"Das Recht auf Mitteilung der Wahrheit ist nicht bedingungslos. Das Leben ist nach dem Gebot der Nächstenliebe des Evangeliums auszurichten. Diese Liebe verlangt, daß man in der konkreten Situation abschätzt, ob es angemessen ist oder nicht, die Wahrheit dem zu sagen, der sie wissen will."
Eine Bitte um Wissen oder Mitteilung muß stets mit Nächstenliebe und Achtung vor der Wahrheit beantwortet werden. Das Wohl und die Sicherheit anderer, die Achtung des Privatlebens oder die Rücksicht auf das Gemeinwohl sind hinreichende Gründe, etwas, das nicht bekanntwerden soll, zu verschweigen oder sich einer diskreten Sprache zu bedienen. Die Pflicht, Ärgernis zu vermeiden, fordert oft strenge Diskretion. Niemand ist verpflichtet, die Wahrheit Personen zu enthüllen, die kein Recht auf deren Kenntnis haben."
usw.
Es folgen Ausführungen zum Gebrauch der Massenmedien (2493- 2499).
Wer die dort möglichen Verstöße gegen die Wahrheit gelistet haben will, lese es durch und nehme sich dann Zeitungsberichte zu Limburg vor, wo er Beispiele in Hülle und Fülle für jeden dieser Verstöße finden wird.
Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.
Dominus conservet eum et vivificet eum
et beatum faciat eum in terra et
non tradat eum in animam inimicorum eius.
Samstag, 19. Oktober 2013
Was ist ein Lüge?
Mir ist in letzter Zeit schon öfters aufgefallen, dass schon den Grundschulkindern hier Falsches beigebracht wird: eine Lüge sei zum Beispiel, wenn man selbst getäuscht etwas Unwahres weitersagt. Genau ein solcher Tatbestand kam in der Pflichlektüre vor und leider auch in den Auslegungen des Gemeindereferenten zu den Zehn Geboten.
Schauen wir also mal in den Katechismus der katholischen Kirche:
Dort steht die Lüge unter den Verstößen gegen die Wahrheit, und zwar interessanterweise nicht an allererster Stelle.
Zuerst kommt "falsches Zeugnis und Meineid", die öffentlich gemacht dazu beitragen, dass Unschuldige verurteilt oder Schuldige entlastet werden oder die Strafe eines Angeklagten verschärft wird.
(Ich glaube, da fallen so einige neuerliche Pressemeldungen darunter.)
folgender Fettdruck und Unterstreichungen von mir
Dann wird erklärt (2477): Die Rücksicht auf den guten Ruf eines Menschen verbietet jede Haltung und jedes Wort, die ihn ungerechterweise schädigen könnte. Schuldig macht sich
- des vermessenen Urteils, wer ohne ausreichende Beweise und sei es auch nur stillschweigend, von einem Mitmenschen annimmt, er habe einen Fehltritt begangen;
- der üblen Nachrede, wer ohne objektiv gültigen Grund Fehler und Vergehen eines Mitmenschen gegenüber Personen aufdeckt, die nichts davon wissen;
(na, ob da einigen das Gewissen mal schlägt - ich fürchte nicht)
- der Verleumdung, wer durch wahrheitswidrige Aussagen dem guten Ruf anderer schadet und zu Fehlurteilen über sie Anlass gibt.
Als nächstes kommen: Schmeichelei, Lobhudelei und Gefälligkeit, die andere in schlechten Handlungen und falschem Verhalten bestärken.
Gefolgt von Prahlerei und Aufschneiderei sowie von Ironie, die jemanden herabsetzen will, indem sie ihn böswillig lächerlich macht.
Die Lüge nun ist "der unmittelbarste Verstoß gegen die Wahrheit"(2483)
"Lügen heißt gegen die Wahrheit reden oder handeln, um jemanden zu täuschen, der ein Recht hat, sie zu kennen."
(2484) "Eine Lüge ist mehr oder weniger schwerwiegend gemessen an der Natur der Wahrheit, die sie entstellt, den Umständen, den Absichten dessen, der sie begeht und den Nachteilen, die den Belogenen daraus erwachsen. Die Lüge ist an sich nur eine läßliche Sünde, wird jedoch zur Todsünde, wenn sie gegen die Tugenden der Gerechtigkeit und der Liebe schwer verstößt."
Das wird dann noch näher erläutert und schließt mit der Wiedergutmachung: "Die Pflicht zur Wiedergutmachung betrifft auch die Verfehlungen gegen den guten Ruf eines anderen."
(Und ich setze mal den Label Limburg mit hier darunter, weil es in den Handlungen sovieler die sich an den öffentlich-medialen Hinrichtungen dort von Verstößen gegen die Wahrheit wie oben ausgeführt nur so wimmelt. Von Wiedergutmachungen bisher keine Spur bei den Teilnehmern der Hatz. Der Hauptbeschuldigte und übelst verleumdete hat bisher immerhin eingestanden, Fehler gemacht zu haben und dann sorgfältig jeden der oben genannten Posten gemieden.)
Schauen wir also mal in den Katechismus der katholischen Kirche:
Dort steht die Lüge unter den Verstößen gegen die Wahrheit, und zwar interessanterweise nicht an allererster Stelle.
Zuerst kommt "falsches Zeugnis und Meineid", die öffentlich gemacht dazu beitragen, dass Unschuldige verurteilt oder Schuldige entlastet werden oder die Strafe eines Angeklagten verschärft wird.
(Ich glaube, da fallen so einige neuerliche Pressemeldungen darunter.)
folgender Fettdruck und Unterstreichungen von mir
Dann wird erklärt (2477): Die Rücksicht auf den guten Ruf eines Menschen verbietet jede Haltung und jedes Wort, die ihn ungerechterweise schädigen könnte. Schuldig macht sich
- des vermessenen Urteils, wer ohne ausreichende Beweise und sei es auch nur stillschweigend, von einem Mitmenschen annimmt, er habe einen Fehltritt begangen;
- der üblen Nachrede, wer ohne objektiv gültigen Grund Fehler und Vergehen eines Mitmenschen gegenüber Personen aufdeckt, die nichts davon wissen;
(na, ob da einigen das Gewissen mal schlägt - ich fürchte nicht)
- der Verleumdung, wer durch wahrheitswidrige Aussagen dem guten Ruf anderer schadet und zu Fehlurteilen über sie Anlass gibt.
Als nächstes kommen: Schmeichelei, Lobhudelei und Gefälligkeit, die andere in schlechten Handlungen und falschem Verhalten bestärken.
Gefolgt von Prahlerei und Aufschneiderei sowie von Ironie, die jemanden herabsetzen will, indem sie ihn böswillig lächerlich macht.
Die Lüge nun ist "der unmittelbarste Verstoß gegen die Wahrheit"(2483)
"Lügen heißt gegen die Wahrheit reden oder handeln, um jemanden zu täuschen, der ein Recht hat, sie zu kennen."
(2484) "Eine Lüge ist mehr oder weniger schwerwiegend gemessen an der Natur der Wahrheit, die sie entstellt, den Umständen, den Absichten dessen, der sie begeht und den Nachteilen, die den Belogenen daraus erwachsen. Die Lüge ist an sich nur eine läßliche Sünde, wird jedoch zur Todsünde, wenn sie gegen die Tugenden der Gerechtigkeit und der Liebe schwer verstößt."
Das wird dann noch näher erläutert und schließt mit der Wiedergutmachung: "Die Pflicht zur Wiedergutmachung betrifft auch die Verfehlungen gegen den guten Ruf eines anderen."
(Und ich setze mal den Label Limburg mit hier darunter, weil es in den Handlungen sovieler die sich an den öffentlich-medialen Hinrichtungen dort von Verstößen gegen die Wahrheit wie oben ausgeführt nur so wimmelt. Von Wiedergutmachungen bisher keine Spur bei den Teilnehmern der Hatz. Der Hauptbeschuldigte und übelst verleumdete hat bisher immerhin eingestanden, Fehler gemacht zu haben und dann sorgfältig jeden der oben genannten Posten gemieden.)
Von wegen Lügen ...
Erzbischof Zollitsch hat ja in offiziellen Erklärungen abgestritten, dass er etwas von dem Dokument seines Seelsorgeamtes über Geschiedenenpastoral wusste, das er einmal beauftragt hatte und dass in seinem Namen an alle Freiburger Pfarreien verschickt wurde. Verschiedene Blogger haben das schon mit diversen offiziellen Äußerungen seinerseits widerlegt, dass er so unwissend sein konnte.
Jetzt hätte ich sogar einen Ohrenzeugen zu bieten (natürlich nicht für unsere objektive Presse, das sind innerkirchliche Angelegenheiten), der nur wenige Tage vor Veröffentlichung des Papieres dabei war, als Erzbisch Zollitsch es stolz vor den Seminaristen eines auswärtigen Seminars anpries. - Lohnt ja kaum, es zu verfolgen, er wird nicht mehr lange im Amt sein.
Aber wenn jetzt jeder deutsche Bischof, der bedacht oder unbedacht, selbst getäuscht oder dies vorgebend, mit Gedächtnisausfall oder auch nicht, sich ungeschickt oder gewollt ausdrückend je eine objektiv falsche Aussage gemacht hat, jetzt unglaubwürdig ist und gehen muss, dann werden wir hier bald viele neue Bischöfe sehen können. (Könnte man das Prinzip dann noch auf die Politik übertragen, hätten wir endlich einmal neue Parteien und nur noch neue Gesichter.)
Die - bisher erfolglosen - Versuche, in der Vorgeschichte des Limburger Generalvikars Kaspar Belastendes und Kriminelles zu finden, sind so unangemessen wie die vorherige Treibjagd auf den Bischof. Und sicher war es sein Fehler, nicht darauf zu bestehen, mit den wirklichen Kosten an die Öffentlichkeit zu gehen sondern weiter zu desinformieren. Aber ich vermute, dass er da dem Rat erfahrener Leute folgte, die meinte, man könne den Sturm aussitzen und mit der Wahrheit herausrücken, wenn sich der Aufruhr gelegt habe. Sicher eine Schwäche, aber keine inhärente Unehrlichkeit.
Noch weniger kann ich das Theater um die angebliche falsche eidesstattliche Aussage ernstnehmen, gleich wie da der Entscheid fallen wird. Sie basiert auf einer nie genehmigten (heimlich gemachten) Film- und Tonaufnahme, als der Bischof auf dem Domberg von einem Reporter quasi überfallen wurde, und abwehrend sagte: "Business class sind wir geflogen." Eine Aussage, die insofern richtig war, dass Business class gebucht und bezahlt wurde, und die sogar der Umgangssprache entspricht: "Wir sind Economy geflogen aber dann hatten wir ein Upgrade und konnten in die Business class." Man sagt das, um klarzustellen, dass man sich die teurere Klasse nicht leisten kann. Der Zusatz fehlte natürlich, aber es war ja kein Interview, sondern der Versuch etwas im Range einer lästigen Klofliege, die einen keine zwei Schritte gehen lassen wollte, abzuwehren. "Ksch, ksch", und dann vergessen, was genau man gesagt hat und tatsächlich der Überzeugung nicht gelogen zu haben sondern höchstens die volle Wahrheit nicht ausgeführt zu haben, wozu ja weder Ort noch Zeit war. Als Beweis kann solch illegales Filmmaterial eigentlich ja auch nicht gelten. In ordentlichen Prozessen jedenfalls so soll so etwas immer gegolten haben. Da waren heimliche Mitschnitte sogar strafbar.
Dass man hier anders verfährt, lässt auf andere Hintergründe schließen, die leider nicht genau zu ergründen sind.
Unser jetziger Pfarrer hat die Gemeinde auch schon belogen. Über die Heizungskosten der Kirche. Und zwar gab er die viel zu hoch an, um ein Ziel zu erreichen. Und über den Verbleib des alten Taufbeckens. Können wir ihn deswegen loswerden? Sein Vorgänger hat über letzteren Punkt auch gelogen. Aus Angst vor Problemen. Er war sonst ein sehr integrer und probater Mensch, der nur Auseinandersetzungen so fürchtete, dass er sich auch einmal zu so etwas verleiten ließ. Soweit ich weiß, hat er es inzwischen bedauert.
Ständig werden wir sogar aufgefordert, auch von - aus meiner Sicht sehr fragwürdigen - Theologen, die meinen, man würde den Menschen mit der Wahrheit zu sehr schaden.
Und die Presse erst? Wir sind ja soweit, dass man kaum noch Meldung mehr trauen kann. Soviel wird da gelogen und manipuliert. Oder schlechthin fehlerhaft oder gar nicht recherchiert, so dass ständig Unwahrheiten verbreitet und seltenst widerrufen werden.
Es wäre schön, wenn da einmal richtig reiner Tisch gemacht würde.
Es wäre eine grausige Lüge, wenn ein Einzelner wegen seines Fehltrittes in Sachen Wahrheit hingerichtet wird, und alle anderen fleißig weiterlügen. In gleicher Position und in anderen.
Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein?
Jetzt hätte ich sogar einen Ohrenzeugen zu bieten (natürlich nicht für unsere objektive Presse, das sind innerkirchliche Angelegenheiten), der nur wenige Tage vor Veröffentlichung des Papieres dabei war, als Erzbisch Zollitsch es stolz vor den Seminaristen eines auswärtigen Seminars anpries. - Lohnt ja kaum, es zu verfolgen, er wird nicht mehr lange im Amt sein.
Aber wenn jetzt jeder deutsche Bischof, der bedacht oder unbedacht, selbst getäuscht oder dies vorgebend, mit Gedächtnisausfall oder auch nicht, sich ungeschickt oder gewollt ausdrückend je eine objektiv falsche Aussage gemacht hat, jetzt unglaubwürdig ist und gehen muss, dann werden wir hier bald viele neue Bischöfe sehen können. (Könnte man das Prinzip dann noch auf die Politik übertragen, hätten wir endlich einmal neue Parteien und nur noch neue Gesichter.)
Die - bisher erfolglosen - Versuche, in der Vorgeschichte des Limburger Generalvikars Kaspar Belastendes und Kriminelles zu finden, sind so unangemessen wie die vorherige Treibjagd auf den Bischof. Und sicher war es sein Fehler, nicht darauf zu bestehen, mit den wirklichen Kosten an die Öffentlichkeit zu gehen sondern weiter zu desinformieren. Aber ich vermute, dass er da dem Rat erfahrener Leute folgte, die meinte, man könne den Sturm aussitzen und mit der Wahrheit herausrücken, wenn sich der Aufruhr gelegt habe. Sicher eine Schwäche, aber keine inhärente Unehrlichkeit.
Noch weniger kann ich das Theater um die angebliche falsche eidesstattliche Aussage ernstnehmen, gleich wie da der Entscheid fallen wird. Sie basiert auf einer nie genehmigten (heimlich gemachten) Film- und Tonaufnahme, als der Bischof auf dem Domberg von einem Reporter quasi überfallen wurde, und abwehrend sagte: "Business class sind wir geflogen." Eine Aussage, die insofern richtig war, dass Business class gebucht und bezahlt wurde, und die sogar der Umgangssprache entspricht: "Wir sind Economy geflogen aber dann hatten wir ein Upgrade und konnten in die Business class." Man sagt das, um klarzustellen, dass man sich die teurere Klasse nicht leisten kann. Der Zusatz fehlte natürlich, aber es war ja kein Interview, sondern der Versuch etwas im Range einer lästigen Klofliege, die einen keine zwei Schritte gehen lassen wollte, abzuwehren. "Ksch, ksch", und dann vergessen, was genau man gesagt hat und tatsächlich der Überzeugung nicht gelogen zu haben sondern höchstens die volle Wahrheit nicht ausgeführt zu haben, wozu ja weder Ort noch Zeit war. Als Beweis kann solch illegales Filmmaterial eigentlich ja auch nicht gelten. In ordentlichen Prozessen jedenfalls so soll so etwas immer gegolten haben. Da waren heimliche Mitschnitte sogar strafbar.
Dass man hier anders verfährt, lässt auf andere Hintergründe schließen, die leider nicht genau zu ergründen sind.
Unser jetziger Pfarrer hat die Gemeinde auch schon belogen. Über die Heizungskosten der Kirche. Und zwar gab er die viel zu hoch an, um ein Ziel zu erreichen. Und über den Verbleib des alten Taufbeckens. Können wir ihn deswegen loswerden? Sein Vorgänger hat über letzteren Punkt auch gelogen. Aus Angst vor Problemen. Er war sonst ein sehr integrer und probater Mensch, der nur Auseinandersetzungen so fürchtete, dass er sich auch einmal zu so etwas verleiten ließ. Soweit ich weiß, hat er es inzwischen bedauert.
Ständig werden wir sogar aufgefordert, auch von - aus meiner Sicht sehr fragwürdigen - Theologen, die meinen, man würde den Menschen mit der Wahrheit zu sehr schaden.
Und die Presse erst? Wir sind ja soweit, dass man kaum noch Meldung mehr trauen kann. Soviel wird da gelogen und manipuliert. Oder schlechthin fehlerhaft oder gar nicht recherchiert, so dass ständig Unwahrheiten verbreitet und seltenst widerrufen werden.
Es wäre schön, wenn da einmal richtig reiner Tisch gemacht würde.
