limburg auf Mainz schließen.

31. Oktober 2013
Titelseite: „Stadtdekan kritisiert Papst“ – Dekan zu Eltz findet es merkwürdig, dass nicht seinem Willen entsprochen wurde und der Papst den Bischof absetzte. Man vermutet „kirchenpolitische Hintergründe“.
S. 6 „Merkwürdige Entscheidung des Papstes“ – Dekan zu Eltz will „alles, was in meinen Kräften steht, dafür tun, dass auch die Verantwortlichen in Rom das einsehen“. (Wir können also wohl mit neuen Intrigen rechnen und weiterer Unglaubwürdigmachung alles Christlichen und Katholischen.)

9. November 2013
Titelseite: Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat den Strafbefehl gegen den Bischof nachgearbeitet.


13. November 2013
S. 6 "Ruf nach neuem Bischof wird laut" (tatsächlich? der wird jetzt laut?? rofl) - kurzer Artikel über die Podiumsdiskussion "Aufräumen nach dem Knall", die perfekt einseitig mit Bischofsgegnern besetzt war. Da gebe es halt keinen, der für den Bischof sprechen wolle, meint ein Herr Valentin. Oder wollte niemand bei dem Verriss mitmachen, der noch Ehre hat? (Das fragt die Zeitung natürlich nicht)

S. 30 "Höchste handwerkliche Qualität" - Beschreibung der Gebäude auf dem Limburger Domberg. Ach, die Gerüchte habe es gegeben, weil es von außen so schlecht einsehbar sei. Aber es gebe massive(!) Rundsäulen aus Kalk (scheint schlimm zu sein?) Das Bistum solle die Qualität des Ensembles anerkennen und es einer sinnvollen Nutzung zuführen. Da der Direktor des Architekturmuseums Frankfurt nur Lobendes zu sagen weiß, muss wenigstens noch schnell die berüchtigte Badewanne in den Artikel als Randerwähnung eingeschoben werden, ohne Nennung der wirklichen Kosten.

Irgendwie abhanden gekommen ist wohl die Ausgabe in der Generalvikar Rösch mit Kardinal Lehmann eine Spendenaktion oder so etwas eröffnet hat. Das war über eine halbe Seite wert. Oder war das in der Kirchenzeitung? Schwer zu sagen, in dem Fall übertrumpft die AZ gern die Kirchenzeitung mit solchen Meldungen.

Dokumentation der Berichterstattung der AZ Mainz im Fall Limburg (8.-24. Oktober)

In den überregionalen Zeitungen mag es ruhiger geworden sein, aber die kleine lokale Mainzer Allgemeine Zeitung führt weiterhin einen erbitterten Feldzug gegen Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst. Und das obwohl das Bistum Limburg gar nicht zu ihrem Erscheinungsgebiet zählt.
Gewöhnlich betreibt das Blatt Hofberichterstattung für den Mainzer Bischof und merkt dabei manchmal nicht, dass es ihn dadurch eher als Bischof und Kardinal diskreditiert: ein vollkommen verweltlichter Intellektueller und Lebemensch, der lieber Wein trinkt und Fussballspiele besucht als sich viel um diese unverständlichen Glaubensdinge zu scheren – ein ganz ungeistlicher Mensch wenn auch mit exzellenter theologischer Bildung, wenn man der Zeitung folgt, der den Genuss liebt und Askese jeder Art für unnötig hält.
Ich habe mir den Altpapierstapel meiner Eltern vorgenommen und liste das (vermutlich unvollständig) in seiner ganzen Bizarrität auf:

8. Oktober 2013
Titelseite: „Bischofsresidenz kostet 31 Millionen“ – Zitiert wird die lausige Informationspolitik, die in Limburg betrieben wurde und keine klaren Zahlen an die Öffentlichkeit gab und dass die allerersten Planungsentwürfe einmal 2 Millionen vorsahen. (Was allerdings bei Amtsantritt des Bischofs schon lange überholt war – wird natürlich nicht erwähnt.) Die Unterlagen gehen zur Prüfung an eine Kommission der Bischofskonferenz

9. Oktober
S. 3 „Entsetzen im Bistum über Kostenexplosion“ usw. – Konsequent wird der Gebäudekomplex als Bischofshaus bezeichnet. Pfarrer Otto gibt an mit über 20 Millionen gerechnet zu haben. Die Behauptungen des Vermögensverwaltungsrates (inzwischen als unwahr erwiesen) werfen ein sehr schlechtes Licht auf den Bischof bei allen. Pfarrer Otto empfiehlt dem Bischof den Rücktritt. Die Präsidentin der Diözesanversammlung, Schillai, unterstellt, die Ausgaben seien auf Kosten der Pfarreien geschehen. (Das ist nicht der Fall.)

10. Oktober 2013
Titelseite: „Strafbefehl gegen Bischof?“ – Es geht um den Strafantrag der Hamburger Staatsanwaltschaft wegen angeblich falscher eidesstattlicher Aussage. Es wird auch aufgebracht, der Bischof habe einen alten Bekannten mit einem Großauftrag bedacht. (Der Vorwurf wird nie mehr wiederholt, offenbar war alles doch legal.) Herr Riebel bezeichnet die Bistumsleitung als Mafia.
(Direkt daneben die Meldung über einen Missbrauchsfall, Kinder wurden unter Drogen gesetzt und 100-fach missbraucht, verdächtig ein Miglied der Grünen. Seitdem erschien in der Zeitung nichts Auffälliges mehr zu diesem Fall. Die Seiten wurden ja für größtenteils unerwiesene und teilweise erwiesen falsche Anschuldigungen gegen den Bischof von Limburg gebraucht. Wen interessierenn schon die Kinder? Außerdem ist die arme grüne Partei angeschlagen genug und sollte da nicht unnötig malträtiert werden oder so.)
S.6 „Großauftrag für einen alten Freund“ – Der Schreiner, der einen Auftrag für Einbaumöbel bekam, soll einmal Messdiener bei Tebartz van Elst gewesen sein. Etwas über eine Adventskranzaufhängung, deren Existenz später vom Architekten verneint wird. Herr Riebel vom Vermögensverwaltungsrat sieht einen strafrechtlichen Grenzfall, da gegen ein internes Satzungsrecht verstoßen worden sei, was nicht strafbar ist und man argumentieren könne, dass Vermögen lediglich umgeschichtet worden sei. Von den hohen Kosten habe er nichts gewusst. (Das wird bald durch von ihm unterzeichnete Protokolle des Vermögensverwaltungsrates widerlegt.)

11. Oktober 2013
Titelseite ganz groß: „Ein Bischof schwinde(l)t“- Es geht um den Antrag der Hamburger Staatsanwaltschaft und um eine Anschuldigung wegen Untreue bei den Baumaßnahmen. Domkapitular Geis legt dem Bischof den Rücktritt nahe, Erzbischof Zollitsch rät gleich zum Suizid und empört sich über die Bausumme und will sich in Rom für eine Entfernung des Bischofs einsetzen, zumindest hört es sich so an.
S. 2 Kommentar von Hennemann:  Es wird quasi behauptet, der Bischof habe Gelder für seinen Privatbedarf (Bau) zweckentfremdet. Die Aussage,  es sei ein bleibendes Gut für andere geschaffen worden, sei weltfremd, Vergleich mit einer Privatrenovierung für 30.000 Euro (reicht für einen Raum – nicht für 5 komplette Gebäude, lieber Kommentator). Angriff auf die hierarchische Struktur der Kirche allgemein, die so etwas hervorbringe.
S. 3 (komplett) „Das sündhaft teure Bischofshaus – Der Vatikan wird nervös – Kaum noch Rückhalt in der Kirche“ – Letzteres bezieht sich auf die Platitüden von Erzbischof Zollitsch (s.o.). Zweiteres behauptet, der Papst wird diesen Bischof nicht mehr lange halten wollen.  Und das erste: Die meisten Kosten gehen auf Ausfräsungen im Fels zurück. Das habe der Denkmalschutz nicht verlangt. (Na der nicht, aber wohl die Behörde, die das Stadtbild nicht durch 2 Stockwerke wie zuerst geplant gestört sehen wollte, was zur Planänderung mit einem Stockwerk und Unterkellerung führte.) Das Domkapitel distanziert sich laut Herrn Geis. (Ungeklärt ist, ob sie die Hälfte hatten streichen wollen, als der 2. Stock nicht mehr möglich war, was den schon begonnenen Bau sicherlich beeinträchtigt hätte in seiner ursprünglichen Zweckbestimmung.)


