Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.

Dominus conservet eum et vivificet eum

et beatum faciat eum in terra et

non tradat eum in animam inimicorum eius.

Samstag, 7. Mai 2011

Wurstelheimer Predigten


Wir möchten unseren geneigten Lesern in dieser und der nächsten Ausgabe das neu veröffentlichte Werk von Hochwürden Schlau, Pfarrer von Wurstelheim vorstellen.  Der Titel des  im Verlag Trivialia veröffentlichten Buches ist „Wurstelheimer Predigten. Ein Lehrbuch mit praktischen Beispielen.“
Als besonders gelungenes Werk präsentieren wir Ihnen heute Auszüge aus einem der Anschauungsbeispiele, der Predigt zum Gründonnerstag 2009.

„Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder, liebe Gläubige, liebe Kinder und Jugendliche, liebe Gäste!“
Beachten Sie hier die exemplarisch inklusive Ansprache, die es vermeidet Anwesende auf irgendeine Weise auszugrenzen. Dies ist eine der wichtigsten Grundregeln, die Hochwürden Schlau in seinem Buch darlegt und die jeder Prediger verinnerlichen sollte: Es muss sichergestellt werden, dass jeder sich erwähnt und angesprochen fühlt.
„Vor einigen Jahren bereiste ich Frankreich und besuchte dort auch einmal eine kleine Kirche, in der eine Wandskulptur die Szene darstellte, die uns gerade im Evangelium beschrieben wurde: das letzte Abendmahl. Als ich diese Skulptur näher betrachtete, fiel mir sofort die Darstellung des Petrus ins Auge. Er spreizt ein Bein in ungewöhnlichem Winkel weit von sich weg, während er mit einer Hand auf seinen Kopf weist. Was wollte der Künstler wohl damit ausdrücken?
Um das zu begreifen, müssen wir wissen, dass Petrus ein sehr streng gläubiger Jude war, der stets darauf achtete, dass alle Gesetzesvorschriften genau eingehalten wurde. Daher war er an diesem Abend ganz besonders entsetzt, als Jesus auf die Idee verfiel, den Jüngern die Füße zu waschen. Er wollte mit so einer Tat nichts zu tun haben und sein Abscheu zeigt sich in dem Wegspreizen des Beines.
Ja, seine Empörung ging so tief, dass er als Folge dieser Tabuverletzung noch in dieser Nacht Jesus dreimal verleugnete.
Und hier finden wir auch die Deutung für das Zeigen mit der Hand auf den Kopf. Petrus zeigt hier dem Herrn den Vogel. Das wollte uns dieser schon lange verstorbene Künstler in jener romanischen Kirche zeigen.“

Sie sehen, geehrte Leser, Hochwürden Schlau aus Wurstelheim befindet sich auf dem neuesten Stand der kritischen Exegese. Leider wollte er uns nicht verraten, auf welche Quelle er sich mit dieser Auslegung des Gründonnerstagsevangeliums beruft und wir haben sie bei unseren Recherchen noch nicht ausfindig machen können.
Mit seinem Predigtbuch jedenfalls macht er diese Erkenntnisse nun der Allgemeinheit zugänglich und wird sicherlich auf großes Interesse stoßen.

Kommentare:

  1. Das. Ist. Keine. Wirklich. Gehaltene. Predigt.

    Oder? :(

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  2. Es. Ist!!
    Zum Glück hat so gut wie niemand zugehört. Die, die ich hinterher befragte, wussten weder, was das Evangelium gewesen war, noch worüber der Pfarrer überhaupt geredet hatte. Offenbar haben sich schon alle daran gewöhnt, da völlig abzuschalten. Zum eigenen Wohl.

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  3. Nachdem im Vorjahr der Diakon in der Gründonnerstagspredigt mehr oder weniger deutlich die Weihe bewährter Männer und Frauen gefordert hatte, war ich dann 2010 lieber im Dom. Da war alles ganz regulär und ordentlich.
    Dieses Jahr war dann ohne besondere Vorkommnisse.

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