Es wäre eine grausige Lüge, wenn ein Einzelner wegen seines Fehltrittes in Sachen Wahrheit hingerichtet wird, und alle anderen fleißig weiterlügen. In gleicher Position und in anderen.
Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein?
Donnerstag, 17. Oktober 2013
Vorschlag: Man löse das Bistum Limburg auf
Wie immer mehr zu Tage kommt, scheint das Bistum Limburg in einem äußerst beklagenswerten Zustand zu sein. Aufgebaut wurde der Zustand, der den deutschen Bistumsdurchschnitt deutlich zu unterbieten scheint anscheinend durch den vorigen Limburger Bischof, der in seinen 25 Amtsjahren leider so gut wie nichts getan zu haben scheint, um die innere und äußere Ordnung dort zu gewährleisten. Das Ordinariat musste anscheinend ohne rechte Arbeitsräume zurechtkommen, das ehemalige Priesterseminar (in Limburg mangelt es schon lange an Kandidaten), wo der Bischof seine Zimmer hatte, war in keinem guten Zustand, insbesondere nachdem es eine Zeitlang als Asylantenunterkunft genutzt worden war. Es gab keine Bischofswohnung, wie es scheint.
Die kirchliche Ordnung wurde anscheinend schon lange flächendeckend ignoriert. Vielerorts hatte sich eine Eigenliturgie entwickelt. Limburg war schon lange bekannt, als der Ort, wo alle frei agieren konnten, die man in andern Bistümern doch lieber nicht sah. Und anscheinend tat oder ließ dort einfach jeder, was er wollte, ohne sich an irgendeiner Hierarchie orientieren zu wollen. Der als konservativ (es ist wohl alles relativ)geltende Dekan zu Eltz gab, soll sogar in einem Interview zum besten gegeben haben, drei Jahre ist das erst her, sein Ziel sei es soviel protestantische Elemente einzuführen, dass Protestanten keine Notwendigkeit mehr sähen, eine eigene Kirche zu haben. - Nun ja, das zeigt eine gewisse Naivität gegenüber der Beharrungstendenz von abgespaltenen Glaubensgemeinschaften und vernachlässigt etwas die Bedürfnisse der Katholiken, die möglicherweise ja gar nicht protestantisch sein möchten.
Der moralische Niedergang zeigte sich ganz besonders in den vielen kirchlichen Mitarbeitern, Priester inklusive, denn fast ausschließlich waren es solche und nicht etwa gewöhnliche Kirchgänger, die über ihren Bischof herfielen in einer Art und Weise, durch den sie sich effektiv exkommuniziert haben dürften. Das braucht laut Kirchenrecht nämlich keine öffentliche Feststellung, der Tatbestand genügt. Es braucht auch nie eine öffentliche Bestätigung, die Folgen werden sie schon zu ihrer Zeit feststellen, falls sie nicht bereuen, was sie da getan haben.
Nur um irgendwelche Ziele durchzusetzen oder die eigene Haut zu retten (es gibt beide Gruppen) wurde der Bischof übel diffamiert, beschimpft und wie jetzt herauskommt verleumdet. Ohne rechte Sachkenntnis haben sich dann viele den allgemeinen Draufhauen mit angeschlossen. In der Rotte darf man den niedrigsten Instinkten ja freien Lauf lassen.
Jedenfalls statt zu diskutieren, ob dem jetzigen Bischof Limburg noch zuzumuten ist (meistens wird die Frage andersherum gestellt), sollte man sich fragen, ob man nicht besser daran täte, das ohnehin noch keine 200 Jahre alte Konstrukt Bistum Limburg gleich ganz aufzulösen und den geordneteren Strukturen von Nachbardiözesen anzugliedern. Das würde es erleichtern, gewisse zerstörerische Elemente, die dort tätig sind, evtl. in den frühen Ruhestand zu befördern und ganz neu aufzubauen.
Wenn die Fundamente derart zerstört sind, wie es sich dort präsentiert, lohnt wohl eher ein Abriss und Neubau.
Ein anderes Bistum hätte dann einen wunderbaren Verwaltungsneubau mit Begegnungszentrum, den es nicht erst mühsam finanzieren müsste.
Insgesamt würde die Verwaltung der deutschen Bistümer um eines reduziert und schlanker.
Es bieten sich viele Vorteile.
Ich weiß, dass das Bistum natürlich nicht aufgelöst wird, aber ganz objektiv gesehen wäre es die vernünftigste Lösung. Dann würde auch so mancher Ex-Limburger kennenlernen, wie es bei den Nachbarn zugeht und vielleicht feststellen, dass es ihm vorher gar nicht so schlecht gegangen war.
Montag, 14. Oktober 2013
in Antwort auf die Kritik an einem "worship song"
Ich vermute, ich spreche jetzt über ein Themenfeld, das dem Großteil der katholischen Leserschaft hier fast so fremd ist wie die geophysikalischen und geochemischen Daten des Saturns; falls sich jedoch ein Freikirchler hierher verirrt haben sollte, sage ich absolut nichts Neues. Es geht um die Welt der "Praise & Worship"- Musik. Einzelne der Lieder haben sich allerdings - meist wohl über die Gemeinschaft Emmanuel oder die Charismatische Erneuerung und darauf folgende Umwege - auch in katholische Gottesdienste verirrt und wirken dort für einige sehr befremdlich. Viele werfen diese Lieder auch in einen Topf mit dem neuen geistlichen Lied, das in eine völlig andere Kategorie gehört.
Man kennt ja noch die landeskirchlichen Gottesdienste: Lieder teils übereinstimmend mit dem Gotteslob, lange Predigt und das war es dann so ziemlich, manche, die lutherischen, ähneln sogar der katholischen Liturgie sehr stark. - Freikirchen sind ganz anders. Schon, da gibt es auch eine Predigt, dann öfters Sketche und theatralische Veranschaulichungen und in den meisten Fällen, die praise-and-worship-Zeit, meist als Lobpreis übersetzt (ich bin da allerdings nicht ganz auf dem Laufenden).
Korrekt müsste es als Lobpreis- und Anbetungszeit übersetzt werden, wobei diese Anbetung eher selten Ähnlichkeit mit einer katholischen eucharistischen Anbetung in Pfarreien hat. Den Lobpreis-Teil prägen eher schnelle rhythmische Lieder, bei denen auch geklatscht, gerufen und gesprungen werden kann. Der Anbetungsteil ist der ruhigere Teil, quasi eine kollektive Zeit persönlichen Gebetes und der Hingabevertiefung an Gott, die musikalisch moderiert wird und während der der Lobpreisleiter bzw. der Gottesdienstleiter bzw. andere Impulse geben können, die zur Vertiefung des geistlichen Lebens führen sollen.
Und jetzt muss man etwas wissen: diese Gebetstreffen sind gewöhnlich radikal evangelistisch (=missionarisch) augerichtet. Sie dienen nicht in erster Linie dem Glaubenswachstum der Gemeindemitglieder; dafür gibt es Hauskreise und manchmal auch spezielle Gottesdienste, sondern hauptsächlich der Evangelisation, d.h. sie sollen für nicht christlich Sozialisierte leicht zugänglich sein. Eine große Leitbildfunktion in der Entwicklung der entsprechenden Konzepte hatte dabei die Willow-Creek-Gemeinde in Chicago, die dann auch weltweit entsprechende Schulungen abgehalten hat. Es geht darum, möglichst wenig spezifisch christliches Vokabular zu verwenden, das Außenstehende nicht verstehen würden und Lieder zu verwenden, die möglichst fließend an die aktuelle säkulare Musik anknüpfen, jedenfalls was die Melodik angeht. Die Texte sind klar christlich motiviert.
Das Konzept ist ein sehr erfolgversprechendes. Nicht nur in Südamerika sondern auch hier in Deutschland lassen sich viele, besonders junge, Leute davon ansprechen, und gehen ihrer ursprünglichen Glaubensgemeinschaft verloren. Da die meisten dieser Gottesdienste das evangelistische ernst nehmen, werden neue angesprochen, möglichst in eigene Hauskreise geschickt und erfahren dort oft die ersten ernstzunehmenden Katechesen ihres Lebens.
In der so säkular angehauchten, wenig hohen kirchenmusikalischen Ansprüchen genügenden Musik fühlen sie sich zuhause. Und man sollte nicht übersehen, dass es da Texte gibt, die die Emotionen tief ansprechen, dass man hier oft in sehr großer Freiheit zu Gott beten kann und die andern ringsum es gleichzeitig tun, ohne dass jemand an größere Konventionen gebunden ist. Wer knien will, kniet. Wer sitzen will, sitzt oder steht oder liegt auf dem Boden. Dinge, die man in einem Gottesdienst der Großkirchen nicht wagen könnte, ohne als durchgeknallt hingestellt zu werden. Aber dort ist ein Freiraum dafür. Oft erscheinen dann erst einmal stärker ritualisierte Formen der Gottesverehrung als rigoristisch und langweilig und behindernd für die Intimität mit Gott. Insbesondere wenn diese eben nie wirklich verstanden wurden.
Es ist unangebracht, sich über worship-lieder wie hier zu mockieren, weil man ihr Umfeld nicht verstanden hat. Das Lied ist im freikirchlichen und charismatischen Umfeld durchaus sehr bekannt. Gewissenserforschung ist dort nicht antiquiert sondern wichtig. "Worship" ist für eine Nicht-Heilige-Messe so zentral wie das Hochgebet in einer ebensolchen. Dass da immer wieder einmal Seelenerforschung betrieben wird, um zu sehen, ob man nicht vom eigentlichen Ziel abgekommen ist, weil die Musik, die Vehikel ist, die Stelle Gottes eingenommen hat beim einen oder anderen, ist durchaus sinnvoll.
Was an "Heart of worship" so geschätzt wird, ist, dass da ein Lobpreisleiter (diese sind oft in der Gefahr eine Art Kultstatus zu haben) um Integrität bei seinem Dienst ringt, was vielen anderen Anlass war, auch ihre Einstellung zu hinterfragen und daran zu arbeiten. Dass so etwas nicht mit einmal getan ist, ist klar. Aber da wird es dann wieder einen anderen und ein anderes Lied geben, das die Frage neu stellt. Das Lied sagt sehr deutlich aus, dass es immer und in allem zuerst um Gott gehen sollte, und ist von daher auch nicht auf Lobpreisleiter beschränkt.
Die einzige Stelle, an der ein Lied wie dieses in eine katholische Messe passen kann, ist meiner Meinung nach die postcommunio. Es ist mehr zum Bedenken und Meditieren der eigenen Beziehung zu Gott gedacht, weniger zum Mitsingen. - Man sollte allerdings bedenken, dass es für eine völlig andere Form von Gottesdienst gedacht ist. Es gehört auch eigentlich in ein Arrangement ähnlich gearteter Lieder, das das persönliche Gebet in Gemeinschaft fördert, eine Komponente, die es in großkirchlichen Gottesdiensten eher selten gibt, manchen sicher erst einmal gar nicht möglich erscheint.
Leider ist die Sicht von Gottesdienst bei uns oft auf den - einzigen - Gottesdienst der Woche, den sonntäglichen verengt, der katholischerseits nun einmal eine heilige Messe sein sollte. Der Wunsch, fremde Gottesdienstformen und die ihnen entstammende Musik da zu integrieren, stößt selbstverständlich auf einige Hindernisse, die von den begeisterten Anhängern dieser Lieder nicht bedacht werden: es ist ein kultureller Konflikt. Das große Problem ist, dass es bei uns einen großen Mangel an zusätzlichen Gottesdienstformen gibt, die auch für diese Lieder mit ihrem nachweisbaren evangelistischen Potential bieten. Und daran wird sich nichts ändern, solange die motiviertesten Katholiken ihre "Sonntagspflicht" mit der "Pflichtmesse" abgehakt haben und dann ihren Hobbies nachgehen für den Rest des Tages. Evangelistischer Einsatz geht anders.
Ich wende mich hier auch klar dagegen, die Sonntagsmesse in eine evangelistische Veranstaltung umzufunktionieren. Die heilige Messe kann natürlich auch völlig Außenstehende ergreifen, allerdings selten in der Form, in der sie seit ihrer Reform in vielen Pfarreien abgehalten wird, wohl alles Geheimnisvolle und Faszinierende akribisch entfernt und zugedeckt wurde - normalerweise braucht sie allerdings gründliche Einführung und katechetische Vorbereitung, und die gibt es fast nirgends mehr. Dennoch ist sie das unverzichtbare Kernstück für den katholischen Glauben.
Evangelistische Gottesdienste mit ihren Liedern könnten ein Einstieg dazu werden - allerdings nur über eine nachfolgende Arbeit der Sozialisierung und Katechese in Kleingruppen/Hauskreisen.Versucht man den langen und unbequemen Weg abzukürzen, wird man niemandem mehr gerecht. Weder den Suchenden, noch denen, die Bestärkung oder Vertiefung brauchen.
Und besonders unkonstruktiv ist es, Dinge die als (Neu-)Einstieg in das geistliche Leben dienen können (sie tun es für viele) als zu säkular und nicht gediegen genug abzulehnen und zu belächeln.
persönliches P.S.: In meiner Pfarrei werde ich sonntäglich mit der einer Mischung von Thurmaier-Liederkatalog und uralten neuen geistlichen Liedern (alles aus dem Gotteslob) traktiert - DAS ist auch nicht gerade erbaulich und 100% unevangelistisch noch dazu.
Man kennt ja noch die landeskirchlichen Gottesdienste: Lieder teils übereinstimmend mit dem Gotteslob, lange Predigt und das war es dann so ziemlich, manche, die lutherischen, ähneln sogar der katholischen Liturgie sehr stark. - Freikirchen sind ganz anders. Schon, da gibt es auch eine Predigt, dann öfters Sketche und theatralische Veranschaulichungen und in den meisten Fällen, die praise-and-worship-Zeit, meist als Lobpreis übersetzt (ich bin da allerdings nicht ganz auf dem Laufenden).
Korrekt müsste es als Lobpreis- und Anbetungszeit übersetzt werden, wobei diese Anbetung eher selten Ähnlichkeit mit einer katholischen eucharistischen Anbetung in Pfarreien hat. Den Lobpreis-Teil prägen eher schnelle rhythmische Lieder, bei denen auch geklatscht, gerufen und gesprungen werden kann. Der Anbetungsteil ist der ruhigere Teil, quasi eine kollektive Zeit persönlichen Gebetes und der Hingabevertiefung an Gott, die musikalisch moderiert wird und während der der Lobpreisleiter bzw. der Gottesdienstleiter bzw. andere Impulse geben können, die zur Vertiefung des geistlichen Lebens führen sollen.
Und jetzt muss man etwas wissen: diese Gebetstreffen sind gewöhnlich radikal evangelistisch (=missionarisch) augerichtet. Sie dienen nicht in erster Linie dem Glaubenswachstum der Gemeindemitglieder; dafür gibt es Hauskreise und manchmal auch spezielle Gottesdienste, sondern hauptsächlich der Evangelisation, d.h. sie sollen für nicht christlich Sozialisierte leicht zugänglich sein. Eine große Leitbildfunktion in der Entwicklung der entsprechenden Konzepte hatte dabei die Willow-Creek-Gemeinde in Chicago, die dann auch weltweit entsprechende Schulungen abgehalten hat. Es geht darum, möglichst wenig spezifisch christliches Vokabular zu verwenden, das Außenstehende nicht verstehen würden und Lieder zu verwenden, die möglichst fließend an die aktuelle säkulare Musik anknüpfen, jedenfalls was die Melodik angeht. Die Texte sind klar christlich motiviert.
Das Konzept ist ein sehr erfolgversprechendes. Nicht nur in Südamerika sondern auch hier in Deutschland lassen sich viele, besonders junge, Leute davon ansprechen, und gehen ihrer ursprünglichen Glaubensgemeinschaft verloren. Da die meisten dieser Gottesdienste das evangelistische ernst nehmen, werden neue angesprochen, möglichst in eigene Hauskreise geschickt und erfahren dort oft die ersten ernstzunehmenden Katechesen ihres Lebens.
In der so säkular angehauchten, wenig hohen kirchenmusikalischen Ansprüchen genügenden Musik fühlen sie sich zuhause. Und man sollte nicht übersehen, dass es da Texte gibt, die die Emotionen tief ansprechen, dass man hier oft in sehr großer Freiheit zu Gott beten kann und die andern ringsum es gleichzeitig tun, ohne dass jemand an größere Konventionen gebunden ist. Wer knien will, kniet. Wer sitzen will, sitzt oder steht oder liegt auf dem Boden. Dinge, die man in einem Gottesdienst der Großkirchen nicht wagen könnte, ohne als durchgeknallt hingestellt zu werden. Aber dort ist ein Freiraum dafür. Oft erscheinen dann erst einmal stärker ritualisierte Formen der Gottesverehrung als rigoristisch und langweilig und behindernd für die Intimität mit Gott. Insbesondere wenn diese eben nie wirklich verstanden wurden.