12. Oktober 2013
Titelseite: „Kirchenaustritte in Limburg“ – An einem Tag waren es 20 Leute. statt einer alle zwei Tage im Schnitt. Herr Riebel deklariert den Bischof zum Lügner und Feigling.
S. 2: „Schlaflos in Limburg“ – Teil der Glosse. Etwas über Fenster, die möglicherweise in Limburg eingebaut wurden, vielleicht auch nicht.
S. 5 „Schattenhaushalt in Limburg“ – Es wurden nur 2,5 Millionen Kirchensteuermittel beim Bau verwendet, stattdessen Eigenmittel. Also versteckt die katholische Kirche Reichtümer, wenn sie sich so einen Bau leisten kann, ohne auf Kirchensteuer zurückgreifen zu müssen. Ein Schattenhaushalt, der auf eine Stiftung des Fürsten von Nassau zurückgehe! Und ganz dubios, der Bischöfliche Stuhl hat dem Bistum zur Finanzierung Immobilien verkauft.

13. Oktober 2013
Titelseite: "Kassenprüfer wälzen Bistumsbücher":der Bischof hat Millionen ausgegeben (hört sich an, als sei es für ihn selbst gewesen, was nicht der Fall ist), die Kosten haben sich in wenigen Jahren vervielfacht (stimmt so nicht, sie wurden nur unvollständig kommuniziert), die Prüfungskommission der Bischofskonferenz hat Fachleute darangesetzt (von TvE selbst angefragt, bleibt unerwähnt), der "umstrittene" Bischof erhält keine Audienz beim Papst (davon waren ein paar Presseleute überzeugt wie es scheint), der Generalvikar habe Gelder einer Behinderteneinrichtung zum Kauf von Kunstwerken genutzt (insinuiert Missbrauch von Geldern)
S. 2: "Bischof mit dem Bade ausschütten?" - Glosse die auf die "freistehende Badewanne" mit Bezug nimmt, ohne zu erwähnen, dass die Pressemeldungen über die 15.000 Euro falsch waren, weil das Badezimmer nicht die Wanne soviel kostete
S. 3: "Generalvikar und die Kunst" - Das Behinertenheim hatte einen Sonderfonds über den der Generalvikar verfügte. Erselbst zahlte viel darin ein, eines seiner beiden Gehälter vollständig. Der Fonds sei voll, aber das Heim renovierungsbedürftig. Ein Teil des Fonds war in Kunst investiert worden (religiöse, z.B. in der Verwaltung des Stiftes aufgestellt), ein Teil sei nicht dort, aber es gebe wohl eine Inventarliste und der Generalvikar durfte über den Standort bestimmen. Der Sonderfonds wurde dann wieder in die Rücklagen überführt. - Tja, Pech gehabt, damit kann man dem Generalvikar nichts wollen außer Überschriften die Unterschlagung nahelegen, um im Text widerlegt zu werden.

14. Oktober 2013:
Titelseite: „Tebartz sucht Gespräch mit Papst. Immer neue Vorwürfe zu Baukosten.“ – Durch Bauschäden drohten Folgekosten von bis zu 10 Millionen (mittlerweile ist bekannt, dass die Summe eher ein Hundertstel davon betragen wird). Der Bischof habe nicht vor, den Rücktritt anzubieten.
S.6 „In Limburg schlägt’s 13“ – 150 Leute protestieren gegen den Bischof. Jemand hat die Uhr mittags 13x schlagen lassen (bei unserer Kirche wäre damit das Läutwerk verstellt und müsste neu gerichtet werden – vielleicht steht es da in Limburg besser).  Sie sind von außerhalb zusammengekommen. (Kriegen wir nächstens auch eine halbe Seite für Veranstaltungen mit 150 Personen?)

15. Oktober 2013
Titelseite: „Rückhalt für Limburgs Bischof schwindet“ – Bischof Ackermann lege den Amtsverzicht nahe. Eventuell werde Tebartz nicht zum Papst vorgelassen.
S.2 (Glosse) „Rasche Lösung nicht in Sicht“ – Der Architekt habe den Bischof mit schweren Anschuldigungen belastet (hat er ganz klar nicht). Über eine Absetzung durch den Papst wird spekuliert. Die Aussagen von Zollitsch und Ackermann werden wiederholt. Karrikatur über das „verlorene Vertrauen“.  P. Hagenkordt zieht Parallelen zu den Problemen in Slowenien (wo Geld verspekuliert wurde) und Afrika (wo manch Bistum keinen Tisch für 25.000 Euro kaufen könne).

16. Oktober 2013
S. 3“Papst muss Farbe bekennen – Die Transparenz kam über Nacht – Vermögensverwaltungsrat gerät ins Visier“ – Ein Theologe Beinert versichert, der Bischof könne nicht gehalten werden. Ein Müchner Jesuit mit Namen Seibel findet das auch. Baden-Württembergs Kretschmann wünscht den Rücktritt. Der BDKJ kündigt die Zusammenarbeit mit dem Bischof auf. Es gebe eine Welle von Kirchenaustritten. (keine Zahlen). Etliche Bistümer geben Informationen zu ihrem Besitzstand heraus. Es gibt Anzeigen gegen den Vermögensverwaltungsrat. Herr Riebel verflucht. Den Tag als er sein Ehrenamt übernahm. Das er aber sicherlich behalten werde. Er argwöhnt den Missbrauch von Bistumsmitteln.

17. Oktober 2013
Titelseite: „Einkaufsquartier nimmt Gestalt an, Kostenpunkt 220 Millionen“- oh, halt, es geht hier nicht um lächerliche 220 Millionen sondern um die 31 Millionen von Limburg, also: „Bistümer legen Finanzen offen“, Kardinal Lehmann hat nur ein Geahlt von 8652,34 Euro.
S. 2 „Die Geheimetats der Bistümer“ und „Der Strippenzieher des Bischofs“ – Es werden hauptsächlich Zahlen aus Mainz referiert. Das gelte als reich, aber da sei alles in Ordnung, der Bischof zahle sogar Miete nach Mietspiegel. Generalvikar Kaspar setzte gerne juristische Mittel ein. Und er beantwortet keine Presseanfragen. Ganz unverständlich.

18. Oktober 2013
Titelseite: „Zollisch verspricht „gute Lösung““ – Erzbischof Zollitsch ist zuversichtlich. Tebartz wird nicht zum Papst vorgelassen.
S.2 (Kommentar von Roeingh) „Unumkehrbar“ – Zeit endlich die kirchlichen Dotationen zu streichen
„Spießrutenlauf in Rom“ – Man bekommt den Gejagten einfach nicht vors Mikro und weiß nicht wann er mit wem spricht. Ob er wohl ein einfaches Zimmer oder eine Luxussuite bewohne?
Wisiki-Weisner gibt seinen Senf dazu
Herr Schüller ist sicher, dass die Unterteilung in 10 Bauprojekte rechtswidrig war.
„Warum der Staat die Kirchen bezahlt“ – Was der Staat heute zahlt, wird aufgeführt, nicht wieviel enteignet wurde und der Ursprung der Zahlungen ist.


21. Oktober 2013
S.6 "Bischofsknödel zu Mittag" - Es gab nichts zu berichten, also hat man Touristen und Geschäftsinhaber in Limburg interviewt und möglichst viele Schlagwörter wie "Protzbau" untergebracht ansonsten erfährt man etwas über Mittagsmenüs und Schaufensterauslagen in Limburg. - Prädikat: extrem "hoher" Informationswert

22. Oktober 2013
Titelseite: "Tebartz' Zukunft weiter offen - der "umstrittene" Bischof bekam doch eine Papstaudienz. Kardinal Meisner hatte eine davor. Bischof Bode meint, TvE könne nicht nach Limburg zurück. Zollitsch meint die Limburgsache sei negativ für die Kirche. In Limburg halte man sich bedeckt, aber man brauche einen Bischof für diverse Unterschriften und bei dem da, sei kein Vertrauen da.
S.2 "Der Fall des Bischofs" - Ein Herr Cuntz kommentiert, dass jetzt das Bistum weiter bangen muss und dass es für TvE nur noch Spießrutenläufe geben könne.
S. 4: "Rücktritt, Versetzung oder Ruhestand?" - Der Papst musste TvE anhören, auch wenn ihm das unlieb gewesen sei, aber er sei halt fair, ganz sicher verabscheue er die Limburger Prasserei, meint ein Herr Kaffsack und spekuliert über verschiedene Arten, den Bischof zu entfernen.

