Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.

Dominus conservet eum et vivificet eum

et beatum faciat eum in terra et

non tradat eum in animam inimicorum eius.

Samstag, 16. November 2013

Dokumentation der Berichterstattung der AZ Mainz im Fall Limburg (8.-24. Oktober)

In den überregionalen Zeitungen mag es ruhiger geworden sein, aber die kleine lokale Mainzer Allgemeine Zeitung führt weiterhin einen erbitterten Feldzug gegen Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst. Und das obwohl das Bistum Limburg gar nicht zu ihrem Erscheinungsgebiet zählt.
Gewöhnlich betreibt das Blatt Hofberichterstattung für den Mainzer Bischof und merkt dabei manchmal nicht, dass es ihn dadurch eher als Bischof und Kardinal diskreditiert: ein vollkommen verweltlichter Intellektueller und Lebemensch, der lieber Wein trinkt und Fussballspiele besucht als sich viel um diese unverständlichen Glaubensdinge zu scheren – ein ganz ungeistlicher Mensch wenn auch mit exzellenter theologischer Bildung, wenn man der Zeitung folgt, der den Genuss liebt und Askese jeder Art für unnötig hält.
Ich habe mir den Altpapierstapel meiner Eltern vorgenommen und liste das (vermutlich unvollständig) in seiner ganzen Bizarrität auf:

8. Oktober 2013
Titelseite: „Bischofsresidenz kostet 31 Millionen“ – Zitiert wird die lausige Informationspolitik, die in Limburg betrieben wurde und keine klaren Zahlen an die Öffentlichkeit gab und dass die allerersten Planungsentwürfe einmal 2 Millionen vorsahen. (Was allerdings bei Amtsantritt des Bischofs schon lange überholt war – wird natürlich nicht erwähnt.) Die Unterlagen gehen zur Prüfung an eine Kommission der Bischofskonferenz

9. Oktober
S. 3 „Entsetzen im Bistum über Kostenexplosion“ usw. – Konsequent wird der Gebäudekomplex als Bischofshaus bezeichnet. Pfarrer Otto gibt an mit über 20 Millionen gerechnet zu haben. Die Behauptungen des Vermögensverwaltungsrates (inzwischen als unwahr erwiesen) werfen ein sehr schlechtes Licht auf den Bischof bei allen. Pfarrer Otto empfiehlt dem Bischof den Rücktritt. Die Präsidentin der Diözesanversammlung, Schillai, unterstellt, die Ausgaben seien auf Kosten der Pfarreien geschehen. (Das ist nicht der Fall.)

10. Oktober 2013
Titelseite: „Strafbefehl gegen Bischof?“ – Es geht um den Strafantrag der Hamburger Staatsanwaltschaft wegen angeblich falscher eidesstattlicher Aussage. Es wird auch aufgebracht, der Bischof habe einen alten Bekannten mit einem Großauftrag bedacht. (Der Vorwurf wird nie mehr wiederholt, offenbar war alles doch legal.) Herr Riebel bezeichnet die Bistumsleitung als Mafia.
(Direkt daneben die Meldung über einen Missbrauchsfall, Kinder wurden unter Drogen gesetzt und 100-fach missbraucht, verdächtig ein Miglied der Grünen. Seitdem erschien in der Zeitung nichts Auffälliges mehr zu diesem Fall. Die Seiten wurden ja für größtenteils unerwiesene und teilweise erwiesen falsche Anschuldigungen gegen den Bischof von Limburg gebraucht. Wen interessierenn schon die Kinder? Außerdem ist die arme grüne Partei angeschlagen genug und sollte da nicht unnötig malträtiert werden oder so.)
S.6 „Großauftrag für einen alten Freund“ – Der Schreiner, der einen Auftrag für Einbaumöbel bekam, soll einmal Messdiener bei Tebartz van Elst gewesen sein. Etwas über eine Adventskranzaufhängung, deren Existenz später vom Architekten verneint wird. Herr Riebel vom Vermögensverwaltungsrat sieht einen strafrechtlichen Grenzfall, da gegen ein internes Satzungsrecht verstoßen worden sei, was nicht strafbar ist und man argumentieren könne, dass Vermögen lediglich umgeschichtet worden sei. Von den hohen Kosten habe er nichts gewusst. (Das wird bald durch von ihm unterzeichnete Protokolle des Vermögensverwaltungsrates widerlegt.)