Es ist unangebracht, sich über worship-lieder wie hier zu mockieren, weil man ihr Umfeld nicht verstanden hat. Das Lied ist im freikirchlichen und charismatischen Umfeld durchaus sehr bekannt. Gewissenserforschung ist dort nicht antiquiert sondern wichtig. "Worship" ist für eine Nicht-Heilige-Messe so zentral wie das Hochgebet in einer ebensolchen. Dass da immer wieder einmal Seelenerforschung betrieben wird, um zu sehen, ob man nicht vom eigentlichen Ziel abgekommen ist, weil die Musik, die Vehikel ist, die Stelle Gottes eingenommen hat beim einen oder anderen, ist durchaus sinnvoll.
Was an "Heart of worship" so geschätzt wird, ist, dass da ein Lobpreisleiter (diese sind oft in der Gefahr eine Art Kultstatus zu haben) um Integrität bei seinem Dienst ringt, was vielen anderen Anlass war, auch ihre Einstellung zu hinterfragen und daran zu arbeiten. Dass so etwas nicht mit einmal getan ist, ist klar. Aber da wird es dann wieder einen anderen und ein anderes Lied geben, das die Frage neu stellt. Das Lied sagt sehr deutlich aus, dass es immer und in allem zuerst um Gott gehen sollte, und ist von daher auch nicht auf Lobpreisleiter beschränkt.
Die einzige Stelle, an der ein Lied wie dieses in eine katholische Messe passen kann, ist meiner Meinung nach die postcommunio. Es ist mehr zum Bedenken und Meditieren der eigenen Beziehung zu Gott gedacht, weniger zum Mitsingen. - Man sollte allerdings bedenken, dass es für eine völlig andere Form von Gottesdienst gedacht ist. Es gehört auch eigentlich in ein Arrangement ähnlich gearteter Lieder, das das persönliche Gebet in Gemeinschaft fördert, eine Komponente, die es in großkirchlichen Gottesdiensten eher selten gibt, manchen sicher erst einmal gar nicht möglich erscheint.
Leider ist die Sicht von Gottesdienst bei uns oft auf den - einzigen - Gottesdienst der Woche, den sonntäglichen verengt, der katholischerseits nun einmal eine heilige Messe sein sollte. Der Wunsch, fremde Gottesdienstformen und die ihnen entstammende Musik da zu integrieren, stößt selbstverständlich auf einige Hindernisse, die von den begeisterten Anhängern dieser Lieder nicht bedacht werden: es ist ein kultureller Konflikt. Das große Problem ist, dass es bei uns einen großen Mangel an zusätzlichen Gottesdienstformen gibt, die auch für diese Lieder mit ihrem nachweisbaren evangelistischen Potential bieten. Und daran wird sich nichts ändern, solange die motiviertesten Katholiken ihre "Sonntagspflicht" mit der "Pflichtmesse" abgehakt haben und dann ihren Hobbies nachgehen für den Rest des Tages. Evangelistischer Einsatz geht anders.
Ich wende mich hier auch klar dagegen, die Sonntagsmesse in eine evangelistische Veranstaltung umzufunktionieren. Die heilige Messe kann natürlich auch völlig Außenstehende ergreifen, allerdings selten in der Form, in der sie seit ihrer Reform in vielen Pfarreien abgehalten wird, wohl alles Geheimnisvolle und Faszinierende akribisch entfernt und zugedeckt wurde - normalerweise braucht sie allerdings gründliche Einführung und katechetische Vorbereitung, und die gibt es fast nirgends mehr. Dennoch ist sie das unverzichtbare Kernstück für den katholischen Glauben.
Evangelistische Gottesdienste mit ihren Liedern könnten ein Einstieg dazu werden - allerdings nur über eine nachfolgende Arbeit der Sozialisierung und Katechese in Kleingruppen/Hauskreisen.Versucht man den langen und unbequemen Weg abzukürzen, wird man niemandem mehr gerecht. Weder den Suchenden, noch denen, die Bestärkung oder Vertiefung brauchen.
Und besonders unkonstruktiv ist es, Dinge die als (Neu-)Einstieg in das geistliche Leben dienen können (sie tun es für viele) als zu säkular und nicht gediegen genug abzulehnen und zu belächeln.
persönliches P.S.: In meiner Pfarrei werde ich sonntäglich mit der einer Mischung von Thurmaier-Liederkatalog und uralten neuen geistlichen Liedern (alles aus dem Gotteslob) traktiert - DAS ist auch nicht gerade erbaulich und 100% unevangelistisch noch dazu.
Sonntag, 13. Oktober 2013
Fakten und Machinationen
Die FAZ hat diese freundlicherweise hier zur Verfügung gestellt. Eher nicht zu den Fakten sondern in die Polemik gehört der Begleittext.
Wie zahlreiche der Leseranmerkungen feststellen, wurde hier durchaus kein Geld verschwendet, sondern in ein Bauwerk investiert, das in Endsumme wohl mehr wert ist, als die neuen Investitionen. Zudem wurden keine öffentlichen Gelder verschwendet, auch keine Kirchensteuergelder. Sondern alle Mehrkosten trug das Bistum aus seinem Vermögen, dass es durch diese Baumaßnahme quasi umschichtete. - Man beachte ja, die Gelder sind nicht in Spekulationen verloren gegangen, sondern haben einen Gegenwert erkauft. Offenbar konnte das Bistum es finanziell stemmen, denn es scheint auch des neueren nicht verschuldet zu sein.
Anklagen, diese und jene Pfarrkirche habe die Gelder nötiger gebraucht, gehen am Sachbestand vorbei. Pfarrkirchen werden eigentlich so gut wie nie aus Bistumseigentum finanziert. Dazu gibt es das sogenannte Kirchengut in den Pfarreien, und aus der Kirchensteuer und evtl. anderen Quellen werden solche Bauvorhaben bezuschusst. Das Bistum wiederum hat kein Geld verloren sondern in seine Immobilien investiert und den Wert, wie es scheint, erhalten.
Ein Faktum war auch, dass der Bischof von Limburg nicht bereits gestern nach Rom flog. Ob da sein Büro geschickt vorging und falsche Daten von einer undichten Quelle durchsickern ließ, bevor es umbuchte, kann niemand wissen. Die versammelte Meute wartete gestern vergebens.
Kein Faktum ist, was die Berichterstattung daraus machte. Da wurde kühn in die Welt gesetzt, aus Rom habe man dem Bischof beschieden, er dürfe erst dorthin reisen, nachdem man seinen Fall mit Kardinal Zollitsch abgeklärt habe, der natürlich nur deswegen nach Rom fährt. Denn inzwischen habe sich jeder inklusive dem Erzbischof Müller in Rom von ihm abgewandt.
Tja, dann flog der Bischof heute nach Rom. Die wilden Spekulationen waren fehlgegangen, aber was setzt sich in den Köpfen fest?
Mein Vater, der sich zum Leidwesen meiner Mutter, gerne darin ergeht, jede Beschuldigung gegen den Limburger Bischof zu glauben und weiterzugeben (nein, sie wohnen nicht in der Diözese), berichtete mir die wilde Story vom Flugverbot aus Rom. Ich meinte, das sei Unsinn und dass der Bischof von Freiburg in Rom wohl eher erklären müsse, was sich sein Seelsorgerat da an Kirchenspalterischem geleistet habe. Die Glaubenskongregation greift ja selten so schnell ein. Ach was, meinte mein Vater, der Zollitsch habe da doch nur das durchgeführt, was der Papst angeordnet habe. - Wie bitte?, meinte ich. - Aber klar doch, der Franziskus habe doch selbst gefordert, dass wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zugelassen werden sollten. Er wisse es genau, im Fernsehen hätten sie das oft gesagt.
Wieder ein Beleg, wie hier das Fernsehen massiv manipuliert und Unwahrheiten verbreitet und ein dringendes Signal, dass klare unmissverständliche Worte aus Rom sehr dringend am Platz wären.
Wie zahlreiche der Leseranmerkungen feststellen, wurde hier durchaus kein Geld verschwendet, sondern in ein Bauwerk investiert, das in Endsumme wohl mehr wert ist, als die neuen Investitionen. Zudem wurden keine öffentlichen Gelder verschwendet, auch keine Kirchensteuergelder. Sondern alle Mehrkosten trug das Bistum aus seinem Vermögen, dass es durch diese Baumaßnahme quasi umschichtete. - Man beachte ja, die Gelder sind nicht in Spekulationen verloren gegangen, sondern haben einen Gegenwert erkauft. Offenbar konnte das Bistum es finanziell stemmen, denn es scheint auch des neueren nicht verschuldet zu sein.
Anklagen, diese und jene Pfarrkirche habe die Gelder nötiger gebraucht, gehen am Sachbestand vorbei. Pfarrkirchen werden eigentlich so gut wie nie aus Bistumseigentum finanziert. Dazu gibt es das sogenannte Kirchengut in den Pfarreien, und aus der Kirchensteuer und evtl. anderen Quellen werden solche Bauvorhaben bezuschusst. Das Bistum wiederum hat kein Geld verloren sondern in seine Immobilien investiert und den Wert, wie es scheint, erhalten.
Ein Faktum war auch, dass der Bischof von Limburg nicht bereits gestern nach Rom flog. Ob da sein Büro geschickt vorging und falsche Daten von einer undichten Quelle durchsickern ließ, bevor es umbuchte, kann niemand wissen. Die versammelte Meute wartete gestern vergebens.
Kein Faktum ist, was die Berichterstattung daraus machte. Da wurde kühn in die Welt gesetzt, aus Rom habe man dem Bischof beschieden, er dürfe erst dorthin reisen, nachdem man seinen Fall mit Kardinal Zollitsch abgeklärt habe, der natürlich nur deswegen nach Rom fährt. Denn inzwischen habe sich jeder inklusive dem Erzbischof Müller in Rom von ihm abgewandt.
Tja, dann flog der Bischof heute nach Rom. Die wilden Spekulationen waren fehlgegangen, aber was setzt sich in den Köpfen fest?
Mein Vater, der sich zum Leidwesen meiner Mutter, gerne darin ergeht, jede Beschuldigung gegen den Limburger Bischof zu glauben und weiterzugeben (nein, sie wohnen nicht in der Diözese), berichtete mir die wilde Story vom Flugverbot aus Rom. Ich meinte, das sei Unsinn und dass der Bischof von Freiburg in Rom wohl eher erklären müsse, was sich sein Seelsorgerat da an Kirchenspalterischem geleistet habe. Die Glaubenskongregation greift ja selten so schnell ein. Ach was, meinte mein Vater, der Zollitsch habe da doch nur das durchgeführt, was der Papst angeordnet habe. - Wie bitte?, meinte ich. - Aber klar doch, der Franziskus habe doch selbst gefordert, dass wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zugelassen werden sollten. Er wisse es genau, im Fernsehen hätten sie das oft gesagt.
Wieder ein Beleg, wie hier das Fernsehen massiv manipuliert und Unwahrheiten verbreitet und ein dringendes Signal, dass klare unmissverständliche Worte aus Rom sehr dringend am Platz wären.
Samstag, 12. Oktober 2013
Wenn man bei BILD die sachlichsten Artikel lesen kann ...
... - jedenfalls in deren online-Ausgabe.
Geschrieben hat es Alexander von Schönburg und ich hoffe einmal - genau weiß ich es nicht mehr beim Chaos der "Recht"sprechungen, es ist legal darauf zu verlinken. Er selbst macht es von seinem Blog aus.
ach ja, das Thema:
Nein, nicht dass Kardinal Zollitsch das Bistum Freiburg durch einen Schnellschuss pastoraler Bemühtheit fast im Schisma von der römisch-katholischen Kirche abgespalten hat.
Auch nicht die Sache mit dem Wahlkreisbüroleiter des Grünenpolitiker Koenigs, der sich in 160 Fällen an Kindern (4 Einezlbetroffene) vergangen haben soll, die er mit Drogen gefügig gemacht habe.
All diese Meldungen sind ja völlig uninteressant, weil die Presse nur eines zu tun hat:
Die mediale Hinrichtung des Bischofs von Limburg.
Da sind vergewaltigte Kinder und Beinah-Kirchenspaltungen völlig unwichtig dagegen, wie es scheint.
Geschrieben hat es Alexander von Schönburg und ich hoffe einmal - genau weiß ich es nicht mehr beim Chaos der "Recht"sprechungen, es ist legal darauf zu verlinken. Er selbst macht es von seinem Blog aus.
ach ja, das Thema:
Nein, nicht dass Kardinal Zollitsch das Bistum Freiburg durch einen Schnellschuss pastoraler Bemühtheit fast im Schisma von der römisch-katholischen Kirche abgespalten hat.
Auch nicht die Sache mit dem Wahlkreisbüroleiter des Grünenpolitiker Koenigs, der sich in 160 Fällen an Kindern (4 Einezlbetroffene) vergangen haben soll, die er mit Drogen gefügig gemacht habe.
All diese Meldungen sind ja völlig uninteressant, weil die Presse nur eines zu tun hat:
Die mediale Hinrichtung des Bischofs von Limburg.
Da sind vergewaltigte Kinder und Beinah-Kirchenspaltungen völlig unwichtig dagegen, wie es scheint.
Freitag, 11. Oktober 2013
Es riecht nach Heuchelei
Sicher ist es so einigen in der Causa Limburg und dortiger Bischof aufgefallen. Die Indizien für Heuchelei bei vielen befragten Bischofskritikern und so einige merkwürdige Unstimmigkeiten bezüglich der Berichterstattung.
Vielleicht ist auch dem einen oder andern etwas anderes aufgefallen: Wie erstaunlich konsequent Bischof Tebartz van Elst darauf verzichtet, Schuld auf andere abzuwälzen und sie damit zu beschützen.
Das ist in Bischofskreisen recht ungewöhnlich geworden. Mit Grausen hörte ich einmal wie ein schockierter Mitarbeiter eines Bischofs von einem Gespräch mit dem diözesanen Justitiar berichtete, in dem dieser ihm klarmachte, dass man alles tun werde, um die "Fürsten" (sic!) zu schützen und dafür kein Bauernopfer zuviel sei.
Ganz im Gegenteil jetzt in Limburg. Der Bischof hätte einige Möglichkeiten, Schuld zu verteilen und zuzuweisen, ganz berechtigte und den Tatsachen entsprechende.
Da ist diese unangenehme Frage, ob die Bonusmeilen des Generalvikars auch tatsächlich in privaten Flügen zusammengekommen waren oder in dienstlichen - was durchaus einen Unterschied macht in Bezug auf deren Einsatz.
Ein anderer würde sicherlich sagen: Herr Generalvikar, sie gehen ohnehin in den Ruhestand. Nehmen Sie mal die Verantwortung auf sich!
Bischof Tebartz van Elst tut das nicht.
Da ist die merkwürdige Sache mit den offenbar nicht tätig gewordenen Kontrollorganen der Diözese für das Bauvorhaben. Normalerweise tobte hier eine gegenseitige Schlammschlacht. Aber der Schmutz wird derzeit nur von einer Seite geworfen, und nicht vom Bischof.
Für den eklatanten Mangel an Respekt und Loyalität gegenüber dem Bischof, der in Limburg schon lange herrscht, kann man kaum geeignete Worte finden. Ihm wird alles als Versagen aufgerechnet, was vermutlich in jeder Diözese genauso an Problemen auftritt.
Nach dem, was gelegentlich zu lesen ist, sucht der Bischof Gespräche mit den Beteiligten. Er nutzt nicht Dritte (ob Presse oder andere), um seine Beschwerden gegen seine Beschuldiger vorzutragen und das trotz aller Anfeindungen.
Was die Heuchelei und Rufschädigung angeht:
- man betrachte beliebige Baumaßnahmen beliebiger Bistümer in den letzten Jahren; 31 Millionen sind viel aber auch nicht so ungewöhnlich
- entgegen der Statistiken wurde behauptet es sei zu einem massiven Anstieg von Kirchenaustritten nur wegen des Bischofs gekommen. Wahr ist eher, dass die Anzahl in etwa gleich bleibt, nur die angegebene Begründung sich in etlichen geändert hat.
- es ist äußerst seltsam, wenn eine AZ plötzlich einen Artikel schreibt, dass ein Bischof nicht nach der Lehre Christi handele. Wer jene AZ liest, weiß, dass die Lehre Christi den Schreibern einen feuchten Kehricht bedeutet normalerweise. Als Belastungszeuge wird dann ein einzelner Pfarrer zitiert, der dann mit wunderbar "demokratischer" Einstellung verkündet, in seiner Pfarrei dürfe niemand Unterschriften für den Bischof sammeln, das lasse er nicht zu, nur die Liste mit Unterschriften gegen ihn, lege er aus. - Danke, Herr Pfarrer X, dass sie uns so klar zeigen, welche Meinungsdiktatur sie ausüben, der angeblich in Angst vor dem tyrannischen Bischof lebt! Offenbar wurde da von sich auf andere geschlossen.
Völlig absurd wurde dann noch ein Kommentar, der sich unter anderem zu der Behauptung verstieg, Papst Franziskus habe eine völlig neue katholische Kirche begründet und der Limburger Bischof breche das Kirchenrecht, weil er nicht so barmherzig sei, wie der Papst das fordere. Oder so ähnlich.
Mit solch nahezu perfekten Unsinn, der den Rufmord am Bischof allen Unbeteiligten einhämmert, werden die Leser Ausgabe für Ausgabe traktiert. Und mangels besserem Wissen glauben einige so etwas.