23. Oktober 2013
Es gibt eigentlich nichts zu berichten darum:
S. 6: "Spottlust trifft den Bischof" - Satiremagazine werden zitiert. (halbe Seite)

24. Oktober 2013
Titelseite:"Tebartz vorläufig außer Dienst" - Domdekan Geis hält eine Rückkehr des Bischofs für undenkbar. Prälat Wanka (auch Domkapitel) meint, er könne ja Pfarrer werden statt Bischof. Ansonsten weiß man nicht viel.
S.2: Kommentator Schröder meint "dieser Professor mit dem Hang zum Schönen und der Angst vor den Menschen (woher er das nur weiß?) hätte nie Oberhirte werden dürfen.

S.4 (ganze Seite) Spekulationen, nichts Neues. Weihbischof Löhr meint, man habe nie einen Dissens mit dem Bischof gehabt, aber da sei kein Vertrauen mehr. Warum wird nicht geklärt. Man wolle keine Spekulationen, Limburg sei zu protestantisch geworden. Dekan zu Eltz meint, die Medien hätten fair berichtet. (Aber sicher: Bis es zu Morddrohungen gegen die völlig unbeteiligte Familie des Bischofs kam.)

Freitag, 1. November 2013

Fazit von kath.net in der aktuellen Limburger Causa



Auf kath.net hat man sich die Mühe gemacht, den Ablauf, den Inhalt und die dabei jeweils verbreiteten Unwahrheiten in bisher SIEBEN Medienkampagnen gegen den Bischof von Limburg aufzulisten. Wobei in der jeweils nächsten Kampagne auch nachweislich falsche Behauptungen aus den vorhergehenden als Tatsachen wiederaufgegriffen wurden.

Man siehe zum Beispiel hier in der Kampagne III: "Für die hessischen Regionalzeitungen wäre es ein Leichtes gewesen, vor Ort die Lügengeschichten des SPIEGELS aufzuklären und richtigzustellen. Doch die heimischen Redakteure einschließlich ‚bild’, Hessischem Rundfunk und SWR folgten blind und im Gleichschritt dem kirchenfeindlichen Leitmedium aus Hamburg. Es wurden sogar neue Lügen zugefügt: Die Nassauische Presse erfand weitere 10 Autoren zu dem „Brandbrief“-Text, der als „Gesprächsimpuls“ von einem einzige Pfarrer unterzeichnet war. Hr-online log zu den zehn Phantom-Autoren noch 30 weitere Unterstützer hinzu. 

Der Sprecher des Limburger Priesterrats bedauerte und verurteilte diesen Kampagnen-Journalismus. Er versichert dem Bischof ausdrücklich die Loyalität des Priesterrats. "

Kampagne Nr. 4 vom Januar 2012 mit einem dümmlichen Plagiatsvorwurf, der in einer Rücktrittsforderung an den Bischof gipfelte war bisher ganz an mir vorübergegangen. Das war wohl so lächerlich, dass es  nicht wiederholt wurde.

Zum Lügenvorwurf: "Den bisher schrillsten Paukenschlag gegen den Bischof lieferte die ARD-Tagesschausendung vom 10. Oktober. Hintergrund: Der Limburger Oberhirte hatte nach der Veröffentlichung des SPIEGEL-Artikels zum Indienflug mindestens zwei Mal erklärt, dass er Erster Klasse geflogen sei und warum. Dem SPIEGEL-Journalisten gegenüber aber betonte er die Relevanz der kirchlichen Reise-Regelungen für den Indienflug: Der Bischof war bezüglich der Abrechnung mit der Kirche und entsprechend deren Richtlinien tatsächlich Business Class geflogen ist. In diesem Sinne hatte sich Tebartz-van Elst geäußert. Der SPIEGEL dagegen trennte die Bischofsaussage vom kontextuellen Bezug. Mit dieser unzulässigen Isolierung einer Aussage vom Kontext konstruierte auch die Staatsanwaltschaft eine Lüge. Damit sollte sie bei einem fairen Gericht nicht durchkommen."

Und das inzwischen, gerade nach den jüngsten Äußerungen von Stadtdekan zu Eltz recht offensichtliche Fazit für jeden, der die ganzen Verleumdungen nicht geschluckt hat und sich nicht von der wilden Lust der Bischofshatz mitreißen ließ: "Es geht um die Ausrichtung des Bistums an der kirchlichen Glaubens- und Sittenlehre. 
Hier schließt sich der Kreis: An diesen und weiteren Punkten kirchlicher Lehre und Disziplin standen bestimmte Kirchenleute im Bistum von Anfang an in Opposition zu Bischof und Kirche. Sie versuchten, mit Hilfe der Medien die Amts- und Lehr-Autorität des Oberhirten zu schwächen. Dazu nutzten sie Nebenschauplätze wie Dombergbebauung und Indien-Flug. Es ist offensichtlich, dass in kirchlicher Lehre und Disziplin einige Kräfte des Bistums eine andere Kirche wollen als der beauftragte Bischof als Wächter für Lehre und Disziplin der Kirche. Der Kern des „Limburger Konflikts“ ist der Kampf um die Ausrichtung des Bistums an der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche."

Samstag, 26. Oktober 2013

Die Dunkelheit über Limburg

Man nehme an, es gebe ein Bistum, das so heißt, weil es da genug Katholiken oder genug Fläche gibt, dass ein Bischof beauftragt ist, dort als oberster Hirte und Seelsorger zu wirken und dafür zu sorgen, dass die Gläubigen dort nicht etwa mangels Außenkontakten und mangels entsprechender theologischer Bildung oder in einigen traurigen Fällen mangels Glauben an Christus seitens ihrer Hirten vor Ort, nicht die Einheit mit allen Gläubigen derselben Kirche weltweit verlieren.
Man nehme an, die Leute, die sich dort Gläubige nennen sind es.
Man nehme auch an, dass sie gute Seelsorger haben, denen die Nachfolge Christi ein echtes Anliegen ist.

Was wird in einem solchen Bistum geschehen, wenn da ein Hirte auftaucht, der leider kein Hirte wäre?
Nun, ein Fallbeispiel kenne ich aus Skandinavien: Ein paar hundert Katholiken, verteilt über ca. 1000 Quadratkilometer, Anreise zur Sonntagsmesse bis zu mehrere Stunden, nächste Pfarreien noch ein paar Stunden weiter entfernt. Und der Pfarrer ist leider ein Schürzenjäger. - Nun, die Gemeinde arrangiert sich. Sie sorgt dafür, dass keine Frau das Pfarrhaus allein betritt und versucht auch sonstige Ausuferungen zu verhindern. Sie geht sogar bei dem Mann beichten. Wie einer der Gläubigen dort sagte: "Vielleicht lernt er dabei ja auch etwas." Man geht jedenfalls nicht zur regionalen Zeitungen, macht einen Aufstand und schreit, dass man aufgrund verspielten Vertrauens diesen Pfarrer nicht mehr ertrage.
Sicher auch keine in allem perfekte Gemeinde, aber eindeutig eine christliche, die es hoch schätzt, sonntags eine Messfeier zu haben, auch wenn der Zelebrant sehr unwürdig ist und die sich um seine Heiligung wenn auch weitgehend erfolglos bemüht und dabei etwas für ihre tut.

Was würde denn, sollte man meinen das Domkapitel eines Bistums tun, wenn der Bischof Fehler gemacht haben sollte? Vor allem, wenn noch nicht einmal geklärt ist, wie groß die Fehler waren und in welchem Zusammenhang sie geschahen. Eine Gruppe von Leuten, die als Priester ihrem jeweiligen Bischof Gehorsam versprochen haben und die noch vor nur noch einem Monat schriftlich versicherten, den Bischof "loyal und aufmerksam begleiten zu wollen". Wobei dieser danach kaum noch Zeit hatte, irgendetwas zu tun, weil kurz darauf eine Treibjagd losbrach, der im Wald kein Hase mehr entkommen wäre und das Amtieren des Bischofs unmöglich machte. (Einmal ganz abgesehen von inzwischen als lügenhaft dokumentierten Anschuldigungen seiner vermeintlichen Mitarbeiter, die er ohne Gegenanklagen hinnahm, wohl im Versuch eine Eskalation zu vermeiden.)

