Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.

Dominus conservet eum et vivificet eum

et beatum faciat eum in terra et

non tradat eum in animam inimicorum eius.

Freitag, 31. August 2012

Quizfrage: Worum geht es beim Taufgespräch

Also, meine Live-Erfahrung, es geht darum:
- dass man die Taufkerze selbst gestalten sollte
- dass es nett wäre, wenn es ein Taufkleid gibt
- dass man Lieder dazu aussuchen soll
- dass man auf Stühlen im Altarraum sitzt
- dass Namen der Anwesenden in der "Heiligen"-Litanei vorkommen
- dass ein Pate Rechte und Pflichte hat, die braucht man aber nicht zu nennen
- ob der Taufpate sich denn schon freut
Schließlich soll es ja eine nette Feier für alle werden.

Was anscheinend völlig uninteressant ist:
- ob die Eltern beide Christen sind
- was sie eigentlich selbst unter Glauben verstehen
- warum sie wollen, dass ihr Kind getauft wird
- ob eine christliche Erziehung gewährleistet werden kann

Gott auch nur zu erwähnen oder gar ein Gebet zu sprechen, gehört anscheinend nicht dazu. Das könnte ja das harmonische Gespräch stören.

Ich habe das geschmissen, weil ich gerne die Rechte und Pflichte des Paten hören wollte. Das wurde mit dem Witz abgetan, wir könnten ja einen Vertrag aufsetzen.
Und dann war ich so gemein zu erklären, dass ich es für durchaus nicht einfach halte, ein Kind im christlichen Glauben zu erziehen. (sehr harmonierstörend) Und dass ich noch nicht weiß, ob ich mich darauf freue. (Weiß ich nicht, ich bin bereit es zu versuchen.)

Irgendwie hatte ich den Eindruck, der Pfarrer nimmt die Taufe nicht so ganz ernst, für ihn ist es nur so eine Art Familienfest, bei der möglichst viel persönlich gestaltet werden soll. Das schien besonders wichtig zu sein.


Kommentare:

  1. Ist eine Taufe nicht das persönliche Versprechen der Paten und Eltern, das Kind katholisch zu erziehen? Erreicht man dann nicht mit einer möglichst persönlich gestalteten Feier, dass sich diese Personen um so mehr mit der Zeremonie und dem Sakrament identifizieren? Also ich halte eine persönlich gehaltene "Beauftragung" der Paten und Eltern für eine wichtige Motivation. Aber möglicherweise glauben Sie ja, dass es einfach genügt den Paten und Eltern ihre Rechte Pflichten wie beim Notar zu verkünden.
    Glauben Sie dass mit einer nüchternen Verkündung von Rechten und Pflichten die Bereitschaft steigt, diese auch wahrzunehmen und zu erfüllen?
    Letztendlich läuft das was Sie wollen darauf hinaus, ein Geschäft mit Gott zu machen: Wohlverhalten (indem man Rechte wahrnimmt und Pflichten erfüllt) gegen Erlösung, die aber erst im Jenseits fällig wird. Das Wohlverhalten wird aber sofort fällig gestellt wie ein gekündigter Kredit.
    Auf das läufts bei der von Ihnen geforderten Taufe hinaus.

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  2. Eine Taufe sollte das persönliche Versprechen sein, das Kind katholisch zu erziehen. Völlig richtig. Aber wenn die Eltern gar nicht wissen, was das heißt, weil die Mutter Buddhistin ist und der Vater nicht allzu viel Ahnung von seinem Glauben hat, ist das schon einmal nicht möglich. Wenn dann der Leiter des Taufgesprächs sich, bis es ihm mitgeteilt wird, nicht einmal weiß, dass die Mutter Nichtchristin ist, wird es schon etwas peinlich. Der Vater möchte nur, aus hauptsächlich kulturellen Gründen, dass das Kind getauft wird. Die persönliche Gestaltung hilft überhaupt nicht sich mit etwas zu identifizieren, dessen Bedeutung man gar nicht mitgeteilt bekommt, es hilft nur noch weiter davon abzulenken. In dieser Taufe wird es keine "persönliche" Beauftragung von Eltern und Paten geben, weil die persönliche Glaubenssituation dem Taufenden piepschnurzegal ist, die wird schon irgendwie stimmen, scheint er zu denken, da reicht die Absicht, das Kind taufen zu lassen.
    Rechte und Pflichten sind nicht alles. Aber wenn die gar nicht genannt werden und bekannt sind, passiert das, was leider passiert. Der Pate gibt dem Kind ein Geschenk und verschwindet oft völlig aus dessen Leben. Keiner meiner Paten (Taufe, Firmung) hat sich je nach meinem Glaubensleben erkundigt. Mein Neffe kennt noch nicht mal den Namen seiner Patin, die eine Freundin der Mutter war. Für seine Glaubenserziehung sind hauptsächlich ich und die Großmütter zuständig, ohne Paten zu sein, sonst wäre da nicht viel.
    Es geht darum, dass durch solche belanglosen Taufgespräche gefördert wird, dass Eltern und Paten ein Versprechen sprechen, dessen sie sich nicht einmal ganz bewusst sind. Sie denken, alles sei abgehakt mit der Teilnahme an der netten Familienfeier und erfordere kein weiteres Handeln.

    Von einem Geschäft mit Gott kann meinerseits keine REde sein. Ich weiß nicht, wie sie darauf kommen.
    Es geht darum, dass Eltern und Paten, die gar nicht wissen, was sie versprochen haben, es einem Kind nicht ermöglichen, überhaupt zum Glauben zu finden. Mit der Taufe ist ja nur eine Absicht erklärt, die noch ganz erfüllt werden muss. Im Grunde machen verantwortungslose Eltern und Paten (weil sie gar nicht wissen, dass sie da eine Verantwortung haben) ihr Kind zum Wortbrüchigen, weil es oft nicht selbst zu der Entscheidung gelangt, Jesus gehören zu wollen und sein Leben als Tausch für das eigene anzunehmen. Die Taufe ist aber unwiderruflich. In manchem ist so ein Kind schlechter dran als ein Ungetauftes.
    Völlig anders ist die Situation, wenn Eltern und Paten überzeugte Christen sind. Aber wann ist das überhaupt noch der Fall?

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