11. Oktober 2013
Titelseite ganz groß: „Ein Bischof schwinde(l)t“- Es geht um den Antrag der Hamburger Staatsanwaltschaft und um eine Anschuldigung wegen Untreue bei den Baumaßnahmen. Domkapitular Geis legt dem Bischof den Rücktritt nahe, Erzbischof Zollitsch rät gleich zum Suizid und empört sich über die Bausumme und will sich in Rom für eine Entfernung des Bischofs einsetzen, zumindest hört es sich so an.
S. 2 Kommentar von Hennemann:  Es wird quasi behauptet, der Bischof habe Gelder für seinen Privatbedarf (Bau) zweckentfremdet. Die Aussage,  es sei ein bleibendes Gut für andere geschaffen worden, sei weltfremd, Vergleich mit einer Privatrenovierung für 30.000 Euro (reicht für einen Raum – nicht für 5 komplette Gebäude, lieber Kommentator). Angriff auf die hierarchische Struktur der Kirche allgemein, die so etwas hervorbringe.
S. 3 (komplett) „Das sündhaft teure Bischofshaus – Der Vatikan wird nervös – Kaum noch Rückhalt in der Kirche“ – Letzteres bezieht sich auf die Platitüden von Erzbischof Zollitsch (s.o.). Zweiteres behauptet, der Papst wird diesen Bischof nicht mehr lange halten wollen.  Und das erste: Die meisten Kosten gehen auf Ausfräsungen im Fels zurück. Das habe der Denkmalschutz nicht verlangt. (Na der nicht, aber wohl die Behörde, die das Stadtbild nicht durch 2 Stockwerke wie zuerst geplant gestört sehen wollte, was zur Planänderung mit einem Stockwerk und Unterkellerung führte.) Das Domkapitel distanziert sich laut Herrn Geis. (Ungeklärt ist, ob sie die Hälfte hatten streichen wollen, als der 2. Stock nicht mehr möglich war, was den schon begonnenen Bau sicherlich beeinträchtigt hätte in seiner ursprünglichen Zweckbestimmung.)


12. Oktober 2013
Titelseite: „Kirchenaustritte in Limburg“ – An einem Tag waren es 20 Leute. statt einer alle zwei Tage im Schnitt. Herr Riebel deklariert den Bischof zum Lügner und Feigling.
S. 2: „Schlaflos in Limburg“ – Teil der Glosse. Etwas über Fenster, die möglicherweise in Limburg eingebaut wurden, vielleicht auch nicht.
S. 5 „Schattenhaushalt in Limburg“ – Es wurden nur 2,5 Millionen Kirchensteuermittel beim Bau verwendet, stattdessen Eigenmittel. Also versteckt die katholische Kirche Reichtümer, wenn sie sich so einen Bau leisten kann, ohne auf Kirchensteuer zurückgreifen zu müssen. Ein Schattenhaushalt, der auf eine Stiftung des Fürsten von Nassau zurückgehe! Und ganz dubios, der Bischöfliche Stuhl hat dem Bistum zur Finanzierung Immobilien verkauft.