Nun, es würde, wenn es sich hier um echte Christen und Katholiken handeln würde, nicht sein bereits doppelt gegebenes Versprechen in Bezug auf den Bischof bedenkenlos brechen, um zu erklären, man wolle diesen Bischof sowieso nicht. Wobei sich insbesondere ein Herr in tiefdunkelrotem Pullover und kariertem Hemd hervortat, der wie ein lauerndes Raubtier mit am Tisch saß und angeblich ein Priester und Dekan war. Der Name stimmte ja. Aber das Verhalten und die Worte ließen nur noch zweifeln. Das war übrigens der Domdekan Johannes zu Eltz, der kurz darauf in einem Interview noch nachlegte und meinte, die meisten Bischöfe seien  vermutlich Narzissten und man brauche auch keine Bischöfe. Das sei alles überholt.
(Vor einigen Jahren galt dieser Mann als "konservativ". Zumindest wurde mir das mehrfach erzählt, begegnet bin ich ihm nie. Leute pilgerten zu ihm, die einen Segen von ihm in Sachen Befreiungsgebet wollten. - War es alles nur Farce? Eine Front, um vielleicht Nachfolger des damaligen Bischofs zu werden? Vor etwa 3 Jahren offenbarte er jedenfalls eine Gesinnung, die im Widerspruch zu der ihm zuvor zugesprochenen stand und forderte eine reformatäre Struktur der katholischen Kirche.)
Alle jedoch vermittelten den Eindruck von Kindern, denen man gerade das Lieblingsspielzeuge weggenommen hat und der Grund war, dass ihr Bischof noch nicht abgesetzt worden war.

Einen treffenden Bericht findet man hier.
Und wie schon mehrfach festgestellt wurde, wer gerne eine praktische Umsetzung von unbarmherzig, unpriesterlich, dialogverweigernd und unversöhnlich sehen möchte, der kann sich dieses Video antun, sofern er es noch nicht gesehen hat.

Was auch immer mit dem Bischof sein mag, hier ist die Dokumentation, dass die Probleme wohl kaum von ihm allein ausgehen, sondern möglicherweise von vornherein bei anderen lagen.

Auch sehr bedenklich ist im oben verlinkten Bericht der Welt, dass der Journalist angibt, dass es etliche Limburger Priester gibt, die Positives über ihren Bischof zu sagen wissen, die es aber offensichtlich nicht wagen, es öffentlich zu tun. Im Gegensatz zu seinen Kritikern, die stolz ihre Namen nennen. Wer also übt hier Angst und Schrecken und eine Meinungsdiktatur aus?

Und wer schadet durch seinen offen gelebten Widerspruch zu christlichen Grundeinstellungen der katholischen Kirche am meisten? Und hat eventuell auch die ganze Zeit lang die Presse mit verzerrten und Fehlinformationen gefüttert?






Dienstag, 22. Oktober 2013

Fehlwahrnehmungen sind korrigierbar

Nachdem ich schon einmal erzählte, wie mein Vater alle Skandalberichterstattung über den Bischof von Limburg kritiklos übernimmt, weil er nicht begreift, wie tief die Presse während seiner gut siebzig Lebensjahre gesunken ist in ihren Methoden, war dann gestern mein Bruder zu Besuch.
Als Plauderthema kam statt des Wetters gleich Limburg. "Na, wann muss er denn zurücktreten?" Keine Erregung, eher mildes Interesse. "Schließlich hat er ja gelogen." Ich erläuterte die Umstände etwas näher: es geht um kein Interview, sondern um eine Bemerkung, als ein Reporter heimlich mitfilmte, während er sich als Wegelagerer betätigte und die anders gemeint war, wobei man wissen müsse, dass da noch kurz vorher behauptet worden war, der Bischof habe First Class gebucht und bezahlt. Nein, Business class war es gewesen.
"Ach so. Ich dachte, erhätte behauptet economy. Na ja, ob jetzt Business class oder First class", war die gelassene Antwort.
Kurzer Hinweis über die 15.000-Euro-Badewanne, die nur 2500 kostete, die laut Architekt nicht vorhandene teure Adventskranzaufhängung und dass hier ohnehin nur aus der Luft gegriffene Behauptungen zum besten gegeben wurden.
"Ja, aber die Arbeiter haben doch von den vielen baulichen Änderungen erzählt, die er für seine Wohnung wollte."
Nun ja, meinte ich, das soll ja schon des öfteren vorkommen. Mein Bruder erinnerte sich wohl, wie er auf Befehl seiner damaligen Frau den schon gelegten teuren Parkettboden herausreißen und durch einen Teppichboden ersetzen ließ und andere Eskapaden und wechselte lieber das Thema."Ja, das hat ja auch gar nicht wesentlich zu den hohen Kosten beigetragen. Woher kommen die dann?"
Ja, da war zum Beispiel der Wunsch der Stadt Limburg, das Stadtbild bitte nicht durch einen zweistöckigen Bau zu verschandeln, dem das Bistum natürlich um Ärgernis zu vermeiden mit einer Bauplanänderung nachkam. Allerdings musste deswegen unterkellert werden, was man hatte vermeiden wollen, da die Kellerräume dummerweise teuer aus dem Fels herausgefräst werden mussten. Aber was tut man nicht alles, um Streit und Missstimmung zu vermeiden. Tja, und das der Bischof das einmal als Denkmalschutzauflage bezeichnete; er ist ja kein Fachmann und hatte wohl nicht parat, dass das mit dem Stadtbild jetzt kein Denkmalschutz war.
"Hmm. Ja, hört sich plausibel an. ABER, da wurden doch Grundstücke nur zum Nennwert an das Bistum Limburg und das Bistum Mainz verkauft! Das war doch ein riesiger Verlust."
"Nur wenn man nicht sieht, dass man die dann später einmal leichter zurückkaufen kann, wenn man wieder liquide ist und dass das eine günstige Form des Geldausleihens ist."
"Ach, klar. Und dadurch werden die Gebühren niedrig gehalten, die auf solche Transaktionen stehen und sich am Verkaufswert orientieren." (Damit hat er ja selbst so einige Erfahrung.)

Damit, Thema weitgehend geklärt.
Was könnte hier die Kirchenzeitung so exzellente Aufklärungsarbeit leisten. Was könnten hier die teuren deutschen katholischen Medienportale so gut alles richten und einen Widerpart zu den ganzen Lügen und Verleumdungen schaffen.
Aber sie tun es nicht.
Verdient gemacht hat sich hier hauptsächlich kath.net, wo man zuerst die Protokolle des Limburger Vermögensverwaltungsrates auftreiben konnte, um sie zu veröffentlichen und auch sonst so einige Richtigstellungen brachte, indem man z.B. den Architekten zu Wort kommen ließ und Falschmeldungen richtig stellte.
Die meisten Leser hier werden es wissen, aber vielleicht verirren sich andere hierher: kath.net wird von der deutschen katholischen Kirche in keiner Weise unterstützt. Es handelt sich um eine private Initiative, die mit sehr geringen Mitteln auskommen muss und sich auf das Engagement vieler Einzelner stützt. Nach etwas holprigen Anfängen hat man hier inzwischen ein recht gutes Presseniveau erreicht und findet die zuverlässigste kostenfreie Internet-Berichterstattung, was die katholische Kirche im deutschen Raum angeht. (meiner Meinung nach)

Da ich schon hier die Werbetrommel rühre (was mir nichts einbringt, außer der Verbreitung von gut recherchierten Tatsachen zu helfen), möchte ich auch auf Die Tagespost hinweisen, letzte überlebende katholische Wochenzeitung, die 3x in der Woche erscheint. Dort sind oft sehr fundierte Berichte zu aktuellen Themen zu finden, die anderswo untergehen.

Und für diejenigen, die ihren Horizont mit einem Magazin guter Bild-und Textqualität erweitern wollen, das Vatican-Magazin. Die Qualität dort spricht für sich. Es hilft, wenn man einem Bekannten, den das interessieren könnte, ein Jahresabo schenkt. Meistens wird es verlängert und manchmal macht er/sie dann das gleiche bei guten Freunden. Wobei oft nicht die aktuellen Artikel das beste sind sondern die allgemeinen Reportagen, Diskussionen und Bildberichte.

