Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.

Dominus conservet eum et vivificet eum

et beatum faciat eum in terra et

non tradat eum in animam inimicorum eius.

Freitag, 22. November 2013

Fremdschämen als Hobby?

Elsas Beitrag bizarr und noch bizarrer kann ich mich nur anschließen.

Wenn ein (nominell) protestantischer Christ aus seiner Kirche austritt, weil nach diversen (bisher unbewiesenen) Behauptungen ein katholischer Bischof möglicherweise katholische Stiftungsgelder für Baumaßnahmen an seinem Sitz umgewidmet hat und er einem Journalisten in die Falle lief, der ihm dann eine Klage anhängte, die das Gericht aber regelte, ohne es zum Prozess kommen zu lassen, dann

- hat dieser (irgendwann einmal getaufte aber wohl eher nicht praktizierende) protestantische Christ so wenig Ahnung von seiner protestantischen Glaubensgemeinschaft, dass er vielleicht auch ausgetreten wäre, wenn der BVB das nächste Spiel verliert oder weil der Flughafen Tegel monatlich Millionen Geld verliert oder warum auch immer. (Man kann das auch schlicht Dummheit und dumme Vorwände nennen.)

oder

- dieser (wie auch immer) protestantische Christ vermutet und hat Hinweise darauf, dass in seiner eigenen Kirche mit dem Geld nach seiner Meinung falsch umgegangen. Die Presseberichterstattung hat ihn noch einmal daran erinnert und er hat seine Konsequenzen gezogen.

oder

- dieser bisher landeskirchlich protestantische Christ hat schon lange eine Freikirche entdeckt, in der ihm leider auch oft gesagt wird, die Großkirchen taugten sowieso nichts und macht wegen dem scheinbaren Beweis für die These Nägel mit Köpfen.

Also Dummheit oder Konsequenzen von Fehlern oder Entwicklungen in den protestantischen Kirchen.

Ich sehe nicht, warum ein katholischer Bischof (Ackermann) sich deshalb als katholischer Bischof schämen müsste.
Ist er für die Dummheit verantwortlich?
Hat er Informationen über Fehlverhalten in der protestanischen Kirche geliefert, was den Austretenden zu seinem Schritt brachte?
Ist er ein geheimer Katharer, der meint, wenn ein Kirchenmitglied Fehler mache, rechtfertige das die Annahme einer Kollektivschuld in der der Fehler begangen wurde?
Ist er vielleicht irgenwie des logischen Denkens nicht fähig?

Kein von seinem Glauben Überzeugter tritt aus seiner Glaubensgemeinschaft aus, wenn irgendjemand gegen die Regeln von denen er überzeugt sein sollte, verstoßen sollte.
Man wünscht sich höchstens, der so gegen die eigenen Regeln Verstoßende möge zur Einsicht kommen und entweder umkehren oder gehen.

Für protestantische Gemeinschaften jedoch ist es von Anfang an typisch, dass bei jeder Unstimmigkeit, eine Gruppe oder Einzelne austreten und eigene neue Gemeinschaften bilden oder ganz individuell ihren eigenen Weg verfolgen.
Darum gibt es ja (was neuerdings auf protestantischer Seite begrüßenswert genannt wird) Hunderte, ach was Tausende protestantische "Kirchen"/Gemeinden, die keinerlei echte Verständigungsbasis finden können.
Wohingegegen es nach wie vor eine römisch-katholische Kirche gibt.

Entschuldigt sich Ackermann also etwa, dafür dass Protestanten nun ja Protestanten sind und ihren Protest durch Bruch und Austritt zum Ausdruck bringen?
Dann warum?



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