13. Oktober 2013
Titelseite: "Kassenprüfer wälzen Bistumsbücher":der Bischof hat Millionen ausgegeben (hört sich an, als sei es für ihn selbst gewesen, was nicht der Fall ist), die Kosten haben sich in wenigen Jahren vervielfacht (stimmt so nicht, sie wurden nur unvollständig kommuniziert), die Prüfungskommission der Bischofskonferenz hat Fachleute darangesetzt (von TvE selbst angefragt, bleibt unerwähnt), der "umstrittene" Bischof erhält keine Audienz beim Papst (davon waren ein paar Presseleute überzeugt wie es scheint), der Generalvikar habe Gelder einer Behinderteneinrichtung zum Kauf von Kunstwerken genutzt (insinuiert Missbrauch von Geldern)
S. 2: "Bischof mit dem Bade ausschütten?" - Glosse die auf die "freistehende Badewanne" mit Bezug nimmt, ohne zu erwähnen, dass die Pressemeldungen über die 15.000 Euro falsch waren, weil das Badezimmer nicht die Wanne soviel kostete
S. 3: "Generalvikar und die Kunst" - Das Behinertenheim hatte einen Sonderfonds über den der Generalvikar verfügte. Erselbst zahlte viel darin ein, eines seiner beiden Gehälter vollständig. Der Fonds sei voll, aber das Heim renovierungsbedürftig. Ein Teil des Fonds war in Kunst investiert worden (religiöse, z.B. in der Verwaltung des Stiftes aufgestellt), ein Teil sei nicht dort, aber es gebe wohl eine Inventarliste und der Generalvikar durfte über den Standort bestimmen. Der Sonderfonds wurde dann wieder in die Rücklagen überführt. - Tja, Pech gehabt, damit kann man dem Generalvikar nichts wollen außer Überschriften die Unterschlagung nahelegen, um im Text widerlegt zu werden.

14. Oktober 2013:
Titelseite: „Tebartz sucht Gespräch mit Papst. Immer neue Vorwürfe zu Baukosten.“ – Durch Bauschäden drohten Folgekosten von bis zu 10 Millionen (mittlerweile ist bekannt, dass die Summe eher ein Hundertstel davon betragen wird). Der Bischof habe nicht vor, den Rücktritt anzubieten.
S.6 „In Limburg schlägt’s 13“ – 150 Leute protestieren gegen den Bischof. Jemand hat die Uhr mittags 13x schlagen lassen (bei unserer Kirche wäre damit das Läutwerk verstellt und müsste neu gerichtet werden – vielleicht steht es da in Limburg besser).  Sie sind von außerhalb zusammengekommen. (Kriegen wir nächstens auch eine halbe Seite für Veranstaltungen mit 150 Personen?)

15. Oktober 2013
Titelseite: „Rückhalt für Limburgs Bischof schwindet“ – Bischof Ackermann lege den Amtsverzicht nahe. Eventuell werde Tebartz nicht zum Papst vorgelassen.
S.2 (Glosse) „Rasche Lösung nicht in Sicht“ – Der Architekt habe den Bischof mit schweren Anschuldigungen belastet (hat er ganz klar nicht). Über eine Absetzung durch den Papst wird spekuliert. Die Aussagen von Zollitsch und Ackermann werden wiederholt. Karrikatur über das „verlorene Vertrauen“.  P. Hagenkordt zieht Parallelen zu den Problemen in Slowenien (wo Geld verspekuliert wurde) und Afrika (wo manch Bistum keinen Tisch für 25.000 Euro kaufen könne).

16. Oktober 2013
S. 3“Papst muss Farbe bekennen – Die Transparenz kam über Nacht – Vermögensverwaltungsrat gerät ins Visier“ – Ein Theologe Beinert versichert, der Bischof könne nicht gehalten werden. Ein Müchner Jesuit mit Namen Seibel findet das auch. Baden-Württembergs Kretschmann wünscht den Rücktritt. Der BDKJ kündigt die Zusammenarbeit mit dem Bischof auf. Es gebe eine Welle von Kirchenaustritten. (keine Zahlen). Etliche Bistümer geben Informationen zu ihrem Besitzstand heraus. Es gibt Anzeigen gegen den Vermögensverwaltungsrat. Herr Riebel verflucht. Den Tag als er sein Ehrenamt übernahm. Das er aber sicherlich behalten werde. Er argwöhnt den Missbrauch von Bistumsmitteln.