Samstag, 19. Oktober 2013

Nachtrag: Achtung der Wahrheit (KKK 2488 - 2492

"Das Recht auf Mitteilung der Wahrheit ist nicht bedingungslos. Das Leben ist nach dem Gebot der Nächstenliebe des Evangeliums auszurichten. Diese Liebe verlangt, daß man in der konkreten Situation abschätzt, ob es angemessen ist oder nicht, die Wahrheit dem zu sagen, der sie wissen will."
Eine Bitte um Wissen oder Mitteilung muß stets mit Nächstenliebe und Achtung vor der Wahrheit beantwortet werden. Das Wohl und die Sicherheit anderer, die Achtung des Privatlebens oder die Rücksicht auf das Gemeinwohl sind hinreichende Gründe, etwas, das nicht bekanntwerden soll, zu verschweigen oder sich einer diskreten Sprache zu bedienen. Die Pflicht, Ärgernis zu vermeiden, fordert oft strenge Diskretion. Niemand ist verpflichtet, die Wahrheit Personen zu enthüllen, die kein Recht auf deren Kenntnis haben."

usw.

Es folgen Ausführungen zum Gebrauch der Massenmedien (2493- 2499).
Wer die dort möglichen Verstöße gegen die Wahrheit gelistet haben will, lese es durch und nehme sich dann Zeitungsberichte zu Limburg vor, wo er Beispiele in Hülle und Fülle für jeden dieser Verstöße finden wird.

Was ist ein Lüge?

Mir ist in letzter Zeit schon öfters aufgefallen, dass schon den Grundschulkindern hier Falsches beigebracht wird: eine Lüge sei zum Beispiel, wenn man selbst getäuscht etwas Unwahres weitersagt. Genau ein solcher Tatbestand kam in der Pflichlektüre vor und leider auch in den Auslegungen des Gemeindereferenten zu den Zehn Geboten.

Schauen wir also mal in den Katechismus der katholischen Kirche:
Dort steht die Lüge unter den Verstößen gegen die Wahrheit, und zwar interessanterweise nicht an allererster Stelle.
Zuerst kommt "falsches Zeugnis und Meineid", die öffentlich gemacht dazu beitragen, dass Unschuldige verurteilt oder Schuldige entlastet werden oder die Strafe eines Angeklagten verschärft wird.
(Ich glaube, da fallen so einige neuerliche Pressemeldungen darunter.)
folgender Fettdruck und Unterstreichungen von mir

Dann wird erklärt (2477): Die Rücksicht auf den guten Ruf eines Menschen verbietet jede Haltung und jedes Wort, die ihn ungerechterweise schädigen könnte. Schuldig macht sich
- des vermessenen Urteils, wer ohne ausreichende Beweise und sei es auch nur stillschweigend, von einem Mitmenschen annimmt, er habe einen Fehltritt begangen;
- der üblen Nachrede, wer ohne objektiv gültigen Grund Fehler und Vergehen eines Mitmenschen gegenüber Personen aufdeckt, die nichts davon wissen;
(na, ob da einigen das Gewissen mal schlägt - ich fürchte nicht)
- der Verleumdung, wer durch wahrheitswidrige Aussagen dem guten Ruf anderer schadet und zu Fehlurteilen über sie Anlass gibt.

Als nächstes kommen: Schmeichelei, Lobhudelei und Gefälligkeit, die andere in schlechten Handlungen und falschem Verhalten bestärken.

Gefolgt von Prahlerei und Aufschneiderei sowie von Ironie, die jemanden herabsetzen will, indem sie ihn böswillig lächerlich macht.

Die Lüge nun ist "der unmittelbarste Verstoß gegen die Wahrheit"(2483)
"Lügen heißt gegen die Wahrheit reden oder handeln, um jemanden zu täuschen, der ein Recht hat, sie zu kennen."
(2484) "Eine Lüge ist mehr oder weniger schwerwiegend gemessen an der Natur der Wahrheit, die sie entstellt, den Umständen, den Absichten dessen, der sie begeht und den Nachteilen, die den Belogenen daraus erwachsen. Die Lüge ist an sich nur eine läßliche Sünde, wird jedoch zur Todsünde, wenn sie gegen die Tugenden der Gerechtigkeit und der Liebe schwer verstößt."

Das wird dann noch näher erläutert und schließt mit der Wiedergutmachung: "Die Pflicht zur Wiedergutmachung betrifft auch die Verfehlungen gegen den guten Ruf eines anderen."

(Und ich setze mal den Label Limburg mit hier darunter, weil es in den Handlungen sovieler die sich an den öffentlich-medialen Hinrichtungen dort von Verstößen gegen die Wahrheit wie oben ausgeführt nur so wimmelt. Von Wiedergutmachungen bisher keine Spur bei den Teilnehmern der Hatz. Der Hauptbeschuldigte und übelst verleumdete hat bisher immerhin eingestanden, Fehler gemacht zu haben und dann sorgfältig jeden der oben genannten Posten gemieden.)

Von wegen Lügen ...

Erzbischof Zollitsch hat ja in offiziellen Erklärungen abgestritten, dass er etwas von dem Dokument seines Seelsorgeamtes über Geschiedenenpastoral wusste, das er einmal beauftragt hatte und dass in seinem Namen an alle Freiburger Pfarreien verschickt wurde. Verschiedene Blogger haben das schon mit diversen offiziellen Äußerungen seinerseits widerlegt, dass er so unwissend sein konnte.

Jetzt hätte ich sogar einen Ohrenzeugen zu bieten (natürlich nicht für unsere objektive Presse, das sind innerkirchliche Angelegenheiten), der nur wenige Tage vor Veröffentlichung des Papieres dabei war, als Erzbisch Zollitsch es stolz vor den Seminaristen eines auswärtigen Seminars anpries. - Lohnt ja kaum, es zu verfolgen, er wird nicht mehr lange im Amt sein.

Aber wenn jetzt jeder deutsche Bischof, der bedacht oder unbedacht, selbst getäuscht oder dies vorgebend, mit Gedächtnisausfall oder auch nicht, sich ungeschickt oder gewollt ausdrückend je eine objektiv falsche Aussage gemacht hat, jetzt unglaubwürdig ist und gehen muss, dann werden wir hier bald viele neue Bischöfe sehen können. (Könnte man das Prinzip dann noch auf die Politik übertragen, hätten wir endlich einmal neue Parteien und nur noch neue Gesichter.)

Die - bisher erfolglosen - Versuche, in der Vorgeschichte des Limburger Generalvikars Kaspar Belastendes und Kriminelles zu finden, sind so unangemessen wie die vorherige Treibjagd auf den Bischof. Und sicher war es sein Fehler, nicht darauf zu bestehen, mit den wirklichen Kosten an die Öffentlichkeit zu gehen sondern weiter zu desinformieren. Aber ich vermute, dass er da dem Rat erfahrener Leute folgte, die meinte, man könne den Sturm aussitzen und mit der Wahrheit herausrücken, wenn sich der Aufruhr gelegt habe. Sicher eine Schwäche, aber keine inhärente Unehrlichkeit.
Noch weniger kann ich das Theater um die angebliche falsche eidesstattliche Aussage ernstnehmen, gleich wie da der Entscheid fallen wird. Sie basiert auf einer nie genehmigten (heimlich gemachten) Film- und Tonaufnahme, als der Bischof auf dem Domberg von einem Reporter quasi überfallen wurde, und abwehrend sagte: "Business class sind wir geflogen." Eine Aussage, die insofern richtig war, dass Business class gebucht und bezahlt wurde, und die sogar der Umgangssprache entspricht: "Wir sind Economy geflogen aber dann hatten wir ein Upgrade und konnten in die Business class." Man sagt das, um klarzustellen, dass man sich die teurere Klasse nicht leisten kann. Der  Zusatz fehlte natürlich, aber es war ja kein Interview, sondern der Versuch etwas im Range einer lästigen Klofliege, die einen keine zwei Schritte gehen lassen wollte, abzuwehren. "Ksch, ksch", und dann vergessen, was genau man gesagt hat und tatsächlich der Überzeugung nicht gelogen zu haben sondern höchstens die volle Wahrheit nicht ausgeführt zu haben, wozu ja weder Ort noch Zeit war. Als Beweis kann solch illegales Filmmaterial eigentlich ja auch nicht gelten. In ordentlichen Prozessen jedenfalls so soll so etwas immer gegolten haben. Da waren heimliche Mitschnitte sogar strafbar.
Dass man hier anders verfährt, lässt auf andere Hintergründe schließen, die leider nicht genau zu ergründen sind.