Da kann man nur hoffen, dass demnächst doch der ein oder andere aus dem Wahn erwacht, in den er sich in dieser Causa hineingesteigert hat. Hoffentlich bevor der Mensch Franz-Peter, der der Bischof Tebartz van Elst ist, durch die ungemein erbitterte und in einigen Bereichen irrationale Hetzjagd noch schwerer geschädigt wird.
Wobei ich allerdings vermute, auch wenn er leidet, er wird es schaffen, auch das Unrecht anzunehmen und für sein Bistum zu tragen. Bisher sieht es sehr so aus. In der Haut der Treibjäger möchte ich allerdings beim Jüngsten Gericht nicht unbedingt stecken und mich für das brutale und erbarmungslose Vorgehen gegen einen geweihten Bischof verantworten.
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Vielleicht ist auch dem einen oder andern etwas anderes aufgefallen: Wie erstaunlich konsequent Bischof Tebartz van Elst darauf verzichtet, Schuld auf andere abzuwälzen und sie damit zu beschützen.
Das ist in Bischofskreisen recht ungewöhnlich geworden. Mit Grausen hörte ich einmal wie ein schockierter Mitarbeiter eines Bischofs von einem Gespräch mit dem diözesanen Justitiar berichtete, in dem dieser ihm klarmachte, dass man alles tun werde, um die "Fürsten" (sic!) zu schützen und dafür kein Bauernopfer zuviel sei.
Ganz im Gegenteil jetzt in Limburg. Der Bischof hätte einige Möglichkeiten, Schuld zu verteilen und zuzuweisen, ganz berechtigte und den Tatsachen entsprechende.
Da ist diese unangenehme Frage, ob die Bonusmeilen des Generalvikars auch tatsächlich in privaten Flügen zusammengekommen waren oder in dienstlichen - was durchaus einen Unterschied macht in Bezug auf deren Einsatz.
Ein anderer würde sicherlich sagen: Herr Generalvikar, sie gehen ohnehin in den Ruhestand. Nehmen Sie mal die Verantwortung auf sich!
Bischof Tebartz van Elst tut das nicht.
Da ist die merkwürdige Sache mit den offenbar nicht tätig gewordenen Kontrollorganen der Diözese für das Bauvorhaben. Normalerweise tobte hier eine gegenseitige Schlammschlacht. Aber der Schmutz wird derzeit nur von einer Seite geworfen, und nicht vom Bischof.
Für den eklatanten Mangel an Respekt und Loyalität gegenüber dem Bischof, der in Limburg schon lange herrscht, kann man kaum geeignete Worte finden. Ihm wird alles als Versagen aufgerechnet, was vermutlich in jeder Diözese genauso an Problemen auftritt.
Nach dem, was gelegentlich zu lesen ist, sucht der Bischof Gespräche mit den Beteiligten. Er nutzt nicht Dritte (ob Presse oder andere), um seine Beschwerden gegen seine Beschuldiger vorzutragen und das trotz aller Anfeindungen.
Was die Heuchelei und Rufschädigung angeht:
- man betrachte beliebige Baumaßnahmen beliebiger Bistümer in den letzten Jahren; 31 Millionen sind viel aber auch nicht so ungewöhnlich
- entgegen der Statistiken wurde behauptet es sei zu einem massiven Anstieg von Kirchenaustritten nur wegen des Bischofs gekommen. Wahr ist eher, dass die Anzahl in etwa gleich bleibt, nur die angegebene Begründung sich in etlichen geändert hat.
- es ist äußerst seltsam, wenn eine AZ plötzlich einen Artikel schreibt, dass ein Bischof nicht nach der Lehre Christi handele. Wer jene AZ liest, weiß, dass die Lehre Christi den Schreibern einen feuchten Kehricht bedeutet normalerweise. Als Belastungszeuge wird dann ein einzelner Pfarrer zitiert, der dann mit wunderbar "demokratischer" Einstellung verkündet, in seiner Pfarrei dürfe niemand Unterschriften für den Bischof sammeln, das lasse er nicht zu, nur die Liste mit Unterschriften gegen ihn, lege er aus. - Danke, Herr Pfarrer X, dass sie uns so klar zeigen, welche Meinungsdiktatur sie ausüben, der angeblich in Angst vor dem tyrannischen Bischof lebt! Offenbar wurde da von sich auf andere geschlossen.
Völlig absurd wurde dann noch ein Kommentar, der sich unter anderem zu der Behauptung verstieg, Papst Franziskus habe eine völlig neue katholische Kirche begründet und der Limburger Bischof breche das Kirchenrecht, weil er nicht so barmherzig sei, wie der Papst das fordere. Oder so ähnlich.
Mit solch nahezu perfekten Unsinn, der den Rufmord am Bischof allen Unbeteiligten einhämmert, werden die Leser Ausgabe für Ausgabe traktiert. Und mangels besserem Wissen glauben einige so etwas.
Da kann man nur hoffen, dass demnächst doch der ein oder andere aus dem Wahn erwacht, in den er sich in dieser Causa hineingesteigert hat. Hoffentlich bevor der Mensch Franz-Peter, der der Bischof Tebartz van Elst ist, durch die ungemein erbitterte und in einigen Bereichen irrationale Hetzjagd noch schwerer geschädigt wird.
Wobei ich allerdings vermute, auch wenn er leidet, er wird es schaffen, auch das Unrecht anzunehmen und für sein Bistum zu tragen. Bisher sieht es sehr so aus. In der Haut der Treibjäger möchte ich allerdings beim Jüngsten Gericht nicht unbedingt stecken und mich für das brutale und erbarmungslose Vorgehen gegen einen geweihten Bischof verantworten.
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Donnerstag, 10. Oktober 2013
Das Problem mit den aktuellen päpstlichen Äußerungen ....
... wurde schon von einigen, u.a. Peter Winnemoeller, aufgegriffen. Ich sehe mich auch ständig damit konfrontiert, mir möglichst originale und zusammenhängende Aussagen zu besorgen, durchzulesen und festzustellen, dass die Intention des Gesagten wohl tadellos ist aber die Formulierung in Teilaspekten äußerst missverständlich.
Ich vermute, Peter Winnemöller trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt: "Dabei wirkt die schon fast erschreckende Selbstverständlichkeit, mit der er [der Papst] für sich (und andere?) die Lehre der Kirche als gegeben annimmt, befremdend."
Wenn man die Lehre der katholischen Kirche kennt (was hierzulande für sehr wenige zutrifft, die meisten haben eher mythologische Vorstellungen davon und konfrontieren sich nicht mit nachlesbaren Fakten) und zu ihr steht und weiß, dass der Papst das selbstverständlich tut, dann sind seine Aussagen klar.
Wenn man die Lehre eher vom Hörensagen und episodischen Erfahrungen kennt, sie ohnehin anzweifelt und glaubt die vom Zeitgeist geprägten Überzeugungen der Mehrheit seien die normative Wahrheit, dann kann man völlig anderes daraus lesen und verstehen.
Ich denke inzwischen auch, dass Papst Franziskus, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, nur periphär etwas über den Zustand der katholischen Kirche in Deutschland weiß, in der die große Mehrheit der katholisch Getauften kaum mehr das Vaterunser auswendig kennt oder auch nur die Zehn Gebote aufzählen könnte. In der man Reinkarnation für mit dem christlichen Glauben vereinbar hält und meint, der einzige Unterschied zwischen einem katholischen und einem evangelischen Pfarrer sei der Zölibat, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wo die Mehrheit der katholischen Theologen seit Jahrzehnten daran arbeitet, große Teile dessen, was im Katechismus steht, ad absurdum zu führen und diese Lehren mit Hilfe der säkularen Presse und leider auch oft der kirchlichen fast konkurrenzlos verbreitet.
Und schließlich, wo es kaum noch eine gesunde Herde mehr gibt, sondern fast nur noch lockere Ansammlungen von kranken, verwahrlosten und halb verwilderten Schafen, zwischen denen mit Schafspelzen angetane Wölfe ungehindert herumlaufen dürfen. Und wehe in einer der Schafsgruppen gibt es zu lautes Gemecker, wenn so ein Wolf in der Nähe ist, dann taucht ganz schnell einer der Hirten auf und sorgt für Ruhe.
Ganz unabhängig von kirchenpolitisch interpretierbaren Äußerungen, mich hat eine Äußerung in Zusammenhang mit dem Weltjugendtag in ihrer Unbedachtheit sehr betroffen gemacht. Da hieß es, ein Jugendlicher, der nicht fröhlich sei, sei kein rechter Jugendlicher. Solche wolle er nicht. - Arme kranke Schäfchen, dachte ich, die da allein und verlassen schon so jung die Hoffnung verloren haben und jetzt noch so etwas um die Ohren geschlagen bekommen.
Gerade Jugendliche neigen oft zu Schwermut, auch katholisch getaufte, und können nirgends einen Sinn erkennen. Von ihrer Kirche wissen sie meist nur eine lange Liste dessen, was gerade auch kirchenintern kritisiert wird. Von der Schönheit des Glaubens wissen sie nichts. Sie suchen ihre Freude in der Gemeinschaft, im Einsatz für etwas - aber die Quelle der Freude, da wissen sie gewöhnlich nicht einmal, dass es die wirklich gibt.
Ja, als Christen haben wir eine Quelle der Freude, die nicht versiegt und das sollte man sehen. Aber viele haben diese Quelle noch nie zu Gesicht bekommen, gerade auch viele Christen, und daher keinen Zugang zu dieser Freude. Sich dessen nicht bewusst zu sein, ist schon tragisch. Sagt man diesen Menschen guten Willens, die sich dennoch trotz einer Dominanz des Leidens in dem von ihnen Erlebten einsetzen und Gott dienen wollen, sie müssten lächeln, werden sie nur eine Maske aufsetzen können.
Und andere, die ihre vorläufige Freudenquelle in ihren Beziehungen oder ihren Leistungen sehen und daher zu lächeln vermögen, möchten dann ihr Heilserlebnis als das universelle andern bringen, ohne zu wissen, wo die wahre Quelle ist.
Schon in einer solch einfachen Aussage wie der obigen kann also viel Missverständliches liegen.
Die Äußerungen des Papstes gehen wohl von einer mehr oder weniger heilen katholischen Welt aus, die wir nur noch aus Büchern kennen in unseren Breiten und können daher in diesem Umfeld nicht die beabsichtigte Wirkung entfalten sondern wirken in vielen Fällen sogar kontraproduktiv. Das ist ein Problem. Und das größere Problem ist tatsächlich, dass es von Rom aus keine Klarstellungen gibt, was und wie etwas wirklich gemeint ist. Damit ist einer Vielzahl von falschen Interpretationen, die mit Begeisterung verbreitet werden, der Weg frei gemacht.
Da kann ich auch nur hoffen und beten, dass die Linie wieder klarer und unzweideutiger wird. So wie sie gemeint ist, nicht wie sie durch nicht aufhörende Missverständnisse verbreitet wird.
Und ja, die Vielzahl der missverständlichen Äußerungen macht es inzwischen fast unmöglich noch für Klärung zu sorgen. Es braucht ja oft ein Nachfragen, weil vieles so rätselhaft ist in seiner Intention. Man kann einfach nicht mehr nachkommen damit.
Ich vermute, Peter Winnemöller trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt: "Dabei wirkt die schon fast erschreckende Selbstverständlichkeit, mit der er [der Papst] für sich (und andere?) die Lehre der Kirche als gegeben annimmt, befremdend."
Wenn man die Lehre der katholischen Kirche kennt (was hierzulande für sehr wenige zutrifft, die meisten haben eher mythologische Vorstellungen davon und konfrontieren sich nicht mit nachlesbaren Fakten) und zu ihr steht und weiß, dass der Papst das selbstverständlich tut, dann sind seine Aussagen klar.
Wenn man die Lehre eher vom Hörensagen und episodischen Erfahrungen kennt, sie ohnehin anzweifelt und glaubt die vom Zeitgeist geprägten Überzeugungen der Mehrheit seien die normative Wahrheit, dann kann man völlig anderes daraus lesen und verstehen.
Ich denke inzwischen auch, dass Papst Franziskus, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, nur periphär etwas über den Zustand der katholischen Kirche in Deutschland weiß, in der die große Mehrheit der katholisch Getauften kaum mehr das Vaterunser auswendig kennt oder auch nur die Zehn Gebote aufzählen könnte. In der man Reinkarnation für mit dem christlichen Glauben vereinbar hält und meint, der einzige Unterschied zwischen einem katholischen und einem evangelischen Pfarrer sei der Zölibat, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wo die Mehrheit der katholischen Theologen seit Jahrzehnten daran arbeitet, große Teile dessen, was im Katechismus steht, ad absurdum zu führen und diese Lehren mit Hilfe der säkularen Presse und leider auch oft der kirchlichen fast konkurrenzlos verbreitet.
Und schließlich, wo es kaum noch eine gesunde Herde mehr gibt, sondern fast nur noch lockere Ansammlungen von kranken, verwahrlosten und halb verwilderten Schafen, zwischen denen mit Schafspelzen angetane Wölfe ungehindert herumlaufen dürfen. Und wehe in einer der Schafsgruppen gibt es zu lautes Gemecker, wenn so ein Wolf in der Nähe ist, dann taucht ganz schnell einer der Hirten auf und sorgt für Ruhe.
Ganz unabhängig von kirchenpolitisch interpretierbaren Äußerungen, mich hat eine Äußerung in Zusammenhang mit dem Weltjugendtag in ihrer Unbedachtheit sehr betroffen gemacht. Da hieß es, ein Jugendlicher, der nicht fröhlich sei, sei kein rechter Jugendlicher. Solche wolle er nicht. - Arme kranke Schäfchen, dachte ich, die da allein und verlassen schon so jung die Hoffnung verloren haben und jetzt noch so etwas um die Ohren geschlagen bekommen.
Gerade Jugendliche neigen oft zu Schwermut, auch katholisch getaufte, und können nirgends einen Sinn erkennen. Von ihrer Kirche wissen sie meist nur eine lange Liste dessen, was gerade auch kirchenintern kritisiert wird. Von der Schönheit des Glaubens wissen sie nichts. Sie suchen ihre Freude in der Gemeinschaft, im Einsatz für etwas - aber die Quelle der Freude, da wissen sie gewöhnlich nicht einmal, dass es die wirklich gibt.
Ja, als Christen haben wir eine Quelle der Freude, die nicht versiegt und das sollte man sehen. Aber viele haben diese Quelle noch nie zu Gesicht bekommen, gerade auch viele Christen, und daher keinen Zugang zu dieser Freude. Sich dessen nicht bewusst zu sein, ist schon tragisch. Sagt man diesen Menschen guten Willens, die sich dennoch trotz einer Dominanz des Leidens in dem von ihnen Erlebten einsetzen und Gott dienen wollen, sie müssten lächeln, werden sie nur eine Maske aufsetzen können.
Und andere, die ihre vorläufige Freudenquelle in ihren Beziehungen oder ihren Leistungen sehen und daher zu lächeln vermögen, möchten dann ihr Heilserlebnis als das universelle andern bringen, ohne zu wissen, wo die wahre Quelle ist.
Schon in einer solch einfachen Aussage wie der obigen kann also viel Missverständliches liegen.
Die Äußerungen des Papstes gehen wohl von einer mehr oder weniger heilen katholischen Welt aus, die wir nur noch aus Büchern kennen in unseren Breiten und können daher in diesem Umfeld nicht die beabsichtigte Wirkung entfalten sondern wirken in vielen Fällen sogar kontraproduktiv. Das ist ein Problem. Und das größere Problem ist tatsächlich, dass es von Rom aus keine Klarstellungen gibt, was und wie etwas wirklich gemeint ist. Damit ist einer Vielzahl von falschen Interpretationen, die mit Begeisterung verbreitet werden, der Weg frei gemacht.
Da kann ich auch nur hoffen und beten, dass die Linie wieder klarer und unzweideutiger wird. So wie sie gemeint ist, nicht wie sie durch nicht aufhörende Missverständnisse verbreitet wird.
Und ja, die Vielzahl der missverständlichen Äußerungen macht es inzwischen fast unmöglich noch für Klärung zu sorgen. Es braucht ja oft ein Nachfragen, weil vieles so rätselhaft ist in seiner Intention. Man kann einfach nicht mehr nachkommen damit.
wie das Vertrauen schwand
(ja, ich existiere noch :) )
Ich höre heute mitunter, dass die Menschen sagen: Wir haben manchmal den Eindruck, dass die Verkündiger, auch wenn sie eine Mitra tragen, sich gleichsam entschuldigen, wenn sie den katholischen Glauben in aller Konsequenz verkünden. Es fehle ihnen das nötige katholische Sendungsbewusstsein, das aus einer vitalen Überzeugung der Glaubenswahrheit fließt. Es wird uns mancherorts nachgesagt, dass wir Bischöfe noch nicht einmal in Grundfragen von Glaube und Leben eine Einheit bilden. Ich will hier niemanden anklagen und halte mir selbst diese Predigt.
