Oremus pro Pontifice nostro Franzisco.

Dominus conservet eum et vivificet eum

et beatum faciat eum in terra et

non tradat eum in animam inimicorum eius.

Samstag, 9. April 2011

Überschrittene Grenzen

Bei der Berichterstattung des WDR beim Eröffnungsgottesdienst wurde eine Grenze überschritten. Bisher war es wohl noch nicht vorgekommen, dass ein deutscher Fernsehsender während der Wandlung in einer katholischen Messe wie auf einem Marktplatz eine Live-Interview abhält und den Gottesdienst stört.

Zwar gab der Pressesprecher des Bistums Paderborn auf eine entsprechende Rückfrage folgende Auskunft:
"Der WDR hat entgegen vereinbarten Absprachen gehandelt und sich inzwischen entschuldigt.
Ich bin selbst betroffen darüber, dass die Redakteure bzgl. der Würde des Raumes und des Augenblicks keinerlei Kenntnis und Takt mehr besitzen."


Aber beim WDR selbst scheint man das etwas anders zu sehen: 



"Es ist u.E. nicht respektlos, eine öffentliche Veranstaltung - und das war dieser Gottesdienst - abzubilden und darüber zu berichten.
Das Erzbistum und die Bischofskonferenz haben uns die Filmaufnahmen und die Berichterstattung ja ausdrücklich gestattet. Wir haben selbstverständlich genaue Absprachen und Vereinbarungen mit den
Verantwortlichen getroffen.

 ...

Ich halte es allerdings grundsätzlich für wichtig, dass sich die Kirche als "offenes Haus" präsentiert und den Menschen Einblicke gewährt."

Als ob jemand sich beschwert hätte, dass über den  Gottesdienst berichtet werde.
Die Aussage des Paderborner Pressesprechers besagt, dass die hier zitierten "genauen"  Absprachen nicht eingehalten wurden.

Und wie ein Live-Interview, indem sich die WDR-Mitarbeiterin darüber auslässt, dass die Bischöfe wegen ihres Schuldbekenntnisses nur gekniet hätten, statt sich mal wenigstens (medienwirksam) auf den Boden zu werfen, und dann auf einiges Bezug nimmt, das mit dem Gottesdienst selbst nun wirklich nichts zu tun hat, Einblicke in die "Kirche als offenes Haus" gewähren soll, verschließt sich ebenfalls dem unbedarften Betrachter.

"Der Zeitpunkt unseres Live-Berichts im Verlauf des Gottesdienstes hätte sicher ein besserer sein können, aber es war für uns leider nicht vorhersehbar bzw. planbar, dass das Gespräch in den selben Zeitraum fällt, in dem auch die Wandlung stattfindet. "
Man kann diese Aussage wohl lesen als: 'Ein Live-Interview hat immer und stets Vorrang gegenüber allem anderen. Die Kollateralschäden müssen in so einem Fall toleriert werden. Wir nehmen da auf nichts Rücksicht.'

Was den WDR angeht, hat er damit nur klar gemacht, was für einen geringen Stellenwert katholische Glaubensüberzeugungen für die Verantwortlichen dort haben und wen überrascht das schon ernsthaft? Von unseren Medien erwarten wir schon lange nichts Besseres.

Mein Appell hier richtet sich an die Verantwortlichen in den Bistümern und bei der Deutschen Bischofskonferenz:

"Bitte lassen Sie nicht zu, dass sich etwas derartiges wiederholt! Übergehen Sie es nicht mit Stillschweigen! Es darf einfach nicht sein, dass das Heiligste, das wir haben mit solcher Missachtung und Gleichgültigkeit behandelt wird!"

Grenzüberschreitungen kommen vor. Aber wenn sie einfach toleriert werden, führt das dazu, dass sie zur Gewohnheit werden.

Kommentare:

  1. Ich hab's mal aufgegriffen. Sind das Stellungnahmen, die an Dich gingen, oder kann man das irgendwo im Netz finden?

    AntwortenLöschen
  2. Ja, das war meine Korrespondenz mit den betreffenden Stellen.
    Ich wüsste nichts, für das mich der WDR auf den Kicker nehmen könnte, von daher ...

    AntwortenLöschen
  3. und wir zahlen alle schön brav die GEZ Gebühren...

    AntwortenLöschen