Unser jetziger Pfarrer hat die Gemeinde auch schon belogen. Über die Heizungskosten der Kirche. Und zwar gab er die viel zu hoch an, um ein Ziel zu erreichen. Und über den Verbleib des alten Taufbeckens. Können wir ihn deswegen loswerden? Sein Vorgänger hat über letzteren Punkt auch gelogen. Aus Angst vor Problemen. Er war sonst ein sehr integrer und probater Mensch, der nur Auseinandersetzungen so fürchtete, dass er sich auch einmal zu so etwas verleiten ließ. Soweit ich weiß, hat er es inzwischen bedauert.
Ständig werden wir sogar aufgefordert, auch von - aus meiner Sicht sehr fragwürdigen - Theologen, die meinen, man würde den Menschen mit der Wahrheit zu sehr schaden.

Und die Presse erst? Wir sind ja soweit, dass man kaum noch Meldung mehr trauen kann. Soviel wird da gelogen und manipuliert. Oder schlechthin fehlerhaft oder gar nicht recherchiert, so dass ständig Unwahrheiten verbreitet und seltenst widerrufen werden.

Es wäre schön, wenn da einmal richtig reiner Tisch gemacht würde.
Es wäre eine grausige Lüge, wenn ein Einzelner wegen seines Fehltrittes in Sachen Wahrheit hingerichtet wird, und alle anderen fleißig weiterlügen. In gleicher Position und in anderen.

Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein?

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Vorschlag: Man löse das Bistum Limburg auf

Wie immer mehr zu Tage kommt, scheint das Bistum Limburg in einem äußerst beklagenswerten Zustand zu sein. Aufgebaut wurde der Zustand, der den deutschen Bistumsdurchschnitt deutlich zu unterbieten scheint anscheinend durch den vorigen Limburger Bischof, der in seinen 25 Amtsjahren leider so gut wie nichts getan zu haben scheint, um die innere und äußere Ordnung dort zu gewährleisten. Das Ordinariat musste anscheinend ohne rechte Arbeitsräume zurechtkommen, das ehemalige Priesterseminar (in Limburg mangelt es schon lange an Kandidaten), wo der Bischof seine Zimmer hatte, war in keinem guten Zustand, insbesondere nachdem es eine Zeitlang als Asylantenunterkunft genutzt worden war. Es gab keine Bischofswohnung, wie es scheint.
Die kirchliche Ordnung wurde anscheinend schon lange flächendeckend ignoriert. Vielerorts hatte sich eine Eigenliturgie entwickelt. Limburg war schon lange bekannt, als der Ort, wo alle frei agieren konnten, die man in andern Bistümern doch lieber nicht sah. Und anscheinend tat oder ließ dort einfach jeder, was er wollte, ohne sich an irgendeiner Hierarchie orientieren zu wollen. Der als konservativ (es ist wohl alles relativ)geltende Dekan zu Eltz gab, soll sogar in einem Interview zum besten gegeben haben, drei Jahre ist das erst her, sein Ziel sei es soviel protestantische Elemente einzuführen, dass Protestanten keine Notwendigkeit mehr sähen, eine eigene Kirche zu haben. - Nun ja, das zeigt eine gewisse Naivität gegenüber der Beharrungstendenz von abgespaltenen Glaubensgemeinschaften und vernachlässigt etwas die Bedürfnisse der Katholiken, die möglicherweise ja gar nicht protestantisch sein möchten.

Der moralische Niedergang zeigte sich ganz besonders in den vielen kirchlichen Mitarbeitern, Priester inklusive, denn fast ausschließlich waren es solche und nicht etwa gewöhnliche Kirchgänger, die über ihren Bischof herfielen in einer Art und Weise, durch den sie sich effektiv exkommuniziert haben dürften. Das braucht laut Kirchenrecht nämlich keine öffentliche Feststellung, der Tatbestand genügt. Es braucht auch nie eine öffentliche Bestätigung, die Folgen werden sie schon zu ihrer Zeit feststellen, falls sie nicht bereuen, was sie da getan haben.
Nur um irgendwelche Ziele durchzusetzen oder die eigene Haut zu retten (es gibt beide Gruppen) wurde der Bischof übel diffamiert, beschimpft und wie jetzt herauskommt verleumdet. Ohne rechte Sachkenntnis haben sich dann viele den allgemeinen Draufhauen mit angeschlossen. In der Rotte darf man den niedrigsten Instinkten ja freien Lauf lassen.

Jedenfalls statt zu diskutieren, ob dem jetzigen Bischof Limburg noch zuzumuten ist (meistens wird die Frage andersherum gestellt), sollte man sich fragen, ob man nicht besser daran täte, das ohnehin noch keine 200 Jahre alte Konstrukt Bistum Limburg gleich ganz aufzulösen und den geordneteren Strukturen von Nachbardiözesen anzugliedern. Das würde es erleichtern, gewisse zerstörerische Elemente, die dort tätig sind, evtl. in den frühen Ruhestand zu befördern und ganz neu aufzubauen.

Wenn die Fundamente derart zerstört sind, wie es sich dort präsentiert, lohnt wohl eher ein Abriss und Neubau.
Ein anderes Bistum hätte dann einen wunderbaren Verwaltungsneubau mit Begegnungszentrum, den es nicht erst mühsam finanzieren müsste.
Insgesamt würde die Verwaltung der deutschen Bistümer um eines reduziert und schlanker.
Es bieten sich viele Vorteile.

Ich weiß, dass das Bistum natürlich nicht aufgelöst wird, aber ganz objektiv gesehen wäre es die vernünftigste Lösung. Dann würde auch so mancher Ex-Limburger kennenlernen, wie es bei den Nachbarn zugeht und vielleicht feststellen, dass es ihm vorher gar nicht so schlecht gegangen war.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Fakten und Machinationen

Die FAZ hat diese freundlicherweise hier zur Verfügung gestellt. Eher nicht zu den Fakten sondern in die Polemik gehört der Begleittext.

Wie zahlreiche der Leseranmerkungen feststellen, wurde hier durchaus kein Geld verschwendet, sondern in ein Bauwerk investiert, das in Endsumme wohl mehr wert ist, als die neuen Investitionen. Zudem wurden keine öffentlichen Gelder verschwendet, auch keine Kirchensteuergelder. Sondern alle Mehrkosten trug das Bistum aus seinem Vermögen, dass es durch diese Baumaßnahme quasi umschichtete. - Man beachte ja, die Gelder sind nicht in Spekulationen verloren gegangen, sondern haben einen Gegenwert erkauft. Offenbar konnte das Bistum es finanziell stemmen, denn es scheint auch des neueren nicht verschuldet zu sein.
Anklagen, diese und jene Pfarrkirche habe die Gelder nötiger gebraucht, gehen am Sachbestand vorbei. Pfarrkirchen werden eigentlich so gut wie nie aus Bistumseigentum finanziert. Dazu gibt es das sogenannte Kirchengut in den Pfarreien, und aus der Kirchensteuer und evtl. anderen Quellen werden solche Bauvorhaben bezuschusst. Das Bistum wiederum hat kein Geld verloren sondern in seine Immobilien investiert und den Wert, wie es scheint, erhalten.

Ein Faktum war auch, dass der Bischof von Limburg nicht bereits gestern nach Rom flog. Ob da sein Büro geschickt vorging und falsche Daten von einer undichten Quelle durchsickern ließ, bevor es umbuchte, kann niemand wissen. Die versammelte Meute wartete gestern vergebens.

Kein Faktum ist, was die Berichterstattung daraus machte. Da wurde kühn in die Welt gesetzt, aus Rom habe man dem Bischof beschieden, er dürfe erst dorthin reisen, nachdem man seinen Fall mit Kardinal Zollitsch abgeklärt habe, der natürlich nur deswegen nach Rom fährt. Denn inzwischen habe sich jeder inklusive dem Erzbischof Müller in Rom von ihm abgewandt.
Tja, dann flog der Bischof heute nach Rom. Die wilden Spekulationen waren fehlgegangen, aber was setzt sich in den Köpfen fest?