Predigt von Joachim Kardinal Meisner bei der DBK Sept. 2013
Der obige Absatz, war mir Anlass dafür, darüber nachzudenken, seit wann ich die Aussagen eines Bischofs erst daraufhin studiere, ob sie mit dem kirchlichen Lehramt übereinstimmen, statt ihnen zu vertrauen, weil es die Aussagen eines Bischofs sind.
Ich erinnere mich noch, vor 25 Jahren (ich bin mittlerweile 47) hielt ich es für selbstverständlich, dass ein Bischof treu zu Rom und dem Papst sei und verlässlich verkündigt, was dem (damals irgendwie in keiner Ausgabe aufspürbaren aber irgendwo vorhandenen) Katechismus entspreche.
Ich fand es als Jugendvertreter im Pfarrgemeinderat sehr hässlich, als der Gemeindereferent über den Bischof wegen dessen mutmaßlicher Romtreue herfiel. - Ähem, sollte ein Bischof nicht gegenüber dem Papst loyal sein????
Ich war der Überzeugung, in einigem nicht mit der katholischen Lehre ganz übereinzustimmen. Aber das war mein Problem und natürlich erwartete ich, dass offizielle Vertreter der katholischen Kirche auch deren Überzeugungen mir und anderen gegenüber vertreten.
Heute ist es leider so (ich finde es wirklich schrecklich, aber es ist so), dass ich, wenn ich lese, ein Bischof habe sich so oder so geäußert, erst einmal gar nichts glaube und wenn mir bei seinen Aussagen Bedenken kommen, weil sie meiner Erinnerung nach päpstlichen und vatikanischen Dokumenten der letzten Jahrzehnte zu widersprechen scheinen, erst einmal in den entsprechenden Quellen bzw. dem wieder existenten Katechismus nachschlage und des öfteren mit einem gewissen Magengrimmen feststelle, dass ich diesem und jenem Bischof ganz bestimmt nicht mehr vertrauen werde, wenn er sich zur Umsetzung des Glaubens im christlichen Leben äußert. Bei einigen Bischöfen ist es mittlerweile soweit, dass ich überrascht bin, wenn sie tatsächlich etwas mit der katholischen Lehre Übereinstimmendes sagen, das nicht zweideutig ist und mutmaße, dass die Aussage wohl aus irgendwelchen taktischen kirchenpolitischen Gründen gemacht werde. - Das ist übel. Aber so ist das.
Der Prozess zwischen den beiden Positionen war ein schleichender. Ich versuche mich an Stationen auf dem Weg von Punkt A zu Punkt B zu erinnern, und es findet sich kein einschneidendes Erlebnis.
Die erste Station könnte gewesen sein, als ich in eine mittlere Führungsposition eines Jugendverbandes geraten war und dort mit Meinungen und Absichten konfrontiert wurde, die - euphemistisch ausgedrückt - sehr problematisch waren (Abschaffung der Marienverehrung, Aufklärung der "von Rom verdummten Leute" darüber dass die Dogmen falsch seien, Irrelevanz der Eucharistiefeier usw.). Und der vom Bistum bezahlte Referent förderte all das und bemerkte, wie er die im Ordinariat hinters Licht führe, indem er konservativere Positionen mime. - Das Bistum hat das alles finanziell unterstützt.
Da waren die zahlreichen Fälle, in denen der Pfarrer sich über kirchenrechtliche Anordnungen hinwegsetzte, und mir andere erzählten, dass Rückfragen deswegen beim bischöflichen Ordinariat sinnlos seien, denn "denen sei doch alles egal", man handle sich da nur Abfuhren ein.
Und dann kamen irgendwann gehäuft die Zeitungsberichte, in denen sich Bischöfe mehr oder weniger deutlich gegen den Papst positionierten, mit großer Öffentlichkeit Sonderwege propagierten, sich von der Presse feiern ließen.
Und dann so einige Skandale, in denen sich selbst Bischöfe in ihrer persönlichen Lebensführung kompromittiert hatten.
Dass man einem Pfarrer in Glaubensaussagen oft nicht vertrauen kann, wusste ich, seit ich sechzehn war. Damals hatte der unsrige über all das gepredigt, was er nicht glaubte und sich damit auf immer von der Liste der Leute gestrichen, die ich hätte befragen können, wo ich selbst nicht wusste wohin. - Aber irgendwann im Lauf der 25 Jahre kam ich zu der Ansicht, dass Bischöfe gewöhnlich genau so unzuverlässig sind.
Vielleicht war am ausschlaggebendsten die allgemein praktizierte Illoyalität: das schlechte Reden über Mitbrüder und Bischöfe und Papst, das Unterschlagen (im Sinne von einfach ignorieren oder höchstens ablehnend erwähnen) von Informationen, die von Rom her kamen, die nicht existente Verkündigung in der Katechese, manchmal sogar die Verkündigung von den Lehramt widersprechenden eigenen Meinungen, ohne die abgelehnte Meinung ausreichend und mit ihren Begründungen darzustellen. Die entschlossene Verteidigung der eigenen Position und das Fallenlassen aller, die die eigene Position gefährden könnten. Das Buhlen um den Applaus der Presse, die ja nun wirklich kaum Richtschnur für christliches Handeln sein kann.
Illoyalität gegen die demjenigen Anvertrauten, die irregeführt werden, gegen die Gleichgestellten, die im Stich gelassen werden, gegen die Übergeordneten, deren Autorität untergraben wird, gegen Jesus selbst, den sie allen repräsentieren sollten in ihrer Hirtenaufgabe.
Ich denke, der einzige Weg, mein Vertrauen wiederherzustellen, wäre praktizierte, öffentlich und nicht-öffentlich gelebte Loyalität. Loyalität, die auch bei differierender Meinung eingehalten wird. Loyalität heißt ja nicht, seine eigene Meinung aufzugeben, sondern sie im Zaum zu halten. Loyalität hieße zumindest, die Meinung des andern klar darzustellen, ohne Abwertungen, und dann die Abweichung der eigenen Meinung zu begründen.
Jedoch denen, die des öfteren demonstrieren, wie illoyal sie sind, indem sie anderen, denen sie eigentlich Loyalität schulden, in den Rücken fallen, kann weder ich ganz vertrauen noch sonst jemand.
Jemand, der loyal ist, mag Fehler machen, aber er verdient auch dann Loyalität.
Sonntag, 16. Juni 2013
live aus einer "Wurstelheimvorlage"
Unlängst war ein befreundeter Priester in meinem Wohnort zu Besuch. Nicht bei mir, aber wir hatten uns dann noch zum Abendgottesdienst verabredet. Er kennt mein regelmäßiges Stöhnen über die Qualität der Predigten und Gottesdienste. Jetzt bekam er einen live-Eindruck. Auch von ein paar Dingen, die ich gar nicht erst erwähnt hatte: Der extrem schäbig gekleidete Gemeindereferent, der gerade in voller Aktion mit der 72-Stunden-Aktion war, wo das noch verständlicher ist, aber das Outfit war auch bei der Fronleichnamsaktion nicht besser gewesen. Die Jugendarbeit, die keine Rücksicht auf Gottesdienste nehmen kann. Das zerknitterte Chorhemd, indem der Pfarrer die Messe hält (Kaseln gibt es genug in der Sakristei). Das Eintippen von Liednummern in ein kleines Spielzeug, das mit mit viel klack-klack und Vertippen vor sich geht, statt die Nummern einfach anzusagen. Die vielen Bücher und Heftchen mit denen dieser hantiert und gelegentlich den Überblick verliert. Wie ebendieser nach den ersten Worten von Gebeten wie dem Vaterunser so alles mögliche treibt aber nicht mitbetet und überhaupt die für die Zelebration notwendigen Bewegungen so gleichgültig und nachlässig ausführt, dass diese manchmal kaum noch zu erahnen sind und insgesamt den Eindruck vermittelt: "Ich muss das hier jetzt machen, habe aber eigentlich keine Lust, also zieht euer Ding durch, ich gebe halt die Einsätze."
Ich bin schon so darauf konzentriert, die ganzen Störfaktoren konsequent auszublenden, dass mir einiges nicht einmal mehr auffällt, jetzt wurde mir die Liste mit Befremden aufgezählt.
Nein, wundern kann es kaum noch, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher sich immer noch nach unten bewegt, obwohl nicht mehr viel Spielraum ist.
Ich bin schon so darauf konzentriert, die ganzen Störfaktoren konsequent auszublenden, dass mir einiges nicht einmal mehr auffällt, jetzt wurde mir die Liste mit Befremden aufgezählt.
Nein, wundern kann es kaum noch, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher sich immer noch nach unten bewegt, obwohl nicht mehr viel Spielraum ist.
Mittwoch, 12. Juni 2013
Alle - außer mir
Wenn die Argumente ausgehen, greift man zu
Einzelschicksalen.
Worum geht es? Um die Rückzugsgefechte bei der
Veröffentlichung der korrekt übersetzten Wandlungsworte, und zwar darum, ob nun
das Blut Jesu „für viele“ (Originaltext) oder „für alle“ (sprachlich nicht korrekte
Interpretation statt Übersetzung) vergossen wurde.
Das Problem, das angeführt wird, ist kein lächerliches. Dazu
leiden zuviele an solchen Problemen. Nur das dem Problem weder mit einem „alle“
noch mit anderen tröstenden Worten beizukommen ist.
Es gibt Menschen, die leben wirklich in ständiger Angst,
dass es unwahrscheinlich ist, dass sie erlöst werden, dass Gott sie tatsächlich
lieben könnte, dass sie gemeint sind, wenn von einem „unvergänglichen Erbe“ die
Rede ist. Die sogar glauben können, dass das für jeden Menschen auf der Welt
gelten könnte, aber wahrscheinlich nicht für sie. Also, dass meinen sie immer
noch, wenn da explizit „alle“ steht, weil es ja schließlich immer eine Ausnahme
von der Regel gibt, und die sind sie. Natürlich. Und wenn da gar nicht alle
steht, dann ist der Beweis für sie endgültig geführt. Einige nicht – und sie
sind überzeugt zu den einigen zu zählen.
Es ist kein schöner Zustand. Ich hatte eine Bekannte, die
ich längere Zeit davon zu überzeugen versuchte, dass der Satz nicht alle seien
auserwählt, nicht hieß, dass sie nicht auserwählt sei.
Ich selbst hatte auch einmal so einen Anfall. Ich war in
einer christlichen Gruppe in einer Mobbingsituation, auch das kann es geben,
selbst wenn alle wohlmeinend sind, und jemand wollte die Gruppe mit so einem
Zuspruch aus der Heiligen Schrift erfreuen. Erfolg: ich war den Rest des Tages
in Tränen aufgelöst, weil vielleicht alle Kinder Gottes geliebt sind, aber ich
garantiert ein weniger geliebtes Stiefkind bin.
Mein Fall zeigt auch schon, wo das eigentliche Problem bei
so etwas liegt. Das war nicht die Schriftstelle. Die war völlig positiv
formuliert. Es war meine direkte Erfahrung mit den Mitchristen, die mir nun
einmal vermittelte, nicht geliebt zu sein. Die Erfahrung mit den Menschen direkt
drum herum, die die Wahrheit in Bezug auf Gott verstellte.
Und irgend so eine Thematik wird auch bei all denen vorhanden
sein, die sich sofort verdammt glauben, wenn das Blut Jesu explizit „nur“ für
„viele“ vergossen wurde. Sie haben natürlich auch Zweifel, wenn da für „alle“
steht. Ich frage mich allerdings, was hilft ihnen überhaupt, wenn man „für
alle“ sagt, obwohl das im Original gar nicht da steht – flehentliche Bitte
notfalls belogen zu werden, weil sie sich dann besser fühlen könnten? Eine Kur
ist das sicher nicht. Was die brauchen, die mit solchen Zweifeln geschlagen
sind, ist eigentlich die liebende Annahme ihrer Brüder und Schwestern im
Glauben.
Ich habe die damals in meiner Krise nicht bekommen. Nur
unfreundliche Ermahnungen, dass ich da spinne und mich zusammenreißen soll. Ich
habe mich durchgeschlagen und durchgebissen, weil ich Gott ja nicht liebe, um
etwas zu bekommen oder um etwas Besonderes zu sein, sondern weil Er es ist. Und
dass ich ja im Grunde gesagt habe, er kann mich gebrauchen wie er will und wenn
es dann eben als eine Art Schrottmaterial ist, dann sei das auch okay, weil es
das ist, was er will. Das war nicht toll, aber es hat geholfen, bis dann
endlich, sehr viel später, mir tatsächlich jemand so begegnet ist, dass meine
Selbstachtung im Null-komma-nichts repariert war.
Darum behaupte ich jetzt: Das Heilmittel für alle mit
solchen (Selbst-)Zweifeln Geschlagenen, die nicht glauben können, dass Gott sie
liebt, sind nicht schönende Worte wie Beruhigungsmittel, die sedieren aber nicht
heilen sondern das Leben mitsamt dem Leid ersticken. Solche Menschen brauchen
Mitchristen, die für sie so da sind, dass sie durch diese Mitchristen erkennen,
dass Gott sie liebt. Das wird in vielen Fällen einige Mühe erfordern, aber es
wird sie heilen. Wohingegen Manipulationen an Texten das nicht tun werden. Hier
ist das Laienapostolat sehr gefordert, denn der priesterliche Seelsorger wird
nicht allein in der Lage sein, das allen in dieser Weise Bedürftigen persönlich
vermitteln zu können.
Dessen Aufgabe sollte es sein, seine Laienmitarbeiter zu
motivieren, hier das nötige zu tun. Auch das ist arbeitsintensiv aber
jedenfalls sinnvoller als durch Wortakrobatik eine Schicht Kosmetik auf
bestehende Wunden zu legen.
Der Niedergang von Giganten
ist kein schöner Anblick. Jedenfalls nicht, wenn man auch den
Giganten anderer Meinung und Überzeugungen die Wertschätzung nicht
versagt. Man mag erleichtert sein, wenn
eine große Persönlichkeit, mit der man nicht übereinstimmen konnte oder wollte,
nicht mehr über die Macht verfügt, alles mehr oder weniger nach ihrem Willen zu
lenken. Aber es stimmt traurig, wenn so ein ehemaliger Gigant auf seinem Feld
weitgehend ungeschlagen anfängt, sich selbst immer mehr zu demontieren und sich
zu schaden, ohne es selbst zu erkennen und seinen eigenen Niedergang an die
Öffentlichkeit trägt, ohne sich darüber klar zu sein. Einen ehemals großen
Protagonisten ehrlich bezwungen zu sehen, könnte erfreuen, aber Zeuge seines
Verfalls zu sein, stimmt traurig.
Das sind die Gedanken, die mir kommen angesichts der
jüngsten Äußerungen von Kardinal Lehmann auf dem Eucharistischen Kongress in
Köln. Kardinal Karl Lehmann, zwei Doktor- und ein Professorentitel, einstmals
brillant in seinen analytischen Fähigkeiten und seiner Kapazität, Sachverhalte
zu erfassen und so darzustellen, dass niemand die Filterung und geschickte
Steuerung der Informationen wahrnahm, ein exzellenter Dialektiker, ein Theologe
mit enormem Wissen.
Mich haben seine Thesen zwar nie gewinnen oder überzeugen
können, aber der Virtuosität, wie das ein oder andere vorgetragen oder
umgesetzt wurde, zolle ich doch einen gewissen Respekt. Wenn auch nicht
freudig.
Jetzt aber denke ich, der einstige Meister vieler Klassen hat den Überblick verloren, seine Fähigkeit, die Lage klar einzuschätzen und
das Urteilsvermögen darüber, wann etwas benannt werden solle oder wann es
besser ist zu schweigen.
Zwei Themen wurden in einer DNA-Meldung benannt, Äußerungen
zur lateinischen Messe „im Tridentinischen Ritus“ und zur korrekten Übersetzung
der Wandlungsworte.
Zum einen soll sich der Kardinal gegen vermehrte Feiern der
lateinischen Messe „im Tridentinischen Ritus“ gewandt haben: „Ich habe den
Eindruck, die ganze Begeisterung für das Latein hat viel mit Prestige und
falschen Vorspiegelungen einer vermeintlichen Kulturelite zu tun.“ Er halte
„ein stärkeres Nebeneinander beider liturgischer Formen heute nicht für
sinvoll, auch weil es nicht von unten gewachsen ist.“
Ich frage mich, gegen welche Windmühlenflügel er überhaupt
kämpft hier und wen er damit zu vertreten meint. Vielleicht geht es um elitäre
Kreise, in denen auch er schon lange lebt, gegen die er möglicherweise lange
opponierte und die weit weg sind vom Alltag jedes Durchschnittskatholiken.
Ich muss aus meiner Erfahrung sagten, dass bei allen Leuten,
die ich kenne, die Präferenz für den „außerordentlichen“ Messritus rein gar
nichts mit Prestige und Kulturelite zu tun hat. Das sind alles ziemlich
einfache Leute, deren Lateinkenntnisse sehr mager sind und bei deren Denken die
Kultur keinen so überhöhten Stellenwert hat. Sie versuchen Halt für ihren
Glauben zu finden, wollen vielleicht Erbauung durch die die Sinne mehr
ansprechenden Formen und einfach die organische Einheit mit der Kirche in allen
Zeiten bewahren. Es mag auch andere geben, aber das sind die Leute, die ich
kenne.