17. Oktober 2013
Titelseite: „Einkaufsquartier nimmt Gestalt an, Kostenpunkt 220 Millionen“- oh, halt, es geht hier nicht um lächerliche 220 Millionen sondern um die 31 Millionen von Limburg, also: „Bistümer legen Finanzen offen“, Kardinal Lehmann hat nur ein Geahlt von 8652,34 Euro.
S. 2 „Die Geheimetats der Bistümer“ und „Der Strippenzieher des Bischofs“ – Es werden hauptsächlich Zahlen aus Mainz referiert. Das gelte als reich, aber da sei alles in Ordnung, der Bischof zahle sogar Miete nach Mietspiegel. Generalvikar Kaspar setzte gerne juristische Mittel ein. Und er beantwortet keine Presseanfragen. Ganz unverständlich.

18. Oktober 2013
Titelseite: „Zollisch verspricht „gute Lösung““ – Erzbischof Zollitsch ist zuversichtlich. Tebartz wird nicht zum Papst vorgelassen.
S.2 (Kommentar von Roeingh) „Unumkehrbar“ – Zeit endlich die kirchlichen Dotationen zu streichen
„Spießrutenlauf in Rom“ – Man bekommt den Gejagten einfach nicht vors Mikro und weiß nicht wann er mit wem spricht. Ob er wohl ein einfaches Zimmer oder eine Luxussuite bewohne?
Wisiki-Weisner gibt seinen Senf dazu
Herr Schüller ist sicher, dass die Unterteilung in 10 Bauprojekte rechtswidrig war.
„Warum der Staat die Kirchen bezahlt“ – Was der Staat heute zahlt, wird aufgeführt, nicht wieviel enteignet wurde und der Ursprung der Zahlungen ist.


21. Oktober 2013
S.6 "Bischofsknödel zu Mittag" - Es gab nichts zu berichten, also hat man Touristen und Geschäftsinhaber in Limburg interviewt und möglichst viele Schlagwörter wie "Protzbau" untergebracht ansonsten erfährt man etwas über Mittagsmenüs und Schaufensterauslagen in Limburg. - Prädikat: extrem "hoher" Informationswert

22. Oktober 2013
Titelseite: "Tebartz' Zukunft weiter offen - der "umstrittene" Bischof bekam doch eine Papstaudienz. Kardinal Meisner hatte eine davor. Bischof Bode meint, TvE könne nicht nach Limburg zurück. Zollitsch meint die Limburgsache sei negativ für die Kirche. In Limburg halte man sich bedeckt, aber man brauche einen Bischof für diverse Unterschriften und bei dem da, sei kein Vertrauen da.
S.2 "Der Fall des Bischofs" - Ein Herr Cuntz kommentiert, dass jetzt das Bistum weiter bangen muss und dass es für TvE nur noch Spießrutenläufe geben könne.
S. 4: "Rücktritt, Versetzung oder Ruhestand?" - Der Papst musste TvE anhören, auch wenn ihm das unlieb gewesen sei, aber er sei halt fair, ganz sicher verabscheue er die Limburger Prasserei, meint ein Herr Kaffsack und spekuliert über verschiedene Arten, den Bischof zu entfernen.

23. Oktober 2013
Es gibt eigentlich nichts zu berichten darum:
S. 6: "Spottlust trifft den Bischof" - Satiremagazine werden zitiert. (halbe Seite)

24. Oktober 2013
Titelseite:"Tebartz vorläufig außer Dienst" - Domdekan Geis hält eine Rückkehr des Bischofs für undenkbar. Prälat Wanka (auch Domkapitel) meint, er könne ja Pfarrer werden statt Bischof. Ansonsten weiß man nicht viel.
S.2: Kommentator Schröder meint "dieser Professor mit dem Hang zum Schönen und der Angst vor den Menschen (woher er das nur weiß?) hätte nie Oberhirte werden dürfen.

S.4 (ganze Seite) Spekulationen, nichts Neues. Weihbischof Löhr meint, man habe nie einen Dissens mit dem Bischof gehabt, aber da sei kein Vertrauen mehr. Warum wird nicht geklärt. Man wolle keine Spekulationen, Limburg sei zu protestantisch geworden. Dekan zu Eltz meint, die Medien hätten fair berichtet. (Aber sicher: Bis es zu Morddrohungen gegen die völlig unbeteiligte Familie des Bischofs kam.)

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