Mein Vater, der sich zum Leidwesen meiner Mutter, gerne darin ergeht, jede Beschuldigung gegen den Limburger Bischof zu glauben und weiterzugeben (nein, sie wohnen nicht in der Diözese), berichtete mir die wilde Story vom Flugverbot aus Rom. Ich meinte, das sei Unsinn und dass der Bischof von Freiburg in Rom wohl eher erklären müsse, was sich sein Seelsorgerat da an Kirchenspalterischem geleistet habe. Die Glaubenskongregation greift ja selten so schnell ein. Ach was, meinte mein Vater, der Zollitsch habe da doch nur das durchgeführt, was der Papst angeordnet habe. - Wie bitte?, meinte ich. - Aber klar doch, der Franziskus habe doch selbst gefordert, dass wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zugelassen werden sollten. Er wisse es genau, im Fernsehen hätten sie das oft gesagt.

Wieder ein Beleg, wie hier das Fernsehen massiv manipuliert und Unwahrheiten verbreitet und ein dringendes Signal, dass klare unmissverständliche Worte aus Rom sehr dringend am Platz wären.

Samstag, 12. Oktober 2013

Wenn man bei BILD die sachlichsten Artikel lesen kann ...

... - jedenfalls in deren online-Ausgabe.

Geschrieben hat es Alexander von Schönburg und ich hoffe einmal - genau weiß ich es nicht mehr beim Chaos der "Recht"sprechungen, es ist legal darauf zu verlinken. Er selbst macht es von seinem Blog aus.

ach ja, das Thema:
Nein, nicht dass Kardinal Zollitsch das Bistum Freiburg durch einen Schnellschuss pastoraler Bemühtheit fast im Schisma von der römisch-katholischen Kirche abgespalten hat.
Auch nicht die Sache mit dem Wahlkreisbüroleiter des Grünenpolitiker Koenigs, der sich in 160 Fällen an Kindern (4 Einezlbetroffene) vergangen haben soll, die er mit Drogen gefügig gemacht habe.

All diese Meldungen sind ja völlig uninteressant, weil die Presse nur eines zu tun hat:
Die mediale Hinrichtung des Bischofs von Limburg.

Da sind vergewaltigte Kinder und Beinah-Kirchenspaltungen völlig unwichtig dagegen, wie es scheint.

Freitag, 11. Oktober 2013

Es riecht nach Heuchelei

Sicher ist es so einigen in der Causa Limburg und dortiger Bischof aufgefallen. Die Indizien für Heuchelei bei vielen befragten Bischofskritikern und so einige merkwürdige Unstimmigkeiten bezüglich der Berichterstattung.

Vielleicht ist auch dem einen oder andern etwas anderes aufgefallen: Wie erstaunlich konsequent Bischof Tebartz van Elst darauf verzichtet, Schuld auf andere abzuwälzen und sie damit zu beschützen.
Das ist in Bischofskreisen recht ungewöhnlich geworden. Mit Grausen hörte ich einmal wie ein schockierter Mitarbeiter eines Bischofs von einem Gespräch mit dem diözesanen Justitiar berichtete, in dem dieser ihm klarmachte, dass man alles tun werde, um die "Fürsten" (sic!) zu schützen und dafür kein Bauernopfer zuviel sei.
Ganz im Gegenteil jetzt in Limburg. Der Bischof hätte einige Möglichkeiten, Schuld zu verteilen und zuzuweisen, ganz berechtigte und den Tatsachen entsprechende.
Da ist diese unangenehme Frage, ob die Bonusmeilen des Generalvikars auch tatsächlich in privaten Flügen zusammengekommen waren oder in dienstlichen - was durchaus einen Unterschied macht in Bezug auf deren Einsatz.
Ein anderer würde sicherlich sagen: Herr Generalvikar, sie gehen ohnehin in den Ruhestand. Nehmen Sie mal die Verantwortung auf sich!
Bischof Tebartz van Elst tut das nicht.

Da ist die merkwürdige Sache mit den offenbar nicht tätig gewordenen Kontrollorganen der Diözese für das Bauvorhaben. Normalerweise tobte hier eine gegenseitige Schlammschlacht. Aber der Schmutz wird derzeit nur von einer Seite geworfen, und nicht vom Bischof.
Für den eklatanten Mangel an Respekt und Loyalität gegenüber dem Bischof, der in Limburg schon lange herrscht, kann man kaum geeignete Worte finden. Ihm wird alles als Versagen aufgerechnet, was vermutlich in jeder Diözese genauso an Problemen auftritt.

Nach dem, was gelegentlich zu lesen ist, sucht der Bischof Gespräche mit den Beteiligten. Er nutzt nicht Dritte (ob Presse oder andere), um seine Beschwerden gegen seine Beschuldiger vorzutragen und das trotz aller Anfeindungen.

Was die Heuchelei und Rufschädigung angeht:
- man betrachte beliebige Baumaßnahmen beliebiger Bistümer in den letzten Jahren; 31 Millionen sind viel aber auch nicht so ungewöhnlich
- entgegen der Statistiken wurde behauptet es sei zu einem massiven Anstieg von Kirchenaustritten nur wegen des Bischofs gekommen. Wahr ist eher, dass die Anzahl in etwa gleich bleibt, nur die angegebene Begründung sich in etlichen geändert hat.
- es ist äußerst seltsam, wenn eine AZ plötzlich einen Artikel schreibt, dass ein Bischof nicht nach der Lehre Christi handele. Wer jene AZ liest, weiß, dass die Lehre Christi den Schreibern einen feuchten Kehricht bedeutet normalerweise. Als Belastungszeuge wird dann ein einzelner Pfarrer zitiert, der dann mit wunderbar "demokratischer" Einstellung verkündet, in seiner Pfarrei dürfe niemand Unterschriften für den Bischof sammeln, das lasse er nicht zu, nur die Liste mit Unterschriften gegen ihn, lege er aus. - Danke, Herr Pfarrer X, dass sie uns so klar zeigen, welche Meinungsdiktatur sie ausüben, der angeblich in Angst vor dem tyrannischen Bischof lebt! Offenbar wurde da von sich auf andere geschlossen.

Völlig absurd wurde dann noch ein Kommentar, der sich unter anderem zu der Behauptung verstieg, Papst Franziskus habe eine völlig neue katholische Kirche begründet und der Limburger Bischof breche das Kirchenrecht, weil er nicht so barmherzig sei, wie der Papst das fordere. Oder so ähnlich.
Mit solch nahezu perfekten Unsinn, der den Rufmord am Bischof allen Unbeteiligten einhämmert, werden die Leser Ausgabe für Ausgabe traktiert. Und mangels besserem Wissen glauben einige so etwas.

Da kann man nur hoffen, dass demnächst doch der ein oder andere aus dem Wahn erwacht, in den er sich in dieser Causa hineingesteigert hat. Hoffentlich bevor der Mensch Franz-Peter, der der Bischof Tebartz van Elst ist, durch die ungemein erbitterte und in einigen Bereichen irrationale Hetzjagd noch schwerer geschädigt wird.
Wobei ich allerdings vermute, auch wenn er leidet, er wird es schaffen, auch das Unrecht anzunehmen und für sein Bistum zu tragen. Bisher sieht es sehr so aus. In der Haut der Treibjäger möchte ich allerdings beim Jüngsten Gericht nicht unbedingt stecken und mich für das brutale und erbarmungslose Vorgehen gegen einen geweihten Bischof verantworten.
-


Freitag, 31. August 2012

Gebet für den Bischof

Herr Jesus Christus,
du Hirt und Haupt deiner Kirche,
steh unserem Bischof _____________ bei mit der Kraft deines Segens,
dass er uns entflammt durch seinen Eifer,
uns Vorbild ist durch seinen Wandel,
uns trägt durch seine Liebe,
uns stärkt durch seine Geduld,
uns erhält in der Freude des Heiligen Geistes,
uns segnet durch seine Gebete,
uns gute Weisung gibt durch seine Lehre
und uns einigt zu deinem heiligen Volk
und zum lauteren Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit.