Ich selbst mag von der Ausbildung her „Elite“ sein,
Kulturelite bin ich bestimmt nicht, mein Latein ist maximal mittelprächtig, was
daran liegt, das ich die Sprache einfach mochte. Und Prestige? Man muss sich
jede Menge dumme Sprüche und Unterstellungen anhören, wenn man Latein schön und
den älteren Ritus ansprechend finden, Prestige in Zusammenhang damit kenne ich
nicht.
Ich komme auch selten in so eine Messe, was daran liegt,
dass das Angebot dafür mager ist. Die drei Gelegenheiten, die ich kenne,
verlangen a) sehr frühes Aufstehen und 30 km Fahrt; b) gut 50 km Fahrt; c) 15
km Fahrt und eine verheerende Parksituation, die einem alles verleiden kann.
Also gehe ich normalerweise in die oft unsägliche Gemeindemesse zuhause und
wünsche mir tatsächlich ein besseres Angebot.
Wie soll denn unter solchen Bedingungen etwas „von unten
wachsen“? Das ginge ja nur, wenn man eine echte Möglichkeit hätte, mit „den
Füßen abzustimmen“. Außerdem, was ist denn an den derzeitigen Messzuständen
„von unten gewachsen“ – die werden doch von oben (von Kommissionen, Theologen,
Pfarrern und vollamtlichen Laien) schon
seit Jahrzehnten aufoktroyiert. Gewachsen war die alte Form, die neue wurde
synthetisiert in einem Labor weitweg von allen von Gläubigen gefeierten Messen.
Und soll die Messe überhaupt „von unten wachsen“? Ist sie nicht „von oben
gewachsen“ in ihrem Einmünden in die himmlische, die „göttliche“ Liturgie, wie
sie auch in der Offenbarung beschrieben wird. Das Zusammenmünden des
Gottesdienstes der Engel und der Menschen?
Von einem Bischof und Kardinal hätte ich qualifiziertere
Äußerungen erwartet.
Das zweite Thema war die korrekte Übersetzung der
Wandlungsworte, die in ebendieser korrekten Form wohl demnächst in allen
Gesangbüchern und Messbüchern stehen werden. Hier schlug der Kardinal
anscheinend vor, man solle auch weiterhin im Widerspruch zum dann gültigen
Messbuch die falsche und interpretierende Übersetzung der Worte Jesu nehmen, die
uns in den letzten Jahrzehnten vorgetragen wurde, da deren Sinn doch auch
theologisch legitim sei (wäre er es nicht, hätte es sich ja auch nur um ca. 40
Jahre Häresie ausgerechnet bei den Wandlungsworten gehandelt, was nun
tatsächlich sehr bedenklich wäre).
Ich frage mich nur, möchte der Redner hier ernsthaft spalten
oder quertreiben, wenn er versucht sich in Opposition zur korrekten Übersetzung
weltweit zu stellen? Warum kann er nicht auch einfach die Einheit wahren? Hängt
er so an einer favoritisierten Position, dass er nicht mehr sieht, dass sie sie
nur eine kleine Scholle Eis ist, die dabei ist, sich im Wasser aufzulösen, auch
wenn sie noch auf den Wellen tanzt? Will er sein Bistum in Verwirrung stürzen,
indem er ihm eine Sonderliturgie geben will? Merkt er nicht, dass er sich mit
solchen Äußerungen geradezu lächerlich macht?
Gleich wie man zu ihm stehen mag, er war einmal eine Art
Gigant – und jetzt tut er mir irgendwie leid, dass niemand ihn davor bewahrt,
sich zunehmend zu einem Anrenner gegen Windmühlenflügel zu machen.
Montag, 27. Mai 2013
Der Hagenkordt'sche Teufel und der des Katechismus
In der neuesten "Pilgerzeitung" der DT findet sich ein Interview mit P. Hagenkordt SJ, bei dem ich einen Absatz etwas - sagen wir mal - irritierend fand. Er findet sich nach der Frage, ob Papst Franziskus evtl. so oft auch die Existenz des Teufels erwähnt, weil das ein Grundlage in einer der Haupt-Betrachtungen des Ignatius von Loyola hat.
Und zwar wird dort P. Hagenkordt wie folgt zitiert: "Ich glaube, das ist ein Detail der Sprache, aus der er kommt. Wir haben es uns ja hier in Zentraleuropa ziemlich abgewöhnt, von der klaren Alternative zwischen der hellen Seite des Glaubens - Gott, ich nenne es mal so - und der dunklen Seite des Glaubens -dem Teufel - zu spreche, also der Realität, dass man auch scheitern kann und dass das eine Eigengesetzlichkeit bekommt, so würden wir das heute umschreiben. Franziskus nennt das Ganze "Teufel", entsprechend der Tradition aus der wir kommen."
Nun weiß ich nicht, ob da jemand etwas aus der Originalaussage aus redaktorischen Gründen unglücklich abgeändert hat. So etwas soll ja vorkommen. Denn dann würde P. Hagenkordt hier aussagen ein "es", die "helle Seite des Glaubens" sei Gott.
Dann diese etwas merkwürdige Vorstellung, der Teufel sei "die dunkle Seite des Glaubens". Ich fühle mich etwas an Krieg der Sterne erinnert, mit der hellen und der dunklen Seite der Macht.
So weit, so seltsam
Und dann kommt da die dritte Seltsamkeit, der Teufel sei die "Realität, dass man scheitern kann und dass das eine Eigengesetzlichkeit bekommt".
Und zum vierten, genau das wolle Papst Franziskus aussagen.
Statt zu kommentieren möchte ich lieber den Katechismus der Katholischen Kirche zitieren:
"(394) Die Schrift bezeugt den unheilvollen Einfluss dessen, den Jesus den "Mörder von Anfang an" nennt und der sogar versucht hat, Jesus von seiner vom Vater erhaltenen Sendung abzubringen ...Das verhängnisvollste dieser Werke war die lügnerische Verführung, die den Menschen dazu gebracht hat, Gott nicht zu gehorchen."
Der Katechismus spricht von einem Geschöpf, keiner dunklen Seite und nicht von einem Scheitern hinter dem man guten Willen vermuten muss sondern einer aktiv eingebrachten Verführung, die die Gutwilligen zu Fall bringen will.
"(395) ... Er ist bloß ein Geschöpf, zwar mächtig, weil er reiner Geist ist, aber doch nur ein Geschöpf ... Sein Tun bringt schlimme geistige und mittelbar selbst physische Schäden über jeden Menschen und jede Gesellschaft."
Ganz klar "er", nicht "es".
Mir gelingt es nicht den Text des Katechismus mit den P. Hagenkordt zugeschriebenen Äußerungen in Einklang zu bringen. Und ich habe die gleiche Muttersprache wie der Pater ....
Ich habe außerdem zwar schon öfters gehört, dass diverse Theologen der Meinung seien es gebe nur das Böse als "strukturelle Sünde" und derartiges.
Aber die Konstruktion, dass persönliches Scheitern und seine Folgen der Teufel sind, ist mir jetzt völlig neu. Ich finde einfach keinen Sinn in einer solchen Aussage. Wenn ich also aus Faulheit oder Nachlässigkeit vergessen würde, Salz zu streuen, wenn Glatteis ist und jemand bricht sich das Bein, wäre das dann der Hagenkordt'sche Teufel?
Ich bin da ja an etwas in mir gescheitert und es hatte üble Folgen.
Ich würde das ja meine Sünde der Faulheit oder Nachlässigkeit nennen und der Teufel hätte damit nun wirklich nichts zu tun, denn ich hätte es besser gewusst und wieder besseres Wissen eben nachlässig gehandelt.
Und zwar wird dort P. Hagenkordt wie folgt zitiert: "Ich glaube, das ist ein Detail der Sprache, aus der er kommt. Wir haben es uns ja hier in Zentraleuropa ziemlich abgewöhnt, von der klaren Alternative zwischen der hellen Seite des Glaubens - Gott, ich nenne es mal so - und der dunklen Seite des Glaubens -dem Teufel - zu spreche, also der Realität, dass man auch scheitern kann und dass das eine Eigengesetzlichkeit bekommt, so würden wir das heute umschreiben. Franziskus nennt das Ganze "Teufel", entsprechend der Tradition aus der wir kommen."
Nun weiß ich nicht, ob da jemand etwas aus der Originalaussage aus redaktorischen Gründen unglücklich abgeändert hat. So etwas soll ja vorkommen. Denn dann würde P. Hagenkordt hier aussagen ein "es", die "helle Seite des Glaubens" sei Gott.
Dann diese etwas merkwürdige Vorstellung, der Teufel sei "die dunkle Seite des Glaubens". Ich fühle mich etwas an Krieg der Sterne erinnert, mit der hellen und der dunklen Seite der Macht.
So weit, so seltsam
Und dann kommt da die dritte Seltsamkeit, der Teufel sei die "Realität, dass man scheitern kann und dass das eine Eigengesetzlichkeit bekommt".
Und zum vierten, genau das wolle Papst Franziskus aussagen.
Statt zu kommentieren möchte ich lieber den Katechismus der Katholischen Kirche zitieren:
"(394) Die Schrift bezeugt den unheilvollen Einfluss dessen, den Jesus den "Mörder von Anfang an" nennt und der sogar versucht hat, Jesus von seiner vom Vater erhaltenen Sendung abzubringen ...Das verhängnisvollste dieser Werke war die lügnerische Verführung, die den Menschen dazu gebracht hat, Gott nicht zu gehorchen."
Der Katechismus spricht von einem Geschöpf, keiner dunklen Seite und nicht von einem Scheitern hinter dem man guten Willen vermuten muss sondern einer aktiv eingebrachten Verführung, die die Gutwilligen zu Fall bringen will.
"(395) ... Er ist bloß ein Geschöpf, zwar mächtig, weil er reiner Geist ist, aber doch nur ein Geschöpf ... Sein Tun bringt schlimme geistige und mittelbar selbst physische Schäden über jeden Menschen und jede Gesellschaft."
Ganz klar "er", nicht "es".
Mir gelingt es nicht den Text des Katechismus mit den P. Hagenkordt zugeschriebenen Äußerungen in Einklang zu bringen. Und ich habe die gleiche Muttersprache wie der Pater ....
Ich habe außerdem zwar schon öfters gehört, dass diverse Theologen der Meinung seien es gebe nur das Böse als "strukturelle Sünde" und derartiges.
Aber die Konstruktion, dass persönliches Scheitern und seine Folgen der Teufel sind, ist mir jetzt völlig neu. Ich finde einfach keinen Sinn in einer solchen Aussage. Wenn ich also aus Faulheit oder Nachlässigkeit vergessen würde, Salz zu streuen, wenn Glatteis ist und jemand bricht sich das Bein, wäre das dann der Hagenkordt'sche Teufel?
Ich bin da ja an etwas in mir gescheitert und es hatte üble Folgen.
Ich würde das ja meine Sünde der Faulheit oder Nachlässigkeit nennen und der Teufel hätte damit nun wirklich nichts zu tun, denn ich hätte es besser gewusst und wieder besseres Wissen eben nachlässig gehandelt.
Donnerstag, 23. Mai 2013
Woran Katechese scheitern kann
Ich hatte in diesem Blog von dem leider sehr oberflächlichen
Kommunionunterricht meines Neffen im vorigen Jahr erzählt. Unabhängig davon hat
er an der Grundschule eine recht gute Religionslehrerin, die alles elementare
Grundwissen in Sachen katholischer Glaube auch wirklich durchspricht.
Nun kam Pfingsten. Im Vorjahr war das im Religionsunterricht
besprochen worden. Anscheinend war alles darüber bei den Kindern wieder völlig
gelöscht, darum hatten sie als Hausaufgabe, die Informationen zu suchen und
aufzuschreiben. Für die Hausaufgaben meines Neffen bin ich mit zuständig. Also
habe ich zwei Tage versucht ihm Bröckchen dazu zu füttern, damit er es selbst
aufschreiben kann, was an Pfingsten passiert ist. Erfolglos, gehört und vergessen.
Da Worte nicht halfen, suchte ich mir ein Bild: Die Apostel
und Maria im Abendmahlssaal,, über ihnen eine Quelle roten Feuers, von dem
Strahlen ausgingen.
Mein Neffe sollte das beschreiben und war nicht
uninteressiert. Leider hatte ich nicht mit dem Torpedierer namens „Opa“
gerechnet. Der hatte haarscharf gefolgert, um was es ging, auch wenn er keine
Ahnung hatte, was auf dem Bild zu sehen war.
„Was könnte hier denn dargestellt sein?“ Mein Neffe
überlegt. Der Opa: „Pfi-, Pfing-“. – Alle werfen ihm ungnädige Blicke fürs
Vorsagen zu.
„Warum ist das denn ein Bild von Pfingsten? Woran erkennt
man das? Beschreib mal, was du da siehst.“
Der Opa: „Die Taube! Die Taube oben!“
„Da ist keine Taube.“
„Der Heilige Geist ist immer eine Taube.“
„Nein, an Pfingsten hat sich der Heilige Geist NICHT als
Taube gezeigt.“
.... 2 Minuten Diskussion ob der Heilige Geist immer als
Taube darzustellen sei ...
... Oma schimpft über den unmöglichen Religionsunterricht,
wo die Kinder nicht lernen, was an Pfingsten passiert sei, ich stelle richtig,
dass es nicht am Religionsunterricht liegt, weil sie das durchgenommen haben
...
... kurze Einlassungen seitens des Opas zu den
(Nicht-)Qualitäten des Pfarrers, die ich möglichst im Keim ersticke, bevor sie
ausufern ...
.... destruktive Bemerkungen von Oma zur religiösen Praxis
der Eltern des Enkels und ihrer jeweiligen Lebenspartner, die ich auch zu
blocken versuche ...
Neffe verschwindet vor den Fernseher
Resultat eine Woche später: „Pfingsten – keine Ahnung was da
war.“ „Du hast mir so ein Bild gezeigt, da war eine rote Sonne drauf.“ „Und
dann ging es darum, ob der Heilige Geist eine Taube ist.“
Und wer ist nun schuld, dass mein Neffe immer noch jede
Information über Pfingsten abperlen lässt wie eine gut geölte Regenhaut das Wasser?
Mittelbar natürlich auch die Mutter, die ihre religiöse
Praxis ad acta gelegt hat, deren Partner, der gerne erklärt, dass das alles
Blödsinn ist, der Vater, der zwar die Grundkenntnisse hat, aber nur über
Fussball redet und für den Glaube eher kultureller Hintergrund ist. Auch der Pfarrer, der nicht in der Lage ist,
persönliche Glaubensgespräche zu führen sondern lieber eine Wellness-Atmosphäre
von „ist schon irgendwie alles gut“ verbreitet und meint, er tue damit allen
einen Gefallen.
Unmittelbar aber leider mein Vater, der regelmäßige
Kirchgänger, der all die Aufgezählten gerne kritisiert, der sein
Katechismuswissen noch hat und dessen Entscheidungen stark von christlichen
Überzeugungen geprägt sind, was Moralisches betrifft, aber der seinen Glauben nie
reflektiet hat und dem religiöse Übungen eher lästig sind und der es in diesem
Fall geschafft hat, mit mehreren vom Thema ablenkenden aber scheinbar damit verbundenen
Themenwechseln zu verhindern, dass sein Enkel anhand eines ihn durchaus interessierenden
Bildes etwas über Pfingsten herausfindet und der in Kombo mit meiner Mutter
soviel Negatives über andere loswerden musste, dass das Kind davor nur noch die
Flucht ergreifen konnte.
Sonntag, 5. Mai 2013
Kirchenaustritte würden folgen, würden Forderungen nach dem Frauendiakonat nicht erfüllt
- das zumindest meint Julia Klöckner, rheinland-pfälzische CDU-Politikerin, die oft bewusst ein Image pflegt, das sie für kirchliche Belange engagiert zeigt. Geäußert haben soll sie das laut Zeitungsberichten, die sich auf KNA beziehen bei der jüngsten Versammlung des ZDK.
Es ist wirklich problematisch, wenn Politiker ihr Verständnis von ihrer Partei (wenn mir die Linie nicht passt, trete ich aus - etwas das der CDU, aber nicht nur dieser, in den letzten Jahren recht vertraut worden ist) auf die Gemeinschaft der Glaubenden Kirche 1:1 überträgt.
Parteien haben Parteitage auf denen die Mitglieder abstimmen, was denn Inhalt ihres Parteiprogrammes sein soll. Dabei wird dann möglichst das gewählt mit dem man hofft, möglichst viele Wähler, besser noch natürlich zahlende Mitglieder, gewinnen zu können. Eine Partei hat zwar einen Gründungsauftrag, aber der kann abgeändert und angepasst werden, wie es die Mehrheit der jeweiligen Mitglieder für adäquat hält.
Die katholische Kirche hat dahingegen einen Gründer, der zwar zeitweise leiblich von ihr gegangen ist, aber nicht verstorben ist, sondern auferstanden und lebt und der wiederkommen wird und bis dahin erwartet, dass seinen Anweisungen, die er gegeben hat, weil die nun einmal heilsnotwendig sind, Folge geleistet wird, weil sonst alles nicht funktioniert. Heilsnotwendig heißt aber nicht unbedingt zustimmungsfähig für möglichst viele. Im Gegenteil, dieser Gründer hat darauf hingewiesen, dass dem, was er als richtig weist, heftigst widersprochen werden wird.