Johann Michael Sailer (1751-1832)

Ich bete das jeden Tag, für alle Priester, Bischöfe und Ordensleute, weil es wichtig wäre, dass sie das tun.
Gefunden habe ich den Text auf dem Gebetsbild, das anlässlich der Bischofsweihe von Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst überall im Bistum Limburg auslag. Ich dachte mir, dass es gut wäre, um so etwas auch für meinen Bischof zu beten, der bis dahin nichts davon getan hat, zumindest soweit ich weiß, jedenfalls außerhalb von Anlässen, an denen er durch liturgische Vorgaben natürlich alle durch Gebete segnet. Aber wenn es niemand für ihn erbittet, dass er solche Dinge tut, wird er es vielleicht nie tun. Und jedesmal, wenn ich das sage, denke ich, dass der Bischof von Limburg sich durchaus darum bemüht, auch wenn er Fehler macht und wie wenig viele es in seinem Bistum zu schätzen wissen.
Ich bin noch in kein Bistum gekommen, in dem so böse und lieblos über den eigenen Bischof hergefallen wird, wie es in Limburg gang und gäbe ist. Das ist dort wie eine Besessenheit, die alle in einem Taumel mitreißt. Das Bistum, in dem ich lebe, bräuchte selbst dringend einmal einen Bischof, der auch Hirte ist, aber auch wenn viele unter der derzeitigen Situation leiden, beherrschen sie sich meistens und halten sich vor Polemiken gegen den Bischof zurück. Vielleicht weil sie nicht nachahmen möchten, wie er manchmal selbst gegen seine Amtsbrüder polemisiert in foro interno. Soweit ich weiß, hat noch niemand den Mut aufgebracht, ihm zu sagen, dass er ein schlechtes Beispiel damit gibt. Aber merkwürdigerweise greift es auch nicht massiv um sich sondern schreckt viele ab, genauso zu handeln. - Die Limburger jedoch sind mir ein Rätsel mit ihrem Selbstmitleid, indem sie zu meinen scheinen, sie seien in Deutschland am ärmsten dran unter den Bistümern. 

Darum füge ich manchmal auch noch das zweite Gebet hinzu, dass auf dem Zettel stand:

Wir rufen dich, Sankt Georg an,
bitt für das Bistum an der Lahn
und seinen Dom, der dir geweiht,
schütz Volk und Bischof allezeit.
Hilf uns in diesem Erdental,
dass wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal!

Montag, 20. August 2012

Diözesanes Zentrum St. Nikolaus Limburg

Update: Mittlerweile ist auch klar, dass der first class - Flug de Limburger Bischofs keine Kirchensteuergelder gekostet hat sondern sein eigenes oder das eines großzügigen Spenders, wie auch immer. s. jobo72.wordpress.com/2012/08/20/bischofe-unterwegs/ . Nach Darstellung des Bistums Limburg wurde das Ticket-Upgrade mit Bonusmeilen des Generalvikars bezahlt, der wohl viel unterwegs ist. Wirklich kein Grund sich aufzuregen.

Der Anschein gilt oft ja mehr  als die Tatsachen und rreicht auch ohne erhärtende Tatsachen oft schon für Vorverurteilungen. So hatte es der Limburger Bischof Tebartz van Elst von Anfang  besonders schwer, weil ein Teil seines Namens das  verdächtige „van“ enthält – für allzu viele war damit erwiesen, dass es sich hier um einen verschwendungssüchtigen Adligen handle. Als Beweis wurde dann alles angefüht, was sich irgendwie finden ließ, dass er nicht mit dem Fahrad fahre wie sein Amtsvorgänger sondern das Bistum für Dienstfahrten des Bischofs einen Wagen besorgt.  (anderswo auch Standard) Dass er gelegentlich Pontifikalämter hält (was Bischöfe eben so tun) anstatt nur den allerschlichtesten Gottesdiensten vorzustehen (wohl am besten mit Stola über dem Anzug wie es manche Priester seines Bistums im Bruch mit den litugischen Vorschiften vorziehen). Dass ihm da für viel Geld ein ganzer Palast gebaut werde, während sein Vorgänger bescheiden im Priesterseminar gwohnt habe.  Und jetzt, dass er bei einem langen Flug ins Ausland in dienstlicher Tätigkeit nicht die Economy class benutzt hat, was zwa für viele andere Standard ist (Geschäftsleute, Politiker und und und), aber in seinem Fall anscheinend ein übles Verbrechen. (Ganz abschweifend stellt sich die Überlegung ein, ob der gewichtige rheinland-pfälzische Landesvater wohl immer die Steuergelder schont und Economy fliegt? Sie wissen, der der sich sein Ruinen-Denkmal am Nüburgring bauen ließ und sich keiner Schuld deswegen bewusst ist. Hat der ein Glück, dass er nicht „von Beck“ heißt, sein Schicksal wäre längst besiegelt.)

Was den Flug angeht, weiß ich nicht, ob alle anderen Bischöfe stets nur Economy class fliegen und sich mit allen Passagieren in die Dreiersitze zwängen aber der „Bischofspalast“ ist jetzt kurz vor der Fertigstellung und heißt „Diözesanes Zentrum St. Nikolaus“ und dazu gibt es einige Informationen mehr, die ich auch kurz referieren möchte. Ich beziehe mich dabei auf den entsprechenden Atikel der DT vom 18.8., der wiederum DT und IÖLMB als Quellen zitiert und keinen offiziellen Verfasser angibt.

Das neue Zentrum, als der „Bischofspalast“ umfasst allerlei Verwaltungs- und Organisationsräume des Bistums Limburg: Büros für die Mitarbeiter, eine Arbeitsbibliothek, Gääsätezimmer, Archivräume, Konferenzräume und Sprech-/Empfangszimmer, einen Saal für Veranstaltungen, eine Außenstelle der Domsakristei zur Verwahubng alter Paramente, eine Kapelle und eine Zweieinhalbzimmer-Wohnung für den Bischof, da es ja alle genau wissen wollen, wie fürstlich die ist: ein kombinietes Ess- und Wohnzimmer, Küche,  Schlafzimmer und Bad.

Da wohl auch die Kritiker nicht verstummen wollen, die meinen, man habe alles beim alten lassen können, wird noch ausgefüht: Als Bischof Kamphaus im Priesterseminar wohnte, war es noch ein Seminar mit Lehrbetrieb, d.h. es wohnten Seminaristen dort, die im wesentlichen mit ihren Studien beschäftigt waren, kuzum es war eine ruhige Arbeitsatmosphäre. Inzwischen aber ist das Priesterseminar gar kein Priesterseminar mehr sondernehe eine Art Bildungshaus mit viel wechselndem Publikumsverkehr. Was ohnehin erschwert war, war der direkte Kontakt mit den Arbeitsräumen der bischöflichen Mitarbeiter, die in anderen Gebäuden untergebracht waren, was der Kommunikation nicht unbedingt förderlich war. Auch dieser Umstand ist jetzt behoben.

Zu der in den Bau integrierten Kapelle zitiere ich nun. Zunächst den Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Bistums Limburg, Martin Wind: „Nach innen bietet die Kapelle das Herzstück dieses geistlichen Dienstes des Bischofs. In der Verbindung der reinen Verwaltungsbereiche mit den geistlichen Aspekten des Dienstes als Bischof trägt der neue Amtssitz zum geistlichen Profil in der Bischofsstadt bei und lässt bereits in der Architektur die Aufgaben eines Bischofs erkennen.“ – Bei manchen vorhergegangenen Diskussionen fühlte man sich in die Zeit der Säkularisation versetzt, in der alles Kontemplative und dem Geistlichen Dienende als nutzlos und unnötig deklariert wurde, weshalb ja auch die Benediktiner in Deutschland allüberall enteignet wurden und nur als Missions-Benediktiner sich wieder neu niederlassen durften; ihre eigene alte Regel wurde nicht mehr toleriert.

Als nächstes Zitat direkt aus dem DT-Artikel: „Die Innengestaltung der Kapelle wurde, im Nachgang zu öffentlich ausgetragenen Diskussionen über Sinn und Zweck eines solchen Baus, von Menschen gestiftet, die die Entscheidung des Domkapitels zum Neubau tragen und einen Beitag bie der Gestaltung des neuen Diözesan Zentrums leisten wollen.“ – Also Entwarnung, keine Kirchensteuergelder, sonder Privatspenden, die das tragen. Aber ob das die ständigen Anschuldigungen über Verschwendung zum Schweigen bringen kann?