Jeder, Mann oder Frau, der nur dann Teil der Kirche sein möchte, wenn ihm diverse Leitungsfunktionen offeriert werden, ist in der Kirche tatsächlich fehl am Platz. Denn es geht tatsächlich stattdessen um das Dienen.
Nun hebt hier ein sprachliches Verwirrspiel an: Das griechische Wort "diakonia" heißt Hauswirtschaft oder Dienst. Nun sah sich die frühchristliche Kirche von Anfang an dafür zuständig, dass es in ihrer Gemeinschaft Fürsorge füreinander gab, und dass auch Witwen und Waisen von dem, was andere gaben, versorgt wurden. Arme gab es immer viele und Bedürfnisse auch. Die Gemeinde wuchs und die zwölf Apostel waren irgendwann mit der gerechten Verteilung der Güter überfordert. Es wurden "Hauswirtschaftler" gebraucht, die Diakone. Deren Aufgabe war es, sich darum zu kümmern, dass alles möglichst gerecht verteilt wurde. Das heißt nicht, dass diese Diakone die einzigen waren, die diakonisch tätig war. Das Diakonische ist eine Verpflichtung für JEDEN Christen ohne Ausnahme. Niemand ist davon dispensiert, Armen, Hungernden, Verfolgten, Gefangenen, Kranken, Notleidenden aller Art nach besten Kräften zu helfen. Niemand benötigt dazu eine Sonderbeauftragung. Wenn also neuerdings darauf hingewiesen wird, dass insbesondere Frauen diakonisch tätig seien, dann ist das nichts besonders Lobenswertes sondern tröstlich, dass zumindest viele Frauen nicht völlig vergessen zu haben, was ihre Aufgabe als Christinnen ist. Und es ist zu hoffen, dass nicht nur geweihte Diakone diakonisch tätig sind.
Nun hat sich die Aufgabenbeschreibung für einen Diakon im Laufe der Geschichte etwas geändert. Was geblieben ist, ist dass es ein Weiheamt ist, dass durch Handauflegung verliehen wird. De facto haben viele Frauen in der katholischen Kirche Leitungsämter in Bezug auf diakonische Dienste, z.B. die Leiterinnen und Direktorinnen der Caritas. Soll nun etwa eine Diakoninnenweihe für Caritas-Leiterinnen eingefordert werden, die diesen noch völlig neue zusätzliche Verpflichtungen auferlegen würde? (Einmal ganz davon abgesehen, dass es keine Weiheämter für Frauen geben wird und kann.)
Nein, darum geht es nicht.
Möchten alle Pastoralreferentinnen und Gemeindereferentinnen nun zusätzlich einen Diakoninnenweihe? Mit der derzeit gültigen Auflage lebenslang unverheiratet zu bleiben, falls sie noch nicht im Ehestand sind? Eher auch nicht. Nicht zu vergessen der Diakonatskurs, der sie mehrere Wochenenden im Jahr über mehrere Jahre von ihren Familien trennen würde und der so belastend ist, dass darüber leider die eine oder andere Ehe zerbricht. (Hier wäre ein realer Handlungsbedarf.) Alternativ gibt so mancher sehr zum Diakon geeignete Familienvater seine Absicht, Diakon zu werden auf, bevor seine Familie darüber zerbricht.
Nein, das wollen die Damen, die die Diakonatsweihe einfordern möchten, höchstwahrscheinlich auch nicht.
Diakone sind nämlich in vielen Diözesen im Nebenberuf tätig. Das heißt: Sie haben eine Vollzeitarbeit. Sie haben in den meisten Fällen eine Familie. Sie erhalten nur eine geringe Aufwandsentschädigung für ihren Einsatz und keinerlei finanzielle Absicherung seitens des Bischofs, für den sie tätig sind. Der Familie verlangt das so einiges ab. Wieviel Frauen sind wohl auf eine derartige weitere Zusatzbelastung besonders erpicht? Wieviele Ehemänner werden es mittragen können, wenn ihre Gattin so etwas auf sich nehmen würde? - Die Menge, der an einer Diakonatsweihe tatsächlich interessierten Frauen - selbst wäre eine solche Weihe möglich - dürfte relativ gering sein. Wie ja auch derzeit kein Riesenandrang von zu beschäftigenden Diakonen vorhanden ist und bei diesen leider in so manchem Fall gilt, dass die Familie unter der Sehnsucht des Familienvaters nach diesem Amt sehr leidet.
Ich frage mich, ob man die ganzen Problemfelder damals bei der Einführung des ständigen Diakonates wirklich bedacht hat.
Es scheint so eine vage Vorstellung zu herrschen, dass mit Erfüllung der Forderung nächstens Frau Müller nach einen 3-Wochenenden-Lehrgang oder so dann alle priesterlichen Aufgabung exklusive Beichte und Konsekration bei der Eucharistiefeier übernehmen kann - eine letzte Bastion, die dann auch binnen kurzem geschliffen werden kann.
Und Leute, so wird das nicht laufen.
Wer das will, sollte tatsächlich erwägen, sich eine eigene Kirche zu gründen, die so etwas verwirklichen möchte. Mit dem römisch-katholischen Glauben hat es nur ganz zufällig noch ein paar Übereinstimmungen.
Wer dahingehend endlich die volle diakonische Dimension des Christseins leben möchte, was nun einmal Grundbestandteil des Christseins ist, über den werden sich alle sehr freuen. Und - gute Nachricht - es braucht dazu wirklich keine Weihe irgendeiner Art. Dienen darf jeder und jede.
Es ist wirklich problematisch, wenn Politiker ihr Verständnis von ihrer Partei (wenn mir die Linie nicht passt, trete ich aus - etwas das der CDU, aber nicht nur dieser, in den letzten Jahren recht vertraut worden ist) auf die Gemeinschaft der Glaubenden Kirche 1:1 überträgt.
Parteien haben Parteitage auf denen die Mitglieder abstimmen, was denn Inhalt ihres Parteiprogrammes sein soll. Dabei wird dann möglichst das gewählt mit dem man hofft, möglichst viele Wähler, besser noch natürlich zahlende Mitglieder, gewinnen zu können. Eine Partei hat zwar einen Gründungsauftrag, aber der kann abgeändert und angepasst werden, wie es die Mehrheit der jeweiligen Mitglieder für adäquat hält.
Die katholische Kirche hat dahingegen einen Gründer, der zwar zeitweise leiblich von ihr gegangen ist, aber nicht verstorben ist, sondern auferstanden und lebt und der wiederkommen wird und bis dahin erwartet, dass seinen Anweisungen, die er gegeben hat, weil die nun einmal heilsnotwendig sind, Folge geleistet wird, weil sonst alles nicht funktioniert. Heilsnotwendig heißt aber nicht unbedingt zustimmungsfähig für möglichst viele. Im Gegenteil, dieser Gründer hat darauf hingewiesen, dass dem, was er als richtig weist, heftigst widersprochen werden wird.
Jeder, Mann oder Frau, der nur dann Teil der Kirche sein möchte, wenn ihm diverse Leitungsfunktionen offeriert werden, ist in der Kirche tatsächlich fehl am Platz. Denn es geht tatsächlich stattdessen um das Dienen.
Nun hebt hier ein sprachliches Verwirrspiel an: Das griechische Wort "diakonia" heißt Hauswirtschaft oder Dienst. Nun sah sich die frühchristliche Kirche von Anfang an dafür zuständig, dass es in ihrer Gemeinschaft Fürsorge füreinander gab, und dass auch Witwen und Waisen von dem, was andere gaben, versorgt wurden. Arme gab es immer viele und Bedürfnisse auch. Die Gemeinde wuchs und die zwölf Apostel waren irgendwann mit der gerechten Verteilung der Güter überfordert. Es wurden "Hauswirtschaftler" gebraucht, die Diakone. Deren Aufgabe war es, sich darum zu kümmern, dass alles möglichst gerecht verteilt wurde. Das heißt nicht, dass diese Diakone die einzigen waren, die diakonisch tätig war. Das Diakonische ist eine Verpflichtung für JEDEN Christen ohne Ausnahme. Niemand ist davon dispensiert, Armen, Hungernden, Verfolgten, Gefangenen, Kranken, Notleidenden aller Art nach besten Kräften zu helfen. Niemand benötigt dazu eine Sonderbeauftragung. Wenn also neuerdings darauf hingewiesen wird, dass insbesondere Frauen diakonisch tätig seien, dann ist das nichts besonders Lobenswertes sondern tröstlich, dass zumindest viele Frauen nicht völlig vergessen zu haben, was ihre Aufgabe als Christinnen ist. Und es ist zu hoffen, dass nicht nur geweihte Diakone diakonisch tätig sind.
Nun hat sich die Aufgabenbeschreibung für einen Diakon im Laufe der Geschichte etwas geändert. Was geblieben ist, ist dass es ein Weiheamt ist, dass durch Handauflegung verliehen wird. De facto haben viele Frauen in der katholischen Kirche Leitungsämter in Bezug auf diakonische Dienste, z.B. die Leiterinnen und Direktorinnen der Caritas. Soll nun etwa eine Diakoninnenweihe für Caritas-Leiterinnen eingefordert werden, die diesen noch völlig neue zusätzliche Verpflichtungen auferlegen würde? (Einmal ganz davon abgesehen, dass es keine Weiheämter für Frauen geben wird und kann.)
Nein, darum geht es nicht.
Möchten alle Pastoralreferentinnen und Gemeindereferentinnen nun zusätzlich einen Diakoninnenweihe? Mit der derzeit gültigen Auflage lebenslang unverheiratet zu bleiben, falls sie noch nicht im Ehestand sind? Eher auch nicht. Nicht zu vergessen der Diakonatskurs, der sie mehrere Wochenenden im Jahr über mehrere Jahre von ihren Familien trennen würde und der so belastend ist, dass darüber leider die eine oder andere Ehe zerbricht. (Hier wäre ein realer Handlungsbedarf.) Alternativ gibt so mancher sehr zum Diakon geeignete Familienvater seine Absicht, Diakon zu werden auf, bevor seine Familie darüber zerbricht.
Nein, das wollen die Damen, die die Diakonatsweihe einfordern möchten, höchstwahrscheinlich auch nicht.
Diakone sind nämlich in vielen Diözesen im Nebenberuf tätig. Das heißt: Sie haben eine Vollzeitarbeit. Sie haben in den meisten Fällen eine Familie. Sie erhalten nur eine geringe Aufwandsentschädigung für ihren Einsatz und keinerlei finanzielle Absicherung seitens des Bischofs, für den sie tätig sind. Der Familie verlangt das so einiges ab. Wieviel Frauen sind wohl auf eine derartige weitere Zusatzbelastung besonders erpicht? Wieviele Ehemänner werden es mittragen können, wenn ihre Gattin so etwas auf sich nehmen würde? - Die Menge, der an einer Diakonatsweihe tatsächlich interessierten Frauen - selbst wäre eine solche Weihe möglich - dürfte relativ gering sein. Wie ja auch derzeit kein Riesenandrang von zu beschäftigenden Diakonen vorhanden ist und bei diesen leider in so manchem Fall gilt, dass die Familie unter der Sehnsucht des Familienvaters nach diesem Amt sehr leidet.
Ich frage mich, ob man die ganzen Problemfelder damals bei der Einführung des ständigen Diakonates wirklich bedacht hat.
Es scheint so eine vage Vorstellung zu herrschen, dass mit Erfüllung der Forderung nächstens Frau Müller nach einen 3-Wochenenden-Lehrgang oder so dann alle priesterlichen Aufgabung exklusive Beichte und Konsekration bei der Eucharistiefeier übernehmen kann - eine letzte Bastion, die dann auch binnen kurzem geschliffen werden kann.
Und Leute, so wird das nicht laufen.
Wer das will, sollte tatsächlich erwägen, sich eine eigene Kirche zu gründen, die so etwas verwirklichen möchte. Mit dem römisch-katholischen Glauben hat es nur ganz zufällig noch ein paar Übereinstimmungen.
Wer dahingehend endlich die volle diakonische Dimension des Christseins leben möchte, was nun einmal Grundbestandteil des Christseins ist, über den werden sich alle sehr freuen. Und - gute Nachricht - es braucht dazu wirklich keine Weihe irgendeiner Art. Dienen darf jeder und jede.
Mittwoch, 1. Mai 2013
Ämterhäufung
... könnte auch ein Faktor sein, dass ein paar Frauen dann nicht in Führungspositionen kommen, ob nun innerkirchlich oder anderswo . Frau L. M. hier hat zum Beispiel ein stattliches Arsenal politischer und kirchlicher Führungspositionen. Da ist noch gar nicht aufgeführt, dass sie auch Generalsekretärin des Cusanuswerkes ist.
Gleiche Ämterhäufungen gibt es sicherlich bei den meisten Politikern. Das sind ja "wichtige" Leute, die hat man gerne in jeder Führungsposition. Je mehr sie haben, desto mehr Einfluss erhofft man sich wohl für alles mögliche. - Ich persönlich kann mich nur wundern, wie eine einzige Person diese ganzen Posten überhaupt wahrnehmen soll, ohne dass etliche der anderen Verpflichtungen darunter leiden, aber ich bin ja auch kein Politiker.
Gleiche Ämterhäufungen gibt es sicherlich bei den meisten Politikern. Das sind ja "wichtige" Leute, die hat man gerne in jeder Führungsposition. Je mehr sie haben, desto mehr Einfluss erhofft man sich wohl für alles mögliche. - Ich persönlich kann mich nur wundern, wie eine einzige Person diese ganzen Posten überhaupt wahrnehmen soll, ohne dass etliche der anderen Verpflichtungen darunter leiden, aber ich bin ja auch kein Politiker.
Die Bedeutung der Fußwaschung
kann ich hier nicht umfassend abhandeln. Denn es handelt sich um ein äußerst symbol- und aussagekräftiges Handeln Jesu kurz vor seinem Tod, das uns im Johannesevangelium überliefert ist. Vor dem, was er seinen Aposteln noch einmal konzentriert in Worten näherbringt, während die Zeit viel zu knapp ist, steht diese Handlung, Teil seines Testamentes für seine Jünger. Ein Handeln, das auch seinen Auftrag mit untermalt, den er kurz darauf gibt: "Liebt einander wie ich euch geliebt habe."
Es ist schon oft gesagt und dargelegt worden, also nur kurz zusammengefasst: Die Füße, die vorher gewöhnlich nackt in Sandalen steckten und vom Weg auf den damals weder asphaltierten noch betonierten Straßen gewöhnlich sehr schmutzig waren, zumindest von Staub, möglicherweise auch mit Unangenehmeren, wusch sich selbst oder man hatte Bedienstete und Bedienstete hieß damals meistens Sklaven, die das erledigten.
Jesus also besteht darauf, diesen unangenehmen Dienst für seine Freunde zu tun. Er sagt, es sei nötig, ohne das näher zu erläutern und zwar dazu, um in dieser Freundschaft zu bleiben. Petrus zumindest ist zuerst entsetzt, dass sein geliebter Freund und Meister das tun will. Aber nach dessen kurzer Begründung, würde er sich gerne noch mehr Körperteile waschen lassen, um noch mehr zu ihm zu gehören. Simple Logik einfachen Denkens. Jesus lehnt ab. Er sagt, es genüge, die Füße zu waschen.
Manche Reformer der Liturgie favoritisierten sogar, man solle die Fußwaschung in jeder Feier der heiligen Messe praktizieren, weil sie so gut verdeutliche, dass der Auftrag Jesu immer auch ein Auftrag ist, anderen zu dienen und weil dies eine Grundsäule des christlichen Lebens ist. Das wäre voraussichtlich auf Widerstände bei den Gläubigen gestoßen, man hat das also dann doch nicht umgesetzt. - Ich will mit damit verdeutlichen, dass die herausragende Bedeutung der Fußwaschung eigentlich keinem ernsthaften Katholiken völlig verborgen ist, ganz unabhängig davon ob man ihm ein Etikett mit konservativ oder progressiv oder was auch immer anhängen möchte.
Nun hat Papst Franziskus bei der Fußwaschung am Gründonnerstag dieses Jahres sich veranlasst gefühlt, ein bisschen mehr zu machen, als das, was der Herr Jesus getan hat, und hat - mir ist nicht bekannt ob mehrfach, bei jedem oder einmal - auch zu waschende oder gewaschene Füße geküsst.
Ich gehe davon aus, dass das eine ganz genuine Regung war zu verdeutlichen, wie wertvoll Jesus jeder dieser Menschen ist und dass er auch vor so etwas nicht zurückgescheut wäre.
Ich persönlich meine, es wäre besser gewesen, das zu tun, was Jesus getan hat, nämlich die Füße waschen und nicht auch noch Köpfe (was ja nicht geschehen ist) und zusätzliche Bezeugungen der zärtlichen Liebe der Herrn zu geben, die dieser so nicht selbst getan hat. Es empfiehlt sich einfach generell, vom Evangelium nichts wegzunehmen und nichts hinzuzufügen.
Und wie man sieht, hat es für einige ja gleich auch ganz verheerende Folgen gehabt, zum Beispiel bei der Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Frau Lücking-Michel. Die arme Frau konnte dabei offenbar nur noch assoziieren: Küsse = Sex = Papst Franziskus lehnt die bisherige Sexualmoral der katholischen Kirche ab und demonstriert Unverklemmtheit.
Vermutlich können dem Gedankengang einige nur mit größerer Mühe folgen. Ich auch.
Beim Füßewaschen denkt eigentlich keiner an Sex. Ausnahmen mag es geben. Also müssen es die Küsse gewesen sein. Diese Geste ganz tiefer Verdemütigung wurde dann gar nicht als solche erkannt sondern offenbar erotisch interpretiert und aus dieser mutmasslich (in der Phantasie des einen oder anderen dazu gewordenen) erotischen Handlung im Gottesdienst sprossen dann gleich recht wilde und abenteuerliche Thesen, die Frau Lücking-Michel dan auf der Vollversammlung des ZdK zum besten gab.
Möglicherweise um von der mangelnden logischen Konsequenz solcher Folgerungen abzulenken, dachte sie sich dann noch eine höchste seltsame Geschichte aus, ausgerechnet Papst Benedikt XVI - der doch besonders hohen Wert auf eine korrekt gefeierte Liturgie legte - habe etwas bisher nicht Dagewesenes getan, sondern statt Füße zu waschen, besockte Füße mit etwas Weihwasser besprengt. Das offenbar mit der Gründonnerstag wenig - oder vielleicht doch - vertraute Publikum des ZDK soll diesen hanebüchenen Blödsinn dann mit Amüsiertheit beantwortet haben. Genau weiß man es ja nicht: lachten sie über den vorherigen Papst, weil sie das tatsächlich für wahr hielten? Oder lachten sie über die Rednerin, die derartigen Stuß von sich gab? Man könnte ja das erstere hoffen Dann müssen entschiedene Gegner von Frau Lücking-Michel ihre peinliche Aussage auf der ZDK-Seite der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben, um sie endgültig zu brüskieren oder ist da wirklich niemand bei den Verantwortlichen des ZDK, denen klar war, wie oberpeinlich das Ganze für sie selbst sein könnte? Weil Papstmessen, Liturgie und das Johannesevangelium für sie so weit weg sind, dass ihnen gar nicht mehr auffällt, wenn jemand kompletten Unsinn daherredet?
Ja, dann verwundert es natürlich nicht, dass jemand wie Frau Lücking-Michel auch noch Vizepräsidentin dieses Gremiums ist, bei dem leider immer noch viele meinen, es repräsentiere die Katholiken Deutschlands. Leider unterstützt die DBK diesen Irrtum durch den Zuschuss reichlicher Gelder aus der Kirchensteuer für diesen dubiosen Verein, der vorspiegelt etwas zu sein, das er in keiner Weise ist. Und dann verwundert es auch nicht, dass nach so einem Vorfall Frau Lücking-Michel nicht ganz schnell von den repräsentativen Pflichten dort entbunden wird; sie repräsentiert damit ja anscheinend tatsächlich die dort Versammelten.
Da hilft auch keine Entschuldigung, sie habe sich im Ton vergriffen und nicht vorgehabt Papst Benedikt XVI in irgendeiner Weise herabzuwürdigen. Ersteres könnte man noch glauben, tragbar wäre es in ihrer Position dennoch nicht. Zweiteres kann man eigentlich nur eine glatte Lüge nennen: aus welchem Grund sonst erzählt man denn öffentlich eine Lüge über jemanden, die diese Person lächerlich macht?
Gut, wenn die Masken dort einmal so öffentlich fallen.
Es ist schon oft gesagt und dargelegt worden, also nur kurz zusammengefasst: Die Füße, die vorher gewöhnlich nackt in Sandalen steckten und vom Weg auf den damals weder asphaltierten noch betonierten Straßen gewöhnlich sehr schmutzig waren, zumindest von Staub, möglicherweise auch mit Unangenehmeren, wusch sich selbst oder man hatte Bedienstete und Bedienstete hieß damals meistens Sklaven, die das erledigten.
Jesus also besteht darauf, diesen unangenehmen Dienst für seine Freunde zu tun. Er sagt, es sei nötig, ohne das näher zu erläutern und zwar dazu, um in dieser Freundschaft zu bleiben. Petrus zumindest ist zuerst entsetzt, dass sein geliebter Freund und Meister das tun will. Aber nach dessen kurzer Begründung, würde er sich gerne noch mehr Körperteile waschen lassen, um noch mehr zu ihm zu gehören. Simple Logik einfachen Denkens. Jesus lehnt ab. Er sagt, es genüge, die Füße zu waschen.
Manche Reformer der Liturgie favoritisierten sogar, man solle die Fußwaschung in jeder Feier der heiligen Messe praktizieren, weil sie so gut verdeutliche, dass der Auftrag Jesu immer auch ein Auftrag ist, anderen zu dienen und weil dies eine Grundsäule des christlichen Lebens ist. Das wäre voraussichtlich auf Widerstände bei den Gläubigen gestoßen, man hat das also dann doch nicht umgesetzt. - Ich will mit damit verdeutlichen, dass die herausragende Bedeutung der Fußwaschung eigentlich keinem ernsthaften Katholiken völlig verborgen ist, ganz unabhängig davon ob man ihm ein Etikett mit konservativ oder progressiv oder was auch immer anhängen möchte.
Nun hat Papst Franziskus bei der Fußwaschung am Gründonnerstag dieses Jahres sich veranlasst gefühlt, ein bisschen mehr zu machen, als das, was der Herr Jesus getan hat, und hat - mir ist nicht bekannt ob mehrfach, bei jedem oder einmal - auch zu waschende oder gewaschene Füße geküsst.
Ich gehe davon aus, dass das eine ganz genuine Regung war zu verdeutlichen, wie wertvoll Jesus jeder dieser Menschen ist und dass er auch vor so etwas nicht zurückgescheut wäre.
Ich persönlich meine, es wäre besser gewesen, das zu tun, was Jesus getan hat, nämlich die Füße waschen und nicht auch noch Köpfe (was ja nicht geschehen ist) und zusätzliche Bezeugungen der zärtlichen Liebe der Herrn zu geben, die dieser so nicht selbst getan hat. Es empfiehlt sich einfach generell, vom Evangelium nichts wegzunehmen und nichts hinzuzufügen.
Und wie man sieht, hat es für einige ja gleich auch ganz verheerende Folgen gehabt, zum Beispiel bei der Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Frau Lücking-Michel. Die arme Frau konnte dabei offenbar nur noch assoziieren: Küsse = Sex = Papst Franziskus lehnt die bisherige Sexualmoral der katholischen Kirche ab und demonstriert Unverklemmtheit.
Vermutlich können dem Gedankengang einige nur mit größerer Mühe folgen. Ich auch.
Beim Füßewaschen denkt eigentlich keiner an Sex. Ausnahmen mag es geben. Also müssen es die Küsse gewesen sein. Diese Geste ganz tiefer Verdemütigung wurde dann gar nicht als solche erkannt sondern offenbar erotisch interpretiert und aus dieser mutmasslich (in der Phantasie des einen oder anderen dazu gewordenen) erotischen Handlung im Gottesdienst sprossen dann gleich recht wilde und abenteuerliche Thesen, die Frau Lücking-Michel dan auf der Vollversammlung des ZdK zum besten gab.
Möglicherweise um von der mangelnden logischen Konsequenz solcher Folgerungen abzulenken, dachte sie sich dann noch eine höchste seltsame Geschichte aus, ausgerechnet Papst Benedikt XVI - der doch besonders hohen Wert auf eine korrekt gefeierte Liturgie legte - habe etwas bisher nicht Dagewesenes getan, sondern statt Füße zu waschen, besockte Füße mit etwas Weihwasser besprengt. Das offenbar mit der Gründonnerstag wenig - oder vielleicht doch - vertraute Publikum des ZDK soll diesen hanebüchenen Blödsinn dann mit Amüsiertheit beantwortet haben. Genau weiß man es ja nicht: lachten sie über den vorherigen Papst, weil sie das tatsächlich für wahr hielten? Oder lachten sie über die Rednerin, die derartigen Stuß von sich gab? Man könnte ja das erstere hoffen Dann müssen entschiedene Gegner von Frau Lücking-Michel ihre peinliche Aussage auf der ZDK-Seite der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben, um sie endgültig zu brüskieren oder ist da wirklich niemand bei den Verantwortlichen des ZDK, denen klar war, wie oberpeinlich das Ganze für sie selbst sein könnte? Weil Papstmessen, Liturgie und das Johannesevangelium für sie so weit weg sind, dass ihnen gar nicht mehr auffällt, wenn jemand kompletten Unsinn daherredet?
Ja, dann verwundert es natürlich nicht, dass jemand wie Frau Lücking-Michel auch noch Vizepräsidentin dieses Gremiums ist, bei dem leider immer noch viele meinen, es repräsentiere die Katholiken Deutschlands. Leider unterstützt die DBK diesen Irrtum durch den Zuschuss reichlicher Gelder aus der Kirchensteuer für diesen dubiosen Verein, der vorspiegelt etwas zu sein, das er in keiner Weise ist. Und dann verwundert es auch nicht, dass nach so einem Vorfall Frau Lücking-Michel nicht ganz schnell von den repräsentativen Pflichten dort entbunden wird; sie repräsentiert damit ja anscheinend tatsächlich die dort Versammelten.
Da hilft auch keine Entschuldigung, sie habe sich im Ton vergriffen und nicht vorgehabt Papst Benedikt XVI in irgendeiner Weise herabzuwürdigen. Ersteres könnte man noch glauben, tragbar wäre es in ihrer Position dennoch nicht. Zweiteres kann man eigentlich nur eine glatte Lüge nennen: aus welchem Grund sonst erzählt man denn öffentlich eine Lüge über jemanden, die diese Person lächerlich macht?
Gut, wenn die Masken dort einmal so öffentlich fallen.
Sonntag, 28. April 2013
Kindesmissbrauch wurde in den 70ern geradezu gefordert von vielen
und zwar, weil viele aus der Intelligenz-Schicht der Meinung waren, das, was heute klar als Missbrauch erkannt wird, sei Kindern förderlich.
Bei der Lektüre eines Buches von Klaus Berger, "Glaubensspaltung ist Gottesverrat" stieß ich auf S.114/15 auf einen interessanten Bericht aus dem Jahre 1977 und zwar lud ihn die ESG Heidelberg zu einem Diskussionsabend über Pädophilie als Referent ein:
"Der Abend war gut besucht, und zwar vorwiegend von Studierenden mit besonderen sexuellen Neigungen (Schwule, Lesben, Pädophile), und zwar in erster Linie Studierenden der Theologie. Ich sah mich nach meinem Referat alsbald einer wütenden Menge gegenüber, die einhellig dafür plädierte, sexuellen Umgang Erwachsener mit kleinen Kindern zu befürworten, da er ja "aus Liebe" geschehe. Man berief sich auf das Liebesgebot und auf Augustinus. Die Auseinandersetzung eskalierte, und ich wurde schließlich gefragt, welche Bischöfe mich denn für meine Meinung bezahlten. Wenigstens vermutete man demnach Ungutes gegenüber der gewünschten Position. Sexueller Missbrauch wurde als Zärtlichkeit erklärt, was die Kleinen doch brauchten, denen man nichts Besseres antun könne, als mit ihnen sexuell zu verkehren. ... Nun schildere ich diese Begebenheit nicht aus Böswilligkeit, sondern um zu erklären, welcher Willkür bisweilen und in besonderen historischen Konstellationen unsere Vernunft ausgesetzt ist."
Der Text spricht für sich.
Bei der Lektüre eines Buches von Klaus Berger, "Glaubensspaltung ist Gottesverrat" stieß ich auf S.114/15 auf einen interessanten Bericht aus dem Jahre 1977 und zwar lud ihn die ESG Heidelberg zu einem Diskussionsabend über Pädophilie als Referent ein:
"Der Abend war gut besucht, und zwar vorwiegend von Studierenden mit besonderen sexuellen Neigungen (Schwule, Lesben, Pädophile), und zwar in erster Linie Studierenden der Theologie. Ich sah mich nach meinem Referat alsbald einer wütenden Menge gegenüber, die einhellig dafür plädierte, sexuellen Umgang Erwachsener mit kleinen Kindern zu befürworten, da er ja "aus Liebe" geschehe. Man berief sich auf das Liebesgebot und auf Augustinus. Die Auseinandersetzung eskalierte, und ich wurde schließlich gefragt, welche Bischöfe mich denn für meine Meinung bezahlten. Wenigstens vermutete man demnach Ungutes gegenüber der gewünschten Position. Sexueller Missbrauch wurde als Zärtlichkeit erklärt, was die Kleinen doch brauchten, denen man nichts Besseres antun könne, als mit ihnen sexuell zu verkehren. ... Nun schildere ich diese Begebenheit nicht aus Böswilligkeit, sondern um zu erklären, welcher Willkür bisweilen und in besonderen historischen Konstellationen unsere Vernunft ausgesetzt ist."
Der Text spricht für sich.
lange nicht mehr reingesehen ...
An Themen fehlte es ja nicht.
Und irgendwie bin ich bei meiner mehrwöchigen Absenz aus der Leserliste von politischunpolitisches gekickt worden und finde jetzt keine Mailadresse, um mich neu dort zu bewerben ... :(
Zu Papst Franziskus ist wahrscheinlich schon überall alles gesagt. Presse, Medien aber selbst kirchliche Vertreter stilisieren ihn zu etwas, was er aller Logik nach nicht ist und benutzen das von ihnen kolportierte Bild, um mehr oder weniger durch die Blume Papst Benedikt XVI zu diskreditieren, den ich wie so viele schmerzlich vermisse. Immer noch. Der neue Papst sagt nichts Falsches und nichts Schlechtes, und er ist eben der Papst, aber mein Herz hat er bisher nicht erreichen können. Das liegt weniger daran, dass ich an der Person des vorigen Papstes hinge, obwohl dieser mir sehr sympathisch war, sondern daran, dass Benedikt XVI so durchscheinend für Christus war, dass er alles eigene völlig dahinter zurückstellte, um der Welt dieses Licht sichtbar zu machen. Auf ihn zu sehen, auf ihn zu hören, hat mich gewöhnlich zu einem besseren Menschen gemacht, mich motiviert, auch die eigene Wichtigkeit weiter nach hinten zu schieben und durchlässiger sein zu wollen für den, um den es eigentlich geht.
Im Vergleich dazu, zu dieser Hinwendung zu wirklich allen Menschen, die allen, auch den Gegnern galt, wirken die Engführungen auf finanziell benachteiligte Teile der Weltbevölkerung, "die Armen" so einschränkend und damit wieder ausschließend, so vom zentralen Thema der Christusähnlichkeit ablenkend. Papst Franziskus meint es sicherlich nicht so, aber das was die Presse vermittel, ist das.
Weiter will ich gar nichts sagen oder selbst vergleichen. Es wäre nur unfair gegenüber jemandem, der sich plötzlich mit der Last und den Herausforderungen des Papstamtes zurechtfinden muss. Das braucht auch ein Herantasten an so vieles.
Und irgendwie bin ich bei meiner mehrwöchigen Absenz aus der Leserliste von politischunpolitisches gekickt worden und finde jetzt keine Mailadresse, um mich neu dort zu bewerben ... :(
Zu Papst Franziskus ist wahrscheinlich schon überall alles gesagt. Presse, Medien aber selbst kirchliche Vertreter stilisieren ihn zu etwas, was er aller Logik nach nicht ist und benutzen das von ihnen kolportierte Bild, um mehr oder weniger durch die Blume Papst Benedikt XVI zu diskreditieren, den ich wie so viele schmerzlich vermisse. Immer noch. Der neue Papst sagt nichts Falsches und nichts Schlechtes, und er ist eben der Papst, aber mein Herz hat er bisher nicht erreichen können. Das liegt weniger daran, dass ich an der Person des vorigen Papstes hinge, obwohl dieser mir sehr sympathisch war, sondern daran, dass Benedikt XVI so durchscheinend für Christus war, dass er alles eigene völlig dahinter zurückstellte, um der Welt dieses Licht sichtbar zu machen. Auf ihn zu sehen, auf ihn zu hören, hat mich gewöhnlich zu einem besseren Menschen gemacht, mich motiviert, auch die eigene Wichtigkeit weiter nach hinten zu schieben und durchlässiger sein zu wollen für den, um den es eigentlich geht.
Im Vergleich dazu, zu dieser Hinwendung zu wirklich allen Menschen, die allen, auch den Gegnern galt, wirken die Engführungen auf finanziell benachteiligte Teile der Weltbevölkerung, "die Armen" so einschränkend und damit wieder ausschließend, so vom zentralen Thema der Christusähnlichkeit ablenkend. Papst Franziskus meint es sicherlich nicht so, aber das was die Presse vermittel, ist das.
Weiter will ich gar nichts sagen oder selbst vergleichen. Es wäre nur unfair gegenüber jemandem, der sich plötzlich mit der Last und den Herausforderungen des Papstamtes zurechtfinden muss. Das braucht auch ein Herantasten an so vieles.
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